Annihilation Bliss

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    • Annihilation Bliss

      ANNIHILATION BLISS



      INTERVALL 01: DIE AKADEMIE


      Zum Glück verließ der Raumtransporter endlich den Phasenraum. Das bedeutete, sie waren gleich am Ankunftsort. Geduld war eine feine Sache. Doch manchmal erreichte selbst jene ihre Grenzen. Yuzuki Kobayashi knurrte mürrisch in ihrem Sitzplatz. Wenn der stinkende Typ neben ihr noch einen einzigen Koffer in den eh schon stickigen Raum stellte, würde sie ihm eigenhändig den Hals umdrehen. Langsam und qualvoll. Was hatte der dumme Affe auch erwartet, als er drei Packungen Zwiebelringe in sich reinstopfte? Regenbögen aus seinem Arsch? Erschießen sollte man solche Idioten, die ihre Nächsten mit ihren furchtbaren Darmwinden derartig quälten.
      Yuzuki sah aus dem Fenster. In der Ferne war bereits das Glitzern der einzelnen Lichter der Raumstation zu sehen, welche für die nächsten fünf Jahre ihr Zuhause sein würde. Mit einem Arm der Milchstraße im Hintergrund sah der Ausblick geradezu malerisch aus, musste Yuzuki gestehen. Ihr Transporter war nicht der einzige, der ankam. Weitere Raumschiffe sprangen in der Nähe aus dem Phasenraum, oder waren bereits am Andockring der Station. Die Größe der einzelnen Raumgefährte war ebenso unterschiedlich. Es gab ein paar wenige zivile Transporter, in denen locker knapp eintausend Fluggäste Platz nehmen konnten, allerdings auch welche, in denen nur knapp einhundert hineinpassten. Hier und da sah sie sogar eine Privatfregatte eines reichen Schnösels. Kleine Raumschiffe flogen meist nur innerhalb lokaler Systeme, da die Phasenraumantriebe sehr groß und entsprechend viel Platz benötigten. Weswegen sehr reiche Rekruten, die nicht ihren Flug mit dem gemeinen Pöbel teilen wollten, auf größere Schiffstypen zurückgreifen mussten.
      Yuzuki seufzte. Reiches Pack.
      Das Metall ächzte, als der zivile Transporter an der Raumstation andockte.
      „Raumstation Vanadis erreicht. Luke auf Steuerbordseite öffnet sich. Alle aussteigen“, hallte es blechern aus mehreren Lautsprechern.
      Die Luftschleusen öffneten sich und die Mitreisenden und Yuzuki erhoben sich. Natürlich ging erst mal gar nichts vorwärts. Wie auch? Jeder wollte unbedingt als erster den stickigen Transporter verlassen. Yuzuki ließ sich genervt wieder in ihren Sitz fallen und beschloss zu warten, bis die selbstsüchtigen Vollidioten sich nach draußen gezwängt hatten.
      Zehn Minuten später fand sich Yuzuki endlich außerhalb des Transporters in den gewaltigen Andockringen der Station wieder. Der breite, gut beleuchtete Korridor kam mit der hohen Personenanzahl locker zurecht.
      Soweit Yuzuki wusste, wurde das Gepäck vom Raumstationspersonal in die jeweiligen Privatkabinen verfrachtet. Kein nerviges Rumschleppen notwendig. Zunächst stand das Begrüßungsprogramm auf dem Plan. Yuzuki kramte eine zerknitterten Zettel aus ihrer Hosentasche und entfaltete ihn. Die Akademie hatte mit Anschreiben und Informationen wirklich nicht gespart. Jeder Furz bis zur Begrüßung wurde detailliert erklärt.
      „Ich bin Teil der Einheit 1-9, also muss ich mich in der Gruppe C zur Begrüßung um 10:00 Uhr einfinden …. ha“, murmelte sie zu sich selbst.
      „‚Zur Begrüßung sollen Sie auf ein gepflegtes Äußeres achten.‘ Hm. Ob das reicht?“
      Sie sah an sich herab. Sie trug lediglich einen lässigen, weiten Pullover und Cargopants. Nicht, dass sie groß eine Wahl gehabt hätte, sie stammte schließlich aus recht ärmlichen Verhältnissen.
      Der Korridor mündete in einen breiten Gang, an dem eine Reihe Sicherheitspersonal und Detektoren bereitstanden. Es bildeten sich kleine Schlangen, es ging jedoch zügig voran. Die Detektoren waren nicht nur auf Waffen spezialisiert, sondern auch beispielsweise für gefährliche chemische Substanzen. Yuzuki kam auf jeden Fall ohne Probleme durch den Detektor und landete kurz darauf in einer großen Halle. Riesige Bögen und Säulen hielten die hohe Decke an ihrem Platz, Pflanzenkübel mit exotischen Bäumchen säumten den Weg zu einer ausladenden, freien Fläche. Vor dem Versammlungsplatz war eine Bühne aufgebaut worden, auf der noch eine handvoll Techniker die Systeme ein letztes Mal kontrollierten. Yuzuki folgte den Anweisungen des Personals und reihte sich neben den anderen Rekruten der Gruppe C ein. Es dauerte noch eine Weile, bis alle versammelt waren. Dass sie dabei in der ersten Reihe stand, gefiel ihr nicht wirklich.
      Ein hochgewachsener Mann mit nach hinten frisierten, blonden Haaren trat an das Rednerpult.
      „Willkommen auf der Vanadisakademie, Rekruten. Ich heiße Anton von Behringhausel und habe die, ja wundervollste, Ehre, euch heute im Namen der Raumstationsleitung begrüßen zu dürfen.“
      Es folgten zehn lange Minuten vollgestopft mit inhaltsleeren Plattitüden und Selbstbeweihräucherung und Yuzuki wünschte sich ein um das andere Mal, dass jemand diesen Vollkoffer von der Bühne herunterschoss. Als er endlich von der Bühne trat, seufzte Yuzuki mürrisch. Zumindest musste sie sich dessen Schwachsinn für den Rest der Ausbildungszeit an der Akademie nicht mehr geben. Es folgte jemand, der ein bisschen kleiner zu sein schien als sein wichtigtuerischer Vorgänger. Doch der breitschultrige Mann, mit seinem kurzgeschorenen Bürstenschnitt und seiner verspiegelten Sonnenbrille, strahlte etwas aus, was Yuzukis Alarmglocken klingeln ließ. Mit dem Kerl war nicht gut Kirschen essen, so viel stand fest.
      „Ishihara, Sicherheitschef und erster Offizier der Raumstation Vanadis. Es folgt nun eine Überprüfung in mehreren Phasen. Jeder Einzelne wird komplett durchleuchtet. Anweisungen des Personals ist Folge zu leisten, Widerstand wird nicht geduldet und scharf sanktioniert.“
      Wie auf Kommando schritten aus allen Zugängen bewaffnete Sicherheitstruppen. Der Raum war abgeriegelt. Entkommen war ab nun praktisch nur noch im Leichensack unmöglich.
      „Erste Phase: Psionische Inspektion. Eine Sukkubus wird in eure Seele blicken. Dies dient zum Aufspüren von Fanatikern des Konvents. In Reih und Glied stehen bleiben, eine Sukkubus wird von Person zu Person schreiten. Ihren Anweisungen ist Folge zu leisten.“
      Bei der Gruppe C konnte man kurz darauf eine waschechte Sukkubus sehen. Sie wurde von zwei Hünen mit Lasergewehren sowie einer Frau, welche ein Pad in ihrer Hand hielt, flankiert. Für Yuzuki, welche in der ersten Reihe stand, war es der erste Kontakt mit dieser mysteriösen Spezies. Die schwarzen, großen Schwingen der Außerirdischen waren angelegt, während ihre Augen in einem dämonischen Rot geradezu glühten und Feuer versprühen zu schienen. Der Teufelsschwanz schwang unbekümmert hin und her. Konnte man daran vielleicht ihre derzeitige Laune ablesen? Ihre Uniform – falls es denn eine war – wirkte etwas archaisch. Der Schnitt war extra an die Dämonenflügel angepasst, das Material schien ein merkwürdig glänzender, schwarzer Stoff zu sein. Yuzuki vermutete, dass es sich dabei wohl um Originalsukkubuskleidung handeln musste. Die Uniform war reichlich mit geschwungenen Symbolen verziert, die an Runen oder eine Schrift erinnerte. Stachelige Schulterplatten aus dem selben schwarzen Stoff komplettierten das Outfit.
      „Ich bin Alezsa, eure psionische Inspektorin. Freut mich, euch kennenzulernen“, stellte sich die Sukkubus vor und grinste breit in die Runde, ihre dominanten Eckzähne dabei offenbarend.
      „Wenn ihr an der Reihe seid, nennt euren Namen. Danach beginne ich die Prozedur. Im Normalfall dauert das nur wenige Sekunden, ihr werdet lediglich ein seltsames Kribbeln an eurer Stirn spüren.“
      Alezsa hüpfte einmal kurz auf der Stelle und klatschte in die Hände.
      „Dann mal ans Werk!“
      Sie begann mit dem schlacksigen Typen auf der linken Seite der ersten Reihe. Während ein bewaffneter Sicherheitstyp direkt neben ihr stand, war der andere hinter dem derzeitig zu überprüfenden Rekruten.
      „Name?“, fragte die Sukkubus mit scheinbar guter Laune.
      „O‘Donnell, Mark.“
      Die Frau schien in ihrem Pad anscheinend nach der Person zu schauen und nickte dann nur kurz. Die Sukkubus begann allen Anscheins mit ihrem Werk. Von außen konnte man gar nichts von dem Prozess erkennen. Das war wirklich unheimlich, musste Yuzuki sich eingestehen. Ihr wäre es lieber gewesen, man könnte das irgendwie von Weitem erkennen.
      „Gelb“, flötete Alezsa und riss Yuzuki aus ihren Gedanken. Die Frau hinter der Außerirdischen vermerkte anscheinend etwas in der Akte und weiter ging es zum nächsten Rekruten. Und zur Nächsten. Dann war auch schon Yuzuki selbst an der Reihe.
      „Und dein Name?“
      „Äh, Kobayashi. Yuzuki Kobayashi.“
      „Hübsch klingender Name!“, antwortete Alezsa vergnügt, während sie auf das Zeichen von ihrer Kollegin wartete. Yuzuki nickte nur leicht bedröppelt. Die Prozedur ging tatsächlich schnell vonstatten. Yuzuki spürte das unangenehme Kribbeln auf ihrer Stirn, es war ähnlich einem Regenschauer.
      „Interessant! Hm, Gelb!“
      Gelb schien wohl die Codefarbe für ‚alles okay‘ zu sein, vermutete Yuzuki, als die Sukkubus sie noch einmal breit anlächelte und dann zur nächsten Person schritt. Die junge Frau hatte schlimmeres erwartet. Die psionische Inspektion ging recht ereignislos weiter. Während Bruno Barbera, Lito Giménez Alvarez, Dajana Lei, Zane Len und Hans Gruber alle etwa genauso schnell die Farbe Gelb nach der Nennung ihres Namens zugeteilt bekamen, wurde bei Rekruten Jablonski und Lombardi ein Grün vermerkt. Mit den Beiden geschah jedoch nichts weiter. Was das wohl bedeutete?
      Die erste wirkliche Abweichung fand dann jedoch mit Rekrut John Riker statt. Alezsa beginn wie üblich mit ihrer Prozedur, hörte dann jedoch etwas perplex damit auf. Der hier war verdächtig.
      „Blau“, sprach sie nur und eine Sekunde später hatte der sich hinter der Testperson befindende Hüne eben jene gepackt und schob sie unsanft auf die freie Fläche vor der ersten Reihe. Yuzuki hatte allen Anscheins für die folgende Show den Premiumstandplatz ergattert.
      „Haltet ihn fest.“
      Alezsa streckte sich und begann sich dann auf John Riker zu konzentrieren. Sie würde sich wohl mal seine Vergangenheit anschauen. Zwar war es nicht ausgeschlossen, dass seine Erinnerungen verändert worden waren, aber es war meist ein gutes Indiz. Damit Alezsa Johns Vergangenheit sehen konnte, musste er sie erneut erleben. In all ihrer Pracht und all ihren Schrecken. John krümmte sich und schrie vor Schmerzen, als er seine Vergangenheit erneut im Zeitraffer durchlebte. Er versuchte sich in seinen Qualen von den beiden kräftigen Männern zu befreien, die ihn festhielten, doch ohne Erfolg. Alezsa durchstöberte unbarmherzig seine Erinnerungen. Ein Ereignis interessierte sie besonders. Eine Szene, in der John mit einem Messer abgestochen wurde. Die Sukkubus sah sie sich an. Und wieder. Und wieder. Schweiß tropfte von Rikers Stirn, sein Gesicht blass von den damit verbundenen Höllenschmerzen. Er konnte nicht mal mehr laut schreien oder das Sabbern verhindern, so kraftlos war er. Dann bekam Alezsa den ersten Hinweis, den sie brauchte. Es fehlte ein Stück, etwas passte nicht zusammen. Unbarmherzig begann die Sukkubus mit der nächsten Phase und untersuchte die psionischen Frequenzen, die von John aus- und eingingen. Auch wenn Menschen kein psionisches Talent besaßen, so waren sie doch mit der Welt der Fantasie und Träume verbunden. Und Mitglieder des Konvents hatten ganz besondere Frequenzen, unheimliche, unnatürliche.
      Welche, die wie Johns bis zum Himmel stanken und die Sukkubus in ihrer Vermutung bestätigten.
      „Babyblau.“, gab Alezsa als Endergebnis bekannt und sah zu dem auf der Bühne stehenden Ishihara, der die Prozedur verfolgt hatte.
      Ishihara nickte lediglich und raunte zwei Wörter:
      „Exekutiert ihn.“
      Dann ging es schnell. Die Sukkubus entfernte sich und positionierte sich bei der Gruppe C direkt neben Yuzuki. Einer der beiden Soldaten zog eine altmodisch wirkende, ballistische Pistole und drückte ab. Ein lauter Knall schnitt durch die Luft. John Riker, direkt in die Brust getroffen taumelte kurz, ehe er vor Schock zusammenbrach, das Gesicht nach unten, und starb. Langsamer als erwartet bildete sich unter ihm eine Blutlache.
      Kurz darauf folgte die Inspektion von Gradjom Kralowsk, die sich wie jene von John Riker, dessen Leichnam noch immer vor der Gruppe C lag, in die Länge zog. Nur einen knappen Meter vom Toten entfernt vollzog die Sukkubus die Prozedur, der einzige Unterschied: Am Ende wurde dem sichtlich mitgenommenen Rekruten kein Todesurteil in Form eines Babyblaus mitgeteilt, sondern ein schlichtes Gelb, und er durfte sich wieder in der Gruppe C einreihen. Zum Glück für alle Beteiligten verlief es danach erst einmal relativ ereignislos. Sidar Ateas, Adaeze Ejiofor und Phil Hawkins bekamen jeweils ein Gelb zugewiesen, während Iggy Grousemoor nach etwas Verwirrung seitens der Sukkubus ein Grün verpasst bekam. Dann kam Quinn Lunardi. Erneut musste Alezsa sämtliche Register ziehen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Mit all den Konsequenzen für Quinn. Am Ende bekam die zugerichtete Rekrutin ebenfalls ein Gelb, Alezsa benötigte jedoch einmal fünf Minuten Auszeit, um das Gesehene zu verarbeiten.
      Anschließend wurde der Rest psionisch untersucht: Kimiko Nanase, Reo Quarzen und Alva von den Klauen bekamen ein Gelb, Calen Mortak ein Grün.
      Ishihara trat, nachdem die Sukkubus die Inspektion abgeschlossen hatte, wieder ans Mikrofon und sprach:
      „Wartet hier. Phase Zwei wird in Kürze beginnen.“
      Derweil begannen auch die ‚Aufräumarbeiten‘ an John Riker. Yuzuki streckte sich genüsslich, der Anblick eines Toten vor ihrer Nase störte sie nicht sonderlich. Sie besah sich die anderen Rekruten. Was wohl als Nächstes anstand?


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      OOC: Bei Fragen oder Unklarheiten einfach sich bei mir melden :)



      Just Monika.

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    • Das war sie also. Calen hatte schon etliche Raumstationen gesehen, deswegen war er nicht so besonders bewegt von dem Anblick, der sich ihm bot, auch wenn das Ding wirklich riesig war. Lange hatte er nachgedacht, ob er sich wirklich darauf einlassen wollte. Doch wo sonst konnte man seinen speziellen Interessen nachgehen, ohne dass man gleich aufpassen musste, nicht verhaftet zu werden? Er lächelte leicht und konzentrierte sich dann auf das Andockmanöver, das angesichts der Massen, die derzeit ankamen, gar nicht so leicht war. Zum Glück hielt sein Passagier die Klappe. Oder besser, der Käufer seines alten Frachters. Seitdem er von dem Höllenloch entkommen war hatte Calen viel Zeit hier verbracht, doch so etwas wie Sentimentalität kam nicht auf bei ihm. Nicht einmal Traurigkeit. Der Lautsprecher knarzte.
      "Frachter Tardis, andochen an Dock 20 X. Sie werden geleitet." Konzentriert und routiniert steuerte der großgewachsene Mann das Raumschiff, wurde langsamer, dann eritterte die metallene Hülle und innen hörte man das dumpfe "Klong" des Andockens. Kurz checkte er noch alle Systeme und ein merkwürdiges Lächeln glitt über seine Züge. Schließlich stand er auf und wandte sich an den anderen.
      "So - das Baby gehört nun Ihnen. Seien sie gut zu ihr, und viel Vergnügen damit." Der andere war die rechte Hand eines aufstrebenden Handelsmoguls, ein burschikoser und geradezu riesiger Kerl. Recht unsexy in Calens Augen.
      "Sie ist gut in Schuss, und wird noch einige Jahre fliegen. Alles Gute für Sie, Mr. Martok." Sie schüttelten sich die Hände, der junge Mann schob ein paar Koffer aus der Luke und er betrat die Station. Kurz blieb er stehen. Ah, genau, sein Zeug würde abgeholt werden. Also musste er nichts schleppen. Nach ein paar Minuten trat er an eines der Fenster und blickte seinem Frachter nach, der langsam ins Nichts entschwand. Nein, wie immer spürte er nichts. Ihm war es egal. Das konnte auch an einer gewissen Endgültigkeit liegen, denn in etwa 24 Stunden würde der Frachter explodieren. Calen hatte das Programm schon vor einiger Zeit in das System integriert, es gab weder eine Warnung noch die Möglichkeit, es aufzuhalten. Das letzte Band mit seiner Vergangenheit wurde zerschnitten, was eigentlich ein Fortschritt. Er hob die Achseln und betrachtete kurz sein Outfit. Man sollte gut gekleidet da erscheinen. Es war gut genug, immerhin eine schwarze Hose, ein betont enges Shirt und eine schwarze feine Lederjacke, und natürlich seine Handschuhe. Seine Stiefel waren sogar sauber. Passt. Dass er keine Waffen mitnehmen durfte war ihm klar gewesen, die waren im Frachter geblieben. Hier würde es aber auch ausreichend andere geben. Daher passierte er die Detektoren ohne große Probleme und nach ein wenig Sucherei fand er auch den Raum, in dem die Begrüßung stattfinden sollte. Die Einheit hatte er bereits memoriert, und nun reihte er sich ein. Sein Blick wanderte umher. Viele Gesichter waren hier, neugierig, etwas ängstlich, nervös. Er selbst war beinahe unnatürlich ruhig, und er wusste, dass das nicht normal war. Im Laufe der Zeit hatte er gelernt, damit umzugehen ohne sonderlich aufzufallen. Zumindest gab es den einen oder anderen hübschen Anblick hier. Eine Menge durchtrainierter Körper. Die Versuche einer Nachbarin, ihn anzusprechen ignorierte er derweil, stattdessen musterte er den ein oder anderen frischen Rekruten genauer. Das Gemurmel im Raum erstarb, als jemand an das Mikrofon trat. Calen verzog etwas das Gesicht. Anstatt zuzuhören, schloss er die Augen und summte in Gedanken einige Lieder. Erst als der Sicherheitschef auftrat, konzentrierte sich der junge Mann wieder und hob das erste Mal wirklich verblüfft seine Augenbrauen. Eine Sukkubus? Psionische Untersuchung? Das klang nicht gut. Allerdings war schnell ersichtlich, worum es ging. Konventsmitglieder finden... Nun, er war vieles, aber damit hatte er wirklich nichts am Hut. Dennoch war er nun etwas angespannter, seine Gedanken wollte er wirklich nicht teilen. Allerdings schien es recht flott zu gehen, jedenfalls anfangs, was er so beobachten konnte. Er hatte schon Sukkubus gesehen, dass hier eine war, na sollte sein. Ihm gefielen diese Wesen, das Aussehen hatte was. Plötzlich wurde es unruhiger. Den Kerl namens John Riker kannte er nicht, woher auch, aber was ging denn da ab? Trotz seiner Größe stellte sich Calen auf die Zehenspitzen um einen besseren Blick zu erhaschen. Oooooh. Die liebe Sukkubus GRILLTE den Kerl ja regelrecht, wie fein. Anstatt wegzusehen, besah er sich die Szene mit einem gewissen Vergnügen - nur das Ende war doch viel zu schnell. Ah, das passierte mit diesen Konventsmitglieder, auch gut. Hier und da nahm die Sukkubus sich Rekruten länger vor, und es schien sie zu erschöpfen. Leider gab es keine weiteren Toten. Dann stand sie vor ihm.
      "Calen Martok." nannte er seinen Namen und sah das Wesen mit einem leichten Lächeln und seltsam leeren Augen an. Nein, er hatte keine Angst. Das leichte Kribbeln spürte er kaum, und auch wenn sie einen Moment zu zögern schien und es etwas länger dauerte als bei anderen, so gab es keine Konsequenzen. Allerdings hätte er gerne gewusst, was grün bedeutete. Denn gelb war offensichtlich die Freigabe. Hatte die Außerirdische etwas gespürt, etwas gesehen? Ihm entging fast, dass es bald weiterging.

      Dajana saß ziemlich eingezwängt am Boden eines riesigen Transporters. Rechts und links waren auch neue Rekruten, die allesamt ungezwungen plauderten, was ihr unangenehm war. Smalltalk konnte sie nicht, vor allem nicht zu Themen, die ihr gar nichts sagten. Was zur Hölle waren Vampire, und was meinten sie mit Kino? Sie konnte sich da gar nicht einmischen. Also saß sie stumm da und hörte zu, was so geredet wurde. Sie war recht froh, als sie endlich ankamen und sie rauskam aus der Sardinenbüchse. Staunend sah sie sich um. Bisher war sie nie wirklich von ihrer Welt weggekommen -Kunststück- und so eine Raumstation war etwas ganz Neues. Vor lauter Herumgeschaue rannte sie erst einmal gegen eine Säule. Ouch! Dann bemerkte sie, dass sie wirklich, wirklich in das weite All blicken konnte. Staunend trat die junge Frau an das Fenster und blickte hinaus. So viele Sterne, so viele Welten... Stunden hätte sie hier stehen können, aber da hatte sie bestimmt noch später einmal Zeit. SIe beeilte sich, in den Saal zu kommen -die Detektoren waren kein Problem- und schlüpfte rasch hinein. Wow. So viele und noch lange nicht alle. Der Rede lauschte sie aufmerksam, und wurde erneut überrascht. Ihr Mund stand offen, als die Sukkubus hereinkam. Was für ein seltsames Wesen! Diese schien aber wirklich nett zu sein. Psionische Überprüfung klang halb so wild. Das war auch nicht schlimm, nur ein kurzes Kribbeln nach Nennung des Namens, und vorbei war es. Alles andere wäre auch merkwürdig gewesen, sie wusste gar nichts vom Konvent. Doch dann musste sie schlucken. Uh - was hatte der Mann verbrochen, was MACHTEN sie mit dem? Was... Gänsehaut kroch an ihr hoch. Das war ja grausam. Wie konnten sie denn jemanden einfach so... Klar, Leichen hatte Dajana eine Menge gesehen bisher, nur so... Grauenhaft. Plötzlich kamen ihr Zweifel. Bin ich hier richtig?

      Sidar trank rasch seinen alkoholfreien Cocktail aus, als sein Pilot verkündete, dass sie angekommen waren. Ein Blick auf den Bildschirm bestätigte dies. Seufzend erhob sich der junge Mann und trat an den Kleiderschrank seiner Kabine. Prüfend musterte er die Auswahl, dann zog er eine schlichte, wenn auch teure hellgraue Hose an, ein Poloshirt und ein Sakko, das ihm schon immer Glück gebracht hatte. Zufrieden mit seinem Aussehen ging er nach vorn zu seinem alten Freund, den er sein Leben lang kannte und der es sich nicht hatte nehmen lassen, ihn herzufliegen. Der ältere Mann erhob sich.
      "Alles Gute dir. Es wird sicher nicht leicht. Pass auf dich auf." Der neue Rekrut musste schlucken. Die Traurigkeit in den Augen des väterlichen Freundes berührte ihn, und er ergriff fest die Hand des anderen.
      "Ich werde mich melden sobald es geht. Komm gut nach Hause." Zuhause... Das seiner Eltern, die nun schon länger nicht mehr da waren, die er vermisste - und die er stolz machen wollte, auch wenn sie es nicht mehr sehen konnten. Ihr Sohn, Elitesoldat. Viele Worte konnten sie nicht wechseln. Der Kloß ihm Hals schwand nicht ganz, als Sidar das Schiff verließ und noch einmal zurückwinkte, bevor er weitergehen musste. Immerhin hatte er einen Termin, einen wichtigen. Und er war nicht allein. Überall waren neue Kadetten, manche redeten, andere sahen durch einen hindurch. Die Aufregung war mit Händen zu greifen. Schließlich hatte er die Halle gefunden und zum ersten Mal stand er mit einem gewissen Stolz in Reih und Glied. Etwa 100 würden es sein. Ihm gefiel die Rede, es gab einige Informationen - und dann... Was? Er riss seine Augen auf, als plötzlich die Stimmung kippte und sie quasi gefangen genommen wurden. Was sollte denn das? Und noch schlimmer... Eiskalt kroch es in ihm hinauf. Eine Sukkubus? Eine Außerirdische??? Wie widerwärtig war denn das? Ihm blieb beinahe die Luft weg. Das Viech? Das sollte sie ansehen und vielleicht berühren? Bah! Aber er wagte er derzeit nicht, etwas zu sagen, sondern blieb wie eine Salzsäule stehen. Seine Gedanken schwirrten hin und her. Was wollte das Ding? War das deren Ernst? Moment.. Ungläubig beobachtete Sidar, wie der andere Rekrut scheinbar gefoltert wurde, alleine durch Gedanken. Seine Gesichtsfarbe verfärbte sich ins Weiße mit Grünstich. Dieses... dieses.... Oh shit. Das war sicher von der geplant... Einfach Menschen töten... Dass sie vor ihm stand registrierte er erst, als nach seinem Namen gefragt wurde und er automatisch "Sidar Ateas" antwortete. Das Kribbeln ging ihm durch Mark und Bein, er schüttelte sich hinterher wie ein Hund. Mehrfach schluckte er, um sich nicht übergeben zu müssen. Nach einiger Zeit erst murmelte er:
      "Außerirdisches Gesocks..."


      Thx Tom Bombadil
    • Es war eine gefühlte Ewigkeit, bis sie endlich an ihrem Ziel ankamen. An solche Phasensprünge müsste sich Reo erst noch gewöhnen, so viele hatte er davon noch nicht mitmachen dürfen. Ein komisches Gefühl dabei verblieb immer noch, diese Art zu Reisen hatte etwas ganz Sonderbares fand Reo. Die Raumstation… es blieb abzuwarten, was ihn hier alles erwarten würde, aber diese Chance war ihm viel Wert, da würde er so einiges über sich ergehen lassen.

      Nicht auf sein Gepäck warten zu müssen war ihm ganz recht, die offizielle Begrüßung hingegen schon weniger. Daran waren nicht nur die schlechten Erfahrungen von seinem Heimatplaneten mit solchen… ‚Veranstaltungen‘ Schuld, sondern auch die Tatsache, dass sich dabei die Redner an Langeweile gegenseitig überboten. Und Reo ging davon aus, dass es hier nicht viel anders sein würde. Er schaute noch einmal auf den Zettel und vergewisserte sich über Ort und Zeit, so wie er es auf der Fahrt schon einige male gemacht hatte. Sicher ist sicher, dachte er sich. Das gepflegte Äußere war schwierig umzusetzen, etwas Formelles hatte er nicht, Jeans und Shirt würden da schon reichen müssen.

      Auf seinem zugeordneten Platz stehend wartete Reo also, bis es losgehen würde. Zunächst schien sich dann sogar seine Befürchtung zu Bewahrheiten. Eine 10-minütige Rede ohne großen Inhalt zu vermitteln, bis dann endlich der nächste Redner an das Pult durfte. Na das konnte ja was werden.

      Doch anstatt der nächsten langweiligen Rede ging es jetzt direkt los. Eine mehrphasige Überprüfung? Was genau bedeutete das? Ehe es Reo so wirklich bewusst war, waren sie auch schon eingeschlossen. Leicht verunsichert wartete er auf das, was nun folgen würde. Es schien ja jetzt nicht gerade so, als hätte er jetzt noch eine große Wahl. Eine psionische Kontrolle? Mit einer gewissen Neugier blickte er zur Sukkubus. Oft hatte er diese Wesen noch nicht zu Gesicht bekommen. Und dann ging es auch schon mit den ersten Untersuchungen los. Zunächst schien das ganze wirklich so harmlos abzulaufen, wie es die Sukkubus erwähnt hatte, doch die erste Beurteilung ‚Blau‘ zeigte dann auch recht schnell, dass es auch anders ablaufen konnte. Die genauere Inspektion war kein schöner Anblick, übertrumpft wurde das dann aber von der anschließenden Beurteilung und der Exekution. Reo schluckte. Der hatte wohl Dreck am Stecken… na hoffentlich ereilte ihn nicht das gleiche Schicksal.

      Gespannt wartete er die nächsten Untersuchungen ab, stellte dabei auch fest, dass Gelb wohl das harmloseste zu sein schien. Grün und Blau dann die jeweilige Steigerung. Endlich war dann auch er an der Reihe. „Quarzen, Reo.“ Nachdem sein Name gefunden war, begann die Untersuchung. Und es war tatsächlich nur ein seltsames Kribbeln, ehe Alesza ihn ebenfalls gelb einstufte. Die Hürde hatte er wohl gemeistert. Na da würde er den Rest auch locker hinbekommen, dachte er leicht ironisch. Und nun hieß es warten auf Phase 2… was auch immer dabei kontrolliert werden würde.
      Fantasy: Nur ein kleines Stück vom Himmel
      <Suuunki> Schöner RPG Titel

      Annihilation Bliss
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    • Die Schleusen öffneten sich und entließen eine kleine Anzahl Uniformierter in die Raumstation. Der Militärtransporter reichte nicht an die Kapazitäten einige der zivilen Raumschiffe heran, die ebenfalls an der Akademie andockten, doch dafür war die Anreise mit ihm bedeutend angenehmer. Adaeze wusste die routinierte Disziplin an Bord zu schätzen. Das Chaos des Andockrings war ihr zuwider. Zu viele Menschen, zu viel Unordnung. Während ihre Augen über die Massen schweiften, konnte sie nicht umhin sich zu fragen, wie viele von ihnen nicht einmal die ersten Monate überstehen würden.

      Sie folgte der Menge zu den Detektoren und reihte dich geduldig ein, um hindurchzuschreiten, was natürlich kein Problem darstellte. In der dahinterliegenden Halle fand sie rasch ihren Platz und wartete darauf, dass die Zeremonie beginnen mochte.
      So sehr sie nach außen hin auch gelassen und professionell wirkte, Adaeze konnte nicht ganz leugnen, dass sie aufgeregt war. Sie hatte gewusst, wie groß die Akademie war, wie viele Menschen alljährlich für das Paragon-Programm rekrutiert wurden – doch das waren nur Zahlen. Hautnah mitzuerleben, was das tatsächlich bedeutete, war etwas ganz anderes. Die Zeremonie begann und Adaeze begab sich sofort in Habachtstellung. Es folgte eine ziemlich standardisierte Rede, dann die erste Überraschung: Eine Sukkubus – und eine psionische Inspektion. Sie runzelte leicht die Stirn, nicht sicher, was sie davon halten sollte. Allerdings spielte es auch keine Rolle, was sie darüber denken mochte – nun, da sie hier war, würde sie die Inspektion über sich ergehen lassen müssen. Adaeze stand in der vorderen Mitte der Gruppe, sodass sie eine ganze Weile nur dabei zusah, wie die Sukkubus die Reihen abging und mal mehr, mal weniger lang bei den einzelnen Rekruten stehenblieb, um sie zu testen. Das ganze war ziemlich unspektakulär, bis…

      Anscheinend hatte die Inspektion einen Treffer geliefert. Adaeze beugte sich kaum merklich vor, um besser beobachten zu können, was als nächstes geschah. Von außen war es schwer nachzuvollziehen, was in der Sukkubus oder dem Rekruten vorgehen mochte, doch dass es ein unangenehmer Prozess war, lag auf der Hand. Die Sukkubus gab ihr abschließendes Urteil bekannt und Ishihara zog die daraus notwendige Konsequenz. Es überraschte sie nicht, dass Anhängern des Konvents keine Gnade gezeigt wurde, allerdings war es interessant zu sehen, dass sie so öffentlich mit ihnen verfahren wurden. Ganz klar sollte das eine Warnung und eine Zurschaustellung von Macht zugleich sein.
      Die Inspektion wurde fortgeführt und bald kam auch Adaeze an die Reihe.
      „Ejiofor, Adaeze.“
      Ihr Name löste hier und da ein Raunen aus, was wohl weniger an ihren eigenen Taten und mehr an denen ihres verstorbenen Vaters lag. Adaeze ging nicht weiter darauf ein und konzentrierte sich stattdessen auf die Sukkubus, die sich nun an die Arbeit machte. Es war… ein seltsames Gefühl, nicht wirklich unbehaglich, aber auch nicht angenehm. Adaeze war froh, als die Sukkubus sie für ‚Gelb‘ und damit anscheinend ungefährlich erklärte und rasch weiterging. Kein weiterer Rekrut wurde als Blau eingestuft und somit verlief der Rest der Inspektion ereignislos. Während Adaeze auf den zweiten Teil der Überprüfung wartete, ließ sie den Blick langsam über die restlichen Anwesenden wandern.







      „Ooooh, so schöööön!“
      Wie ein kleines Kind stand Kimiko an einem der Aussichtsfenster des Personentransporters gedrückt und starrte die näherkommende Raumstation an. Das war ein wirklich herrlicher Anblick! Was für ein Wunderwerk an baulicher Kunst! Ein weiteres Beispiel für den Ideenreichtum und die Innovation der Hegemonie.
      Übersprudelnd vor Vorfreude zog die junge Frau einen perfekt gefalteten Zettel hervor und las noch einmal über das Schreiben, obwohl sie es mittlerweile auswendig aufsagen konnte:

      Sie gehörte zur Einheit 1-9 und sollte sich zur Begrüßung um 10:00 in der Gruppe C einfinden. Ihre Augen wanderten ein paar Sätze weiter: ‚Zur Begrüßung sollen Sie auf ein gepflegtes Äußeres achten.‘ Ja, darauf hatte sie in der Tat geachtet, schließlich trug sie ihr bestes Kleid, weiß-blau, knielang und mit einer Schleife an der Taille. Ihre Beinprothesen schimmerten silbern unter dem Stoff hervor. Während der Transporter sich langsam aber sicher der Akademie näherte, fiel Kimikos Blick auf das Armband an ihrem Handgelenk. Kurz stahl sich in ihren Blick eine gewisse Traurigkeit, die jedoch schnell von ihr weg gelächelt wurde. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Der Transporter dockte an und Kimiko musste sich zurückhalten, um nicht gleich freudig hinauszustürmen. Stattdessen ermahnte sie sich dazu, jede Sekunde dieses einmaligen Momentes zu genießen. Mit strahlender Miene bahnte sie sich ihren Weg durch den Andockring, durchquerte die Schleusen ohne Probleme und fand sich schließlich in ihrer Gruppe ein. Sie stand nicht so weit vorn, wie sie es gerne gehabt hätte, doch das konnte ihre Laune nicht trüben. Als Anton von Behringhausel seine Rede hielt, hing sie fasziniert an seinen Lippen und saugte jedes Wort auf, eine Hand auf die Brust gelegt. Der Sicherheitschef Ishihara bereitete ihr zugegebenermaßen etwas Unbehagen, doch sie gehörte nicht zu der Sorte Mensch, die andere von vornherein in Schubladen steckte. Als dann die Sukkubus, Alezsa, zu ihnen trat, wurde Kimiko noch aufgeregter als zuvor. Sie hatte noch nie eine echte Sukkubus gesehen. Während diese die Reihen abging, versuchte Kimiko stets sie im Auge zu behalten und stellte sich währenddessen vor, wie sich diese Inspektion wohl anfühlen musste.
      Dann kam der Rekrut namens John Riker an die Reihe und Kimiko merkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Während Alesza ihre Inspektion intensivierte, legte die junge Frau sich eine Hand an den Mund und beobachtete gebannt das Geschehen. Blau musste etwas gar nicht gutes bedeuten, und babyblau erst recht! Während Kimiko noch darüber nachdachte, hatte Ishihara bereits seinen Befehl ausgesprochen. Die junge Frau zuckte sichtlich zusammen, ein Schreckenslaut wich ihr über die Lippen, wurde jedoch in der Hand erstickt, die immer noch auf ihren Mund gepresst war. Mit weit aufgerissenen Augen betrachtete sie den zu Boden fallenden Körper. Noch nie zuvor hatte sie gesehen, wie ein Mensch vor ihren Augen exekutiert worden war. An seiner Schuld zweifelte sie keinen Moment, schließlich hatte er dem Konvent angehört, doch dieses plötzliche, unvermittelte Auftreten von Gewalt hatte sie zutiefst geschockt.
      Die Inspektion wurde fortgesetzt und Kimiko beruhigte sich langsam wieder. Das war, so ging es ihr nun durch den Kopf, bloß die gerechte Strafe für all jene, die sich gegen die Hegemonie stellten, für all jene, die sich den falschen Versprechungen des Konvents hingaben. Trotzdem klopfte ihr Herz wie wild, als Alesza vor ihr stand. Sie stammelte ihren Namen heraus: „Nanase, Kimiko“, und kniff dann kurz die Augen zusammen, doch abgesehen von einem seltsamen Kribbeln an ihrer Stirn passierte nichts und schließlich ging die Sukkubus weiter. Kimiko atmete leise auf und spielte nervös mit ihrem Armband herum, während sie auf Phase 2 der Überprüfung wartete.




      Alvarez wäre gerne selber zur Akademie geflogen, doch er hatte tatsächlich niemanden finden können, der bereit gewesen wäre ihm ein Schiff zu leihen und ihn dorthin zu begleiten. Die meisten seiner Bekannten hatten mehr als reserviert reagiert, als er verkündet hatte, sich dem Paragon-Programm anschließen zu wollen. Alvarez konnte es ihnen nicht verübeln, schließlich hatten die wenigsten von ihnen je gute Erfahrungen mit dem Militär gemacht. Er selber war auch immer noch ein bisschen skeptisch – und nervös, was man an der Lautstärke seiner Musik erkennen konnte, während der zivile Raumfrachter sich der Station näherte. Alvarez zog die Kopfhörer aus den Ohren und reihte sich brav in die Reihen all jener ein, die wie er Neuankömmlinge waren und hier die nächsten Jahre ihres Lebens verbringen würden. Vielmehr als die vielen verschiedenen Menschen interessierten ihn allerdings ihre unterschiedlichen Transportmittel. Wäre es nach ihm gegangen, hätte er auch einfach hier am Andockring stehenbleiben und die Schiffe beobachten können, allerdings musste er bis 10 Uhr bei seiner Gruppe sein, also machte er sich auf den Weg.
      Er ergatterte einen Platz recht weit vorne und schaltete fast sofort ab, als die begrüßenden Worte gesprochen wurden. Das alles interessierte ihn kein bisschen. Er war hier um zu fliegen! Als Ishihara sprach, merkte Alvarez schließlich doch auf. Dieser Mann war gefährlich, das sagte ihm sein Bauchgefühl und auf dieses hatte er bisher noch immer gehört. Am besten, er hielt genügend Abstand zum Sicherheitschef.
      Als die Sukkubus vorgestellt wurde, staunte er nicht schlecht. Er hatte schon ein paar Mal welche aus der Entfernung gesehen, aber sie waren ihm noch nie so nah gewesen, dass sie vor ihm standen! Als Alesza zu ihm trat, nannte er ihr brav seinen Namen und wappnete sich auf was auch immer kommen möge, doch das einzige, was passierte, war ein leichtes Kribbeln an seiner Stirn. Alesza schien mit dem, was sie gesehen oder nicht gesehen hatte wohl zufrieden zu sein und ging weiter. Damit war der aufregende Teil für Alvarez scheinbar schon abgeschlossen. Er wünschte, seine Musik hören zu können, bis es mit der nächsten Phase weiterging. Kaum hatte er diesen Gedanken richtig zuende gedacht, da tat sich etwas.
      Alvarez beobachtete die Inspektion und anschließende Verurteilung des Rekruten John Riker mit wachsendem Grauen. Man hatte ihm nicht einmal die Gelegenheit gegeben sich zu erklären oder eine zweite Prüfung zu verlangen, stattdessen war er auf der Stelle erschossen wurden. Während die Sukkubus scheinbar ungerührt die Reihen weiter abging, merkte Alvarez, wie seine geballte Faust leicht zitterte. Scheiße, wo hatte er sich da jetzt wieder reingeritten?
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3
    • Die luxuriöse Privatyacht "Lied des Flusses" war ein Anblick den man nicht alle Tage sah. Ein stromlinienförmiger weißer Rumpf mit goldenen Schnörkeln und einem Preis der gerne einmal zu Ohnmachtsanfällen führte.
      Souverän, als hätte die Yacht eine eingebaute Vorfahrt, schlängelte sich das Raumschiff durch das rege Treiben um die gewaltige Raumstation und dockte an.
      "... und es gibt wirklich nichts mit dem ich Sie davon abhalten könnte, Quinn?" Wollte der Mittfünfziger im feinen Zwirn noch einmal wissen, während bereits ihr Gepäck aus dem Frachtraum entladen wurde.
      "Wie oft denn noch?" Erwiderte die Rennfahrerin mürrisch, strich sich über die geölten Haare und richtete im Aufstehen aus dem bequemen Sessel ihre schwere Lederjacke. "Ich nehm vielleicht wieder an Rennen teil wenn ich mit Paragon durch bin, aber aktuell ist mir das hier wichtiger."
      Der Mann seufzte leise und nickte.
      "Schade, aber Sie werden Ihre Gründe haben. Ich wünsche Ihnen alles Gute und... lassen Sie mal von sich hören."
      "Das werde ich. Machen Sie es gut, Emil." In höflicher Freundschaft verabschiedete sie sich von Emil du'Varden, einem der erfolgreichsten Industriellen der Menschheit und Motorsportfan, der es sich nicht hatte nehmen lassen die junge Frau, die die letzten drei Jahre mit seinem Firmenemblem auf der Kühlerhaube durch die Motodrome der Hegemonie geflitzt war, persönlich in seiner Yacht zur Akademie zu geleiten.
      Ein Händedruck und ein letztes freundliches Lächeln und Quinn verließ die Yacht, und schlenderte zwischen anderen Kadetten einher, die ihr alle unnötig aufgeregt erschienen.
      An den Detektoren wurde sie kurz aufgehalten, zwar hatte sie ihre persönlichen Waffen längst angemeldet und hatte sie auch dem Protokoll gemäß vor den Detektoren abgegeben, dennoch leuchteten diese wie ein Weihnachtsbaum, als sie hindurch ging. Schnell klärte sich jedoch, dass die fein eingestellten Geräte nur etwas verwirrt waren über die Anzahl ihrer Prothesen und nachgezüchteten Organe. Letztendlich konnte sie aber unbehelligt weiter gehen in den großen Saal in dem sie alle Empfangen werden sollten. Sie suchte sich ihren Platz, der in der Einheit relativ weit hinten war, was sie sich durchaus gefallen ließ und wartete.
      Bei der ersten Ansprache von dem gelackmeierten Schnösel wäre sie fast im Stehen eingeschlafen, aber es wurde besser. Eine Sicherheitsüberprüfung.
      Sukkuben hatte sie bereits das ein oder andere Mal gesehen, das passierte wenn man Berühmt wurde... und auch davor hatte sie schon welche gesehen. Aber dieses Erlebnis heute war etwas Neues. Eine psionische Überprüfung um Konventer aufzuspüren...
      Quinns zerstörtes Gesicht verzerrte sich zu einer Maske voller Hass, ehe sich ihre Züge wieder glätteten und sie scheinbar ruhig den Verlauf der Untersuchung verfolgte. Bis der Erste als Blau markiert wurde.
      Wahnhafte Euphorie wallte in ihr auf, als ihr klar wurde was Blau bedeutete und wie dieser Riker sich unter der psionischen Durchleuchtung in Qualen wand. Er litt und er sollte auch leiden. Kein Konventer hatte eine ruhige Sekunde verdient!
      Fast hätte sie vor Enttäuschung aufgeschrien, als Riker einfach so erschossen wurde. Das war viel zu schnell! Viel zu gnädig! Man hätte ihn ihr überlassen sollen! Sie hätte schon genau gewusst was sie mit ihm anstellen würde... und es wären lange... laaaange Tage geworden...
      Sie zwang sich durchzuatmen und brachte ihre Gefühle wieder unter Kontrolle, ehe sie selbst an die Reihe kam.
      "Lunardi, Quinn." Ihr Name wurde gesucht und abgehakt und die Sukkubus sah sie mit ihren roten Augen an.
      "Blau!"
      Also wenn sie ganz ehrlich war... das überraschte Quinn jetzt nicht unbedingt. Auch wenn sie auf etwas anderes gehofft hatte.
      Sie wurde gepackt und nach vorne geschliffen, direkt neben den toten Leib Rikers, der noch immer vor sich hinblutete.
      Und dann begann die Sukkubus und breitete ihr Leben vor ihnen beiden aus. In allen Einzelheiten, als würde sie es noch einmal durchleben...
      Erst geschah nichts... und dann begann Quinn zu kreischen! Sie zuckte und krampfte ohne den Griffen ihrer Bewacher entkommen zu können und der langgezogene gellende Laut hatte kaum etwas menschliches an sich, ebenso wenig wie das wahnsinnige hysterische Lachen in das sie nach ein paar Minuten verfiel, wobei sie zitterte als stünde sie unter Strom.
      Es war als wäre sie wieder dort... auf dem Raumschiff des Konvents... als sie Stück für Stück zerschnitten wurde... diese kranken Bastarde ihren Körper öffneten und sie zusehen ließen, wie sie mit ihren schmutzigen Fingern ihr schlagendes Herz betasteten. All die gewaltgetränkten Rachephantasien, die sie halbwegs bei Verstand gehalten hatten in all der Zeit... der Wahn der in ihr geweckt worden war... und wie das was einst Quinn Lunardi gewesen war zerstört wurde und sich aus den Trümmern etwas neues erhob, eine andere Person, noch immer Quinn Lunardi, aber nicht länger die als die sie aufgewachsen war, all das sah Alezsa und es war kein schöner Anblick. Da war es eine wahre wohltat danach in Quinns zerstörtes, aber zumindest verheiltes Gesicht zu blicken, auch wenn es von Krämpfen verzerrt wurde und ihr ganzer Körper sich wie in einem Anfall schüttelte, während sie noch immer irr gluckste.
      "Gelb!" Hörte Quinn die erschöpfte Sukkubus wie durch einen Schleier hindurch keuchen.
      Es gab eine kurze Pause in der Alezsa ihre Kräfte wieder sammelte, doch bekam Quinn davon herzlich wenig mit, da sie die Pause wohl mindestens genauso nötig hatte, da es eine ganze Weile dauerte, ehe sie wieder auf die Beine kam, trotz der beiden kräftigen Männer, die ihr halfen, nun, da sie als ungefährlich eingestuft worden war.
      Den Rest der Inspektion verfolgte Quinn nicht mehr sonderlich aufmerksam, da sie Mühe hatte gerade zu stehen und ihre linke Gesichtshälfte sich noch immer wie unter einem Spasmus schmerzhaft verkrampfte und zuckte. Das ihr die Lederjacke am Leib klebte, da sie völlig verschwitzt war bemerkte sie nicht einmal.

      Alva von den Klauen mochte es in einem Militärtransporter mit anderen Soldaten zu reisen. Es war vielleicht nicht so bequem wie auf einer zivilen Fähre, aber dafür war es ruhig und koordiniert und es gab keine Querulanten.
      Nach dem Andocken verließ sie mit den anderen Soldaten geordnet den Transporter, strich sich eine Falte aus der Uniform und ging zielstrebig aus dem Hangarbereich um zur Einführungsveranstaltung zu gelangen. Das wenige, das sie an Gepäck hatte wurde vom Personal entladen und abtransportiert und sie brauchte sich nur um sich selbst kümmern. Die Detektoren ließen sie anstandslos passieren, hatte sie doch die einzige Waffe die sie privat besaß, ein ritueller nach vorne gekrümmter Dolch wie er auf Oyster üblich gewesen war, in der Obhut ihrer Eltern gelassen.
      So stellte sie sich in militärisch bequemer Haltung auf ihren Platz und wartete.
      Sie wartete auch noch als Behringhausel sprach, mehr konnte man bei solch einer Rede ja auch nicht tun.
      Als es dann jedoch an die Inspektion ging da war ihr Interesse doch geweckt und sie beobachtete was da geschah.
      Mit Sukkuben hatte sie noch nie zu tun gehabt und noch nie eine von so nahe gesehen, was durchaus etwas aufregend war. Die Überprüfung schien ruhig zu verlaufen, bis sie tatsächlich jemanden heraus zogen, der sich als Mitglied des Konvents entpuppte und umgehend hingerichtet wurde.
      Die junge Soldatin konnte dem Vorgehen im Stillen nur beipflichten. Der Konvent war eine Gefahr, das stand außer Frage und mit Gefahren musste konsequent umgegangen werden!
      Noch zwei weitere Kadetten wurden als Blau markiert und zur eingehenden psionischen Befragung nach vorne geholt, wo sie Höllenqualen durchlitten wie es schien, auch wenn diese Frau etwas verstörend war, wie Alva sich eingestehen musste... und irgendwoher kannte sie die doch hatte sie das Gefühl...
      Doch diese beiden wurden im Anschluss als Gelb markiert, und nicht als Babyblau hingerichtet. Wie es wohl dazu kam, dass die beiden erst verdächtigt wurden und dann doch freigesprochen?
      Schließlich kam Alezsa auch zu ihr.
      "Alva von den Klauen." Nannte sie ihren Namen und als nach diesem in dem Pad gesucht wurde um ihn abzuhaken zog sich das doch etwas in die Länge, weswegen sich Alva gezwungen sah noch etwas anzumerken. "Eingetragen unter A. Ich stamme von Oyster."
      Und tatsächlich war ihr Name so schnell gefunden. Bei Menschen der verlorenen Welt Oyster kam es immer wieder zu Verwirrungen, da man diese nicht wie andere nach Nachnamen sortierte, da dieses Konzept auf Oyster schlicht nicht üblich gewesen war. Es gab dort keine Vor- und Nachnamen, sondern nur Namen und ihrer war nun einmal Alva von den Klauen.
      Als die Sukkubus sie ansah spürte sie ein nicht unangenehmes Kribbeln hinter der Stirn und bekam zu ihrer Erleichterung ein Gelb zugewiesen. Nicht dass sie sich tatsächlich Sorgen gemacht hatte, aber es war immer gut zu wissen, dass man auf der sicheren Seite war.
      Fragen, Anregungen oder Kritik? -> Konversation oder #ogame.de-rpg

      Lass uns ein Spiel spielen...


      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • Iggy genoss die Überfahrt mit der Raumfähre, noch nie hatte er das Gefühl so ausgeschlafen zu sein. Er war der Hölle des Todesplaneten entronnen und befand sich nun in leidlicher Sicherheit. Doch war das tatsächlich so? Eine Sicherheit die trügerisch war. Schließlich gingen die ersten Missionen schon in der Ausbildung los, und hier hatte man es mit ganz realen Gefahren zu tun.Die vermeintliche Sicherheit wurde eingetauscht mit einen erhöhten Adrenalinspiegel, einen neuen, realen Nervenkitzel. Seine Waffen hat er gegen gutes Geld bzw. anständiges Dope getauscht und begnügte sich mit ein paar Habseligkeiten – die Akademie würde schon für ausreichend Ersatz sorgen. Gekleidet war er in einem Rüschenhemd im viktorianischen Retro-Stil über dem er einen klassischen Gehrock trug. Die Hose steckte in langen Lederstiefeln. So lief er schließlich schon immer herum, auch wenn er sich diesmal für eine dezentere Variante entschied. Als die Fähre landete stieg er um in einen dieser Massentransporter. Die spürbare Enge war nichts für Klausthrophobiker. In seiner Heimat hätte er sich mit ein paar Luftschüssen Platz verschafft. So nahm er das Prozedere mit stoischer Gelassenheit hin. Mit geschultem Auge studierte er seine Akademiekollegen auf etwaige Gefährdungskandidaten aber auch nach potentiellen Kunden aus. Nachdem der Transporter hielt blieb er gelassen sitzen um den hinausdrängenden Pöbel davonziehen zu lassen.
      Er schaute sich das Geschehen lieber aus der letzten Reihe an, wenn möglich mit dem Rücken zur Wand, das gab ihm ein Gefühl der Sicherheit.
      Als der Dr. Quacksalber mit seiner schwungvollen Rede anhob rollte Iggy innerlich mit den Augen. Es gibt Leute die hören sich einfach gerne selber reden. Vitamin B oder hat die Tunte sich nach oben geschlafen? Beim nächsten Redner war er jedoch hellwach – Ishihara der Sicherheitsoffizier.
      Bei dem sollte man besser kein Missfallen erregen. Iggy Grousemoor hat zeitlebens die Dinge selbst in die Hand genommen, hier musste er sich erst einmal unterordnen, darüber war er sich im Klaren. Doch auf dem Schlachtfeld sah es ganz anders aus – hier galten die Gesetze des Überlebens. Der Knaller war jedoch die Sukkubus. Auf dem Todesplaneten gab es keine außerirdischen Rassen, und wenn hätten die wohl kaum einen Tag überlebt. Mit Interesse verfolgte er die Vorgehensweise des ‚gehörnten‘ Wesens. Die schnelle Exekution befriedigte ihn nicht, ein paar Blutspritzer mehr hätten es für seinen Geschmack schon sein können. Bei Ejiofor horchte er auf. Der Name war ihm geläufig! Richtig, in einem Spiel hatte er es mit den meisterlichen Taktiken dieses Mannes zu tun bekommen. Wie befreie ich mich aus einer hoffnungslosen Situation? Verwandle einen scheinbaren Nachteil zu deinem Vorteil ! So oder ähnlich hatten die Strategien gelautet. War die schwarze Rassekatze sein Baby?
      Dann war die Reihe an ihm: Was konnte die Sukkubus aus seinen Gedanken lesen? Kaltschnäuzig blickte er ihr direkt in die Augen. Er hatte wahrscheinlich mehr Leichen gesehen als die versammelte Rekrutenschar zusammen, sein Gewehrkolben hatte schon längst keinen Platz für die Kerben seiner Opfer. Hier stand kein unerfahrener Möchtegern-Soldat, und er sah die leichte Irritation in den Augen von Alezsa.
      Grün? Was zum Teufel bedeutet grün?!



      Bruno Barbera saß auch in dem Transporter. Er konnte auch nichts dafür, dass die Sitzplätze so eng bemessen waren. Als sich sein Nebenmann darüber beschwerte hatte er kurze Zeit später zwei Plätze zur Verfügung, leidlich behaglich überstand er so den Rest der Reise. Als einer der ersten verließ er den Transporter, trotz der hinausdrängenden Menge schien er einen natürlichen Radius an Bewegungsfreiheit zu haben. Der sich ihm nun bietende Anblick der Architektur ließ ihn ebenso kalt wie der hervorragende Ausblick. Er hatte nur Augen für die schicken Fregatten die andockten. Seine Kleidung bestand aus einer khakifarbenen Lederhose und einem weiten Kittel derselben Farbe. Mit halboffenem Mund lauschte er den Erläuterungen des Anton von Behringhausel, dabei verstand er nur etwa die Hälfte von dem was gesagt wurde, was sich in seinem etwas geistlosen Gesichtsausdruck widerspiegelte. Konvent war für ihn ein unbekannter Begriff den er nicht einmal schreiben konnte. Die Sukkuben hingegen kannte er von seinem Heimatplaneten, da sie doch hin und wieder im ‚Entertainment-Bereich‘ des Hafenviertels auftauchten. Ihr Anblick erstaunte ihn also keineswegs. Als aber die Überprüfung in eine Exekution ausartete wurde ihm doch etwas mulmig zumute. Seine Mundhöhle wurde trocken und er begann zu schwitzen als die Reihe an ihm war. Sämtliche seiner Schandtaten zogen blitzschnell an seinem geistigen Auge vorüber und er fragte sich für welche er nun erschossen wird. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung drang über seine Lippen als die Sukkubus ihn mit gelb einstufte und zum Nächsten überging.



      Phil Hawkins reiste privat an. Obwohl er es nicht wollte hat seine Mutter ihn geradezu genötigt den sündhaft teuren Charterflug anzunehmen. Sie wollte ihn wohlbehalten ankommen sehen. Auch das Outfit kam ihm geradezu lächerlich und Dandyhaft vor: Eine Anzugshose und ein blütenweißes Hemd wurde von einem Ascot-Krawattenschal, den er mit einem „Scrunchie“-Knoten über dem Hemd geknüpft hatte, gekrönt, Phil der sich aus solcherlei Äußerlichkeiten nichts machte war froh als er den Punk mit seiner roten Irokesenfrisur in seinen viktorianischen Klamotten entdeckte. Hier gab es tatsächlich andere Typen die auffielen. Dem Begrüßungsredner wünschte er ein Rhetorikseminar an den Hals bevor er beim Anblick der Sukkubus ganz aus dem Häuschen geriet. Eine Psionikerin! Auf IX gab es einige Hermetiker die Psionik wissenschaftlich erforschten bzw. zu ergründen versuchten.
      War sie auch eine Ausbilderin? Er hoffte es sehnlichst.
      Der Schock der Exekution traf ihn vollkommen unvorbereitet. Er spürte wie sich seine Eingeweide zusammenzog und schon schwappte die ätzende Magensäure in seine Mundhöhle. Mit Wut schluckte er die Bitterkeit hinweg. In welchem Jahrhundert leben wir denn? Hätten sie die notwendige Exekution nicht hinter verschlossenen Türen vornehmen können?
      Dann erinnerte er sich an was für einen Ort das selbstgewählte Schicksal ihn gespült hatte. Die Sukkubus kam auf ihn zu. Hingebungsvoll schaute er sie an und las von ihren Lippen ab. Gelb
    • "An Phasensprünge werde ich mich wohl nie gewöhnen", ging es Hans durch den Kopf, als sie aus dem Hyperraum austraten. Krampfhaft hielt er noch für einen kurzen Augenblick die Augen geschlossen, die Arme kräftig auf seinen Bauch gepresst. Das Schwindel- und Unwohlgefühl trat seltsamerweise immer nur beim Austritt aus dem Phasenraum auf - der Eintritt oder auch der Flug hindurch machten ihm keinerlei Probleme. Nach etwa einer Minute traute sich Hans, die Lider wieder aufzuschlagen. Der Militärtransporter, mit dem er flog, hatte keinerlei Raumfenster, stattdessen saß er zusammen mit allerhand anderen Rekruten auf langen Bänken. Die Luft stand im Raum und war von allerlei unangenehmen Gerüchen erfüllt. Es wurde Zeit, dass sie ankamen ... lange würde es "Arielle" nicht mehr aushalten. Sie ließ nämlich den blutroten Kopf bereits hängen ...
      Mit wehmütigem Blick betrachtete er die Pflanze, die er samt Blumentopf zwischen seinen Füßen stehen hatte. Hans war begeisterter Hobby-Gärtner und hatte es einfach nicht übers Herz bringen können, seine Lieblingspflanze in der Kaserne von "Rhean Agogh" dem unwiderbringlichen Schicksal des Komposthaufens im Hinterhof Anheim fallen zu lassen. Das normale Gepäck dieses Raumfrachters befand sich darüber hinaus in einer abgekühlten Lagereinheit - die Pflanze wäre dort innerhalb weniger Stunden eingegangen. Also war dem jungen Rekruten keine andere Wahl geblieben, als sie mit in die Passagierräume mitzunehmen. Spottende Kommentare und Blicke waren zwar hie und da aufgeflackert, letztlich saßen alle dort Anwesenden jedoch vorerst im selben Boot, sodass sie schnell verstummt waren.

      Das donnernde Vibrieren beim Andocken der Raumfähre kündete vom Ende der langen Reise. Nach und nach erhoben sich die Rekruten und schifften militärisch geordnet aus. Der Raumhafen der Akademie war ein Wunder für sich. Das kleine Regiment, bei dem Hans ungefähr das letzte Jahr verbracht hatte, war zwar auch mit einem Raumhafen an den Rest der Militärstruktur der Hegemonie angeschlossen ... jedoch wesentlich kleiner gewesen! Und auch der Warenhafen auf seinem Heimatmond hatte zwar riesige Dimensionen gehabt, war jedoch lange nicht so "offen" und weitläufig angelegt.
      "Unglaublich, was?", murmelte er in Richtung seiner roten Blume und besah sich die über ihm ausbreitende Schwärze des Alls und die wie Juwelen schimmernden Sterne. "Das erinnert mich an zu Hause ..."

      Fast schon wehmütig, riss sich Hans von den über ihn hereinbrechenden Sinnesbomben los. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm nämlich, dass sein Transporter nicht gerade im Zeitplan geflogen war. Er würde sich beeilen müssen, wenn er nicht zu den Letzten der ankommenden Rekruten gehören wollte. 10 Uhr war nicht mehr allzu fern.

      --------

      "Einheitenzugehörigkeit?"
      "Ähm" ....
      Hans nestelte mit einer Hand an seiner rechten Hosentasche herum, die andere schützend um den Topf seiner Pflanze geschlungen.
      "Einheit 1-9 - Gruppe C. Ich bin doch hier richtig, oder?"
      Die ihm gegenüberstehende Sicherheitsfrau verdrehte zusehnlich ein wenig die Augen, blieb aber vorerst professionell. Man konnte nur erahnen, dass Hans nicht der erste seiner 'Sorte' am heutigen Tage war.
      "Ja, Sie sind hier richtig. Die Detektoren erfassen auch keine Waffensysteme an Ihrer Person. Nur die Pflanze können Sie nicht mitnehmen ... warum haben Sie die nicht bei Ihrem Gepäck gelassen?"
      Die Frau bereute die Frage, kaum hatte sie sie ausgesprochen. Denn Hans begann seine Erklärung mit dem Tag, an dem er die Aufnahmebestätigung zum Paragon-Programm erhalten hatte ...

      Nur mit einiger Mühe konnte die Dame vom Sicherheitspersonal den Pflanzenbegeisterten von seinen langen Ausführungen abhalten und zum Wesentlichen kommen. Während links und rechts von ihnen die Schlangen stetig durch die Detektoren wanderten, bildete sich hinter Hans ein regelrechter Stau. Erst nach langsam hin und her, übergab er schließlich 'Arielle' dem Personal. Diese würden die Pflanze ganz genau auf unerlaubte Substanzen und sogar gefährliche Chemikalien untersuchen und das Gewächs bei grünem Licht in sein Quartier bringen lassen.
      Als Hans schließlich auf den Versammlungsplatz weitergeleitet wurde, stieß die Sicherheitsfrau ein erleichtertes Seufzen aus ...

      -------

      Hans ließ die Prozedur der Einführungsveranstaltung an sich Vorüberziehen. Jedenfalls solange dies ging.
      Anton von Boringhausen - oder wie der Mensch dort oben sich vorgestellt hatte - erinnerte Hans an seine alten Lehrer in der Schule. Auch denen hatte er selten Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei waren die anderen Rekruten und die ganze Umgebung viel interessanter. Die meisten hatten sich an die Bitte, möglichst gute Klamotten zu tragen, gehalten. Hie und da gab es jedoch auch Abweichler. Auch in seiner eigenen Einheit. Er selbst hatte von seinem Vater eine schlichte, aber dafür nagelneue dunkelblaue, beinahe schwarze Militäruniform geschenkt bekommen. Er würde sie vermutlich nicht oft tragen, aber wenn es von ihm verlangt wurde ... er würde sich an die Vorgaben seiner Vorgesetzten halten. Das hatte er im letzten Jahr gelernt.

      Erst als der Psionik-Test angekündigt wurde, horchte Hans wieder auf. Erwartungsvoll blickte er zum Redner empor, der inzwischen gewechselt hatte. Statt Boringschmausen stand nun ein anderer Mann dort, der sich als Ishihara vorstellte. Abgesehen von der Tatsache, dass den Test eine waschechte Sukkubus durchführte, verlief dieser vorerst sehr geregelt und ohne größere Zwischenfälle. Hans erhielt - wie mehrere andere - das Ergebnis "gelb" ... was auch immer das zu bedeuten hatte. Damit war er wesentlich besser dran, als der arme Tropf, dem Babyblau attestiert wurde. Mit ihm wurde kurzer Prozess gemacht.

      Hans zuckte bei dem tödlich Schuss nicht zusammen. Vor einem Jahr wäre das vielleicht noch anders gewesen - mittlerweile war er mit den Folgen von Schusswaffengebrauch mehr als nur vertraut. Sein Blick verharrte dennoch starr auf dem zusammengebrochenen Bündel elend, unter dem sich langsam ein roter Spiegel ausbreitete. Das war ein Mitglied des Konvents gewesen? Oder ein Sympathisant? Er hatte genauso ausgesehen, wie jeder andere Durchschnittsmensch, der hier auf dem Versammlungsplatz stand. Hans schluckte und verfolgte diesmal mit voller Aufmerksamkeit die weiteren Ereignisse. Zwei weitere Rekruten durchlebten die Prozedur, die ein 'blau' mit sich brachte - jedoch erwartete diese nicht das Todesurteil. Nicht weniger seltsam.

      Hans kratzte sich am Kopf, als Ishihara den in kürze stattfindenden zweiten Teil der Untersuchung ankündigte.
      Mit fragendem Blick schaute er zu dem nur wenig größeren, dafür um einiges dünneren Rekruten zu seiner linken. Dieser hatte sich bei der Überprüfung des Sukkubus mit Zane Len vorgestellt.
      "Was wollen die denn nach dem Auftritt gerade jetzt noch Überprüfen?", flüsterte er hinüber.
    • Endlich konnte er sein nächstes Ziel sehen: die Raumstation des Paragonprogramms. Seit er in die Hegemonie kam war es immer anstrengend gewesen und das er hier sein konnte war vor einiger Zeit quasi undenkbar gewesen. Das er dennoch hierher kam hatte er seinen Fleiß und Fähigkeiten zu verdanken, auch wenn er es sich beinahe mit seinem Autoritäten Problem verscherzt hätte. Hier wollte er zumindest versuchen nicht so schlimm zu sein.
      Während die anderen Rekruten um ihn herum, er befand sich natürlich in einem Gruppentransporter, teilweise nervös wurden und hier und da ihre Kleidung zurecht zupften blieb Gradjom gelassen. Er schaute nur einmal kurz an sich hinab, er trug eine schlichte Jacke, darunter einen einfach Pullover sowie eine dunkle Hose die vor 4 Jahren mal neu war, und fuhr sich einmal durch die Haare. Somit befand er sich für gut gekleidet. Als sie schließen andockten schnappte er sich seinen Rucksack, mehr hatte er nicht, und ging los. Beim aussteigen wurde er darauf hingewiesen sein Gepäck da zu lassen, es würde später in sein Quartier gebracht werden. Da er sonst nicht hatte lies er kurzerhand seinen Rucksack als Gepäck zurück und ging weiter. Er versicherte sich nochmal wann und wo er hin musste: Einheit 1.9, Gruppe C, 10 Uhr. Da er kein Sigthseeing machen wollte und sein Transporter auch eher einer der letzten war ging er direkt dorthin. Die Kontrolle war in seinem Fall schnell erledigt, schließlich musste außer ihm selbst nicht viel gescannt werden, und da gab es natürlich nichts zu entdecken. Als er schließlich an seinem Ziel ankam bekam er sogar noch vorne einen Platz, offenbar wollten manche lieber weiter hinten stehen.
      Kurz darauf ging dann der ganzen Willkommensquatsch los. Erst kam ein Heringhausel oder so ähnlich und gab die üblichen allgemeinen Willkommensinfos von sich. Mit der nächsten Person, dem Sicherheitschef, wurde es interessanter. Er kündigte auch direkt etwas unangenehmes an: eine Sukkubus. Gradjom war natürlich schon einigen von ihnen begegnet, musste er sich doch vielen von ihnen stellen und die Überprüfung über sich ergehen lassen. Trotz allem war es für ihn stets unangenehm gewesen. Er hatte schnell gelernt dass es wenig Sinn hatte sich dagegen zu wehren zu versuchen. Auch wenn er sich manchmal selbst einredete er hätte sich mal ein paar Sekunden erfolgreich gewehrt. Als dann nur knapp neben ihm ein John Riker geprüft und letzten Endesvor den Augen aller hingerichtet wurde war klar: sich hier zu wehren wäre sinnlos.
      Schließlich kam er an die Reihe. "Gradjom Kralowsk" nannte er seinen Namen und wurde auch kurz darauf gefunden. Und es kam wie es kommen musste, auch Gradjom wurde genauestens durchleuchtet, auch wenn er von Anfang an sich die wichtigsten Zeitpunkte in Errinnerung rufte die seine Loayalität zeigen sollten. Diese Sukkubus, Alezsa, aber war nicht gerade zimperlich und suchte sich selbst was sie wissen wollte. Schließlich aber bekam er ein augenscheinlich sicheres Gelb. Zumindest vermutete er das die gut war, gab es doch viele gelbe und nur wenige Grüne. Zum Ende hin gab es auch noch eine dritten blauen Fall bei einer Quinn Lunardi, diese bekam am Ende aber ebenfalls Gelb. Interessant war aber vielmehr das selbst die Sukkubus hier eine Auszeit brauchte, eher ungewöhnlich wie er befand. Eine Sukkubus bei einer Überprüfung aus der Ruhe zu bringen konnte nur an zwei Dingen liegen: entweder ein psionisch begabter Mensch was eigentlich unmöglich sein sollte oder eine äußerst schreckliche Vergangenheit. Da es vorher nur zwei andere Blau gab, einen mit Hinrichtung und er selbst, mit Vergangenheit im Konvent, vermutete er dass die Überprüfte auch auf die eine oder andere Art unschöne Erfahrungen mit eben jenem haben musste. Eine Potentielle direkte verbündete im Kampf gegen diesen Abschaum. Bei dem Gedanken ballte er unwillkürlich die Fäuste und starrte wütend ins Leere während einige Erinnerungen an seinen Gedanken vorbeizogen. Schließlich ging es weiter und kurz darauf wurde Phase zwei samt Wartezeit angekündigt.
    • Das kleine Militärschiff gelangte jetzt in die Nähe der Station. Er hatte freiwillig seine Familie, seine Heimat, sein Leben verlassen. Zane stand an einem kleinen Fenster und betrachtete die Größe leicht erstaunt. So etwas hatte er nicht für möglich gehalten. Wie ein schlafender Titan im Tartaros schwebte sie ruhig vor sich hin.
      Jetzt kam die Andockluke in den Fokus der Passagiere. Alles ging wie im Flug. Ein leichtes "Klong" war zu spüren.
      Zane und die anderen wurden von den Offizieren auf die Station geleitet. Er sah sich im Innern unsicher um. So viele Leute hatte er nicht erwartet.
      Die Succubus schritt bestädnig durch die Reihen. Vor jeder Person blieb sie stehen, fragte nach dem Namen und waltete ihres Amtes. Es sah spannend aus ! Fast unsichtbar wurden die Gedanken erfasst und eingestuft.
      Jetzt stand sie direkt vor ihm. Sie war ein wenig kleiner, als er es von dieser Spezies erwartet hatte.
      "Name ?", fragte sie mit fluffiger Stimme.
      "Zane Len", war die Antwort. Wenige Sekunden später hörte man das Wort "Gelb" und er wurde einer Gruppe zugewiesen.
      Das sollte jedoch nur Phase eins sein.
      Ein Rekrut, der sich als Hans vorgestellt hatte, sprach Zane an. "Was wollen die denn nach dem Auftritt gerade jetzt noch überprüfen ?"
      "Ich weiß es nicht. Eigentlich weiß man doch schon alles überall uns."

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    • Die Leiche wurde bereits auf einer Bahre weggeschleppt, während zwei vom Reinigungspersonal sich dran machten, die Blutlache fachmännisch zu entfernen. Ishihara trat ans Mikrofon.
      „Phase Zwei beginnt. Alle, die mit Grün markiert wurden, haben den beiden Herren vom Sicherheitspersonal zu folgen. Jene, die unter Konventsverdacht standen, erhalten gleich Hilfe von unserem Gesundheitspersonal. Alle, die mit Gelb markiert wurden, überspringen Phase Zwei und warten hier bis zur Rückkehr von Grün. Ende.“

      Die kleine grüne Gruppe, die gerade einmal aus sechs Personen bestand, ging eilig durch helle, weiße Korridore. Ihre Mission: derzeit noch unbekannt.
      Nach knapp fünf Minuten erreichten sie den großen Bereich der Gesundheitsstation. Es folgten noch eine weitere Reihe von Korridoren, ehe sie vor zwei unscheinbaren Sprechzimmertüren stehen blieben. Wenn Lombardi richtig aufgepasst hatte, war er hier im Bereich für Seelenheilkunde, also eine Art Psychiatrie.
      „Du da, links rein. Du gehst rechts rein. Los“, meinte einer der Beiden von der Sicherheit zu Lombardi und Jablonski.
      Lombardi atmete tief ein, ehe er in das linke Sprechzimmer trat.
      Sprechzimmer? Das wirkte eher wie ein Verhörraum, stellte Lombardi fest. Lediglich zwei Stühle und ein Tisch. Seine Interviewerin war eine adrette Frau in einem Arztkittel in den Mittvierzigern, hochgesteckte Haare, ein ständiges Lächeln im Gesicht. Leider hörte man aus ihrer Stimme nichts von der Freundlichkeit. Sie bat ihn sich auf den freien Stuhl zu setzen und sprach dann:
      „Nachname und zukünftige Einheit.“
      „Lombardi, Einheit 1-9.“
      „Die Sukkubus hat eine Irregularität in ihrer Psyche festgestellt. Haben Sie eine Erklärung dafür?“
      Lombardi rümpfte die Nase.
      „Keine Ahnung, was dieser Alienabschaum gesehen hat. Soll es doch die Erklärung dafür abliefern.“
      Die Ärztin hinter dem Schreibtisch sah freundlich den Rekruten an.
      „Die Sukkuben sind seit diesem Jahr geschätzte Mitglieder unserer Akademie. Diskriminierung gegenüber unseren Verbündeten wird hier nicht geduldet. Wenn ich Sie noch einmal so etwas sagen höre, dürfen Sie gleich die Koffer wieder packen und verschwinden. Nun beantworten Sie die Frage.“
      Lombardi schluckte seine giftige Antwort hinunter. Er wollte nicht hier gleich am ersten Tag hochkant von der Akademie fliegen.
      „Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung! Ich fühle mich total normal. Ich war allerdings nervös, als e- die Sukkubus mich untersucht hat. Vielleicht hat sie das bemerkt?“
      „Herr Lombardi, Ihre Kameraden waren höchstwahrscheinlich auch nervös, haben allerdings Freigabe erhalten. Nehmen Sie bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich?“
      Über des Rekruten Gesicht huschte kurz blanker Zorn.
      „Nein! Ich meine: Nein. Ich würde niemals so ein Zeug benutzen. Ich will nicht die Kontrolle verlieren.“
      „Haben Sie psychische Probleme? In Ihrer Krankenakte steht dazu zwar nichts, aber vielleicht gibt es etwas, dass Sie mir erzählen möchten?“
      Lombardi schluckte. Er hatte zwei Möglichkeiten: Er konnte ihr die Wahrheit erzählen oder bei der offiziellen Geschichte bleiben. Wenn Sie allerdings durch die Sukkubus etwas mehr erfahren würde, wäre er am Arsch, wenn er bei der offiziellen Version blieb.
      „Also, ich habe ein … ein Problem mit meinem … Zorn. Ich habe immer wieder solche … aggressiven Schübe. Früher war es schlimmer, aber es wird langsam besser. Ich habe mich unter Kontrolle. Verstehen Sie, ich konnte niemandem davon erzählen! Ich wäre sonst nie von diesem stinkenden Haufen von Heimatplaneten runtergekommen! Meine einzige Zukunft ist hier im Paragonprogramm!“
      Die Mimik der Ärztin hatte sich nicht im geringsten verändert.
      „Vielen Dank für ihre Ehrlichkeit, Herr Lombardi. Wir verstehen, dass Sie deswegen Sorgen hatten. Sie werden deswegen einen Vermerk in ihren Akten erhalten und regelmäßig bei uns zur Kontrolle erscheinen müssen. Sollten Sie jemals Hilfe bezüglich ihrer psychischen Gesundheit benötigen, zögern Sie nicht uns aufzusuchen. Sie haben offiziell damit diese Phase der Untersuchung überstanden. Schicken Sie den nächsten Rekruten herein.“
      Jablonski schien es leichter ergangen zu sein. Sein Gegenüber war ein gelangweilt wirkender, bereits ergrauter Mann, Typus Grüßonkel. Nachdem Jablonski seinen Nachnamen und zukünftige Einheit genannt hatte, folgte eine einzelne Frage:
      „Nehmen‘s Drogen oder hab‘ns a psychisches Problemla, welches Ihr Mitwirken im Programm beeinträchtigen kennert?“
      Jablonski blinzelte perplex, ehe er antworte:
      „Ich denke nicht. Nein.“
      „Na dann is die Sach‘ g‘essen. Wir sind fertig. Sie könner gehen. Schicken‘s den Nächsten nei, wenn‘s so gut wär‘n.“
      Sichtlich erleichtert kam zunächst Lombardi aus dem linken Sprechzimmer. Zu Calen Mortak meinte er: „Yo Bruder, du kannst da jetzt rein.“
      Kaum, dass sich hinter Calen die Sprechzimmertür schloss, kam aus dem zweiten Raum Jablonski, der dann Iggy bat, als Nächstes sich der ‚Untersuchung‘ zu stellen.
      Die erste Frage, die Calen und Iggy jeweils zu hören bekamen, war exakt die selbe.
      „Nachname und zukünftige Einheit?“

      Hilfe kam für Gradjom und Quinn in Form eines kleinen Trupps. Schnell wurde an Beide jeweils eine Flasche Wasser als auch leicht verdauliche Energieriegel gereicht. Komplettiert wurde das ganze mit jeweils einem minimalistischen Klapphocker, damit sich die beiden Rekruten darauf ausruhen konnten und sich nicht weiter mit der bösen Gravitation herumschlagen mussten.

      Yuzuki vollführte eine kleine Dehnübung, dieses ewige auf der Stelle herumstehen war nichts für sie. Zumindest hatte sie anscheinend ohne Probleme Phase Zwei überstanden. Tatsächlich schien sich die Formation ein bisschen aufzulösen, es wurde miteinander getuschelt und geredet. Und von Ishihara war bislang noch kein Piep deswegen zu hören. Von daher schien es okay zu sein? Die Einzelgängerin besah sich ihre Mitrekruten.
      Hm. Viele wirkten recht unscheinbar. Wie waren die hier reingekommen? Würden die überhaupt die ersten Wochen durchhalten? Vielleicht sah man den meisten es einfach nicht an, wie halt bei ihr auch. Ein paar durchtrainierte Typen waren da schon dabei, die zumindest den körperlichen Teil der Ausbildung schaffen würden. Dann war da ein großer Wandschrank, den man in einer Kneipenschlägerei nicht auf des Feindes Seite wissen wollte. Es war eine wirklich gemischte Truppe. Sie würde das alles in Ruhe von außen betrachten und dann Rückschlüsse ziehen. Was brachte es schon, wenn man praktisch auf gut Glück Beziehungen zu anderen aufbaute, nur damit der andere zu einer Last oder am Schluss gar aus dem Programm geworfen wurde? Verschwendete Lebenszeit wäre das. Etwas abseits von den anderen ließ sie sich an einer Säule nieder und begutachtete von dort aus das Treiben.

      Alezsa sah sich leicht verwirrt um. Es war nicht abgesprochen worden, was sie nach der psionischen Inspektion machen sollte. War sie hier noch von Nöten? Andererseits, sie konnte bestimmt hier ein paar Rekruten in spe ansprechen und neue Dinge erfahren! Neugierig näherte sie sich der Gruppe C, nach einem möglichen Ansprechziel Ausschau haltend.

      ____
      OOC: Zimmerverteilung für Calen und Iggy wurde ausgewürfelt, war also Zufall. :) Der Rest unserer glorreichen Truppe darf bis zur Rückkehr der Grünis sich nun untereinander beschnuppern, kurz anquatschen, den Boden anstarren usw. bis es dann gemeinsam weitergeht. :)



      Just Monika.
    • „Phase Zwei beginnt. Alle, die mit Grün markiert wurden, haben den beiden Herren vom Sicherheitspersonal zu folgen. Jene, die unter Konventsverdacht standen, erhalten gleich Hilfe von unserem Gesundheitspersonal. Alle, die mit Gelb markiert wurden, überspringen Phase Zwei und warten hier bis zur Rückkehr von Grün. Ende.“

      Hans atmete erleichtert aus.
      Anscheinend war "gelb" tatsächlich die richtige Farbe gewesen. Auch wenn er nicht wusste, warum sie hier in der Akademie vom bewährten Ampelsystem abwichen. Würde man doch vermuten, dass grün für Unbedenklichkeit und gelb für Unsicherheit stand. Wie dem auch sei ... nicht sein Problem.
      Kaum hatte die grüne Gruppe - bestehend aus sechs Personen - den Versammlungsplatz verlassen und Ishihara dem Geschehen fürs Erste den Rücken gekehrt, begannen die verbliebenen Rekruten sich aus der erzwungenen hörigen Starre zu lösen. Hie und da fingen Rekruten an nervöse Gespräche zu halten. Andere ließen sich auf ihrem Platz im Schneidersitz nieder oder wanderten ziellos umher, jedoch nie sonderlich weit von der Gruppe entfernt; bereit beim kleinsten Anzeichen einer Phase 3 wieder an seinen vorgesehenen Platz zu springen.

      Hans wandte sich dem jungen Mann zu, dem er noch vor einer Minute zugeflüstert hatte. Lanze Len.
      "Da haben wir mit Gelb ja richtig Glück gehabt", meinte er in nunmehr normaler Lautstärke. "Scheint so, als wären wir vorerst aus dem Schneider. Ich bin übrigens Hans, Hans Gruber."
      Mit einem breiten Lächeln streckte er seine prankige Rechte zur Begrüßung aus.
    • Dankbar ließ sich Quinn auf den Klapphocker fallen und krachte nur deshalb nicht ungebremst daneben auf den Boden, da die Helfer den Hocker gerade noch rechtzeitig zurecht rücken konnten.
      Die Wasserflasche bekam sie bereits geöffnet in die Hand gedrückt und trank gierig die Hälfte in einem Zug aus, ehe man ihr auch den schon fürsorglich entpackten Energieriegel in die andere Hand drückte, von dem sie wortlos abbiss.
      Der Riegel war weich und von penetranter Süße. Vermutlich um die anderen Inhaltsstoffe zu übertünchen, die sie entspannen sollten und ihren Magen ruhig halten, damit nicht alles wieder hoch kam. Allerdings konnte man nicht leugnen, dass die Süße ein Energielieferant war, der einen wieder etwas aufrüttelte, ähnlich einem Kaffee am Morgen.
      Quinn nahm noch einen Bissen und spülte diesen mit einem weiteren Schluck Wasser herunter, ehe sie ihren Helfern dankend zunickte und sie dabei auch kurz ansah.
      Den Blick, mit dem sie von einem der Helfer bedacht wurde, kannte sie nur zu gut und er passte ihr im Moment überhaupt nicht. Doch wurde dieser Helfer glücklicher Weise von seinem Kollegen in Beschlag genommen, ehe er sie um ein Autogramm bitten konnte.
      Sie seufzte, schob sich den restlichen Riegel in den Mund, weichte ihn mit einem Schluck Wasser dort ein, schloss die Augen und konzentrierte sich auf die breiiger werdende Masse in ihrem Mund und darauf durch die Nase zu atmen um sich auf dem Hocker sitzend von der Überprüfung zu erholen.

      Alva beobachtete was geschah ohne sich groß zu bewegen.
      Bequem stehend, wie man es beim Militär lernt, die Füße parallel und schulterbreit aufgestellt, die Hände auf dem durchgestreckten Rücken, harrte sie der Dinge die da kamen. Als die Grünen abgeholt wurden und sich unter den Gelben eine recht entspannte Stimmung breit zu machen versuchte, streckte sie sich, dass ihre Wirbel knackte, ohne, dass sie dabei ihre Haltung veränderte. Dann bewegte sie den Kopf etwas um sich ein wenig umzusehen und um eine Nackensteifheit zu vermeiden und erlaubte sich einen kurzen Blick auf die Folienuhr an ihrem Handgelenk, ehe sie wieder in ihre Ausgangshaltung zurück kehrte und nach vorne sah.
      Was die Grünen wohl jetzt gerade durchmachen mussten? Es war vermutlich nichts im Vergleich zur Tortour der Blauen, aber was genau geschah hatte auch wieder niemand gesagt.
      Fragen, Anregungen oder Kritik? -> Konversation oder #ogame.de-rpg

      Lass uns ein Spiel spielen...


      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • Iggy folgte mit den anderen „Auserwählten“ dem vorauseilenden Sicherheitspersonal, innerlich belustigt über den militärischen Stechschritt der vorgelegt wurde. Es ging durch lange, helle Korridore in die Gesundheitsstation, weiter in schier endlos weißen Gängen bis zur Seelen-heilkunde, dort hielten sie vor zwei Räumen und die ersten Kandidaten mussten eintreten. Was wollen denn die Seelenklempner von uns? Erstaunlich schnell öffneten sich jedoch die Türen wieder und nun war Iggy an der Reihe. Er versuchte seinen Vorgänger zu taxieren um vermeintliche Irritationen festzustellen. Doch der Rekrut sah noch genauso aus wie zuvor, bevor er in das Zimmer spaziert war. Im Zimmer saß Ihm ein ergrauter Mann gegenüber der ihn gleich nach seiner Personalie fragte. „Rekrut Grousemoor, Einheit 1-9, Gruppe C – falls das eine Rolle spielt.“
      Das ist aber einmal eine urige Type, dachte Iggy.


      Bruno hatte immer noch eine trockene Mundhöhle. Gerne hätte er jetzt eine Schluck getrunken, am liebsten natürlich kühlen Gerstensaft, aber bevor nicht die Eröffnung vorbei war bekamen sie wohl keinen Alkohol. Trotzdem sah er sich suchend um, ob es nicht wenigstens Wasser zu trinken gäbe. Nirgends sah er einen Stand und die Sanitäter hatten erst einmal mit den, von der Untersuchung in der ersten Phase, angeschlagenen Rekruten alle Hände voll zu tun. Er musste sich also selber versorgen. Kurzerhand steuerte er auf den nächsten Sicherheitsposten zu: „Hey Kumpel,“ sagte er, „kann man sich hier irgendwo die Kehle befeuchten? Oder gibt es hier nichts zu schlucken?“


      Phil Hawkins gaffte den kleinen Trupp der „grünen“ Rekruten nach. Unter ihnen auch der Irokesenschnitt. Werden die jetzt hinter verschlossener Tür exekutiert?, dachte er. Als er bemerkte wie sich das Verhalten aller etwas zu lockern schien wurde er auch etwas entspannter. Offensichtlich hatten sie eine Pause von unbestimmter Dauer, sie konnten den Versammlungsort nicht verlassen, durften sich aber sonst frei bewegen.
      Nachdem er unschlüssig herumstand und sich überlegte wen er wohl ansprechen könnte, bemerkte er wie die Sukkubus auf seine Gruppe zukam. Ohne nachzudenken eilte er ihr entgegen und blieb atemlos vor ihr stehen: „Verehrte Sukkubus, Madame Alezsa… es… es ist mir eine Ehre sie kennenlernen zu dürfen,“ schnaufte er ziemlich außer Atem,“stammen sie von hier?“ Nachdem er Gewahr wurde welchen Blödsinn er soeben verzapft hatte verbesserte er sich,“äh… wollte sagen… sind sie auch in der Ausbildung involviert?“ Beinahe schon verklärt blickte er sie erwartungsvoll an.
    • „Grausmuah heißen‘s, eh?“, meinte der gelangweilte, ältere Arzt und begann – mit ausreichend Behäbigkeit – in einem Datenpad nach dessen Akte zu suchen.
      „Ah, da hammer‘s. I mach‘s schnell, weil ehrlich, des is‘ a bissl a Gschmarri hier, wenn ich ehrlich sein soll, ne? Haben‘s a Affinität zu Drogen oder ein psychisches Problemla, welches Ihr Mitwirken im Programm Baragong beeinträchtigen kennert?“

      Der von Bruno angesprochene Typ von der Sicherheit dachte kurz nach, ehe er ihm antwortete: „Eigentlich ist bis zum Ende der Überprüfung nichts dergleichen vorgesehen, die sollte auch nicht mehr sonderlich lange dauern. Oh Moment.“ Der Mann entfernte sich kurz von Bruno und ging zu einem der Sanitäter. Kurze Zeit später kam er mit einer Wasserflasche für Bruno zurück, die er ihm reichte.
      „Bitteschön. Finde ich eh bescheuert, dass ihr hier nichts bekommt.“

      Die Sukkubus sah einen jungen Mann heraneilen. Neugierig begutachtete sie ihn, während er erst einmal kurz verschnaufen musste. Dann fing er ohne Sinn und Verstand zu reden an. Alezsa verstand nur Bahnhof. War das vielleicht ein ihr unbekannter Brauch? Menschen waren manchmal wirklich seltsam!
      „Ähm. Hallo auch, wie ihr Menschen sagen würdet. Ich bin erst seit zwei Wochen hier, von daher bin ich noch nicht mit den exakten Lehrplänen vertraut. Ich selbst bin keine Ausbilderin oder Lehrerin. Allerdings wurde ich bereits von der Stationsleitung gebeten, den Themenblock Psionik in der Xenobiologie mit meinem Wissen zu unterstützen.“


      OOC: „Gschmarri“ ist ein fränkisches Wort für Unfug oder Blödsinn. Ich hoffe, man versteht den Dialekt. xD



      Just Monika.
    • Entgeistert starrte Iggy den Arzt an, er hatte kaum ein Wort verstanden.
      „Hey Alter, bist du auf einen Trip? Schraub mal deinen Slang ein wenig runter damit meine Ohrmuschel keine Krämpfe kriegt. Gibt es noch eine light Version die verständlicher ist?“ Herausfordernd schaute er den Alten an.


      „Herzlichen Dank,“ sagte Bruno sichtlich erfreut. Er setzte die Wasserflasche an und sie gluckerte in seinen Hals ohne das man eine Schluckbewegung sah. Danach drückte er die leere Flasche dem Posten in die Hand und drehte sich um. Hier gibt es doch ein paar lange Kerls die sicherlich gerne
      ein Feierabendbierchen trinken. Suchend blickte er über den Platz nach einem möglichen Saufkumpanen.


      „Nicht?“ Phil konnte seine Enttäuschung kaum verbergen. „Dann kennen sie sich hier auch noch nicht sogut aus, ich dachte siekönnten mir die Station zeigen. Wenn sie aber mal einen Gesprächspartner wünschen – ich unterhalte mich gerne über alle möglichen Themen. Xenobiologie sowie Psionik sind schon jetzt meine Lieblingsfächer auf dem Trainingsplan."



    • Der ergraute Arzt sah ebenso entgeistert zurück. Er bemühte sich allerdings jetzt etwas verständlicher zu sprechen:
      „Also, des is etz ned schön von Ihnen, da muss ich Ihnen leider eine Verwarnung wegen Ihrer Unhöflichkeit eintragen, ne? Falls Sie das no ned wissen, hier an der Akademie gibt es ein schbed- , schbeds-, spezielles System zur Erhaltung der Etikette und Umgangsformen. Bei der nächsten Verwarnung hagelt‘s ‘ne Strafe, nur damit‘s Bescheid wissen.“
      Er tippte kurz auf seinem Datenpad herum, ehe er seine Frage von vorhin noch einmal wiederholte. „Also, haben Sie ein psychisches Problem oder nen Hang zu Drogen?“

      Alezsa lachte kurz auf und zeigte dabei ihre dominanten Eckzähne. „Ja, ich wurde nur zur psionischen Aufspürung von diesen Konventern beauftragt. Ich darf aber vielleicht im Psionikteil des Xenobiologieseminars aktiv in den Vorlesungen mitmachen. So als kleine Showeinlage. Wir werden uns also bestimmt wiedersehen und dort wird man dann auch viel mehr über Psionik erfahren.“

      Der leicht verdutze Typ von der Sicherheit tat das Einzige, was man in einer solchen Situation tun konnte: Er entsorgte vorschriftsmäßig die Wasserflasche.



      Just Monika.
    • Mit einer leichten Bewegung ihres Kopfes blickte Adaeze der kleinen Gruppe grün-markierter Personen hinterher. Was auch immer mit diesen nun geschehen mochte, sie beneidete sie nicht. Alle anderen hatten nun wohl so etwas wie eine Pause. Einige nutzten das bereits, um sich zu unterhalten und neue Kontakte zu knüpfen – nichts, was Adaeze sonderlich interessierte. Sie blieb wo sie war stehen, lockerte ihre Haltung auch nicht und wartete stattdessen darauf, dass die Zeremonie weiterging.

      Auch Kimiko sah den wenigen, die Phase 2 nicht übersprungen hatten, neugierig hinterher, wandte ihre Aufmerksamkeit dann jedoch ihren neuen Kameradinnen und Kameraden zu. Das waren also die Menschen, mit denen sie die nächsten Jahre verbringen würde – wie aufregend! Die junge Frau ließ die Gelegenheit neue Freundschaften zu schließen nicht verstreichen, sondern wandte sich sogleich an den grünhaarigen Mann der neben ihr stand.
      „Uff, ist das aufregend, oder nicht?!“

      Alvarez hingegen schenkte der grün-markierten Gruppe keine Beachtung. Auch sein Schock über die Hinrichtung war fürs Erste vergessen, dafür war er gerade viel zu aufgeregt. War das etwa… konnte es sein…? So unauffällig wie möglich versuchte er über die Menge hinweg zu schauen, um die junge Frau zu sehen, die gerade noch von der Sukkubus untersucht worden war. Sie sah ziemlich fertig aus, aber ganz ohne Zweifel…
      „Hey“, wandte Alvarez sich an die beiden Rekruten neben ihm, die gerade bereits ein Gespräch angefangen hatten. „Hey, ist das etwas“, er senkte seine Stimme etwas, „Quinn Lunardi?“
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3
    • Na wenn jede Phase so einfach zu überstehen war wie diese, wäre das Paragon-Programm ja ein Klacks, dachte sich Reo. Das es wohl eher nicht so sein würde, war ihm dabei durchaus bewusst. Aber nun gut, während die 'Grünen' aus ihrem Kreis davonmarschierten lockerte sich auch seine Haltung. Wer wusste schon, wie lange diese Pause dauern würde, oder was danach kommen würde.
      Kurz nachdem die Pause verkündet war, wurde Reo von der Frau neben ihn angesprochen. "Na... es ist auf jeden Fall schon viel passiert in der knappen Zeit, in der wir hier sind. Mal sehen, was da noch auf uns zukommt."
      Fantasy: Nur ein kleines Stück vom Himmel
      <Suuunki> Schöner RPG Titel

      Annihilation Bliss
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    • "Allerdings", stimmte Kimiko ihm zu.
      "Um ehrlich zu sein, hatte ich mir die Zeremonie ein wenig - nun... zeremonieller vorgestellt. Andererseits ist es natürlich ungemein wichtig, mögliche Konvent-Verräter so schnell wie möglich aus unseren Reihen zu entfernen! Ich bin übrigens Kimiko, Kimiko Nanase", stellte sie sich vor und reichte ihm ihre Hand.
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3
    • "Zeremonieller?" Reo runzelte die Stirn. "Also ich glaube kaum, ich hätte noch 5 weiterer solcher Reden überstanden, erst dann wäre es wohl so richtig eine Zereomonie gewesen." Lächelnd schüttelte er die Hände. "Sehr erfreut, ich heiße Reo Quarzen."
      "Oh, natürlich gehören diese... Individuen aussortiert, ohne Frage." Mit einem Blick dort hin, wo gerade noch der Leichnam lag, fügte Reo jedoch noch hinzu: "Ich hätte allerdings nicht mit einer so.... kurzfristigen Aussortierung gerechnet."
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