Ungewissheit

    • Fantasy

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    • Rubikant übersah das kurze zusammenzucken von Marhat gekonnt, indem er nach einem Dienstboten Ausschau hielt. Da war doch eben eine hübsche Elfe gewesen? Dann fühlte er sich jedoch gezwungen, direkt auf seinen Gesprächspartner einzugehen. Sein Magen knurrte! "Ah, aus dem südlichen Meredin, geehrter Herr Marhat? Eine schöne Gegend, ich war erst diesen Sommer auf einen kurzen Abstecher dort, während ich meine Niederlassung in Hastue inspiziert habe. Sehr schön, wirklich, nur zuweilen etwas verregnet, trotz der Wärme. Ob das wohl die Aschlande machen?" Er räusperte sich.
      "Wie dem auch sei, sie sind natürlich mit dem grundsätzlichen Problem vertraut, dass mein König uns Handwerkern und Kaufleuten auferlegt, wenn es um den Außenhandel geht, also die Zölle." Er schüttelte den Kopf. Sein Vortrag klang etwas, als hätte er das eingeübt. "Eine schreckliche Politik, sehr zum Nachteil aller Beteiligten - der Handel ist so kärglich, dass selbst die Zollhäuser daran verarmen dürften. Ich kann mit meinen eigenen Waren kaum einen Profit erzielen, wenn ich über die Grenze verkaufe, und finde weniger Käufer, weil trotz der Vorzüge meiner Werkstücke für einen ähnlichen Preis eine unterlegene, traditionelle Rüstung vorziehen." Er seufzte, richtete sich dann jedoch sofort zur vollen Größe auf. "Aber! Ich habe bei einem Besuch in der Hauptstadt, wo ich auch vertreten bin, von einem sehr interessanten Konzept erfahren, das einem aufrichtigen Geschäftsmann den Großteil dieser Unbill ersparen mag: Eine Produktion in dem Land aufzubauen, wo man letztendlich auch verkaufen will, und nur die Gewinne, die ja ohnehin schon im eigenen Besitz sind, in die Heimat überführen. Dafür brauche ich natürlich Zulieferer und Teilhaber vor Ort, denn etwas derartiges aufzubauen ist natürlich nicht ganz leicht..." Rubikant hustete. Seine Kehle war längst trocken. "Entschuldigt, ich brauche ein Getränk. Wollt ihr auch was ordern?", meinte er etwas wenig elegant. Dann wandte er sich um, so dass keiner der Hasst in die Verlegenheit geriet, ihn bedienen zu wollen - oder er selbst, diese Dienste ausschlagen zu müssen.
      "Diener!" rief er in Richtung des nächstbesten nicht-Hasst und schnipste.
    • Komeak sah sich nur nachlässig um. Dieser ganze verschwenderische Prunk war ihm persönlich zuwider.
      Kräftig stampfte er mit den dreckigen nackten Füßen auf den edlen Boden, wobei er Schlamm und Schneematsch großzügig verteilte. So war es doch gleich viel besser, etwas Erde auf dem Boden hatte noch keiner Behausung geschadet!
      Dann widmete er sich wieder dem gewaltigen Hasst und blickte einen Moment nachdenklich zu ihm auf.
      "Hier gibt es keine irdenen Getränke und Speisen, nicht wahr?" Er hegte keine all zu großen Hoffnungen auf einem Menschenfest traditionelle Zwergenspeisen zu finden, die selbst unter Zwergen nicht unbedingt als Leckerbissen galten, aber immerhin als nahrhaft... und nicht halb so schlimm wie Zwergenbrot. "In diesem Fall nehme ich Fleisch und Bier... was für Fleisch gibt es?"
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      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • Thaam war sich nicht sicher, was dieser Zwerg mit 'irden' wohl meinen könnte. Er kannte dieses Wort schlicht nicht. Aus dem Zusammenhang ließ sich aber vermuten, dass er nach 'einheimischer' Kost fragen könnte. Als er nach Fleisch fragte, wollte er die ungewohnte Freundlichkeit bedenkend mal nicht so sein: "Ich hole Euch eine Auswahl. Wartet hier bitte." und setzte sich mit versucht vorsichtigen Hasst-Schritten in Bewegung, wobei so ziemlich jede Stelle des Parketts unter seinen Füßen bedenklich knirschte. Zielstrebig verschwand er hinter jenem Zugang, der zur Großküche führte - um rund drei Minuten später mit einem Tablett wieder herauszukommen, das seiner schieren Größe würdig schien. Den Berg an Fleisch, offenkundig Rind, Schwein, Rotwild und Schaf stellte er vor Komeak auf einen der niedrigeren, für Zwerge gedachte Tische. Gerne würde er sich ja jetzt setzen und sich selbst über den Haufen hermachen, aber er hatte hier Verpflichtungen - leider.


      "Interessante Idee, Rubikant. Allerdings ist das eine große Investition und mit dem Risiko behaftet, Marrsak selbst als mit den wichtigsten Absatzmarkt überhaupt für militärische Güter sagen wir mal zu verprellen. Habt ihr..." Er musste Husten. Erst jetzt bemerkte er, dass er während des letzten Satzes auf einmal weniger und weniger gut Luft bekam. Irgendwie... er wollte den Brustkorb dehnen, das Zwerchfell nach unten drücken, aber... da passierte immer weniger. "Habt ihr..." Ein leiser, verzweifelter, schwacher Atemzug.
      "Helft mir!" war das letzte, was er herausbrachte, ehe er sich erst mit der Hand an den Tisch krallte, bis auch diese nicht mehr genug Kraft besaß, um seine schwach werdenden Beine auszugleichen. Er brach vor Rubikant und den anderen Anwesenden zusammen, die Lippen rapide blau und der Blick glasig werdend, dabei aber kaum noch eine Rührung von sich gebend.
    • Rubikant nickte eifrig, auch wenn Marhat mit den Worten offenbar etwas durcheinanderkam, aber man musste Leute am Reden halten bei Geschäftsgesprächen. Als der dann aufkeuchte und hustete, schaute der Schmiedemeister ihn nur verwirrt an, um dann zu erschrecken als er zusammenbrach, und gerade noch rechtzeitig vorzupreschen um zumindest die Schultern des Mannes zu erwischen, als der kraftlos nach vorne stürzte. Für einen Moment vergaß er die Etikette - und ganz sicher gab es für solche Dinge eine Etikette! - und brüllte aus vollem Halse, was bei einem Handwerksmeister nicht leise war: "Zur Hilfe! Der verreckt hier noch!" Wobei der ältere Mann im Moment nur in Rubikants edles Schulterpolster sabberte und bedenklich keuchte.
      Dann erinnerte er sich jedoch der Etikette. "Diener! Bringt für den Mann einen Stuhl oder sowas!" Nicht dass er ihn nicht halten konnte, aber das war doch eher unfein vielleicht. Was war überhaupt los, hatte der Minenbesitzer sich verschluckt?

      The post was edited 1 time, last by Nathan ().

    • Eine Auswahl? Komeak hatte doch nur wissen wollen, welches Fleisch hier aufgetischt wurde und jetzt bekam er gleich eine ganze verdammte Auswahl?
      Menschen und ihre Feste... Still schüttelte der Zwerg den Kopf, bis der Hasst wieder kam und eine gewaltige Platte vor ihm auf einen zwergengerechten Tisch pflanzte. Mit gerunzelter Stirn puhlte er etwas in dem Fleischhaufen herum, betrachtete sich einige Stücke und zog dann schließlich etwas Lamm heraus, von welchem er abbiss, es gut durchkaute und schluckte. Es war ein befremdlicher Anblick, wenn ein Zwerg mit ewig mürrischer Miene anerkennend nickte.
      "Jetzt noch ein ordentlicher Humpen Bier und vielleicht werde ich meinem Fürsten dann nicht die nächsten Zehn Jahre vorhalten, dass er mich hier her geschleppt hat... wie heißt du eigentlich?" Wandte er sich am Ende seines scheinbaren Selbstgesprächs wieder dem Hasst zu, ehe unweit von ihnen bereits der erste Gast aus den Latschen kippte.
      "Menschen..." Seufzte Komeak brummend und begann wieder den Kopf zu schütteln, während er erneut in das Lammfleisch biss und sich das ihm eröffnende Schauspiel betrachtete.
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    • Eine Bedienstete in demselben rot-blauen Gewand wie alle anderen kam herbeigeeilt, machte jedoch abseits eines energischen "Legt ihn auf den Boden!" mit dazugehöriger körperlicher Aktivität, Rubikant den immer schwächer atmenden Körper zu entreißen, nicht wirklich den Eindruck, als würde sie über ernsthafte medizinische Kenntnisse verfügen. Dafür aber stieg sie dann auf einen Stuhl und brüllte mehrfach so laut, dass man es vielleicht tatsächlich noch am anderen Ende des Raumes hätte vernehmen können: "Einen Arzt! Wir brauchen einen Arzt!". Die feine Nadel, die in Marhats Rücken steckte, war indessen, da er nun auf selbigem lag, vollends in Kleidung und Fleisch hinein gedrückt worden, und von außen nicht mehr wirklich zu sehen.



      Thaam wandte den Kopf um. Hatte da nicht gerade jemand lautstark nach Hilfe gerufen ? Dann sah' er, woher die Stimme kam, und sah auch, dass es leider nicht diese Wabbelburg war, die es erwischt hatte, sondern anscheinend ihren Gesprächspartner. Er war sich sicher, dass dieser Kerl ihn selbst jetzt und auch dann noch ablehnen würde, wenn er ein magisch begabter Heiler wäre. Das war er aber nicht, und so gab es für ihn auch keinen Grund, jetzt los zu sprinten. Er ging wieder vor dem Zwerg in die Hocke. "Thaam'oyos. Ich bin hier nur der Diener. Was Bier angeht... seht euch um."



      Derweil ging eine Art Welle durch den Saal. Mehr und mehr der Anwesenden streckten ihre Hälse nach vorne zum dem Portal gegenüber liegenden Ende. Weder war es durch irgendwelche Fanfaren oder einen Herold oder Ähnliches angekündigt worden, noch schien sie darauf irgendeinen Wert zu legen, doch die Köngin Ivars, Turi Solan Manald, hatte die Feier betreten. Wer auch immer glaubte, ihr Staat wäre knapp bei Kasse, hatte nun zwei Möglichkeiten: Die Theorie verwerfen, denn so ein reichhaltig mit Juwelen und Gold bestücktes Gewand konnte nur bedeuten, dass Ivar über genug Geld verfügen musste, oder aber sich in der Theorie erst recht bestärkt fühlen, denn ein so reichhaltig mit Juwelen und Gold bestücktes Gewand konnte nur bedeuten, dass Ivar jetzt ganz sicher nicht mehr über genug Geld verfügte. Wie auch immer, die offizielle Eröffnung war damit getätigt, aber inoffiziell hatte man es von Anfang an zugelassen, dass das große Fressen bereits begonnen hatte. Ein paar tanzwillige Paare wagten sich sogar bereits vorsichtig auf die tiefer gelegte Fläche, und wenn man von den Feiern der letzten Jahre extrapolierte, würde auch die Königin selbst das bald tun, ehe sie sich wirklich ihren Gästen zuwandte.

      The post was edited 1 time, last by Fetzenkrieger ().

    • Bemerkenswert dachte sich Gíldôrin und sah zu wie sich der Zwerg und der Hasst höflich miteinander unterhielten. Jetzt reichte er dem Zwerg auch noch ein Tablett mit einer Auswahl von Fleisch.
      Plötzlich erschallte ein lauter Hilfe-Ruf. Der Elf sah sich alarmierend im Saal um und entdeckte eine Frau auf einem Stuhl, die neben einem am Boden liegenden Menschen stand. Auch wenn er sich fest vorgenommen hatte, kein Aufsehen zu erregen eilte er zu dem hilflosen Mann und scherte sich nicht um die Blicke der Umherstehenden. Dieser sah zum erbarmen aus. Das Gesicht schneeweiß und übersät mit Schweißperlen. Naheliegend war, dass er sich verschluckt hatte. Jedoch beim Abtasten des Halses konnte Gíldôrin nichts ungewöhnliches erkennen. Also blieb nur noch eine Möglichkeit übrig. Dieser Mann wurde vergiftet! Um jedoch die Gäste nicht in Panik zu versetzen, was durchaus dazu führen konnte dass jemand niedergetrampelt wurde, schwieg er. "Schnell! Bringt mir kaltes Wasser" verlangte er stattdessen. Dies behauptete er jedoch nur, um die Leute zu beschäftigen und damit er sich auf seinen Zauber konzentrieren konnte. Zuerst musste er aber herausfinden, wie er vergiftet wurde. Möglich wäre, dass es im Essen oder in einem Getränk war. Zuerst untersuchte er jedoch den Körper auf andere Spuren. Dazu riss er dem mittlerweile Ohnmächtigen die Kleider vom Leib. Hmm nichts fluchte Gíldôrin in Gedanken. Aufgeben kam für ihn trotzdem nicht in Frage. Also drehte er den Mann auf den Rücken. Tatsächlich! Fast nicht zu erkennen ragte ihm eine dünne Nadel aus dem Rücken. Vorsichtig entfernte er sie und roch daran. Der Duft des Blutes war unverkennbar, jedoch nahm seine empfindliche Nase auch eine schwache Spur von Nüssen wahr. Als Heilkundiger kannte er sich mit den verschiedensten Giften aus und konnte diesen Duft auch einordnen. Zu seiner großen Erleichterung hatte er noch einen Sack voll mit Kräutern aus der Heimat mitgenommen. Schnell fand er das richtige Kraut, zerkaute es und legte es auf das kaum zu erkennende Loch. Dabei murmelte er ein paar Zaubersprüche die sich anhörten wie ein monotones Gebet. Als sich der Körper des Menschen erwärmte, beendete er den Zauber und legte ihn wieder auf den Rücken. Überall am Körper bildeten sich Schweißperlen. Das Gift rann aus den Poren. Die Augenlieder des Ohnmächtigen flatterten und er gab einen langen Seufzer von sich. Ist er zu spät gekommen?

      The post was edited 1 time, last by Wall-E ().

    • Rubikant wurde von der Bedienten überrumpelt und ließ Marhat beinahe zu Boden fallen, konnte sich jedoch noch knapp abhalten und legte ihn langsam und elegant ab - oder bildete sich das zumindest ein. Inzwischen hatte der Mann ungefähr die Haltung und Greifbarkeit eines nassen Sackes.
      Dann schrie die Frau wie eine Verrückte, was Rubikant zusammenzucken ließ, dafür warf er ihr einen finsteren Blick zu. Eine Traube aus Schaulustigen hatte sich inzwischen gebildet, die der voluminöse Handwerker wenig zeremoniell wegscheuchte. "Lasst Platz, vielleicht kommt ja ein Arzt." Die Adligen waren eher renitent, aber ein Arzt kam dann tatsächlich, der sich prompt durch die Menge drängte und Rubikant erst völlig links liegen ließ, und ihm dann irgendetwas von Wasser holen ins Gesicht schrie. "Haben sie sie noch...", unterdrückte er knapp, und winkte der Bediensteten, die ihrerseits ihm einen bösen Blick zuwarf und Wasser holen ging.
      Natürlich war der Arzt ein Elf, was dessen Achtlosigkeit gleich doppelt und dreifach erklärte, doch er schien zumindest konzentriert zu sein, denn er fummelte sofort mit seinen spindeligen Elfenfingern über den armen Marhat und zerriss sogar dessen Kleider. "Hey, ihr, soll ich..." Doch der Arzt hörte nicht mal und fummelte weiter, bis er dann etwas zu finden schien und selbstzufrieden dreinschaute, ehe er irgendwas salbaderte. Inzwischen war auch die Bedienstete angekommen, einen Kübel Wasser bei sich, und war dabei so schnell zwischen den zusammengedrängten adligen Gaffern unterwegs dass man Angst haben musste, sie würde mit dem Wasser stürzen und alle hier damit überschütten. "Hey, Frau, passt auf mit dem Wasser!", rief er laut, doch gerade schien es schon zu spät... oder moment, doch... halt, zu spät... die wankte vielleicht, Rubikant musste sich in die Menge hineindrängen um keine Wasserspritzer abzubekommen, doch zum Glück tat die Menge es ihm gleich.
    • Marhat blinzelte. Verschwommen sah er ein elfisches Gesicht, hatte das Gefühl, wieder besser atmen zu können. Doch dann musste er prusten, als eine der Bediensteten ihm einen ganzen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schüttete. Was sollte das denn ? Es ging ihm doch schon wieder besser! Er saß auf, wollte dem Elfen die Hand reichen, der ihm anscheinend geholfen haben musste, doch dann schoss irgendetwas durch sein Gesichtsfeld - frontal auf ihn zu. Es warf ihn hart zurück auf den Steinboden, und er spürte noch ein paar Sekunden die warme Flüssigkeit an sich herunter und in sich hinein laufen.

      Der Mann starb noch an Ort und Stelle. Der Dolch, der Gíldôrin knapp verfehlt und unter dessen das Heft umwickelnde Leder jemand eine Falkenfeder geklemmt hatte, war bis zum Anschlag in seinen Hals eingedrungen und hatte dabei Kehlkopf, Speise- und Luftröhre durchtrennt. Eine Blutlache breitete sich aus, und die ohnehin schon eng zusammengedrängten Gaffer hatten ihre liebe Mühe, zurückzuweichen, um mit ihren teils langen Gewändern nicht zum Blutsauger zu werden. Aufschreie brachen hervor und panikartige Reaktionen, und es dauerte nicht lange, bis der Rest des Saales bemerkte, dass etwas Außerplanmäßiges passiert sein musste. Die wenigen Tanzpaare blieben stehen und eilten die Treppen hoch, so wie sich überhaupt eine gefährlich große Verdichtungswelle an Gästen sich auf den Ort des Geschehens zubewegte, während die, die schon dort gewesen waren, noch viel schneller wieder weg drängten. Nicht unbedingt jeder vermutete ein heimtückisches Attentat: Es könnte auch eine spontane Konfrontation aus nächster Nähe gewesen sein. Doch wirklich weiter aufhalten wollte sich von denen, die Marhat gesehen hatten, keiner mehr hier. Die Wachen auf der Empore konnten die gesamten Vorgänge geschlossen beobachten. Viele von ihnen sahen sich gegenseitig an, andere stellten ihre Bögen ab, die ihnen unten im Saal, in den sie nun sogleich rannten, ohnehin nichts nützen würden. Ein vorgefertigter Notfallplan für ein derartiges Szenario ? Die, die oben stehen blieben, sahen sich immer noch gegenseitig in ihre Gesichter. Es waren mittlerweile rund zweieinhalb Minuten vergangen, und zwei Wachen stürmten auf die Königin zu, um sie auch ohne ihr vorher irgendetwas zu erklären sofort aus dem Saal zwangszuverfrachten. Ein Tuscheln unter denen auf der Empore, einige huschten in die Gänge.

      Dann brüllte einer: >>Schlagt zu, solange alle noch da sind!<< und die in den Gang Geeilten wiederholten die Botschaft, dass sie auch die weiteren Teile des Gebäudes erreichte. Die auf der Empore hoben ihre Bögen - und schossen. Auf die Gäste, auf die Wachen, die unten im Saal keine Chance auf Gegenwehr mehr hatten, auf die Königin, die den Ausgang fast erreicht hatte. Die Krone Ivars schlug hart auf dem Boden auf, und unter dem Verlust einiger Edelsteine fiel das schwere goldene Stück auf der Seite rollend die Stufen zur Tanzfläche hinunter. Turi Solan Manald war tot, und ihr Bankett verwandelte sich in ein von vielen Pfeilen aufgespießtes Massaker, in dem es zunehmend schwieriger wurde, nicht auf Leichen zu treten, auf den Flüssen aus rotem Lebenssaft auszurutschen, die auf dem Weg zum Tanzboden waren, oder durch das überfülle Portal zu gelangen. Unter den dicken Tischen, auf denen sich die Speisen stapelten und die temporär Schutz bieten konnten, brachen Kämpfe um den knappen Platz aus, als wären es Tiere, die aufeinander losgingen. Doch nicht nur das: In jenem Gebäudeteil, in dem sich das Gefolge der Gäste aufhielt, kämpften Wachen gegen Wachen und Wachen gegen Unbewaffnete, die nicht selten völlig unvorbereitet dabei gewesen waren, sich von den Strapazen der Anreise zu erholen. Wusste unter den allesamt gleich Uniformierten überhaupt noch jemand, wer loyal und wer Mörder war ? Jedenfalls war es auch dort ein Blutbad, doch das konnte im Bankettsaal keiner wissen.


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      OOC: Sooo... wie ihr seht, hat die ganze Veranstaltung ein sagen wir mal eklatantes Sicherheitsproblem. Eure Charas überleben natürlich :) Allerdings sollten sie zusehen, sich sagen wir mal nicht mehr allzu lange im Saal aufzuhalten, sondern aus Norsok zu flüchten. Da keinerlei Service mehr für irgendetwas zur Verfügung steht und das mit dem Gefolge (für diejenigen, die es haben), auch eine äußerst verlustreiche Sache ist, ist das Bereitmachen von Kutschen eine sehr zeitspielige Sache. Pferde, um aus Norsok (in die Wildnis ?, zum nächsten Dorf ?, zur nächsten Höhle ?) zu fliehen, stehen aber draußen genug in den Ställen rum - nicht zuletzt gibt es auch noch die Option "eigene Füße". Wer seine Ausrüstung holen will: Der Trakt, in dem die Gäste selbst untergebracht sind, ist ziemlich frei von Wachen, da sich dort zu diesem Zeitpunkt denkbar wenige bis niemand aufhält. Wer möchte, kann sich der Konfrontation mit Gegnern stellen (als Coop dann) oder auch einfach Glück haben. Falls ihr meint, dass nicht alle gleichermaßen kampf- und/oder fluchtfähig sind: bildet Teams :D Ein paar Charas waren ja schon quasi nebeneinander.
    • "Haliah" hatte vor einer halben Minute den Saal betreten, als das Gemetzel der Wachen losging.. sie war verwirrt, dann begriff sie den Ernst der Lage und stolperte los... ehe sie in einer Blutlache nahe der Tanzfläche ausrutschte und selbst polternd die Stufen hinabfiel. Sie presste einen Fluch hervor, ehe sie etwas vor ihren Augen blitzen sah.. eine Krone. Sie wusste selbst nicht, was sie da ritt, aber sie versuchte danach zu greifen und sich aufzurappeln. Sie schaute sich hektisch um..
    • Rubikant wischte sich gerade einen großen Schwall Wasser vom Gesicht, als gerade wieder etwas dahin spritzte, doch diesmal was es etwas dickflüssiger - und roter. Blut! Verflucht, hatte einer der Hasst... doch nein, er schalt sich einen Narren, im Chaos war gar keiner der grauen Unholde auszumachen, stattdessen Chaos, und ein Wurfdolch in Marhats Hals. Da wollte wohl jemand sein Geschäft schädigen. Er grabschte nach dem Dolch und zog den Kopf ein. "He, Elf, habt ihr gesehen wer den geworfen hat?" Doch seine Frage ging im allgemeinen Geschrei unter, als die Menge auseinanderstob und zugleich neue Adlige nachdrängelten, ein stolpernder Klops von viel wertvolem Stoff und reichem Schmuck bildete sich. "Füße eines Hasst, was ist in euch Schreihälse denn gefahren!?", blaffte er die Adligen an, zwischen denen er quasi verschwand, und er gab es auf und drängte sich zwischen allerlei Beinen und Bäuchen hindurch, wobei er eine Schneise schuf, die ein gewandter Flüchtling gut ausnutzen mochte. Es konnte ja gut sein dass jemand auch auf ihn schießen...
      Das Geschrei nahm eine neue Note an, und ein Pfeil drang durch einen der Körper über Rubikant bis auf die Rüstung durch, die er wohlweislich unter seinem pompösen Gewand getragen hatte. Mehr Pfeile kamen, und er war nicht in der Stimmung die Stichfestigkeit seiner Eigenkreation auf eine allzu ernste Probe zu stellen, also fuhr er damit fort sich durch die zumehmend lichteren Massen zu arbeiten und gelangte irgendwie an die Wand des Raumes, von wo er zur nächstbesten Tür sprintete, die ins Schloss führte - er kannte sich hier natürlich nicht aus, aber er wusste aus seiner Pflichtzeit bei der Miliz noch genug übers Kämpfen, dass ein offener Saal oder ein freier Hof ihm nicht wie ein guter Ort erschien, sich hin zu flüchten. Es war nicht einmal klar, wer denn hier der Angreifer war.
      Eine vage Idee bildete sich, zum Dienstbotentrakt zu gehen - wo der war, konnte er sich aus der Außenperspektive noch erinnern. Dort würde er seine Männer finden... oder direkt zur Kutsche, wo er in einem getarnten Verschlag einige Waffen für den Notfall gelagert hatte. Er schaute sich um, nicht dass ihm jemand gefolgt war, den im Moment hatte er nur seinen eigenen Dolch, auf den er sich verlassen konnte.
    • Beißen. Kauen.
      Beißen. Kauen.
      Bierhumpen nehmen. Kräftigen Schluck trinken.
      Beißen. Kauen.
      Wenn jetzt nur nicht so viele menschliche Dumpfbeutel ihm die Aussicht auf das Spektakel verwehren würden hätte er jetzt eine kostenlose Theateraufführung. So allerdings blieb ihm nur ein Hörspiel, Fleisch und Bier. Damit würde er auch gut leben können, so zuckte er die Achseln, spitzte etwas die Ohren und aß und trank in aller Ruhe weiter, während sich die Menschen lautstark aufregten und durcheinander brabbelten.
      Als jedoch die Panik ausbrach, deren Ursache Komeak von seiner Position aus nicht ausmachen konnte, hatte das Geschehen wieder seine ungeteilte Aufmerksamkeit und er drängte sich näher an den Tisch um nicht Gefahr zu laufen überrannt zu werden.
      Dann überschlugen sich die Ereignisse. Wachen strömten zwischen die Gäste, flankierten die Königin und dann... wurde in die Menge geschossen!
      Noch ein Grund warum Komeak öffentliche Veranstaltungen verabscheute. Attentate! Wohin man auch sah!
      Der Zwerg grummelte etwas in seinen Bart hinein, als ein Pfeil zitternd neben ihm im Tisch stecken blieb, griff sich seinen Bierhumpen, leerte diesen in einem mächtigen Zug, warf ihn hinter sich. Dann griff er nach dem nächstbesten großen Fleischfillet aus der beachtlichen Auswahl, biss einmal hinein und klatschte es sich dann gänzlich unkonventionell auf den Kopf. Mit irgendetwas musste man seinen Schädel schließlich polstern! Im Anschluss griff er sich die große Platte mit der Fleischauswahl, kippte den darauf aufgetürmten Berg auf den Boden und setzte sich die ovale Metallplatte von der Größe eines ordentlichen Rundschildes auf Steak und Kopf.
      Keine Sekunde später prallte mit einem metallischen Laut auch schon ein Pfeil von seinem improvisierten Helm ab, welcher einen Gutteil seines Körpers für die Schützen unangreifbar machte. Auch wenn die Pfeile in seine Richtung wohl eher weniger gezielt waren. Wenn es sich hier um ein Attentat handelte würden wohl eher die Adligen die Ziele sein. Was hatte Belal sich nur dabei gedacht ihn hier her zu schleppen?
      Komeak stieß einen missmutigen Laut aus, der eher wie ein gepresstes Husten klang, ehe er tief Luft holte und... nun, am ehesten würde man sagen können, dass er schrie, doch das traf es nicht ganz. Die zweite Stimme die er durch Jahrzehnte der Übung erlernt und trainiert hatte und die nicht aus seinem Hals, sondern tief aus seiner Brust kam, war für Menschen unhörbar. Zwerge konnten sie hören und gerieten bei diesem Klang nur all zu gerne in Verzückung. Angeblich konnten viele Elfen sie ebenfalls wahrnehmen, wenn auch nicht so deutlich und klar wie die Zwerge und was die Hasst anging... wer wusste schon wie gut diese hören konnten.
      Was jedoch eine Tatsache war, egal ob man die zweite Stimme hören konnte oder nicht, war dass diese durch und durch ging, den Leib erfasste und die Eingeweide eines jeden in der Nähe zum schwingen brachte und Gläser und Geschirr sacht klirren ließ.
      Komeak rief mit der zweiten Stimme in der alten Zwergensprache nur ein Wort und wiederholte es beständig, während er selbst seiner Anweisung umgehend folgte.
      "KÜCHE!" Fürst Belal mochte ein Idiot sein, doch war er auch ein Freund, weswegen er diese Warnung, diesen möglichen Ausweg aus diesem Schlamassel verdiente. Was aus den anderen wurde war Komeak egal, da war er mal wieder Traditionalist. Zwerge kümmerten sich zu aller erst um Zwerge!
      Überall im großen Saal, wo der wiederkehrende durchdringende Ruf des Barden vernommen worden war, wandten sich Zwerge umgehend in Richtung der Küche um dort Zuflucht, vielleicht gar einen Ausweg zu finden. Denn auch wenn Komeak oft kritisch beäugt und meist belächelt wurde in seiner einfachen, dreckigen Kleidung, ohne Manieren, so war er doch Komeak Dunststein, der große Barde dieser Zeit und der vom Erdreich Gesegnete, der die Zwerge daran erinnerte wer sie waren und woher sie kamen.
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    • Immer noch den Gang hinunter spähend, hörte Rubikant... etwas... zwischen dem Gelärm und Tod in der Halle. Es klang wie irgendetwas steinernes, schweres, in Bewegung. Sie würden doch nicht die ganze Halle niederreißen, oder? Als er mit diesem Belagerungsingenieur zusammen gearbeitet hatte, um den Fertigungsplan für die Balliste zu entwerfen, hatte er genug über Statik aufgeschnappt um zu wissen dass ein derart großer Einsturz den Rest des Bauwerks nicht unbeschadet lassen würde.
      Also nahm er seine kurzen Beine in die Hand, rannte, und sprang durch das Fenster nach draußen.
      Zum Glück war er nur noch ein Stockwerk über dem Boden, und der war hoffentlich weich.
    • Eben noch hatte er mit diesem Zwerg, der sich Komeak nannte, eine außergewöhnliche, weil freundlich geführte Unterhaltung gehabt, und nun ? Nicht, dass er ein Problem mit Blutbädern an sich gehabt hätte, aber das Risiko, hier selbst gleich getroffen zu werden, war ihm doch entschieden zu groß. Und Komeak ? Hatte ihn prompt allein gelassen, mehr noch, er hatte dieses Gefühl, dass diese mulmige Empfindung aus seiner Magengegend auf ihn zurückzuführen war. Er konnte nicht verstehen, was dieser Zwerg da sagte, sofern er überhaupt etwas sagte, noch verstand er, wie er es sagte, aber er konnte die Quelle lokalisieren - weniger über sein Gehör, als über sein Bauchgefühl, im wahrsten Sinne des Wortes.
      Der graue Riese riss den Kopf herum: Durch das Portal drängte eine so große, stolpernde Menge, dass selbst er sich dort nicht auf die Schnelle würde durchquetschen können. Mit dem Ausgang zur Küche sah es Ähnlich aus, auch wenn es sich dort vor allem um Zwerge handelte. Er hätte es hier noch eher versuchen können, aber es gab noch eine weitere Option: Die Ein- und Ausgänge auf der anderen Seite des Saales, in jenem Bereich, der für die Königin vorgesehen gewesen war. Dorthin begab sich kaum einer, es war einfach weder in Gedanken noch in der tatsächlichen räumlichen Distanz naheliegend. Doch angesichts der Situation scherte ihn weder das eine noch das andere. Thaams Waden und Oberschenkel spannten sich zu spektakulärem Umfang, als er in diese Richtung beschleunigte. Trotzdem dauerte es eine Weile, bis er wirklich so etwas wie seine Endgeschwindigkeit erreichte. Die war dafür wahrscheinlich ziemlich beeindruckend, was bei der Beinlänge aber auch nicht wirklich wundern und er diesen Fluchtweg überhaupt versuchen konnte. Mit den Armen stieß er vereinzelt Leute zur Seite, die ihm entgegen kamen oder sonstwie einfach nur im Weg standen, und nahm die kleine Treppe hinunter zur blutigen Tanzfläche im Sprung. Dem knackenden Geräusch nach zu urteilen hatten sein Füße dort nun einen bleibenden Eindruck hinterlassen, doch gleichzeitig hatte ihm die rote Soße die Bodenhaftung geraubt und nun in rot-rotem statt rot-blauem Gewand schlitterte er weiter, bis er unweit der lädierten Krone und Haliah wieder soweit zum Stillstand gekommen war, dass er sich wieder aufrappeln konnte.



      ---------
      ooc: Reaktionen kommen dann, wenn alle soweit den Saal verlassen haben, um das einigermaßen synchron zu halten :)
    • "Haliah" besann sich schnell und sah sich um, darauf achtend, dass niemand auf sie schoss. Sie stopfte die Krone in ein Stück Tuch, sie einwickelnd, dann unter ihre Robe. Sie duckte sich unter einem verirrten Pfeil hinweg, dann krachte es laut hinter ihr. Sie fuhr herum und beäugte den Hasst, kurz schien sie zu überlegen, dann nickte sie ihm schnell zu. "Komm, lass uns abhauen, retten wir was zu retten ist.." und hechtete die Treppe hinauf, um auf die Königin zu stoßen...
    • Lass uns abhauen ? Na toll, die hatte ja brilliante Ideen! Und retten, was zu retten ist ? Ja ihrer beider Leben, was denn sonst ? Thaam rannte weiter, sich nicht wirklich danach umsehend, ob sie auch mitkam oder nicht. Den Leichnam der Königin am Boden überging er und als Thaam den Ausgang fast erreicht hatte gab es einen Schrei, wobei man bei diesem Geräusch durchaus den Eindruck von einer getroffenen Bestie gewinnen konnte. Wenn man den Pfeil besah, der nun im hölzernen Rahmen steckte und um den herum tiefrotes Blut gesprenkelt war, stimmte das auch. Doch erst im Gang hatte der Hasst die Gelegenheit, sich an die Wand zu stützen und den aufgeschlitzten Oberarm des Gewands aufzureißen, um den Streifschuss zu inspizieren. Es schmerzte ziemlich und genauso blutete es auch, aber solange der andere Arm noch uneingeschränkt funktionierte und dieser hier irgendwann verbunden werden würde, war das kein kritisches Problem. Er musterte die... so wirklich konnte er sich auch nicht entscheiden, was sie war..., die ihm gerade so bis zum Oberbauch reichte. "Irgendwelche Vorschläge ?" Er hatte von diesem Gebäudeteil keine Ahnung. Dann verengten sich seine Augen. "Moment mal... Ihr habt doch was mitgehen lassen ?" Diese Ausbeulung unter dem Umhang war doch deutlich zu erkennen. Dass er keine herumliegende Krone gesehen hatte, hatte er in der Eile überhaupt nicht bemerkt.

      The post was edited 2 times, last by Fetzenkrieger ().

    • "Haliah" huschte in den Gang und sah sich um.

      "Das müssten die Privatgemächer der Königin sein. Vermutlich sind hier auch einige Wachen.. wir brauchen Waffen. Ich weiß etwas, ein wenig über diesen Teil des Schlosses."
      Sie massierte sich die Schläfen.
      "Falls wir angegriffen werden, möchte ich in der Lage sein mich zu verteidigen. Dann, sobald wir aus dem Schloss sind, weiß ich einen Ort, wo wir fürs erste hin flüchten können. Dann müssen wir die Uniformen los werden, schnellstmöglichst, mit den Farben sind wir leichte Ziele im Schnee... hast du noch andere Kleidung? Ich habe etwas.. außerhalb."

      Sie steckte den Kopf vorsichtig um die Ecke.

      "Bei der Königin sind zwei Wachen, die müssten bewaffnet sein.. und die Königin selbst, wir sollten versuchen sie zu bergen. Falls sie noch lebt.. oder falls sie etwas bei sich hat, was wir brauchen um Türen zu durchtreten. Ist hier irgendwo ein Tisch, den wir als Schild nutzen können?"

      Dann sah sie noch einmal zu Thaam.

      "Ich kann das grob verbinden, vielleicht nicht meisterhaft, aber besser als nichts. Wie ist dein Name, Hasst?"

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    • Rubikant hatte Glück - nunja, zumindest halbwegs. Zwar war der Schnee in der tat schön weich und reichhaltig unter dem Fenster aufgetürmt und sogar sauber, allerdings sprang man nicht durch eine Scheibe, ohne dass einige deren Splitter sich hinter einem auf der Flugbahn nach unten befanden. Nur konnte sich Glas nicht darüber freuen, warmes, weiches Fleisch anritzen und darin herumpieksen zu dürfen. Tun tat es das aber trotzdem, so auch im Falle des Schmiedemeisters. Er befand sich am Rande des - ja, man konnte es schon so nennen - Parkplatzes. Allerdings war er damit nicht der Einzige, und im Grunde nahm keiner derjenigen, die es schon oder gerade noch nach draußen geschafft hatten, noch groß Rücksicht auf den anderen, zumal zu vermuten stand, dass die Häscher nach draußen kommen würden, so sie denn drinnen keine Ziele mehr fanden. An der Kutsche des Geschäftsmannes machte sich gerade ein - wie konnte es anders sein - adelig aussehender Mensch mit kurzem Bart, schwarzen Haaren und allgemein jung und vital aussehender Gestalt zu schaffen und war dabei, die Tür aufzuhebeln. Vielleicht stand Rubikants Gefährt einfach in einer für eine schnelle Abfahrt günstigeren Position als sein eigenes oder wirkte einfach... sicherer ?




      In der Küche brach derweil das Chaos aus - genauer gesagt: das Zwergen-Chaos. Nach Komeaks Ruf drängten sich einfach zu viele von ihnen durch den Eingang und zwischen den Tischen, auf deren Oberseiten viele schon gar nicht mehr sehen konnten, dazu noch die Bediensteten, die das Kochen mittlerweile natürlich aufgegeben hatten, allerdings auch nicht mehr darum bemüht waren, dass das Gewackel an den Tischbeinen nicht irgendeinen der Töpfe voller heißen Inhalts dazu bringen würde, über die Kante zu kippen. Durch die Pforte am anderen Ende der Küche gelangte man in die weiteren Teile des Schlosses, unter anderem die Vorratskammer, den Weinkeller, den Gesindetrakt, in dem die Bediensteten des Schlosses untergebracht waren, und nicht zuletzt die exklusiveren Bereiche wie die privaten Gemächer der Königin und einen weiteren Ausgang nach draußen. Es gab nur ein Problem, und das kündigte sich von der anderen Seite mit einem Feuerball an, der so wie der Gang hinter der zweiten Tür aus der Küche heraus abwinkelte zwar von dort aus, wo er anscheinend gestartet wurde, nicht direkt in diese hinein fliegen konnte, aber bei seinem Zerplatzen an der Wand neben dem Türrahmen doch eine moderate Kostprobe von sich in den Raum hinein schlagen ließ. Ein kleines Grüppchen edel gewandeter, in ihren Bärten schon angegrauter Zwerge drängelte nach vorn, und einer von ihnen wandte sich direkt und mit raunzigem Tonfall an den Barden: "Du hast uns hier her geführt. Jetzt solltest du gefälligst auch dabei sein, wenn wir hier wieder raus müssen!". Anscheinend hatten sie nichts davon gehalten, unter ihrer Kleidung nicht ein paar kleinere Reserve-Waffen mitzuführen. Diese Praxis war weit weniger verwerflich als vielmehr ein offenes und toleriertes Geheimnis unter Gästen wie Gastgebern dieser Feier gewesen, schon seit praktisch immer.




      Der Hasst sah diese Haliah oder wie auch immer sie sich nannte mit einer Mischung aus Schmerzen und völligem Unverständnis an.
      "Du weißt schon, was da drinnen gerade passiert ? Mein Name ist Thaam'oyos und nicht Selbstmörder!" Er brüllte sie regelrecht an, was wohl an seinem momentanen Adrenalinschub liegen konnte. Als er noch einige Sekunden darüber nachzudenken gezwungen war, musste er aber mehr und mehr einsehen, dass sie mit ihrem seltsamen Plan vielleicht gar nicht so unrecht hatte. Allerdings hatte sie seine eigene Frage völlig übergangen - darauf würde er später noch zurückkommen.
      "Du bewegst dich direkt hinter mir!". Er hatte einen der Banketttische anvisiert, der ihnen mit am Nächsten war und unter dem sich an dieser Stelle des Raumes kaum jemand noch drängelte, und preschte nach vorne, bis er unter ihm kauerte. Es sah schon reichlich seltsam aus, wie ein viel, viel zu groß und kräftig geratenes Kind, das sich verstecken wollte, und jetzt aber den Fehler machte, sich mitsamt seinem Versteck zu bewegen. Er würde nur bei den Wachen nachsehen, was für Waffen man ihnen abnehmen konnte. Wenn diese Frau die tote Königin denn unbedingt auch noch ausplündern wollte... sollte sie doch. Das war nicht seine Angelegenheit und darauf würde er auch nicht sonderlich Rücksicht nehmen, er manövrierte hier schließlich die Tischplatte über dem Kopf - mitsamt den edlen Speisen und mehr oder weniger ausgetrunkenen Weingläsern, die sich bei dem Gewackel allerdings recht zügig nach unten verabschiedeten.

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    • "Gut, Thaam'oyos. Ich, Haliah, bin hinter dir." Und das war ungelogen, wie sein Schatten blieb sie hinter ihm. "Die Wachen sehen gerade nicht her, jetzt. Wenn wir am Ende des Raumes durch die Tür sind, könnten wir den Eingang der Türe mit dem Tisch verbarrikadieren, falls es notwendig ist uns Zeit zu verschaffen."

      Ruhig robbte sie hinter ihm her, wobei sie vielleicht eine Spur zu ruhig wirkte. Als sie bei den besagten Leichen ankamen, fühlte sie kurz nach Waffen und sah sich weiter nach brauchbarem um, ehe sie auf Knien den Körper der Königin unterhalb der Arme zu umgreifen versuchte um sie herauszuziehen aus dem Gemetzel...

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    • Was tat man nicht alles für andere Leute... So wirklich war ihm immer noch nicht klar, wieso er sich das überhaupt antat. Aus seinem Arm trat eine ziemliche Blutmenge aus, aber noch ging es. Thaam bemühte sich darum, ihn möglichst wenig zu belasten, und so krallte er sich das Schwert der Wache mit der linken statt mit der rechten Hand, und nestelte auch dem anderen Toten seines ab. Im Saal wurde immernoch geschossen, aber nicht auf sie. Auf diese dicke Tischplatte über ihnen zu schießen war eine Verschwendung von Pfeilen, aber sie mussten hier weg, ehe die genug vom Bogenschießen hatten und hier runter kamen... Der Tisch machte kehrt, und Thaam sah nicht nach hinten, um zu sehen, ob Selia das Manöver rechtzeitig mitbekam, fertig war oder was auch immer. Er robbte weiter, bis das Holz am Türrahmen aufschlug, und einige Meter im Gang richtete er sich wieder auf und ließ eines der Schwerter vor sich hin fallen.

      "So, wo geht's lang ?"