Ungewissheit

    • Fantasy

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    • "Ah ja, und du hast sicher die ganze Zeit wie ein Schießhund darauf geachtet, wo ich bin hm? Und kein Auge vom Eingang gelassen.. zumal du eine Frage nicht beantwortet hast.. wie, wenn ich nicht anwesend war? Jedoch.. du warst anwesend, oder?"

      Sie ging ein Stück von Thaam zurück, zu ihren Sachen.

      "So viele Unterstellungen.. es wäre wirklich bedauerlich.."
    • Thaam knurrte einmal mehr. Was er von der ganzen Geschichte glaubte ? Kein Wort! Er nahm sich auch vor, keinen Eindruck aufkommen zu lassen, dass er das etwa tun würde. Aber er sagte nichts weiter, denn diese Haliah, was vielleicht auch gar nicht ihr richtiger Name war, würde sich so oder so weiter um den heißen Brei herumdrehen und versuchen, ihn in irgendwelche Partikulärdiskussionen zu verstricken, frei nach dem Motto: Bloß weil du mir nicht sagen kannst, wie es denn nun im Detail lief, kann deine Theorie nur falsch sein.

      Wortlos dransitzend begutachtete der Hasst die Leiche der Königin. Sie wollte sie plündern ? Gut, derartiges materielles Kleinklein war ihm egal. Und dafür sorgen, dass 'ihre Feinde' - seine Anmerkungen diesbezüglich hatte sie bis jetzt auch umgangen - sie nicht in die Finger bekamen ? Dann würden sie ja warten müssen, bis sie verwest war. Und das konnte gerade in diesen verdammt kalten Klima sehr lange dauern. Aber es gab einen schnelleren Weg - und verdammten Hunger hatte er sowieso. Mit einem Ich-kann-das-auch-mit-dir-machen-wenn-du-mir-gegenüber-ein-krummes-Ding-drehst-Blick in Richtung Selia nahm er Turis leblosen Arm und legte ihn sich zwischen die Zähne. Ohne Anzeichen von wirklichen Genuss drückte er die Kiefer zusammen, bis der alte Knochen endlich nachgab. Grobschlächtig den Arm umklammernd drückte er diesen hin und her, um mit den Beißern das Fleisch abzulösen. Bah! Alter Mensch schmeckte nicht so gut wie junges Wild und war wahrscheinlich auch nicht so nahrhaft, aber immerhin Essen und er hatte keinen Bogen mehr, um auf die Jagd zu gehen. In großen Happen begann er sich die Extremität vor zu arbeiten, dabei dem Umstand, dass sein halbes Gesicht bald mit noch warmem Blut beschmiert war, keine Beachtung schenkend.
    • "Gut.." Sie sah ihn an. "Du hast wohl Hunger, hm? Kleiner Vorschlag.. du wartest noch wenige Augenblicke, bis ich mit der Leiche fertig bin, dafür bekommst du noch etwas im Voraus." Mit diesen Worten zog sie ein Päckchen aus ihrem Rucksack und warf dieses zu Thaam.

      Sobald er es öffnete, oder gar davor, würde er frisches Wildfleisch sehen oder riechen..

      Sofern er sie an die Leiche dann ließ, würde sie diese dann komplett entkleiden und die Gegenstände fein säuberlich sortieren und falten, schließlich verstauen...
    • "Ich werde dir schon nicht 'deine' Klunker aufessen." grummelte Thaam, ließ dann aber doch von der Königin ab - für den Moment jedenfalls. Solange, wie das Päckchen eben reichte. Und wenn man ihm so zusah, konnte man eigentlich nur schlussfolgern, dass das nicht lange sein würde.
    • Haliah ließ keine Zeit verstreichen und wurde gerade noch rechtzeitig fertig. Die fein säuberlich gesammelte Beute wurde aufgeteilt, Ringe und Schmuck in einen Beutel, Kleidung in einen anderen Beutel, und schließlich mit der Krone in den Rucksack gesteckt. Dann entkleidete sie sich selbst und faltete das Gewand, welches sie ebenso oben auf die Beute legte. Dann griff sie fröstelnd nach einer dunklen Lederrüstung, welche sie gedachte nun anzulegen.

      Sofern Thaam nicht vorher reagierte, würde sie alsbald voll gerüstet vor ihm stehen, Dolche an der Seite, eine Armbrust dabei. Dann ging sie nach hinten zu einem größeren Sack, aus welchem das Wimmern stammte, und zog diesen auf.
    • Das Fleisch, das Selia ihm gegeben hatte, war schnell verschlungen, ebenso erhebliche Teile des Armes der toten Königin. Der Hasst zögerte fast garnicht, als sie auf einmal nach hinten ging und dabei eine Rüstung mitnahm. Die Höhle zwang ihn dazu, sich mit dem Kopf auf ihre Höhe zu begeben, und wahrscheinlich würde sie auch seinen Atem im Nacken spüren, so dicht wie er ihr folgte.

      "Soso. Haben Diebinnen nicht eher viel mehr Dietriche als Dolche ? Bei dir scheint es mir anders herum zu sein. Und sie ?" Er deutete auf die wimmernde Haliah - die echte Haliah.
      "Und... das da?" er deutete auf den Anderthalbhänder, der an der Rüstung befestigt war.
    • Wortlos griff sie an den Gürtel und hielt Thaam mehrere spitze und abgewinkelte Eisendrähte unter die Nase.

      "Das da? Nun.. ich sagte, ich schlich mich ein, hm?" Dass er auf das Schwert deutete, merkte sie nichtmal.
      "Interessanter wird nur noch die Frage, was nun geschieht.. was hast du vor, Hasst? Das sind Dinge, die wir denke ich einmal besprechen könnten.. sollten vielleicht."
    • "Du hast von 'unseren Feinden' geredet. Das klingt fast so, als hättest du vor, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen. Ich für meinen Teil würde ansonsten wieder abziehen dahin, wo ich herkomme. In die Wildnis. Für jemanden wie mich hat das, was ihr gemeinhin 'Zivilisation' nennt" - er sprach dieses Wort mit Verachtung aus - "schließlich nichts übrig. Ich bin mit 19 ja zu alt für die Sklaverei" Nebenbei näherte sich seine Hand dem Schwertgriff - er machte aber nicht unbedingt den Eindruck, als wollte er es gleich ziehen.
    • "Was ich ausdrücken wollte.. dass jene, die uns angriffen, womöglich nicht so einfach aufgeben und uns nachstellen werden. Bis zum Beweis des Gegenteiles, nun, bleibe ich wachsam."

      Sie drehte sich zu Thaam um.

      "Ah, Wildnis.. nun, falls du es dir anders überlegen solltest.. ich hätte eventuell Verwendung für deine Dienste."
    • "In manchem Falle braucht man auch jemand fürs Grobe, als Leibwächter und Aufpasser, meinst du nicht? Wofür.. wie wäre es mit einfachem Gold, wie jedem, dazu Nahrung? Und wenn es.. eventuell erforderlich werden sollte, vielleicht auch etwas mehr."

      Sie machte eine undefinierte Handbewegung.

      "Überleg es dir."
    • Die beiden Zwerge musterten erst Rubikant mit unverholener Vorsicht und tauschten dann einen Blick aus, beredsam, wie es nur gute Freunde vermochten, welche sich schon lange kannten.
      "Bragel? Mundak?" Fragte Belal leise den Barden. Dieser Zuckte die Achseln und meinte wieder gewohnt mürrisch.
      "Ba Hmpf" Was sich wohl aus dem Zwergischen sehr höflich als "Menschengesocks und Schmied" interpretieren ließ. Die Wörtliche Übersetzung fiel weit weniger schmeichelhaft aus. Komeak hatte nicht unbedingt die beste Meinung von Menschen und Zwergen die sich auf diese Weise mit den Großlingen einließen, doch das wusste Belal und so nickte er nur leicht, ehe er Komeak einen Wink gab und sie zu Rubikant gingen, Belal erhobenen Hauptes und stolz, Komeak miesepetrig und missbilligend.
      "Ich bin geneigt Euch zu glauben." Erwiderte Belal Rubikant nun in der Menschensprache, wobei seine Stimme zwergisch tief war, so dass man jede Silbe fast körperlich spüren konnte, so nah wie sie nun beieinander standen.
      Einen kurzen Blick auf Rubikants Diener und die Pferde fragte er noch. "Ihr habt nicht zufälliger Weise noch Platz für weitere Flüchtlinge?"
      Komeak bedachte bei dieser Frage seines Fürsten die Pferde mit einem merklich angeekelten Blick.
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    • Rubikant grinste breit, als die beiden Zwerge näher kamen. Er mochte dieses Volk. Sie waren so bodenständig... na ja, auch unter Tage. "Natürlich, Hoheit. Ich bin mit meiner Kutsche gekommen, mein bester Mann bewacht sie draußen." Er machte eine angedeutete Verbeugung vor Belal, die eine ganze Reihe von Formfehlern aufwies, und nickte dem Leibdiener... oder wer dieser Mann in Lumpen denn war, anerkennend zu. Auch wenn Rubikant sich bei Hofe nicht zurechtfand, er erkannte Wertschätzung, wenn er sie sah, etwa zwischen diesen beiden Zwergen.
      "Jostram, wie lange noch?" Rief der Schmiedemeister hinter sich.
      "Wir sind fertig, Herr, die Pferde müssen nur noch zusammengebunden werden.", erwiderte der Kutscher, ein etwas heruntegekommener Mann in unpassend feiner Uniform.
      Er nickte Belal und Komeak zu. "Entschuldigt bitte."
      Dann ging er zu Jostram. "Lass es, steig auf eins der Reitpferde und nimm ein Kutschpferd am Zaum. Svea...", er wandte sich zu der grobgknochingen Frau und reichte ihr die Armbrust zurück. "Nimm das andere Reitpferd, du behälst es dann. Hilf Wiltur auf eines der Kutschpferde, das du dann führst. Ich nehme die letzten beiden Kutschpferde selbst. Du passt auf.", wies er eilig an. Er war in Versuchung, selbst eines der Reitpferde zu nehmen und Jostram laufen zu lassen, aber er brauchte immer eine Weile zum Aufsteigen ohne seinen Spezialsattel. Außerdem mochten Zwege Pferde nicht unbedingt, so viel wusste selbst er. Also würde er laufen. Machte jetzt auch keinen Unterschied mehr, sein Gewand war schon zerfleddert.
      "Wir machen uns auf, Hoheit, meine Wachen sichern nach vorne. Wollt ihr das Schwert?" Er wand den Riemen am Zaum des einen Kutschpferdes um seine Hand, und bot mit der anderen sein Schwert in der Scheide dem Zwergenfürsten an. Wenn er die Pferde führte konnte er eh nicht kämpfen, und er hatte gute Geschichten über Belals Kampfstärke gehört.
    • Fürst Belal winkte großzügig ab, während er gütig über Rubikants Formfehler hinweg sah. Von Komeak erntete der Zwergenabkömmling nur eine einzelne steil in die Höhe gezogene buschige Augenbraue.
      "Und ich sagte noch, nimm Wachen mit..." Brummte Komeak, erntete nun allerdings seinerseits von Fürst Belal einen Blick aus dessen eiskalt gewordenen Augen, was ihn dazu veranlasste alles weitere unverständlich in seinen geflochtenen Bart zu brummen.
      Aufmerksam beobachteten die Zwerge das Treiben der Menschen im Stall, bis diese sich wieder ihnen widmeten.
      "Ich bevorzuge die Doppelaxt, aber in der Not wird auch in Sand geschürft." Entgegnete Belal und nahm das Schwert entgegen, welches ein gutes Stück zu groß für ihn wirkte. Fachkundig zog der Fürst das Schwert ein Stück aus der Scheide, begutachtete es mit Kennerblick und stieß es wieder hinein, ehe er das Schwertgehänge an seinem Gürtel befestigte, die Hand auf den Griff legte und diesen etwas belastete, damit die Schwertspitze nicht ganz so nah am Boden war.
      "Nun denn." Belal nickte Rubikant auffordernd zu und verzog belustigt die Mundwinkel, als Komeak einen Seufzer ausstieß, als würde die Last der Welt alleine auf seinen Schultern ruhen.
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    • Rubikant verneigte sich ungeschickt vor dem Fürsten und griff nach dem Zügel des anderen Pferdes. "Jostram, pass hinten auf!", rief er dem Kutscher zu. Milt war immer noch nicht wieder aufgetaucht, wo steckte der Junge?
      Aber er hatte jetzt keine Zeit mehr zum suchen. Es waren keine Wachen aufgetaucht und Norrim hatte sich noch nicht wieder gemeldet, aber ewig würde das Massaker im Schloss sicher nicht andauern. Sie mussten los! Zum Glück war der Unterstand mit den Kutschen direkt neben dem Stall, und seine Kutsche, eine der letzten die angekommen war, stand nahe bei dem Eingang, der zu dem Bereich für Arbeitspferde und Gesindepferde führte. Es war buchstäblich um die Ecke, und dann noch ein paar Wagen weiter. Keines der Pferde war scheu, er hatte sich bei dieser Reise für ausschließlich ruhige Kaltblüter entschieden, die zwar für schnelle Ritte nichts taugten, für Reisen über so lange Distanz und in kalten Gegenden jedoch hervorragend waren, seiner Meinung nach.
      "Svea, irgendwelche Bewegungen?" Der Stall war ein Stück entfert vom Schloss, doch in dem kurzen Moment den sie außerhalb des Unterstandes zubrachten, konnte eine Einheit guter Bogeschützen sie ohne Probleme eindecken.
      "Alles scheint ruhig, Herr.", meldete die Frau gleichmütig zurück, ehe sie ihr Pferd Richtung Unterstand lenkte. Er ließ selbst den Blick schweifen, doch die vielen Fenster schauten leer zurück. Hier und da schwelten ein paar Feuer, und ein Geruch von Tod stellte sich ein. Es war wirklich Zeit zu verschwinden.
      "Hier sind wir!", gab er den Zwergen bekannt, kurz nachdem sie selbst den Unterstand erreicht hatten, und vor einer massigen Kutsche standen, die zwar ohne Zweifel verziert war, aber einen sehr... bürgerlichen Geschmack ausdrückte. Jostram ging sofort weiter, um die Pferde anzuspannen, die Rubikant ihm übergab. "Ihr könnt gern im Inneren Platz nehmen, mein Fürst, aber lasst mich zuerst einige weitere Waffen holen. Ich werde auf dem Dach Wache halten, bis wir außer Gefahr sind.
      Norrik war von seinem Versteck auf dem Kutschdach heruntergekommen und hatte sich stumm verneigt, er behielt jetzt die Situation im Auge, während Svea und Jostram die Pferde einspannten. Wiltur hatte man auf den Kutschbock gesetzt, mit seinem gebrochenen Bein konnte er nicht reiten, aber jemanden mit der Hellebarde wegstoßen, der an die Kutsche wollte, das ging noch. Milt blieb verschwunden.
      Ohne lange auf eine Antwort zu warten, stieg Rubikant in die Kutsche und entfernte mit geübten Händen den Stoffverhang der vorderen Wand, und dann mittels einer versteckten Lasche die einzelnen Holzbretter. Das dauerte eine Moment, deswegen hatte er sich nicht schon vorher mit den Waffen eingedeckt, die dahinter zum Vorschein kamen - zwei Repetierarmbrüste, eine Spulenarmbrust, zwei der Breitschwerter, die er selbst bevorzugte und die seine Wachen als Zweitwaffe führten, vier Dolche und zwei Schilde, sowie Munition für die Armbrüste. Äxte waren leider keine dabei, er nahm sich allerdings Schild und Schwert sowie eine Armbrust, eine der vollen Boxen und einen Köcher aus dem Waffenfach, das den gesamten Raum unter der Kutschbank einnahm. "Fürst, wenn ihr weitere Waffen braucht, könnt ihr sie euch gern nehmen." Und warum er ein kleines Arsenal mit sich herumführte, nun... er war etwas paranoid gegenüber Wegelagerern. In peinlichem Maße paranoid.
    • Das Wetter machte den Eindruck, als wäre selbst der Himmel verärgert darüber, was in Norsok geschehen war. Es schneite, war bitterkalt und überdies zog manchmal ein nicht allzu lauer Wind über das Land. Für den Einheimischen dieser Gegend was dieser Gedanke natürlich Unfug: Diese Umgebungsbedingungen waren hier nur normal. Gut für diejenigen, die einfach gefahren wurden, und weniger angenehm für diejenigen, auf die das nicht zutraf. Schätzte man die Menge an Leuten ab, die fluchtartig den Rückweg antraten, wurde klar, dass insgesamt kaum jemand überlebt hatte, und von denjenigen die nicht über die richtigen Mittel verfügten oder zu schwach waren würden wohl noch weitere zugrunde gehen, bis sie aus der gröbsten Abgeschiedenheit heraus wären. Die ohnehin kleine Menge sortierte sich überdies selbst sehr schnell nach der individuell machbaren Geschwindigkeit, so dass die meisten bald ziemlich allein waren.

      Doch darauf, das Land von Norsok ausgehend ohne Zwischenaufenthalt verlassen zu wollen, konnte selbst der betuchteste Gast auf einer solch ungeplanten Unternehmung wohl kaum vorbereitet sein. So traf es sich gut, dass es nicht nur kleine Provinzdörfer und einzelne Hütten gab, die wohl kaum die nötigen Dienste in rascher Zeit anbieten konnten, sondern entlang der Hauptstraße auch größere Siedlungen. Die nächstgelegene - vom Jagdschloss aus aber doch gut eine Tagesreise entfernt - war Gfak. Es stand zu vermuten, dass die Stadt zumindest über ein paar tausend Einwohner verfügte, jedenfalls war sie auch von einer wenn auch nicht gerade opulenten Stadtmauer umgeben, deren Tore normalerweise offen standen.

      Nicht so heute. Jedenfalls nicht sofort. Selia hatte in den vorliegenden Abendstunden schon in einiger Entfernung die Schritte beider Pferde und die des Hasst etwas ins Abseits geführt, um der entführten, echten Haliah eine zünftige Kopfnuss zu verpassen. Irgendwie mussten sie ja durch die Wachen durchkommen, und das ging irgendwie besser wenn sämtliche gegen ihren Willen mitgeschleiften Personen temporär unfähig zur weiteren Mitsprache und schlaff wie ein nasser Sack unter Decken und Stoff beim sonstigen Gepäck verborgen waren, von dem die Assassine so einiges mitgebracht hatte. Thaam hatte unterwegs einen Bach benutzt, um sich die überbordenden Blutspuren von Körper und Kleidung zu waschen. Trotzdem schickte er Selia vor, um mit dem schwer gerüsteten und keineswegs allein herumstehenden Wachmann zu reden. Anscheinend hatte sich die Information über das Geschehnis bereits schneller ausgebreitet als sie selbst, wie auch immer das geschehen war, und anscheinend waren sie auch nicht die ersten, die hier her kamen.




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      ooc: Soo. Wer Rückblicke schreiben möchte, kann das natürlich gerne tun :)
    • Während Komeak reichlich zweifelnd aussah, als Rubikant sein Arsenal offen legte, stand Belal daneben und nickte nur schwach, aber dafür beeindruckt.
      Die Zwerge enterten die Kutsche, der Fürst voran und der Barde schlecht gelaunt. Miesepetrig und misstrauisch setzte sich Komeak seinem Fürsten gegenüber und schielte aus dem Wagenverschlag, während er Dolch und Zwergenbrot wieder zum Vorschein brachte und seinem alten Freund eine Kante anbot.
      "Du isst das immer noch?" Wollte Belal mit leichter Belustigung wissen, nahm die Kante jedoch dankend an.
      "Reinigt den Körper, ist gut für den Geist, hält die Bindung mit der Erde aufrecht." Erwiderte Komeak als wäre er der Erklärungen überdrüssig.
      "Schon möglich." Nuschelte Belal kauend und deutete mit der angebissenen Brotkante auf Komeaks Weinschlauch. "Ist es das was ich denke?"
      "Kommt darauf an was du denkst." Brummte der Barde und hielt seinem Fürsten den Weinschlauch entgegen, dieser entkorkte ihn und nahm vorsichtig einen kleinen Schluck, bei dem er das Gesicht verzog und sich schüttelte.
      "Verdammt!" Keuchte der Fürst und atmete tief durch. "Das weckt die Lebensgeister!"
      Er reichte Komeak den Schlauch zurück, welcher ebenfalls einen Schluck nahm, jedoch ohne eine Miene zu verziehen.
      "Du machst das Brot und den Brand noch immer selbst? Ganz traditionell?" Fragte der Fürst seinen alten Freund zum ersten Mal seit langem wieder als Freund, während er einen Dolch bereit legte, in der Kutsche war zu wenig Platz für das Schwert, und eine Armbrust bereit machte.
      Komeak nickte. "Kennst mich doch, ich bewahre und lebe unsere Traditionen."
      Belal lachte leise und nickte zustimmend. "Ja, in der Tat. Kannst du noch das Lied, welches wir in der Kaserne immer gesungen haben?"
      Komeak lächelte und als die Kutsche rumpelnd auf dem Weg war, weit genug entfernt vom Schloss, begannen sie zu singen, ohne dass ein Zeichen zum Einsatz nötig gewesen wäre.
      Belals Stimme war eher die eines Menschen, viel zu hoch für die eines Zwergen, doch harmonierte er mit dem tiefen, brummenden Ton, den der Barde in höchster, zwergischer Sangeskunst erzeugte.
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    • Die offensichtlichsten Waffen verborgen, machte Selia sich auf den Weg zum Tore. Vorher hatte sie Thaam noch eingebläut, sich wie ein demütiger Diener oder Sklave zu verhalten. Und einfach die Rolle mitzuspielen, bis sie zumindest durch die Stadt wären.
      In eher leichte Reisekleidung, wenn auch gut gefüttert, wie es eine Bürgerin der Reiche zu tun pflegte, die spitzen Ohren gut verborgen, blickte sie den Wachmann lächelnd an.
      "Seid gegrüßt. Ich begehre mit meinem Diener..." Sie machte eine ausschweifende Handbewegung zu Thaam und den Pferden. ".. Einlass in die Stadt. Wir sind lange gereist und zumindest ich wünsche zu rasten, nicht wie ein Tier." Mit einer flüssigen Handbewegung zog sie gefälschte Papiere hervor, welche sie dem Wachmann überreichen würde, sollte dieser darauf bestehen.
    • Rubikant war hungrig.
      Wie versprochen hatte er sich auf das Kutschdach gesetzt, um mit seiner Repetierarmbrust notfalls den Rückzug zu decken, und hatte die dicken Decken um sich geschlungen, mit denen die Leibwachen sich nachts warm gehalten hatten. Die meisten wurden nun nicht mehr gebraucht. Insofern war ihm leidlich warm, auch wenn die Kälte in den Augen brannte und er sein Gesicht kaum noch spürte. Er war weich geworden. Auf den Bergwanderungen damals mit seinem Vater, um offene Erzadern zu finden, die man selbst abbauen und so "den Stein spüren" konnte, hatte ihm die Kälte nicht so viel ausgemacht.
      Aber gut, er würde sterben wenn ein Verfolger unerkannt zu nahe herankam, das war eine ausreichende Motivation zumindest die ersten Stunden der Flucht Wache zu halten. Nur hatte er auch Hunger.
      Offensichtlich hatte er sich die restlichen Feldrationen einverleibt, die im Kutscherkasten noch gelagert hatten, doch die Fahrt war lang gewesen und sonst war nirgendwo mehr etwas. Er spielte mit dem Gedanken Svea oder zumindest Wiltur das Trockenfleisch abzuknöpfen, aber er brauchte die beiden aufmerksam und kampfbereit. Und er mochte seine Leibwachen, sonst hätte er sie ja nicht auf ihre Posten gelassen.
      Und was Jostram hatte, war schon in seinem Magen. Es füllte kaum etwas von dem Hohlraum, der dort spürbar entstand.
      "Wie weit noch bis zu der Stadt, in der wir auf der Hinfahr gerastet haben, Jostram?" Dem Ort wo es etwas zu essen gab, und selbst wenn sie ihn schröpfen wollten, er hatte eine ganze Menge Goldmünzen am Mann. Einige gut genug versteckt, dass sie auch Dieben entgingen. Um die kleine Kiste für Bestechungen, die nun wohl ausgeplündert in seinem Zimmer auf dem Jagdschloss lag, war es allerdings Schade.
      Er vermisste seinen Leibdiener und dessen Essenvorräte jedoch mehr, so sehr er Gold auch schätzte.
      "Morgen, Herr.", antwortete der Kutscher laut und schleppend, um den harschen Wind zu übertönen. "Wir müssen einen Rastplatz für die Nacht finden, der Sturm wird stärker."
      "Bah." Rubikannt klapperten unwillkürlich die Zähne. Zumindest waren sie auf einer breiten Straße, wo es hier und da Unterstände gab. Die Ivarer kannten ihr Land.
      In der Nacht fanden sie auch endlich Milt, der Junge hatte sich im Gepäckkasten hinten an der Kutsche versteckt und war unterkühlt, aber noch am Leben.
      Leider hatte er für diesen Trick den Großteil vom restlichen Feuerholz rausgeworfen, was ihm eine Tracht Prügel einbrachte.
      Rubikant zwang sich nach einiger Überlegung dazu, ein paar der vergoldeten Zierschnitzereien abzuhacken, denn Prunk war jetzt nicht gerade eine unmittelbare Sorge. Es war Glück, dass die Stadt so nahe lag, denn selbst mit dem Extravorrat an Brennholz, den Milt sie gekostet hatte, und dem Hafer gingen ihnen Nahrung und Wasser aus. Schnee ließ sich notfalls schmelzen oder einen Bach konnte man finden, aber in solchem Gelände zu jagen wäre für Fremde schwierig, egal wie viele Armbrüste sie hatten. Bei der Beschaffungsmaßnahme für Brennholz kam auch die Axt zum Vorschein, an die Rubikant gar nicht mehr gedacht hatte, es war allerdings nur eine Handaxt, um notfalls die Seile der Pferde durchzuschlagen oder eben für Brennholz.

      Am Tag darauf kamen sie an die Stadt, und fanden deren Tore verschlossen vor. Rubikant hatte noch immer nicht weiter zu essen gefunden.

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    • Es war vielleicht ganz gut, dass Selia in diesem Moment nicht nach hinten sah. Ihr Begleiter jedenfalls machte für einen beängstigend langen Moment den Eindruck, als würde er sie am liebsten gleich überrennen wollen wie ein großes Tier ein kleineres. Der Wachmann runzelte die Stirn, während seine Blicke zwischen ihr und ihm hin und her schweiften. Mit den Worten "Ihr solltet auf eure Sklaven besser aufpassen, sowohl was ihren Gesundheitszustand als auch ihre aggressiven Tendenzen angeht." schnappte er nach den Papieren in ihrer Hand und faltete sie auseinander. "Im Übrigen gelten weiterhin die ivarischen Gesetze: Ihr habt ihn anständig zu behandeln und für jeden Peitschenhieb wird die Streckbank für euch einen Fingerbreit länger." Noch während er sprach begann er zu lesen, doch sein vielleicht schon zu routinierter Blick brauchte nicht lange, um die Fälschung zu fressen, ihnen Eintritt in die Stadt zu gewähren und sie auf die bestehende Ausgangssperre ab Einbruch der Dunkelheit hinzuweisen. Letzteres sprach eindeutig für eine aktuelle Notlage irgendeiner Art, und das so offensichtlich, dass er es wohl deswegen schon garnicht mehr explizit erwähnte.


      Später dann rumpelte Rubikants Kutsche mit den Zwergen darin über das beginnende Straßenpflaster. Noch war es nicht wirklich dunkel, also würde er ihnen Eintritt gewähren müssen, wenn sie sich erklären konnten. Er schritt auf das Gefährt zu, und als er die Waffen sah, gebot er gleich seiner kleinen Mannschaft mitzukommen. Der Mann machte keinen Hehl daraus, dass er entnervt war. Jedenfalls klang es ganz danach, als er den nächstbesten ansprach, den er finden konnte - und das war natürlich der auf dem Kutschbock: "Ihr wünscht ? Oder nein, machen wir's möglicherweise kürzer: Ihr seid aus Norsok geflohen ?" Für einen erheblichen Wohlstand sprach dieses Gefährt dann doch, und niemand, der nicht einigermaßen in Not war, hätte damit begonnen, es zu demolieren oder zuzulassen, dass es demoliert wurde.