[Fantasy] Ungewissheit

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    • [Fantasy] Ungewissheit

      Die hochgewachsene, rotlockige und in Würde gealterte Frau blickte aus dem großen Fenster ihres Arbeitszimmers, das in seiner Höhenlage nur mit den Spitzen eines hohen Schornsteins konkurrieren musste, der am anderen Ende der Stadt lag. Sie mochte dieses Ding nicht, doch selbst eine Königin konnte sich nicht immer gegen die Wünsche ihrer Untertanen stellen – insbesondere nicht die der Wohlhabenden. Eigentlich gab es in der einsetzenden Dunkelheit nichts Interessantes mehr zu sehen, doch der Blick in die Leere half ihr, besser zu denken. Es ging um den Inhalt eines Stück Pergaments und ihre linke wie ihre rechte Hand erwarteten ein Urteil darüber. Noch einmal drehte sie sich um, warf einen Blick darauf, und schubste es dann mit dem Finger zu den beiden Männern auf der anderen Seite des Schreibtischs zurück.

      „Der Text ist gut, aber die Qualität des Siegels gefällt mir noch nicht.“
      Schlagartig wich das hoffnungsvolle Minenspiel der beiden Robenträger aus ihrem Gesicht und es schien fast so, als würden sie unter ihrer vornehmen Kleidung etwas zusammenschrumpfen.
      >>Wir werden den Stempel selbstverständlich noch einmal überarbeiten. Ist... ist die letzte vorgelegte Gästeliste noch gültig ? Und was ist mit den Preisen ?<<
      „Meine Meinung hat seit ihrer letzten Verlautbarung keine Änderung erfahren. Ich möchte, dass mir das verbesserte Siegel nochmals in zehn Probeexemplaren vorgelegt wird.“
      Es folgte eine Verbeugung, ein anschließendes „Sehr wohl.“ und schließlich ein stiller, aber schneller Abgang einer der beiden Herrschaften. Sie hatten mittlerweile beide ein gutes Gefühl dafür bekommen, wann ein bestimmtes Thema einer Beratung für Turi durch war, und ein solches Gefühl setzte sie auch gerne voraus.
      "Wir haben noch zwei Monate, es wird dann gerade einmal Frühling sein, aber es braucht trotzdem genug Feuerholz und in den Tavernen und Ställen entlang der gängigen Reiserouten aus dem Süden müssen ausreichende Kontingente reserviert werden. Es wäre sehr unschön, wenn unsere Gäste auf ihrer Anreise keine Plätze für eine gepflegte Rast mehr finden könnten."
      >>In Voraussicht und im Hinblick auf die Erfahrungen der letzten Jahre habe ich derartige Maßnahmen bereits in die Wege geleitet. Auch macht es mich glücklich berichten zu können, dass die Sanierung der Baracken und des Gesindetraktes abgeschlossen ist. Eure Wachtruppen werden die neue Unterbringung während der Dauer des Festes wesentlich angenehmer finden als zuvor.<<
      Turi Solan Manald setzte sich und spielte mit den Fingern an einem anderen Papier auf ihrem Tisch herum. "Na dann. Ich habe noch zu tun."
      >>Sehr wohl.<< Jetzt war es auch für die andere Hand an der Zeit, für heute zu gehen.


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      Die Welt:

      >>> Karte <<<

      Die Karte zeigt nicht die gesamte Welt, sondern einen ihrer Kontinente: Vashok. Die anderen Landmassen sind weiter entfernt, nur unzureichend erforscht und aufgrund ihrer geographischen Lage nur in einer Minderheit dauerhaft bewohnbar. Auch wenn das Gebiet Vahald rundum von Meer umgeben und selbst eine beachtliche Größe besitzt, wird es doch allgemein zu Vashok gezählt. Die Westküste der Hauptmasse ist geologisch aktiv, was sich an Vulkanismus, einem die Mitte der Landfläche beherrschenden Faltengebirge und gelegentlichen Erdbeben bemerkbar macht.
      Da die Welt insgesamt kleiner ist als unsere Erde, kommen auf dem in nord-süd-Richtung gestreckten Kontinent vom eisbeherrschten hohen Norden bis zur heißen Steppe praktisch alle Klimazonen vor, dominierend ist jedoch ein gemäßiges Klima.


      Ivar ist die am weitesten nach Norden reichende Region Vashoks. Obwohl in drei von vier Himmelsrichtungen vom Ozean umgeben, ist in diesen Breitengraden auch von ihnen keine nennenswerte Wärme mehr zu erwarten. Das Land erreicht selbst in den Sommermonaten keine sonderlich angenehmen Temperaturen, die Winter sind aus der Perspektive der südlicheren Bewohner Vashoks schlichtweg brutal. Nur im Westen reicht die Landesgrenze weit genug nach Süden, um so etwas wie Grasflächen ohne Schneebedeckung regelmäßig sehen zu können. Aus diesem Grund ist Landwirtschaft in fast ganz Ivar eine schwierige Angelegenheit, Heutige Hauptnahrungsquellen für die breite Bevölkerung sind nach wie vor der Fischfang, die Jagd auf an die Bedingungen besser angepasste Tiere und der Import von anderen Nahrungsmitteln aus dem Süden, was sich jedoch nur die gehobene Schicht regelmäßig leisten kann. Mit das wichtigste Exportprodukt ist Gold aus den im Westen gelegenen Minen, von welchem sich im Grunde fast der gesamte Hofstaat finanziert. Inqus gilt als der Ort, an dem die Menschen den Kontinent zuerst betraten, da eine derart harsche Region noch am ehesten als unbewohnt angenommen wurde. Als sich herausstellte, dass dies überraschend auch für den Großteil des Südens gilt, blieben nur die Hartgesottensten und Angepasstesten zurück. Im Grunde gilt das bis heute, weswegen Ivarer im Allgemeinen als überdurchschnittlich kräftig gelten. Regiert werden sie seit vielen Jahrzehnten von der Manald-Dynastie, deren jüngste Vertreterin Königin Turi Solan Manald darstellt. Ivarer sind bis dato die Einzigen, die bereits in die Ödnis der noch weiter nördlichen Polarregion vorgestoßen sind und das auch regelmäßig weiter tun.

      Meridin kann als die Kornkammer des Kontinents betrachtet werden. Maßgebend für diesen Umstand ist der enorme Vulkan im Süden, dessen Asche regelmäßig vom Wind auch bis weit nach Norden verteilt wird und den Boden düngt. Es ist jedoch auch schon mehrfach vorgekommen, dass aus der segensreichen Aktivität ein gewaltiger Ausbruch wurde, der die Ernten regelrecht unter sich begraben und so ausgerechet vorallem in Meridin Hungersnöte ausgelöst hat. Noch dazu gibt es gelegentlich Erdbeben.
      Das Land ist praktisch vollständig unter einer vergleichsweise dünnen Schicht aus Grundbesitzern aufgeteilt. Einem solchen Grundbesitzer gehört in Meridin alles, was auf seinem Boden erwirtschaftet wird, sei es nun Getreide, das Fällen der mittlerweile eher kläglichen Reste des Waldes, der ursprünglich weite Teile Vashoks bedeckt hat, die Aufzucht von Tieren oder irgendetwas anderes. Aus diesem Grund sind nicht wenige von ihnen reich, und die Gesetze Meridins setzen nur eher dürftige Mindeststandards, wie die zahlreichen Bediensteten zu behandeln und zu behausen sind. Es gibt einen von dieser Oberschicht gewählten und sich aus Angehörigen dieser zusammensetzenden hohen Rat, der die Randbedingungen setzt, und das kleine, aus Geld- und Sachabgaben finanzierte Söldnerheer kommandiert. Im Alltag hat er jedoch vergleichsweise wenig zu sagen, was er aber auch gar nicht will.

      Als Aschland wird das Gebiet rund um den Vulkan bezeichnet. Es handelt sich um eine zwergische Exklave am Rande des von Menschen besiedelten Gebiets. Es wäre nicht das erste Mal, wenn die dortigen Siedlungen von einem unerwartet großen Ausbruch verwüstet würden, doch die Zwerge besiedeln dieses Gebiet immer wieder neu. Hierfür gibt es einerseits handfeste wirtschaftliche Gründe wie das reichhaltige Vorkommen von hochwertigem Gestein und die Hoffnung auf edle Mineralien, andererseits stellt der Vulkan für die Zwerge auch in naturwissenschaftlicher und spiritueller Hinsicht ein sehr wichtiges Objekt dar.

      Das große Flachland Marrsak war die letzte Region, die sich der Ausbreitung der Menschen von Ivar aus in den Weg stellte. Dieser Umstand gilt als maßgeblich für die Art und Weise, wie sich das Reich entwickelt hat: Marrsak gilt schon seit damals als das Ziel all jener, denen Ivar zu harsch ist und die sich auch nicht irgendeinem mehr oder minder „blaublütigen“ Geldsack im Westen verdingen wollen, gleichzeitig aber nicht die Mittel oder Gelegenheit besitzen, selbst zu einem solchen aufzusteigen. König Varathin III. versteht sich genauso wie seine Vorgänger gut darauf, die zentrale Lage seines Landes zu nutzen. Während er seine Bevölkerung weitgehend einer strengen Rechtsordnung, dem Fiskus und eher zuerst als zuletzt sich selbst überlässt, wird für jeden Waren- oder Personentransport zwischen Meridin und Kol oder Vahald ein nicht unerheblicher Zoll fällig. Das wird allgemein - wenn auch zähneknirschend – akzeptiert, denn die Alternative wäre ein enormer Umweg über den südlichen oder nördlichen Seeweg außerhalb des Hoheitsgebiets. Marrsak war unter der Ägide der Valethans maßgeblich für den Krieg gegen die Hasst verantwortlich und zieht bis heute noch einen nicht unerheblichen Profit daraus. Obwohl man, sofern man körperlich geeignet ist, mit einer dreijährigen Zwangsverpflichtung zum Wehrdienst rechnen muss, ist das Land dennoch für viele attraktiv: Hier kann man auch mit vergleichsweise geringen Mitteln sein eigener, wenn auch (sehr) bescheidener Herr werden.

      Das weit im Süden befindliche Kol kennt lediglich in seltenen Ausnahmefällen Schnee, doch nur an dessen Südspitze um die zwergische Hauptstadt Lut herum kann man tatsächlich von Wüste sprechen. Der Rest des Landes ist ein von Süden nach Norden verlaufender, fließender Übergang zwischen dieser und dem gemäßigten Klima Marrsaks. Obgleich Kol nur im Norden Teile des Gebirges für sich vereinnahmt, ist das Land dennoch Reich an Bodenschätzen wie Kohle unterschiedlichster Qualität und natürlich auftretenden Teergruben. Vieles davon wird schon seit sehr langem von den Zwergen ausgebeutet, welche ihr Gebiet auch mit einem Netz aus Straßen durchzogen haben, das in Sachen Qualität seinesgleichen sucht. Ein chronisches Problem des Landes ist Wasserknappheit: Während es insbesondere in der extrem heißen Hauptstadt kein Problem für die Zwerge ist, Meerwasser verdunsten und wieder kondensieren zu lassen, ist es selbst für sie schwierig, die für Landwirtschaft notwendigen Mengen tief im Landesinneren bereitzustellen. Aus diesem Grund ist es hauptsächlich entlang der Küste besiedelt, während sich im Landesinneren nur kleinere Stützpunkte und vorallem die Rohstoffe erzeugenden Wirtschaftszweige befinden.

      Gäbe es die Zwerge nicht, wäre Vahald noch heute im Grunde eine riesige, von Wald bedeckte Insel. Die Bewohner Kols waren die ersten, die noch vor den Menschen einen Fuß auf diesen Teil der Welt setzten und sich unter Ausbeutung der Reichtümer vorarbeiteten. Erst tief im Landesinneren stellten sich die Elfen, die zuvor keine äußeren Konflikte gekannt hatten, in den Weg und machten unmissverständlich klar, dass es so nicht einfach weiter gehen würde. Dass sich auf der Insel intelligente und zugleich so scheue Bewohner aufhalten würden, die sich erst in einem so fortgeschrittenen Stadium der Unternehmung zeigen würden, hatte in den Gleichungen der Zwerge nirgendswo gestanden. Für sie war eine weitere Konfrontation nicht rentabel und so zogen sie sich zurück, wobei sämtliche bereits errichteten Gebäude und Einrichtungen, die man ja nicht abtransportieren konnte, zurückgelassen wurden. Die Elfen entschieden, dass die Natur Vahalds auch ohne die Beseitigung der „Reste“ zufriedenstellend würde weiter existieren können, und dass die zwergischen Strukturen für sie selbst nutzbar wären. Sie existieren heute noch, von den Elfen soweit gepflegt, wie es ihnen möglich ist. Ein Großteil der Elfen, die sich auf dem Vormarsch der Zwerge zunächst vor diesen versteckt hatten, sind in die von ihnen geschaffene Schneise zurückgeströmt und haben sich dem neuen Gleichgewicht der Natur nicht nur angepasst, sondern konservieren sie auch.


      Allgemeine Infos zu den Völkern/Rassen:

      Menschen:
      „Man könnte meinen, wir würden die anderen mit unseren ständigen internen Querelen nur belasten. Doch wo wären diese anderen denn dran, würde sich unsere Imperfektion geschlossen nach außen richten ?

      Die Menschen lebten ursprünglich nicht auf Vashok, sondern auf einer anderen, weitaus kleineren Landmasse namens Maratar. Dort waren sie alleine, doch nicht minder an interne Konflikte gebunden. Zur damaligen Zeit wurde Magie weit weniger restriktiv gehandhabt als heute, so dass es teilweise noch Disziplinen gab, die heute nur noch in Büchern stehen – wenn diese denn nicht schon längst verbrannt wurden. Es waren anerkanntermaßen nämlich zwar nicht alleine, aber doch zu erheblichem Anteil Magier, die es zustande brachten, einen dieser Konflikte auf ganz Maratar auszudehnen und die Menschheit in einem selbst gestifteten Blutbad zu versenken, das sie so weit schwächte, dass es nicht mehr viel an natürlichem Geschehen gebraucht hätte, um auch den Rest dahin zu raffen. Die heutigen Menschen auf Vashok lassen sich allesamt auf eine Gruppe verzweifelter Exilsuchender zurückführen, die iher alten Heimt den Rücken gekehrt hatten und zu neuen Ufern aufgebrochen waren. Da diese Vorgänge mittlerweile einige tausend Jahre zurückliegen, haben sie sich mittlerweile zur zahlen- und flächemäßig bedeutesten Größe ausgeweitet und ausdifferenziert – vom „alten Kontinent“ hat man bis heute nie wieder etwas gehört, weswegen davon ausgegangen wird, dass die Reste menschlicher „Zivilisation“ dort nicht überlebt haben. Es gibt keine geschlossene Führung, sondern die gesamte Population teilt sich auf die drei Reiche Ivar, Meridin und Marrsak auf. In allen wird dieselbe Sprache gesprochen, wenn es auch teilweise stark unterschiedliche Dialekte gibt.

      Die Menschen Vashoks unterscheiden sich nicht von den Menschen, wie wir es sind. Es gibt allerdings regionale Unterschiede, die durch allgemeinen Lebensstandard und Klima zustande kommen. Sie besitzen zusammen mit den Elfen das größte Talent für Magie und eine erstaunliche physiologische Kompatibilität zu den anderen beiden dominierenden Völkern Vashoks: Es gibt sowohl Halbelfen als auch Halbzwerge, wenn auch selten.


      Elfen:
      „Wenn wir uns alle selbst vernichtet haben, hat entweder irgendeiner die Elfen dabei mitgenommen oder sie sind die einzigen, die noch übrig sind.“

      Die Bewohner Vahalds lieben Bäume – als Pfeilschäfte, schicke Möbel oder auch als Fußbodenbelag. Auch wenn man ihnen bei noch so viel Sorge um die Wahrung gängiger Klischees keine Baumknutscherei bei gleichzeitiger Abstinenz jeglicher metallurgischer Kenntnisse unterstellen kann, sind sie doch diejenigen, die sich am Besten darauf verstehen, in nachhaltiger und schonender Art und Weise mit Pflanzen und Tieren umzugehen. Die meiste Zeit ihrer Geschichte waren sie sich nicht einmal bewusst, dass sie nicht alleine auf der Welt existieren könnten, oder haben sich zumindest nie ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt. Als die Zwerge kamen, reagierten die in äußeren Konflikten völlig unbewanderten Elfen zunächst mit Tarnung und Rückzug. Mit der sicheren Erkenntnis, dass sie nicht allein und sie nur mit Glück einem gegenseitigen Abschlachten entkommen waren, begann nach diesem Ereignis ein grundlegender Paradigmenwechsel: Sie sahen die Notwendigkeit, selbst über den Tellerrand Vahalds hinaus zu blicken, und begannen ihrerseits mit der vorsichtigen Erkundungen des westlichen Teils Vashoks und dem frühzeitigen Aufbau diplomatischer Beziehungen, um möglichst jede nachteilige Entwicklung für sich antizipieren zu können. Darum besitzen sie mittlerweile Botschaften und Niederlassungen in jeder der Hauptstädte der Menschen, selbst zu den Hasst besteht regelmäßiger Kontakt. Sie sind so ziemlich das einzige Volk, das eine ernsthaft positive Beziehung zu ihnen pflegt, auch wenn sie klug genug sind, das heimlich zu tun. Da die ganze Sache mit den Zwergen nun doch schon eine lange Zeit zurückliegt, sind es eigentlich nur noch die Hardliner auf beiden Seiten, die die jeweils anderen wirklich gerne aus dem Weg räumen würden. Doch eine gewisse gegenseitige Abneigung ist nicht zu bestreiten, was aber auch maßgeblich auf die den Idealen der Elfen ziemlich zuwider laufende Wirtschaftsweise der Bewohner Kols zurückzuführen ist. Es gibt mittlerweile eine nicht mehr völlig vernachlässigbare Zahl an Elfen, die dauerhaft außerhalb Vahalds leben und der Faszination von Technik zu ungunsten alter Ideale unterliegen, womit sie sich unter ihren eigenen Landsleuten nicht gerade beliebt machen. Elfisch ist eine hochkomplexe Sprache, bei der auch die Intonation der Wörter einen Informationsgehalt trägt. Für sie ist das, was Menschen, Zwerge und Hasst sprechen, eine eher primitive Angelegenheit, die leicht zu erlernen ist.

      Elfen sind bei einer mit den Menschen vergleichbaren Größe zumeist schlanker und (sehr) leicht gebaut, was ihnen zwar eine vergleichsweise geringe Körperkraft, dafür aber große Geschicklichkeit und Schnelligkeit verleiht. Spitze Ohren sind die Regel. Überdurchschnittlich viele von ihnen sind Magier, und viele elfische Magier sind sehr gut in dem, was sie tun. Sie werden häufig über 100 Jahre alt.


      Zwerge:
      „Sie schüren mit Kohle nicht nur ihre Schmiedefeuer, sie betreiben damit auch Tag und Nacht ihre Festungen des Gestanks. Diese Verrückten!“

      Es besteht kein Zweifel daran, dass die oft mürrischen und manchmal unerträglich sturen Bewohner des heißen Südens das technisch und naturwissenschaftlich fortschrittlichste Volk Vashoks sind. Zu ihrem Repertoire zählen Erfindungen wie mechanische Rechenmaschinen oder große Kesselhäuser, mit denen sie in den größten Städten der Menschen (insbesondere in Ivar) ganze Viertel zentral über ein ausgeklügeltes Rohrnetzwerk beheizen, sofern die Bewohner sich die Kosten und die Klagen über schlechte Luft leisten können. Ohne den intensiven Abbau insbesondere von Kohle und Eisen wäre etwas derartiges nicht möglich, doch Getreide und andere Nutzpflanzen wachsen nicht in Bergwerken und ein Leben ohne Sonne ist nicht gerade stimmungsaufhellend, weswegen auch bei ihnen viele einfache Leute und unterirdische Städte nicht existent sind. Ihre sagen wir mal „offensive“ Wirtschaftsweise ist der Antrieb für einen subtilen Dauerstreit mit den Elfen, zumal sie sich auf Vahald schonmal die Finger verbrannt haben. Sie lieben große, prunkvolle Bauwerke – zu deren Errichtung wohl teilweise nur sie die notwendigen Kenntnisse besitzen – und selbst einfache Bauernhäuser sind meist mit mehr Liebe zum Detail errichtet als bei den Menschen. Zwerge glauben nicht an einen höheres Wesen, das sich fortlaufend und ohne jede Möglichkeit zur Beobachtung in die Geschehnisse der Welt einmischt, die es geschaffen hat. Für die Zwerge ist der materielle Teil der Welt ein solches höheres Wesen, und die Naturgesetze machen eine fortlaufende Einmischung überflüssig und schädlich. Dass sie mit ihren eigenen Aktivitäten dieses höhere Wesen fortlaufend bearbeiten, wird als beabsichtigt oder zumindest wohlwollend toleriert angenommen, da die Naturgesetze diese Bearbeitung seit jeher zulassen und sich nie etwas daran geändert hat. Begrifflichkeiten wie „Glück“ und „Pech“ beurteilen sie gerne als Eingeständnis, dass derjenige, der diese Worte ausspricht, schlicht nicht genug Ahnung von den natürlichen Gesetzmäßigkeiten hat, um eine echte Erklärung liefern zu können.

      Ihre Gesellschaft wird geführt von drei gleichberechtigten Königshäusern aus den verschiedenen Teilen des Landes: Miest, Yakuar und Born. Ihre Anführer stimmen die Entscheidungen untereinander ab, wobei Enthaltungen verboten sind und eine Mehrheit so immer zustande kommt.

      In ihrer körperlichen Stärke können sie durchaus mit Menschen mithalten und Vorteile aus ihrem kompakten Körper ziehen, nur in Sachen Geschwindigkeit wird es bei ihren Beinen bei 1m-1,4m Größe etwas schwierig. Zwerge sind Spezialisten darin, Magie in Gegenständen zu binden und sie dann bei Bedarf zu entladen. Der Effekt ist zwar nicht der Stärkste, aber dafür erfordert der Vorgang weniger Konzentration als das Zaubern „in Echtzeit“. Zwerge werden ähnlich alt wie Menschen.


      Hasst:
      „Eigentlich weiß keiner so wirklich, ob sich ihr Name vom Substantiv oder das Substantiv von ihrem Namen abgeleitet hat. Vielleicht haben sie die Welt mit ihrem Auftreten auch überhaupt erst mit diesem Gefühlsempfinden infiziert.“

      Die Hasst, wie sie von Menschen und Zwergen genannt werden (Elfen verwenden für sie den Namen „Dja-Quar“), leben äußerst zurückgezogen im aufgeschobenen Gebirge, das sich entlang der Westküste durch Meridin, Marrsak und Kol hinzieht. Es gibt bei ihnen keine bekannte geschlechtliche Differenzierung, weswegen Begrifflichkeiten wie „Mann“ und „Frau“ in ihrem Kontext ziemlich hinfällig sind. Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes, das viel mehr als männlich denn als weiblich interpretiert werden kann, haben sich neue Wörter für sie jedoch nie durchgesetzt, weswegen in der Anrede stets von „er“, „ihm“ und, wenn man sich eher verachtend ausdrücken möchte, „es“ die Rede ist. Sie können nicht selbst ihre Kinder zeugen, sondern sind hierfür auf andere Säugetiere angewiesen, die sie für sie austragen. Es handelt sich hierbei für sie weit weniger um lustbehafteten „Geschlechts“verkehr im herkömmlichen Sinne – auch wenn außenstehende das gerne so interpretieren und das auch keineswegs abwegig ist -, sondern vielmehr um eine parasitäre Angelegenheit. Etwa alle 25 Jahre geraten sie in einen Zustand namens „Hrrstag“ - ein immer stärker werdender und schließlich unwiderstehlicher Trieb, der erst aufhört, wenn ein geeigneter Wirtsorganismus infiziert wurde. Sie konnten sich in der Vergangenheit hierzu ausgiebigen Beständen an wild lebenden Tieren wie Hirschen oder Pferden bedienen, die um ihr Territorium zu finden waren. Doch als diese irgendwann nicht nur von den Zwergen im Süden, sondern auch von den aus dem Norden kommenden Menschen bejagt und domestiziert wurden, wandten sie sich eben diesen Neuankömmlingen zu. Sie verstehen sich sehr gut auf den Umgang mit betäubenden und die Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigenden Giften, weswegen zwar die Bevölkerung vor Ort schnell sie für die hohe Zahl an Tieren und Personen verantwortlich machte, die erst verschwanden und dann nicht selten viele Monate später völlig entkräftet wie aus dem Nichts wieder auftauchten, Valethan I. sich vor 90 Jahren jedoch in der komfortablen Lage sehen konnte, die Sache auf die lange Bank zu schieben, da keinerlei Beweis für Motiv oder die konkret ausgeführten Verbrechen vorlag. Als dieser schließlich erbracht war, ließ ihm die Stimmungslage im eigenen Land keine andere Wahl als zu handeln. Er ersann eine ebenso radikale wie unkreative Lösung, indem er mit seinen Truppen geradewegs in die Berge marschierte. Der Krieg war gekennzeichnet von gegenseitiger massiver Unterschätzung: Auf der einen Seite hatten die Hasst keine Ahnung von tatsächlicher Ausdehnung, Bevölkerungszahl und kämpferischen Qualitäten der Menschen. Auf der anderen Seite ist es für einen einfachen Soldaten, der sich und seine gesamte Ausrüstung erst einmal über sehr viele Höhenmeter schleppen musste, nicht gerade aufbauend, wenn er auf einmal einem Wesen gegenüber steht, das selbst einen Ivarer noch um zwei Köpfe überragt, ihn aus einer messerscharf gespickten Mundhöhle wutentbrannt in einer unverständlichen Sprache anbrüllt und das nun von ihm bitte jetzt gleich aus seiner Heimat heraus geprügelt werden soll. Anstatt die Hasst unter horrenden eigenen Verlusten endgültig zu vernichten, diktierte Valethan ihnen einen Friedensvertrag, der Marrsak selbst von jeglicher Schuld am Ausbruch des Krieges freisprach und als Reparationsleistung forderte, dass die Hasst ihren Nachwuchs vom 6. bis zum 15. Lebensjahr als Arbeitskräfte zur Verfügung stellen – etwa jenem Alter, in dem sie einerseits schon zu harter körperlicher Arbeit fähig sind, ihren Herren aber noch nicht im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf gewachsen sind. Im Gegenzug würden die Hasst eine geeignete Zahl an nicht näher spezifizierten Wirten für das Austragen ihrer Kinder erhalten. Mit dem Rücken zur Wand und ohne Aussicht auf Alternativen halten sie sich bis heute daran - zum großen Vorteil Marrsaks: Nicht nur, dass sich auch einige meridinische Adelige gerne in den Sklavenhandel einkaufen, sondern die Valethins ersparen sich zumindest bei den weiblichen Verurteilten im eigenen Land häufig den nicht allzu diskreten Galgen.

      Eine der unweigerlichen Folgen ist, dass die menschliche Kultur partiellen Einzug in die der Hasst gehalten hat. Da die allermeisten Angehörigen dieses Volkes erst nach Kriegsende geboren wurden, ist es mittlerweile üblich, dass sie neben ihrer eigenen Sprache auch die der Menschen zumindest einigermaßen beherrschen. Manche beherrschen auch Zwergisch, denn auch bei deren Bewohnern sitzen Geld und Moral manchmal locker genug. Insbesondere in Ivar ist aber auch die Ansicht verbreitet, dass eben dies langfristig eine große Gefahr darstellt, was unter anderem auch der Grund ist, wieso Königin Turi Manald den gesamten Vertrag rundheraus ablehnt.

      Hasst besitzen stets spitze, leicht gekrümmte Ohren, die an eine stark vergrößerte Ausgabe von denen der Elfen erinnern. Ihre Haut ist grau, doch das für sie kennzeichnendste Merkmal ist ihre enorme Größe. Das macht sie nicht per se körperlich stärker als Menschen oder Zwerge – es kommt auf den Einzelfall an - doch zweifellos können sie auch ganz ohne zusätzlichen Schutz eine Menge einstecken und sind für ihre Überlebensfähigkeit bekannt, für die sie auch ohne mit der Wimper zu zucken schlichtweg als Barbarei empfundene Methoden wie beispielsweise das Verspeisen gefallener Feinde einsetzen. Sie besitzen ein weitaus schwächeres Talent für Magie als die anderen Völker, weswegen sie in einer einzelnen Disziplin nicht weit kommen. Da sie dadurch aber auch mehr Zeit haben, entscheiden sich viele Magier der Hasst dafür, mehrere Disziplinen soweit zu erlernen, wie es ihnen eben möglich ist, und diese in Kombination einzusetzen, um das zu kompensieren. Sie leben in ihrer Heimat als dünn gestreute Gemeinschaft ohne steile Hierarchie, dafür aber mit seit Ewigkeiten eingespielter Fähigkeit zur Selbstorganisation. Es gibt bei ihnen keine ausgeprägte Hauptstadt: Hastue gehört zu Marrsak und böse Zungen behaupten, dass diese Stadt so dicht an der Höhle des Löwen nur gegründet wurde, um auch an der Westküste einen Stützpunkt für das Abfangen von Schiffen zu haben. Es ist Hasst nach dem 15. Lebensjahr erlaubt, sich in menschlichem oder zwergischem Territorium aufzuhalten, doch nur sehr wenige tun sich das freiwillig an. Im Grunde sind die Elfen die einzigen, zu denen ernsthaft positive diplomatische Beziehungen bestehen.


      Magie:
      Magie teilt sich in mehrere Disziplinen auf:
      • Feuer: Diese Disziplin reicht vom Anzünden einer einzelnen Kerze über das Sprühen von Funken bis hin zur ausgewachsenen Feuerwand.
      • Frost: Ivar ist noch nicht kalt genug ? Das lässt sich ändern... Um einiges effektiver wird das bloße Erschaffen von Kälte jedoch mit einem gewissen Vorrat an gefrierfähigem Wasser. Dieser ist nicht implizier Teil dieser Disziplin.
      • Telekinese: Telekineten beherrschen das berührungslose Bewegen von Objekten wie beispielsweise Luft, Gegenständen oder auch Personen unabhängig von ihrer eigenen körperlichen Stärke. Der berühmt-berüchtigte Darth-Vader-Würgegriff kann dazu gezählt werden.
      • heilende Magie: Selbsterklärend, aber es gibt Grenzen: abgerissene Gliedmaßen bleiben abgerissene Gliedmaßen und tot bleibt tot.
      • es gibt noch weitere Zweige, die jedoch teilweise schon seit dem Exodus aus Maratar entweder verboten sind oder gar zumindest scheinbar völlig vergessen wurden, so z.B. Reanimation (das Verwandeln von Leichen in primitive, magisch angetriebene Diener).

      Grundsätzlich können Angehörige jedes Volkes Magie beherrschen, doch wer damit wirklich in der Lage sein will, in einen Krieg zu ziehen und nicht nur mehr oder minder große Taschenspielertricks auf Lager haben möchte, muss sie studieren – und zwar intensiv. Der Zugang zu dem entsprechenden Wissen ist gerade im fortgeschrittenen Stadium nicht trivial, da die Ausbildung zu Magiern praktisch überall mehr oder minder kontrolliert wird – zu groß die Angst vor Leuten, die zu viel Macht und gefährliches Halbwissen auf zu wenig Selbstbeherrschung und/oder überbordenden Egoismus vereinen. Wer ein wirklich guter Magier sein will, braucht Geld und ein gutes Führungszeugnis oder aber einiges an Glück und viel Talent, in jedem Falle aber eine bedeutende Menge seiner Lebenszeit. Nichtsdestotrotz gibt es wohl eine erhebliche Dunkelziffer an Magiern, die ihr Wissen an den Kontrollen vorbei und in eigenbrötlerischer Weise erworben haben oder dies zumindest versuchen, dabei aber nicht so weit kommen. Magier müssen sich mit einem Dokument ausweisen können. Wird man ohne ein solches erwischt, gibt es je nachdem, wo man sich aufhält und was man da gerade gezaubert hat, schnell ziemlichen Ärger. Es ist durchaus möglich, mehrere Disziplinen zu kennen, doch nicht so tief wie als wenn man sich auf eine einzelne konzentriert.

      Das Wirken von Magie erfordert intensive Konzentration und setzt den Wirker großem mentalen Stress aus. Man kann nicht erwarten, dass man einen wirklich großen Zauber mal eben mit einem Fingerschnippen initiiert und womöglich anschließend weiter eine Rede hält, während man nach und nach seine Zuhörer erfrieren lässt. Magie wird stumm gewirkt - es gibt keine aufzusagenden Zaubersprüche, Beschwörungsformeln oder Ähnliches. Zumeist müssen jedoch die Hände bewegt werden.



      Weitere allgemeine Infos:
      Es gibt ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel: Gold. Praktisch überall wird es in diverse Arten von Münzen geprägt, um das Feststellen der vorliegenden Menge einfacher zu gestalten. In irgendeiner anderen Form ist das Metall zwar theoretisch genauso viel wert, doch der praktische Einsatz als Zahlungsmittel scheitert häufig an eben jenem Punkt, dass nicht jeder gleich eine Waage parat hat.



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      Sooo Leute, willkommen zu meinem ersten Fantasy- und zu meinem zweiten RPG überhaupt! :)
      Es steht euch frei, ob ihr einen Menschen, Zwerg, Elfen oder Hasst spielen wollt, ebenso welche Art von Kämpfer/Magier (inklusive der Option des Nichtkämpfers). Ihr müsst euch nicht zwingend an all das hier halten – wenn ihr mir bspw. ein annehmbares Konzept für eine andere Art von Magie vorlegt, will ich nicht nein sagen. Ich durfte schließlich selbst oft genug bei anderen RPs von einer derartigen Möglichkeit Gebrauch machen.

      Startpunkt des RPGs wird die Einladung zu einem Defilee der Reichen und Mächtigen in Norsok, einem großen Jagdschloss der königlichen Familie Ivars im Nordwesten eben dieses Landes. Es handelt sich um eine seit langem alle zwei Jahre abgehaltenen Tradition zum Tanzen, Quatschen, Durchessen, Sehen-und-Gesehen-Werden und Beziehungen knüpfen. Jeder eurer Charas benötigt ein Einladungsschreiben zu diesem gesellschaftlichen Ereignis. Es ist hierbei egal, ob ihr nun einen bedeutenden Adeligen spielt, der tatsächlich direkt eingeladen wurde, oder einen, der zumindest genug Geld und Geltungsbedürfnis hat, um sich in dieses gesellschaftliche Ereignis einzukaufen - was für ein gewisses Kontingent der Teilnehmer durchaus offizielle Praxis ist. Eure Charas können sie auch schlicht gestohlen oder gar gefälscht haben und sich aus anderweitigen, inklusive kriminellen Interessen heraus dort hin begeben wollen. Wer dieses Schreiben vorlegt, kommt rein. Vielleicht findet ihr auch einen ganz anderen Weg wie bspw. als Bediensteter oder Wachmannschaft :)
      Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Infos über eure Charas in einem Post im Roleplaystil verpacken: Wie sie an eine Einladung kommen und aufbrechen oder sowas. Ein kurzer Steckbrief ist aber etwas, um das ich euch um jeden Fall bitten möchte, für den Fall, dass später einmal Infos kompakt nachgeschlagen werden müssen. Charas sind mir vorher per PN zuzuschicken und die Genehmigung abzuwarten, ehe ihr sie hier postet.



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      Mein eigener Char:

      Ein Aushang an einer öffentlichen Anschlagtafel: Klein, im Eck und schon zigfach vom Himmel angespuckt, was dem Schriftträger aber keinen Abbruch getan hatte. Praktisch niemand, den er hatte dabei beobachten können, wir er seine Zeit dieser Zettelsammlung widmete, schien sich für dieses Stück Pergament zu interessieren. Bei ihm war das anders: Es war schon ungewöhnlich, dass sich jemand die Mühe machte, ein Dokument wie dieses in der Sprache seines Volkes zu verfassen - ein cleverer Schachzug, wie ihm bald klar wurde: Für den menschlichen Pöbel hier war dieser Wirrwarr von ununterbrochener, erratischer verschlungener Linie, der sich fast über die ganze Fläche erstreckte, eben nur genau dies. Für jemanden, der es lesen konnte, war es blanke Information:

      Temporäre Anstellung als dienstbarer Geist in Norsok - Hilfskräfte für die Bedienung der Gäste des diesjährigen Banketts gesucht. Bei Interesse: Taverne zum Eck, erster Stock, zweites Zimmer rechts.

      Als er klopfte, antwortete von drinnen ein überrascht wirkendes >>Herein!<<. Er öffnete die Tür, hinter der ihn am gegenüber liegenden Fenster ein Mann mit Dreitagebart erwartete, der ihn sogleich intensiv fixierte.
      >>Ich glaub's ja nicht... Ich könnte heute tatsächlich meine Arbeit loswerden! Endlich!<<
      Thaam sah ihn an, ohne einen weiteren Schritt nach vorne zu tätigen. "Habt ihr das mit diesem Aushang gemacht ?" Seine Menschenworte klangen etwas unbeholfen, aber man konnte es doch verstehen. "Ihr sucht also tatsächlich jemanden wie mich als 'dienstbaren Geist' ?"
      >>Na was denkt ihr denn ? Hier ist's schon richtig... Willkommen in der ivarischen Botschaft für Dja-Quar! Äh.. temporäre Botschaft natürlich. Und geheim!<<
      Bei seinen doch ziemlich lauten Worten rammte der Angesprochene schlagartig den Fuß in die Tür hinter sich, um selbige zu schließen. Sonst würden hier vielleicht doch noch mehr Leute mithören können. Der Kerl da vor ihm wirkte doch etwas unbedacht...
      >>Lasst mich raten: Ihr fragt euch gerade, was das alles soll - warum die Königin auf ihrem zweijährlichen Großereignis ausgerechnet auch wenigstens einen oder zwei graue Riesen den Wein verteilen lassen möchte... stimmt's ?<<
      "Ja."
      Jetzt grinste der Mann, der vermutlich Ivarer war.
      >>Die Antwort auf diese Fragen ist eigentlich ziemlich lustig, aber lasst mich mit den Banalitäten anfangen....<< Er grapschte nach einem Teller, auf dem die Reste seiner unvollendeten Mahlzeit ruhten. Dann bückte er sich so tief hinunter, bis er ihn noch mit dem Arm von unten kommend etwa einen Meter über dem Boden hielt, und stackste in dieser völlig verkrümmten Haltung durch den Raum. >>Ungefähr in dieser Höhe würde ein Zwerg servieren. Und jetzt stellt euch vor, ihr wäret eine schon etwas gealterte Herrschaft, die sich so weit bücken müsste, um der Besoffenheit einen Schritt näher zu kommen - und das viele Stunden lang immer wieder! Und dann stellt euch vor, ihr wäret ein Zwerg, dem nun wirklich jeder alles einfach vom Tablett greifen kann!<<
      Thaam nahm einen tiefen Atemzug, als er bemerkte, dass von den Resten auf diesem Teller, der da gerade durch den Raum getragen wurde, ein seltsamer Geruch ausging. Alkohol. Er antwortete daraufhin nicht sofort, dafür aber in einem Tonfall, der nun gar nicht von der von diesem Mann anscheinend angestrebten Komik angesteckt war. "Und wofür wollt ihr nun Angehörige meines Volkes ? Auf einen Menschen oder Elfen würden eure Befürchtungen ebenso wenig zutreffen. Und sie wären weniger ein... wie nennt ihr Menschen in eurer Scheinheiligkeit das immer ? Provo.. kation ?"
      >>Genau darum geht es eigentlich! Ein sehr kontrollierter Affront! Die Königin weiß genau, dass für die Besucher ihres Banketts selbiges ein viel zu bedeutendes Ereignis ist, um nicht mehr zu kommen, nur weil ihnen beim letzten Mal ihre Fressalien unter anderem von euch serviert wurden. Neben all ihrem Gequatsche, Getrinke, Getanze und was man sonst noch so macht werden die Gäste eure stille Präsenz zähneknirschend akzeptieren müssen. Ein Stachel, der sie daran erinnert, wie sie einerseits immer so tun als wollten sie mit eurer Art nie etwas zu tun haben, auf der anderen Seite dann aber doch nichtmal so selten liebend gerne von euch profitieren.<<
      "Ohh. Na das klingt jetzt aber ganz danach, als würde hier jemand die vielleicht wichtigste diplomatische Errungenschaft des letzten Jahrhunderts nicht gut heißen!"
      Ein Prusten, gefolgt von mehreren Sekunden leisem Lachen. >>Sarkasmus habt ihr drauf, aber sonst...<< Er seufzte. >>Ihr habt wirklich keine Ahnung, wie die Dinge laufen, oder ?<<
      Thaam beugte sich nach vorne, und als er sich mit seinen Händen auf dem Tisch abstütze und herunter beugte, wurde klar, wie ungleich größer als der andere Mann er doch war. "Oh doch. Ich weiß, wie sich eine Peitsche am flexiblen Ende anfühlt und wie man auf dem Feld die Sense schwingt, während sich der Besitzer von beidem stets außer Reichweite aufhält."
      Mit einer Reaktion dieser Art hatte der Mann schon gerechnet, aber für den Fall, dass die Situation in diesen Raum außer Kontrolle geraten sollte, hatte er verdeckte Wachen. Ein paar, draußen im Schankraum und auf den Gängen. Er besah sich den grauen Handrücken. >>Und ein Brandzeichen habt ihr auch. Nur kenne ich denjenigen nicht, der es verwendet. Aber ihr würdet ohnehin Handschuhe tragen."
      "Kommt zum Punkt!"
      >>Ivar hat mit der ganzen bösen Angelegenheit mit eurem Volk nichts zu tun. Unsere Königin Turi geht sogar soweit, diese... wichtigste diplomatische Errungenschaft des letzten Jahrhunderts, wie ihr es genannt habt, nicht anzuerkennen. Von meinen Landsleuten könnt ihr eine etwas freundlichere Haltung erwarten als ihr es vielleicht gewohnt seid.<<
      Thaam wirkte resigniert. "Und das ist dann mein Lohn ?"
      >>Nein. Euer Lohn wird etwas Gold sein, die Möglichkeit, ein paar Tage lang so viel und das essen zu können, was ihr wollt, und wenn ihr das Interesse dazu habt, könnte man auch darüber nachdenken, ob ihr euch in Ivar ansiedeln könntet. Wenn ihr euch sonderlich nach eurer Heimat sehnen würdet, wäret ihr ja nicht hier in Tajoch, oder ?<<
      Thaam musste anerkennen, dass sein Gesprächspartner da einen Stich hatte. Sein Erschaffer - wie Hasst ihr einziges Elternteil nannten - war tot, und er hatte sich nach dem Ende seiner neunjährigen Verpflichtung in die großen Wälder zurückgezogen. Es war ja auch nicht das erste mal, dass er sich in die Stadt gewagt hatte, um nach möglichen Veränderungen in seinem Leben zu spähen. Er ging durch den Raum während er überlegte, und wich dabei den beiden von der Decke hängenden Leuchtern aus. "In Ordnung, ich mache mit."
      >>Na wunderbar!<< Der Ivarer schien nun vor Freude fast zu sprühen. Er hatte in diesem Loch ja wirklich lange auf Kundschaft gewartet. >>Dann bleibt ihr jetzt erstmal hier. Es gibt diverse organisatorische Dinge zu erledigen, ehe wir aufbrechen. Wenn wir dort sind werdet ihr dann eingearbeitet und hübsch hergerichtet. Das Wichtigste ist aber...<< Er stieß eine Schublade auf und kramte ein Glas mit Kräutern sowie ein Messer heraus. >>Eure Hand bitte. Ich brauche ein paar Tropfen.<<
      Ein oberflächliches Anritzen und beide betrachteten die mit Blut beträufelten, zermahlenen Blätter. Nichts passierte.
      >>Glück gehabt - Spätzünder. Sonst hätte ich euch die Arbeit doch nicht geben können.<<

      Charbogen

      Name: Thaam'oyos
      Alter: 19
      Ausrüstung: Er trägt dicke Lederstiefel und für die Stadt ein einfaches Leinenhemd und eine ebensolche Hose, die aber beide schon bessere Tage gesehen haben und durch nichts anderes als einen Strick und nicht einen richtigen Gürtel zusammengehalten werden. Wenn er auf der Jagd ist, verwendet er einen selbstgebauten Langbogen mit Pfeilen und eine auf einer Seite mit stumpfen Noppen gespickte Metallkugel, die er auf der anderen Seite fest greifen kann.
      Aussehen: Dunkelgraue, jung wirkende Haut, die am Rücken jedoch durch zahlreiche Peitschenhiebe verunstaltet und vernarbt ist. Graugrüne Augen und dickes, mittellanges, schwarzes Haar, das sich zwischen den beiden langen Ohren nach hinten den Kopf entlang schlängelt. Insgesamt kräftiger Körperbau, der von harter Arbeit zeugt. Man sieht ihm jedoch an, dass er nicht gerade viel zu Essen hat. Thaam ist 2,43m groß.
      Stärken: Geübter Bogenschütze mit hoher Reichweite. Er sieht die Welt von etwas weiter oben - Schläge auf den Kopf gehören für sein Volk zu einer sehr beliebten und effektiven Vorgehensweise.
      Schwächen: Er hat das alles bis jetzt praktisch nur mit wilden Tieren gemacht: Die tragen keine Schwerter und so... Auch ist er arttypisch nicht gerade der Wendigste und bietet einiges an Angriffsfläche.

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    • Der Bote trieb sein Pferd an. Es war bereits Mittag, und die heiße Südsonne prangte am tiefblauen Himmel, aber der schmale Fluss und die Bäme entlang seines Ufers spendeten ihm Schatten. Sein Ziel war ein eigenartiges Bauwerk, umgeben von einer Palisade, über der es aus vielen Schloten rauchte. Die Bäume hatten einen merklichen Graustich von den Dingen, die da runter schneiten. Aber der Bote war daran gewöhnt, er mochte zum Landsitz gehören, doch der „Herr“ des Hauses war öfter hier als dort. Leider war die örtliche Poststelle nicht geneigt, das zu beachten, wohl eine absichtliche Schikane, wie der Bedienstete sich ausrechnete. Er nahm nicht an, dass der „Herr“ das bemerkte.
      Er beschwerte sich einfach bei seinem Boten, dass er ihn beim Mittagsmal unterbrach, wie es jetzt wohl unvermeidlich geschehen würde.
      Vor dem einzigen Tor zu der Palisade brachte er sein Pferd zum Stehen, stieg ab und ging auf den übel vernarbten Kerl zu, der in einer Art leichten Plattenrüstung Wache stand. In dem Unterstand neben dem Tor spielten ein paar weitere solcher Gestalten Karten. „Halt! Gebt euch zu erkennen!“, blaffte der Torwächter.
      Der Bote seufzte, und zeigte seine Dienstkette. „Ich komme vom Landsitz mit einem Brief für den Freiherrn. Lasst ihr mich wohl ein?“
      Der Wächter grunzte etwas, und schlug dann zweimal gegen das Tor. „Der Bote für den Herrn, macht das Tor auf!“ Dem wurde Folge geleistet.
      Auf der Innenseite waren auch ein paar Wachen im Unterstand zugegen, die anderen bemühten sich gerade, einen Hasst niederzuringen, um ihn auspeitschen zu können. Vielleicht hatte er fliehen wollen. Nichts auf das man achten müsste. Er übergab sein Pferd einem der Wachleute, dem es verdächtig in den Augen glänzte als er das wertvolle Tier sah, und ging weiter. Das heißt, bis ein anderer Wächter ihn am Arm griff. Er setzte seinen besten „enervierter Leibdiener“-Blick auf, und wandte sich um. „Was wünscht ihr?“
      Der Wachhauptmann nickte ihm zu. „Lasst mich euch begleiten, die Hasst sind etwas unbotmäßig heut.“ Der Bote lächelte ein wenig und nickte. Der Hauptmann war wenigstens vernünftig, anders als die „örtliche Miliz“ die seltsamerweise nur diese Anlage bewachte.
      Durch eine lang gestreckte Halle, die wie ein übergroßer Stall aussah, aber in jeder Nische einen Schmiedeofen hatte, und in der man den Lärm großer Räder und schwerer Hämmer hörte und sonst wenig, gingen sie zu einem Anbau, der mit einer Brücke über den schmalen Fluss erreichbar war. Von draußen sah man, was wie zwei oder drei Wassermühlen nebeneinander wirkte. Der Bote verstand davon nicht viel, es trieb aber wohl irgendwelche Mechanismen an, die der „Herr“ von seinen Ahnen väterlicher Linie abgekupfert hatte. Gottlose Dinger.
      In dem Anbau, der die Verwaltung der großen Schmiede beherbergte, musste er noch eine Treppe hinaufsteigen, dann konnte er sein Kuvert endlich loswerden. Er klopfte an die schwere Eichentür zum Empfangsraum.
      „Herein.“ Ein anderer Diener öffnete dem Boten die Tür, und dahinter servierte ein dritter dem „Herrn“ einen Schweinskopf. Hätte man diesen mit dem Kopf seines Herrn vertauscht, der Unterschied wäre kaum aufgefallen, aber natürlich konnte ein loyaler und eifriger Bediensteter sich solche Gedanken nicht anmerken lassen.
      „Edler Freiherr, eine Depesche aus Ivar hat euch erreicht. Ich entschuldige vielmals die Unterbrechung bei eurem gesegneten Mahle.“ Er verbeugte sich tief. Der Hauptmann stand auf dem Gang und wirkte nach besten Kräften unbeteiligt.
      Der „Herr“ schaute seinen Boten aus kleinen, feindseligen Augen an. „Ihr kommt spät. Und ihr stört mein Mahl. Ist das endlich die Einladung?“, knurrte der Freiherr Rubikant den Vallard, und biss in ein Schweinsohr, dass er sich gerade abgeschnitten hatte.
      „Allerdings, ihro Gnaden.“ Ohne sich zu erheben, watschelte der Bote auf den Tisch zu, und legte das Lederkuvert genauso ab, dass es auf einem Weinfleck landete.
      Der Herr schien dies nicht zu bemerken. „Na endlich. Und jetzt geht mir aus den Augen, das Essen wird kalt.“, brummelte er kauend.
      Der Bote musste nicht zweimal gebeten werden.
      Rubikant kaute einige Momente weiter, um den Geschmack, verfeinert mit Honig und Gewürzen, und die zarte, aber feste Textur auszukosten. Von all den Geziertheiten des Adels, die er sich aneignen musste, war ihm der Leibkoch am Liebsten.
      Erst dann warf er einen Blick auf den Umschlag, der einige rote Flecken bekommen hatte, und nahm ihn auf. Dafür hatte er sich mächtig ins Zeug legen und einige Gefallen einfordern müssen, aber er hatte das Gefühl, es würde sich lohnen.
      Dann aß er weiter seinen Schweinskopf, er wollte das gute Essen ja in der Tat nicht kalt werden lassen.

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      Name: Rubikant den Vallard
      Rang und Bedeutung: Freiherr (angeheiratet), reicher Manufakturbesitzer
      Alter: 43
      Rasse: Mensch, ein Viertel Zwerg
      Ausrüstung: Wertvolle, schwere Gewänder, die nicht zu dick auftragen (findet er) sondern eher seine Linie etwas schlanker machen, einige Ringe und Ketten, sowie ein unauffälliger Schutzpanzer darunter. Rubikant benutzt im Kampf einen Dolch oder falls nötig Schwert und Schild, hält sich aber meistens auf Distanz und verlässt sich auf seine Wachen und eine Repetierarmbrust, mit der er passabel umgehen kann.
      Aussehen: Rubikant ist ein untersetzter, dicklicher Kerl, kaum ein Meter sechzig, aber verhältnismäßig breit gebaut, auch nach vorne und hinten. Sein Gesicht ist gleichermaßen ohne Spannung, aber man sieht ihm den Ehrgeiz an den Augen an, und er ist ständig in Bewegung, was so gar nicht zu dem Bild des gesetzten reichen Herrn passen will. Selbst in seinen besten Kleidern riecht er meist nach Ruß.
      Stärken: Durch seinen mächtigen Bauchansatz unterschätzt man leicht, dass er doch recht flink zupacken kann wenn es darauf ankommt, und er ist auch nicht allzu schwach – er schwingt immer noch manchmal den Schmiedehammer. Seine wirklichen Vorteile sind allerdings sein Geld und seine anderen weltlichen Mittel.
      Schwächen: Er mag zwar schneller als erwartet reagieren wenn ihm etwas vor die Griffel kommt, aber er rennt wie ein dreibeiniger Eber und hat weniger Ausdauer als ein toter Goldfisch. Er ist auch nicht groß, was seine Reichweite begrenzt, und kann nicht wirklich fechten oder so etwas – wo soll ein Schmied das auch gelernt haben, beim Militär sicher nicht. Um seine adligen Umgangsformen ist es ähnlich bitter bestellt, aber er gibt sich Mühe.
    • Irgendwo in Marrsak. Eine Herberge am Wegesrand leuchtete dem müden Reiter, der in Kälte und Regen des Nachts unterwegs war, verlockend entgegen. Müde und abgekämpft lenkte er sein Pferd zum Stall und scheuchte den Burschen auf.

      "Versorgt es.", erklang barsch der Befehl zum eingeschlafenen Jüngling, der aufschreckte und sich schlaftrunken und leise murrend daran machte besagten Befehl auszuführen. Der Reiter hatte schon kein Auge mehr für ihn, sondern hielt bereits auf die Tür der Herberge zu. Knarzend öffnete sich die Türe und gab Blick in einen verrauchten Innenraum frei. Einzelne Gesichter, narbig, pockig und eingefallen, drehten sich zum Neuankömmling um.

      "Ein Zimmer. Und ...". Der Rest seines Satzes wurde dem Wirt ins Ohr geflüstert. Dieser nickte nur und öffnete die Hand, in welche in schneller Folge zuerst einige Münzen, danach ein versiegelter Brief fielen. Der Wirt lehnte sich zurück und biss zunächst auf die Münzen, ehe er scheinbar zufrieden den Brief in einem Fach verschwinden ließ..

      Einige Stunden später. Abermals öffnete sich die Türe der Herberge. Inzwischen tobten Donner und Blitz über den Nachthimmel, und so hob der Schatten der kapuzierten Gestalt sich schwarz vom hell erleuchteten Holz des Herbergenbodens ab. Mit leisen Schritten bewegte sich die Gestalt über die knarzenden Dielen des nun verlassenen Raumes. Zielsicher ging sie zum Fach und öffnete es. Mit langen Fingern wurde der Brief herausgeangelt und das Fach verschlossen. Auf ebenso leisen Sohlen, wie die Herberge betreten worden war, schlich sich der geheimnisvolle Besucher wieder heraus. Wenn der Wirt in weniger als einem Uhrglase nach dem Rechten schauen würde, so würde er nur feststellen, dass der Brief verschwunden war.


      Einige Tage später. In einem Gasthaus ließ sich eine junge Frau gerade Wasser für ein längeres Bad ein. Auf dem Beistelltischchen lag ein Brief. Nun würde es Zeit zu lesen, was dort geschrieben stand, entschied sie sich. Vorsichtig öffnete sie den Umschlag, auf Unregelmäßigkeiten abtastend, und zog die Nachricht hervor. Ihre Mundwinkel sanken kurz herab, ehe sie amüsiert zuckten. Ein Fest in Ivar also.. Zufrieden stieg sie in die Wanne und ließ sich untertauchen. Das würde ein Spaß werden.

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      Name: Selia
      Rasse: Halbelfe
      Alter: jung

      Aussehen:
      • lange spitze Ohren,
      • schrägstehende grüne Augen
      • langes braunes Haar,
      • hohe Wangenknochen und allgemein für Menschen ein eher aristokratisches, edles Aussehen, welches man für elfische Abstammung hält
      • Schlanker, athletischer Körperbau.
      • Durchschnittliche Größe mit 1,75m
      Ausrüstung (unter anderem):
      • ein alter Talisman
      • dunkles Leder, welches ihr Bewegungsfreiheit lässt
      • Armbrust mit Bolzen
      • Langer Mantel mit Kapuze und Mundschutz
      • Langes Schwert mit verlängertem Griff
      • mehrere Dolche und Seile;
      • kleines Dietrich-Set
      • "Marrsakscher Steppenleuchter" in beidseitig verschraubter Glasröhre (denkt an ne Glühwurmbetriebene Taschenlampe ^^)
      Stärken:
      • wendig und athletisch,
      • Fernkämpferin
      • passabler Nahkämpfer, ausgebildeten Nahkämpfern oder Gruppen jedoch schnell unterlegen
      • elfisches Aussehen...
      Schwächen:
      • naja, elfisches Aussehen..
      • Nicht allzu kräftig und muss sich auf ausweichen und Unaufmerksamkeit des Gegners verlassen, um Schwächen auszunutzen
    • Wir marschieren.
      Wind und Regen halten uns nicht auf.
      Wir marschieren.

      Es hätte ein wirklich schönes Bild sein können, beschloss Komeak. Marschierende Zwerge waren ein imposanter Anblick, voll gerüstet und unaufhaltsam.
      Leider war das hier kein Heerzug, sondern Belals Hofstaat. Verweichlichte Zwerge, die wohl nur all zu gerne Menschen wären, die über die Kälte klagten, die ihnen in die dicken Pelzmäntel kroch, auf den Matsch schimpften, der ihnen an den teuren Stiefeln klebte und dazwischen Belals Kutsche, die kaum voran kam, trotz der vorgespannten Pferde. PFERDE! Welcher geistig auch nur halbwegs gesunde Zwerg brauchte denn Pferde? Diese verdammten Viecher und Menschensklaven waren drei mal größer als er selbst, das konnte doch nicht richtig sein!
      Aber Belal hörte trotz ihrer Freundschaft nicht auf ihn, war der Meinung, dass ein Zwerg von Adel der etwas auf sich hielt sich entsprechend präsentieren musste.
      Komeaks Meinung nach wäre eine Plattenrüstung und eine Streitaxt eine angemessene Präsentation für den Bruder eines Königs gewesen, aber Belal war nun einmal Belal, da konnte man nichts machen.
      Gegen das ständige Gejammer dieses erbärmlichen Hofstaats, welcher Belal auf seiner Reise nach Norosk begleitete, konnte er jedoch etwas unternehmen. Er reckte sein Haupt stolz gen Himmel, störte sich nicht an den kalten Sturzbächen, die seine Zöpfe tränkten und seine dünne, zerschlissene Kleidung längst jeder Schutzfunktion gegen Feuchtigkeit und Wind beraubt hatte, während der Schlamm der Straße sich bei jedem Schritt zwischen seine bloßen Zehen drückte.
      Es blitzte und ein Donner krachte über das Land. Ein guter Einstieg!
      "Der Krieg im Norden!" Rief Komeak laut und übertönte mit seiner tiefen, tragenden Stimme mühelos den Regen. Es war seit jeher Tradition den Namen eines Liedes zu verkünden, ehe selbes intoniert wurde.
      Das Murren und Jammern des frierenden und durchnässten Hofstaats verklang, als die Luft zu vibrieren begann vom urtümlichen Gesang des Barden, dessen seiner Brust entspringende Zweitstimme den Gesang zu mehr werden ließ als nur Worten und Melodien. Eine hoheitsvolle, ehrwürdige Stimmung begann sich auszubreiten, getragen von der hohen Sangeskunst des Zwergenbarden, wie es nur einen unter Tausenden gab.

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      Name: Komeak Dunststein
      Rasse: Zwerg und zwar sowas von reinrassig, dass er den Stein benennen kann unter dem sein Urahn vor Urzeiten hervor gekrochen ist.
      Alter: 43 Jahre
      Profession: Barde... und auch irgendwo ein Stück weit Priester, die Übergänge sind ihrem Glauben gemäß ziemlich fließend. Des weiteren ist er der persönliche Vertraute Belals, des jüngeren Bruders des Königs aus dem Hause Born.
      Aussehen: Naja... ein Zwerg eben... stolze 105 Zentimeter groß und ebenso breite Schultern, quadratisch, praktisch gut. Er wirkt massiger, als er tatsächlich ist, der zwergische Körperbau täuscht hervorragend über fehlenden Bauchspeck hinweg. Kleine steingraue Kieselaugen zeigen seine tiefe Verbundenheit mit dem Erdleib, worum ihn so manch anderer Zwerg nur beneiden kann. Seine üppige, rote Mähne am Kopf und im Gesicht ist zu zahlreichen Zöpfen geflochten, die mit Ringen, Perlen und ähnlichem versehen sind, Schläfen und Wangen sind bereits deutlich ergraut. Ein Urwald rötlicher, krauser Härchen bedeckt seine kurzen, kräftigen Arme, soweit sie unter der Kleidung hervor lugen, doch braucht es nur wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass dieser für Menschen eher unattraktive Bewuchs sich über seinen gesamten Körper zieht.
      Ausrüstung: Hemd und Hose aus einfachem, rauem Sackleinen, sowie ein Messer für die Brotzeit und ein Trinkschlauch in dem wohl kein Wasser ist.
      Stärken: Sein Gesang kann Steine zum weinen bringen. Fast zumindest. Er beherrscht die große, zwergische Kunst des Zweistimmigen Gesangs, wobei er neben dem eigentlichen Gesang, der für Menschen geradezu unmöglich tief in der Tonlage ist, noch einen tieferen Ton in seiner Brust als Zweitstimme erzeugt, der für Menschen nicht mehr hörbar ist, jedoch ihre Eingeweide in Schwingungen versetzt. Manch einem mag dieser Gesang gefallen oder auch nicht, für Zwerge jedoch ist es der Gipfel aller musikalischen Kunst und gilt für viele als geradezu heilig.
      Schwächen: Zwar fühlen sich seine Schläge an wie ein Hammer, der einen Amboss trifft, allerdings ist er kein großer Kämpfer und alles was über eine zünftige Schlägerei hinaus geht schmälert deutlich seine Chancen mit heiler Haut davon zu kommen. Er ist eben ein Künstler, kein Kämpfer.
      Fragen, Anregungen oder Kritik? -> Konversation oder #ogame.de-rpg

      Lass uns ein Spiel spielen...


      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich

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    • Versonnen betrachtete er zwei Kolibris die sich gegenseitig über die weite Lichtung jagten. Die untergehende Sonne färbte den Himmel blutrot. Der Duft von frisch gebackenem Brot lag in der Luft. Seufzend erhob sich Gíldôrin von einem Baumstumpf und stapfte zu der kleinen Blockhütte am Waldrand. Sein Zuhause. Luxus sucht man hier vergebens. Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Bücherregal, ein Kleiderschrank und außerhalb, in sicherer Entfernung zu dem Holzhaus, ein Steinofen. Mehr braucht man in den Wäldern Vahalds nicht zum leben. Denn hier ist man im Einklang mit der Natur. Im nahegelegenen Fluss kann man sich waschen, der ganze Wald ist voller schmackhafter Beeren, genießbaren Wurzeln und wenn man großes Glück hat findet man auch einen Apfelbaum.

      Hierher sollte man alle Adeligen Vashoks schicken, deren Nasen verklebt von Parfum und deren Ohren voll von belanglosem Gequatsche sind dachte sich Gíldôrin und erinnerte sich zurück an den Beginn seiner Abgeschiedenheit. Seit nunmehr 40 Jahren widmete er sich zurückgezogen der Kunst der Magie. Sein Talent bemerkte man schon in jungen Jahren und wurde durch wohlhabende Eltern finanziert. Zuerst erlernte er die Kunst der Heilung, denn das Leben eines jeden Lebewesens lag ihm schon als Kind sehr am Herzen. Erst in hohem Alter erwachte in ihm der Ehrgeiz auch die andere Seite, die zerstörerische Kraft des Feuers, kennen zu lernen. Jedoch nicht um Leid zuzufügen, sondern um jeden Aspekt des Lebens besser verstehen zu können, egal wie verschieden sie sind. Beim Eintreten in die Hütte erweckte ein versiegelter Briefumschlag auf seinem Schreibtisch seine Aufmerksamkeit und riss ihn aus seinen Gedanken.

      „Nanu, woher kommst du denn?“ fragte sich Gíldôrin überrascht. Er nahm den Brief zur Hand und brach das Siegel. Beim durchlesen verfinsterte sich zunehmend sein Gesicht. Er kam von seinem Bruder, der ihn bat bei einem Fest in Ivar für ihn teilzunehmen. Die Einladung lag dabei. Aus gesundheitlichen Gründen kann dieser nicht selbst teilnehmen und jemand muss die Familientradition fortführen, schrieb er darüber hinaus.
      „Ja sicher doch, für die Familie tu ich doch alles“, kam es sarkastisch über seine Lippen. Schon immer war er das schwarze Schaf der Familie gewesen. Nur weil er nichts von protzigen Festen, unnötigem Luxus und dergleichen wissen wollte. Sein Bruder hingegen kam da mehr nach seinen Eltern. Schlecht gelaunt schenkte er sich ein Glas Brombeerwein ein. In drei kräftigen Zügen leerte er es. Nach zwei weiteren Gläsern beruhigte er sich allmählich wieder. Nachdenklich betrachtete er die Einladung.
      „Wieso eigentlich nicht. Könnte ja unterhaltsam werden. Sehr wahrscheinlich treffe ich auf weitere Gelehrte mit denen ich mich austauschen kann“, meinte er. Mit dieser festen Überzeugung stand er auf und suchte sich Klamotten und Bücher zusammen, die er für dieses Abenteuer benötigte.


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      Name: Gíldôrin
      Alter: 86
      Rasse: Elfen
      Ausrüstung: Er trägt ein weites Magiergewand mit aufgemalten Runen und einem breiten Gürtel aus gehärtetem Leder. Zu seinem einzigen Schmuck zählt eine Kette aus Jade. Weder Schwert noch Bogen gehören zu seiner Ausrüstung. Jedoch ein Dolch, den er unter seinen Gewändern versteckt. Meist läuft er barfuß, was im Wald durchaus ausreichend ist. Für Besuche in zivilisierte Gegenden besitzt er ein Paar Lederschuhe.
      Aussehen: Weiße lange Haare, ein vom alter gezeichnetes Gesicht und grüne Augen, die als einziges jung und voller Leidenschaft geblieben sind. Sein Körperbau ist groß und hager. Spätestens wer auf die spitzen Ohren blickt, weiß, dass er einen Elfen vor sich hat.
      Stärken: Gíldôrin beherrscht zwei Disziplinen der Magie: heilende Magie und Feuer. Bei der letzteren fehlt ihm jedoch noch die Erfahrung. Außerdem wissen nur wenige Wesen in ganz Vashok mehr über Heilpflanzen.
      Schwächen: Kann keine Lebewesen töten, weshalb er auch nie das Kampfhandwerk erlernte. Die Veranlagung trägt er jedoch in sich, denn er ist wendig und schnell.

      The post was edited 1 time, last by Wall-E ().