Tränen der Verdammten

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    Als Gast sind dir nicht alle Inhalte und Funktionen dieses Forums zugänglich.
    Um das Forum im vollen Umfang nutzen zu können, registriere dich bitte.

    • Tränen der Verdammten

      Tränen der Verdammten

      Das RPG


      ** ** **

      „Seid bereit.“

      ** ** **

      13:52 Uhr, 14. Mai 2097 – Die Äußeren Bezirke – Süd, Lighthaven


      Eine kalte Brise wehte durch die graue, leergefegte Straße, in welcher Marek Aleksandov mit seiner Nichte vor einem fünfstöckigen Altbau stand.
      „Also, was hältst du davon? Ist doch mal eine coole Idee, die da dein Onkel hat oder?“
      Das schwarzhaarige Mädchen, welches gerade die wundervolle Zeit der Pubertät durchlebte, sah ihn mit einem skeptischen Blick an. Sie entfernte den großen Lutscher aus ihrem Mund, bevor sie zu sprechen begann.
      „Orion's Spark? Das klingt wie ein Schokoriegel.“ Sie deutete auf das große Schild mit bunten Lettern, welches über der Tür angebracht war.
      „Das ist der Name unseres Unternehmens!“
      Sein massiver Körper schien seiner Stimme nur noch mehr Druck zu verleihen.
      „Um ehrlich zu sein waren das mal meine Lieblingscornflakes. Mystic Orions. Als ich in das Alter kam, in der es normal war, sich mit Gorillas um Bananen zu schlagen, haben sie die Cornflakes aus dem Programm genommen. Die armen Mystic Orions. Eine Schande ist das! EINE SCHANDE!“
      Mareks Sturm der Entrüstung löste ein kleines Erdbeben aus. Die Schwere dieses schrecklichen Desasters, welches ihn regelmäßig im Schlaf heimsuchte, nicht standhaltend, fiel Marek ächzend auf die Knie. Dieses Gräuel würde ihn wohl bis in den Tod verfolgen.
      „Nie wieder diese leckere Versuchung! Nie wieder die tollen Aktionssticker, die man sammeln und gegen epische Gegenstände tauschen konnte! Nie wieder dieser einmalige Geruch von Zimt und Honig, der sich mit der Milch vermischte und diese unvergleichliche Geschmacksexplosion im Gaumen auslöste!“
      Waren das etwa Tränen in seinen Augen?!
      „Äh – Onkelchen? Alles okay?“
      Die Nichte war völlig überfordert mit dem plötzlichen Gefühlsausbruch ihres Onkels.
      „Och ne, heult er schon wieder wegen der doofen Schokoriegel?“
      Verwundert blickte sich das Mädchen zur Geräuschquelle um.
      „Lynn!“
      Ihre Retterin in Not! Eilig hastete sie zu dem mit Einkaufstüten bepackten Rotschopf und grinste sie breit an.
      „Hey Marina. Hier, nimm mir mal das ab.“

      ** ** **

      „Nächster Halt: Der Ort, vor dem sich selbst ein Teufel fürchtet.“

      ** ** **

      14. Mai 2097 – In einem total geheimen Hochsicherheitslabor, Lighthaven


      Werde Hausmeister, hatten sie gesagt. Ganz einfacher Job, meist nur herumsitzen und Zeit totschlagen. Hin und wieder den Flur wischen und ein Ventil auswechseln. Er hätte wohl das Kleingedruckte im Vertrag besser lesen sollen, als er das Arbeitsangebot angenommen hatte. Das ordentliche Gehalt hätte ihn doch schon misstrauisch werden lassen müssen! Und nun war er hier, tief unter der Erde in einem streng geheimen Hochsicherheitslabor und durfte sich mit 'Testkammer U213' herumschlagen.
      Bob verzog das Gesicht. Es stank hier wie die Hölle. Kein Wunder, waren hier anscheinend schätzungsweise zwei Dutzend Menschen durch einen Fleischwolf gedreht und im Raum verteilt worden. Was auch immer für eine kranke Scheiße die hier erforschten, Bob wollte damit nichts zu tun haben. Egal, ob Weltuntergangsmaschine, Rancor oder Supermenschen. Je weniger er davon wusste, umso besser war das für ihn. Tatsächlich waren wohl die Überreste, die den ehemals schneeweißen Raum in dunkles Rot getränkt hatten, so etwas wie Soldaten gewesen, lagen hier noch Sturmgewehre und ähnliches herum. Hatte ihnen wohl nicht viel genützt. Genauso wie den Personen in den 20 Testkammern zuvor, die er schon hatte mühsam reinigen müssen.
      Es half alles nichts. Was getan werden musste, musste nun mal getan werden. Wischmop – nass und bereit. Kisten für das Entsorgen der menschlichen Überreste – auch da. Bob kniete sich nieder und hob ein Leichenteil vom Boden auf.
      „Nur nicht den Kopf verlieren, was?“, meinte Bob zynisch und warf den abgetrennten Schädel in eine der gelben Entsorgungskisten.

      ** ** **

      „Erstickt ihre Hoffnung! Feuert, bis dieser Banditenabschaum das Glühen unserer Läufe selbst am Horizont sehen kann! Verbrennt ihre Zukunft!“

      ** ** **

      14:13 Uhr, 14. Mai 2097 – Die Äußeren Bezirke – Süd, Lighthaven


      Eins musste man der komischen Idee ihres Onkels lassen: Er wusste, wie er seine Küche richtig einrichtete! Schnörkelloses Design der Schränke und Anrichten, ein großer Kühlschrank. Ein Esstisch, wo locker ein Dutzend Leute Platz fanden. Marina musste wirklich daran denken, regelmäßig hier vorbeizuschauen. Schließlich war der Chilieintopf ihres Onkels legendär! Sie musste ihn echt mal fragen, wie er das Hobby für sich entdeckt hatte. Bestimmt irgendeine wilde Geschichte aus einem der vielen Kriege, die er erlebt hatte. Aber nun hieß es erst einmal, alle wichtigen Utensilien, die Lynn mitgebracht hatte, hier unterzubringen.
      „Kommt Linchen eigentlich heute noch vorbei?“ Marina sah wissbegierig Lynn an, dabei Gläser auf ein an der Wand angebrachtes Regal nebeneinander aufreihend.
      „Alina? Ne, die ist heute zusammen mit ihrer Freundin unterwegs. Ich hoffe echt, dass sie nicht wieder was in die Luft jagen ...“
      „Oh! Das ist aber scha-“ Marina wurde vom Blitz der Erkenntnis getroffen, was ihr Sprachzentrum katastrophal abstürzen ließ. Alina … ihre Alina war mit einer Freundin unterwegs? Nur zu zweit? Dann … war das ja ein Date! Der Druck, der sich in ihr aufbaute war unerträglich. So viele Emotionen vermischten sich in ihr und schrien danach, endlich herausbrechen zu dürfen.
      „Gaaaaah!“
      Marinas Kopf donnerte auf die vor ihr befindliche Arbeitsfläche. Nein! Das durfte nicht wahr sein! Ihre Alina... und diese mysteriöse Freundin?! Ob sie wohl schon Händchen gehalten hatten? Oder sich sogar schon geküsst – kyaaaah! Das half gerade überhaupt nicht! Mehrmals ließ Marina ihren Zorn mit einer Kopfnuss an der Arbeitsfläche aus.
      Niemand – wird – Alina – ihr – wegnehmen!
      Lynn sah sichtlich geschockt das Mädchen an.
      „Äh, Marina?“
      „AAAAAAAAARGH!“

      ** ** **

      „Hast du die Aufnahmen auf dem Holoscreen heute gesehen? Das sah aus wie auf einem Alienplaneten!“
      „Ja, total gruselig. Kaum zu glauben, dass das mal Italien gewesen sein soll.“

      ** ** **

      14. Mai 2097 – Krankenhaus 'Am Acheron', Die Inneren Bezirke – Westen, Lighthaven


      Schritte mehrerer Personen hallten von den kalten Wänden aus Metall wider. Carla, deren Arztkittel lässig von ihren Schultern hing, stoppte im Korridor und wandte sich einem Plexiglasfenster zu. Während der Rest der Gruppe sich ebenfalls davor versammelte, fixierten die Augen der Frau sich auf das Schachbrettmuster der Fliesen unter ihren weißen Pumps. Früher, als sie ein kleines Mädchen gewesen war, hatte sie sich in der Küche ihrer Mutter immer wild im Kreis gedreht, bis das Schachbrett sich in diffuse Gebilde verwandelte und so seltsame Tricks mit dem eigenen Gleichgewichtssinn und der Wahrnehmung spielte. Eine der wenigen Freuden eines Kindes, welches unter den Gewaltexzessen ihrer Mutter, eine Alkoholikerin, zu leiden hatte. Ihren Vater, der laut ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter ein dahergelaufener Junkie gewesen sein soll, hatte sie bis heute nie kennengelernt. Doch einen Doktortitel in Biomedizin, gefolgt von einem Suizidversuch, später, hatte sie diese albernen Ablenkungsmanöver von der kalten Realität hinter sich gelassen. Sie hatte neue Spielzeuge gefunden.
      „Wenn Sie zur Seite sehen, können Sie eine erfolgreiche Infizierung mit der Träne des Laurentius an einem menschlichen Subjekt erkennen. Beachten Sie hierbei die fortgeschrittene Kristallisation des rechten Oberarms. Eine äußerst qualvolle Art der forcierten Mutation, wenn man den Schmerzensschreien des Probanden Glauben schenken mag. Die Art der Mutation nach der Infektion mit der Perseiden scheint zufällig zu sein, wir haben bislang auch schon erfolgreich das Zersetzen zu Schleim in Folge einer exothermen Reaktion an einem Infizierten live verfolgen können. Dabei sei hervorzuheben, dass zunächst seine Extremitäten zu schmelzen begannen, bevor der Abdomen folgte. Auch wenn wir mit allen Mitteln versuchten, den Probanden bei Bewusstsein zu halten, um das Maximum an Information zu bekommen, verlor er fünf Minuten bevor er schlussendlich verstarb und der Zellzerfall sich rasant beschleunigte, das Bewusstsein. Wir hoffen, dass uns das mit diesem Patienten nicht passiert und er uns bis zur letzten Sekunde auch das Maximum an Informationen liefern wird.“
      Die Ärztin rückte ihre Brille zurecht. Ein Leben lang hatte sie sich gefragt, weshalb sie überhaupt geboren worden war. Nicht der Schmerz der Verleugnung durch ihre Eltern, noch die Einsamkeit waren der Auslöser für ihren Selbstmordversuch gewesen. Es war das Gefühl gewesen, nicht zu wissen, wo sie eigentlich in dieser Welt hingehörte. Nicht zu wissen, warum sie hier war.
      Die Ärztin gab mit einer Handbewegung zu erkennen, dass sie die Frage eines Besichtigungsmitglieds nicht gestattete. Sie kannte seine Frage bereits. Sie kannte diesen Blick in seinen Augen, hatte ihn hunderte Male bereits gesehen. Moral. Ethik. Bedeutungslos. Jener Mann war auch noch zum Überdruss Teil einer zukünftigen Eliteforschungsgruppe, um eine wirksame Gegenmaßnahme zur Ausbreitung der Perseiden zu finden. Carla selbst war jedoch skeptisch.
      Mit zusammengepressten Lippen rückte sie ihre Brille abermals zurecht.
      „In Zeiten der Mittelmäßigkeit, in der das Verschwinden in der Masse das Maß aller Dinge ist, sehnen sich Menschen nach einem Sinn in ihrer Existenz. Wenn der Tod so deutlich naht wie bei unseren Probanden, entscheiden sie sich selbst für diese Art von Studie. So leisten sie zumindest beim Sterben einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Menschheit, und finden damit ihren Ursprung in dieser Welt. Ihre raison d'être.“

      ** ** **

      „Mit der Ankunft vor knapp einhundert Jahren; und der scheinbaren Unaufhaltsamkeit der Perseiden stellen sich folgende Fragen: Was ist die Menschheit eigentlich? Ist das unsere Bestimmung, unsere Zukunft? Sind wir letzten Endes nicht mehr als Viehbestand, der von der Perseiden verschlungen werden muss? Ich will nicht glauben, dass das unsere Zukunft ist. Die Menschheit wird – nein – muss fortbestehen.“

      ** ** **

      20:48 Uhr, 14. Mai 2097 – Die Äußeren Bezirke – Süd, Lighthaven


      Rotes Licht, aus am Boden angebrachten Neonröhren flutend, erhellte den Raum, in dem sich Marina und Lynn gerade aufhielten. Die Spannung knisterte in der Luft, Marina meinte die gewaltige Elektrizität in den vielen Kabeln am Boden spüren zu können. Das schwarzhaarige Mädchen, neuerdings mit einem großen Pflaster am Kopf ausgestattet, besah mit weit aufgerissenen Augen die vielen Bildschirme, über denen ein wilder Zahlenteppich rauschte und sich Fenster in rasanter Geschwindigkeit öffneten und schlossen. Das war er also. Der offene Cyberspace. Soweit das Mädchen wusste, war der Cyberspace schon lange mehr kein Ort der Freiheit. Eine Normalsterbliche wie sie konnte nur sehen, was die größten Unternehmen der Welt, darunter auch die sogenannte Genesis Corporation, sie sehen lassen wollten.
      „Oh. Das ist interessant.“ Lynn war völlig verzückt. Marina sah sie fragend an.
      „Ich glaube, wir haben hier einen ganz großen Fisch, Marina.“

      ** ** **

      „Mitbürger Lighthavens: Seien Sie daran erinnert, dass für alle Minderjährigen ab 20 Uhr die Sperrstunde in Kraft tritt. Verstoß gegen die Ordnung wird bestraft. Ihre Genesis Corporation.“

      ** ** **

      20:57 Uhr, 14. Mai 2097 – Die Äußeren Bezirke – Süd, Lighthaven


      Marek seufzte genervt und versank noch etwas mehr in seinen Ohrensessel. Da zog man extra in eine recht unbewohnte Gegend Lighthavens, um ein bisschen Entspannung zu haben, um zumindest kurzzeitig vom irrwitzigen Wahn der Neuzeit zu verschnaufen. Doch die Ironie des Schicksals ließ bekanntlich nie lange auf sich warten. Es musste natürlich jemand draußen randalieren und – falls Marek die Geräusche richtig zuordnete – mit einer Gatling rumballern, wenn man sich in aller Ruhe die News auf dem Holoscreen anschauen wollte. Hatten die Leute heutzutage keinen Funken Anstand mehr? Eine Schande! Eine unverschämte Schande war das! Der Exsoldat griff nach der Fernbedienung und erhöhte die Lautstärke des Holoscreens.
      „ – unbestätigten Meldungen zufolge soll es eine gewaltige Explosion in einem Untergrundkomplex gegeben haben. Bislang konnten wir noch nicht herausfinden, wem diese Einrichtung gehörte, oder was dort getrieben wurde.“
      „Und wenn ihr es herausfindet, kommt es eh nicht an die Öffentlichkeit. Immer die selbe Leier“, murrte Marek und setzte die Bierflasche an seinem Mund an. Auf dem Holobildschirm war eine Reporterin zu sehen, im Hintergrund abgebrannte Ruinen. Wenn der unterirdische Komplex genauso schrecklich zugerichtet war wie der Oberirdische, na dann Prost Mahlzeit.
      „Es wurden bisher keine Überlebenden gefunden, die Suche dauert jedoch noch an. Sobald neue Informationen zur Lage eintreffen, informieren wir Sie natürlich sofort. Mein Name is-“
      „EIN DÄMON! SIE ERHOB SICH AUS DEN FLAMMEN!“ Marek verschluckte sich, eine Bierfontäne auslösend, welche sich über den frisch gewischten Holzboden ergoss. Ein Punk mit pinkem Irokesen war in das Bild gehüpft, hatte dabei die Kommentatorin aus dem Bild geschubst, und brüllte sich wild gestikulierend die Seele aus dem Leib. 'Er wirkte leicht verstört' würde dabei ohne Zweifel den Preis für herausragende Euphemismen gewinnen.
      „UM IHREN KÖRPER ZUCKTEN BLITZE! … TOTAL ABGEFUCKT! EINE DÄMONIN! ICH SAG'S EUCH, DIE WIRD UNS ALLE TÖ-“
      Ein lauter Knall ließ den Freak innehalten. Blut sprudelte aus seiner Stirn, als eine Kugel sich ihren Weg durch seinen Kopf gebahnt hatte. Seine Augen drehten sich nach oben und er kippte seitlich aus dem Bild. Die Kommentatorin von vorhin kam wieder ins Bild, ihre Professionalität von vorhin war durch wutschäumende Missgunst ersetzt worden, welche ihr Gesicht in eine grässliche Fratze verwandelte. Sie blies den Rauch von der Mündung ihres Revolver und wandte sich mit einem giftigen Lächeln wieder dem Kameramann zu. „Scheiß Punk. Niemand unterbricht mich. Also wo waren wir noch gleich... ach ja! Mein Name ist Bristine Hammerford, live aus den Inneren Bezirken Lighthavens für GC-News!“

      ** ** **

      „Meine Ahnen amüsieren sich über mein Schicksal, ich kann sie in den dunkelsten Stellen meiner Seele schallend lachen hören. Kann es ihnen nicht verdenken, schließlich tötete ich sie alle ohne es zu wollen.
      Ihr Tod war der Auslöser für mein Schicksal. Ich wurde zu einem Kind der Finsternis und vergieße die Tränen der Verdammten.“

      ** ** **

      21:03 Uhr, 14. Mai 2097 – Die Äußeren Bezirke – Süd, Lighthaven


      Wer klingelte da so spät bei Nacht und Wind? Ein Barbar auf 'nem toten Rind? Gut gelaunt sah Lynn durch den Spion der Haustür.
      „Huh. Wer ist denn das?“
      Allen Anscheins war da eine zierliche Frau in einem schwarzen Ganzkörperanzug. Könnte aus so 'nem neumodischen Actionfilm gefallen sein. Anscheinend musste die gerade auch einen Stunt hinter sich gebracht haben, so zerrupft wie ihre Frisur aussah. Aber vielleicht war das auch bereits wieder der neueste Schrei. Lynn war da nicht immer so auf der Höhe.
      Die junge Frau im Ganzkörperanzug sah allerdings auf jeden Fall nicht gefährlich aus. Vielleicht brauchte sie Hilfe? Lynn öffnete kurzerhand die Haustür und begrüßte die Fremde auf ihre stets gut gelaunte Art und Weise.
      „Hey. Kann man dir helfen?“
      Lynn konnte nun zumindest mal im Schein der Außenbeleuchtung einen genaueren Blick auf ihr Gegenüber werfen. Ihr Haar war wohl für gewöhnlich pechschwarz, im Moment jedoch dank Staub grau. Ihr Ganzkörperanzug war bei genauerer Betrachtung auch verstaubt, allerdings klebte zusätzlich eine dunkelrote Flüssigkeit auf Brusthöhe. War das … Blut? Kunstblut vielleicht? Lag ihr Tipp mit dem Actionfilmdreh vielleicht gar nicht so weit daneben. Das Gesicht der Frau hatte leicht asiatische Züge. Sie war hundertpro eine Schauspielerin!
      Die Fremde verneigte sich vor Lynn, bevor sie mit leiser Stimme antwortete.
      „Entschuldigen Sie die späte Störung, aber ich benötige dringend Ihre Hilfe. Sehen Sie, ich musste einen gestohlenen, bemannten Mech samt Dieb unschädlich machen. Da drüben ist das Wrack zu sehen... und Entschuldigung für den Vandalismus in ihrer Nachbarschaft. Mir tut dies aufrichtig leid.“
      Lynn sah fassungslos die Fremde an. Sie hatte allen Ernstes alleine einen bemannten Mech ausgeschaltet? Ohne ein Wort zur Fremden zu sagen verschwand der Rotschopf in das Innere des Hauptquartiers und kam kurz daraufhin mit einer Taschenlampe zurück. Die junge Frau hatte sich keinen Millimeter gerührt. In der Ferne glitzerten die gewaltigen, in grellem Grün und Gelb leuchtenden, Lichtbrücken Lighthavens im Nachthimmel, welche sich nie endend wollend um gigantische Wolkenkratzer immer weiter nach oben schlängelten, vergeblich nach dem Firmament greifend. Lynn schaltete die Taschenlampe ein und richtete den Lichtkegel an der mysteriösen Fremden vorbei, in die Richtung, in der sie kurz zuvor bei ihrer Begrüßung gezeigt hatte.
      Lynn stockte der Atem. Im Lichtkegel war ein Metallschrotthaufen zu erkennen. Das war auf jeden Fall ein Mech gewesen, auch wenn er höchstens vier Meter Höhe erreicht hatte, war das eine beachtliche Leistung. Eine fast schon unmenschliche Leis- Moment. Das war ja ...
      „Ahhhhh! Das ist mein Fisch. Mein Fisch!“ Gott verflucht! Sie hatte doch erst kürzlich darüber was im Cyberspace gelesen! Der Job wäre garantiert richtig viel Kohle wert gewesen. So eine Scheiße!
      Die Fremde sah verdutzt Lynn an: „Wo ist hier ein Fisch?“
      „Na das Teil da! Du hast meinen Fisch an Land gezogen!“
      „Das ist kein Fisch, sondern ein Mech. Der ist aus Metall. Ich bin mir da ziemlich sicher. Außerdem war der Mech nicht im Wasser, der ist gelaufen! Also auf dieser Straße da. Und ich kann ihn auch gar nicht ans Land ziehen, der ist viel zu schwer dafür.“
      Lynn wollte schon aufgeregt etwas erwidern, erkannte jedoch dann die Sinnlosigkeit dieser Konversation. Sie atmete tief ein und aus.
      „Äh. Ach Schwamm drüber. Und was brauchst du jetzt genau?“
      „Haben Sie Silbertabletts?“
      „Was? Äh, ich denke schon. Wieso?“
      „Nun...“ Die Fremde bückte sich und hob etwas vom Boden auf. „Ich müsste mir eins ausleihen. Mein Auftraggeber ist wirklich etwas seltsam. Ich brauch ein Silbertablett, damit ich das hier darauf zurückbringen kann“, erklärte sie, in ihrer rechten Hand den abgetrennten Kopf eines Mannes an dessen Haaren hochhaltend.

      ** ** **

      „Voll Ehrfurcht starren wir gen Himmel und erwarten eine Antwort auf immer wieder dieselbe Frage. Doch wird die Frage zurückgeworfen, und voll Spannung erwartet die Welt die Antworten jedes Einzelnen.“

      ** ** **


      Herzlich Willkommen.
      Das RPG 'Tränen der Verdammten' (TdV) lässt sich grob im Genre Dystopie einordnen, hat allerdings einige Unterströmungen, auf die ich nicht weiter eingehe. Die Spielwelt des RPGs ist in seinen Grundzügen so alt wie mein erstes RPG, allerdings komplexer.
      Und Glückwunsch, es bis hierher geschafft zu haben.

      Was geschah: Im Jahre 2061 fiel zur Zeit des Perseidenstroms ein mysteriöser Himmelskörper auf die Erde, welcher ein geheimnisvolles, außerirdisches Wesen mit sich brachte. Das außerirdische Objekt, das auf mehreren Kontinenten niederging, blieb lange wegen der zu der Zeit grassierenden Krise (der Untergang des Kapitalismus), inklusive Kriegen an mehreren Fronten, unentdeckt. Erst nach Ende der Auseinandersetzungen wurde die Weltgemeinschaft darauf aufmerksam. Jenes Geschöpf, was die menschlichen Forscher später als eine Mischform von Pilz und Pflanze klassifizierten, wurde Laurentiusträne oder auch schlicht Perseiden genannt. So wundervoll der Name, so grausam war die seltsame Pflanze. Ihre violette 'Blüte' war hochtoxisch und äußerst instabil. Mensch und Tier, die in direkte Berührung mit der Pflanze kamen, starben meist einen äußerst grauenvollen Tod. Auf Grund der hohen Resistenz konnten die Laurentiustränen sich ausbreiten und große Teile des Planeten für sich erobern. In Europa galt beispielsweise Südeuropa und der Balkan, wo Splitter des Himmelskörpers einschlugen, mittlerweile als verloren und unbewohnbar. Ähnlich dramatische Situationen fanden sich auch im Rest der Welt.
      Trotz ihrer Instabilität und Reaktionsfreudigkeit wurde die Laurentiusträne mittlerweile auch als Energiequelle verwendet. Kein auf der Erde bekannter Stoff reichte nur annähernd an den Energiegehalt jener außerirdischen Lebensform heran...

      Karte:



      Die Welt wird in drei verschiedene Arten von Zonen unterteilt:

      Blau – Kein Vorkommen der Perseiden. Die Gebiete sind komplett natürlich.
      Gelb – Geringes bis mittelstarkes Vorkommen der Perseiden. Die Perseiden haben dort die Erde bereits stark kontaminiert und verändert, gewaltige Stürme suchen die Regionen regelmäßig heim. Der Boden ist ausgetrocknet und brach, in vielen Nationen ist bereits die Ordnung zusammengebrochen. Es herrscht Anarchie.
      Rot – Starkes Vorkommen der Perseiden. Kein Überleben für irgendeine bekannte Spezies möglich. Die Erde gleicht in diesen Regionen einem Alienplaneten.

      Ort des Geschehens: Eine dystopische Großstadt namens Lighthaven. Die Großstadt unterteilt sich ganz grob in drei Gebiete: Die Inneren Bezirke, die Äußeren Bezirke und der Staubring.
      Lighthaven befindet sich in einer gelben Zone und ist eine sogenannte Konzernstadt, sie wird also nicht von einem Staat oder einer Regierung geleitet, sondern von einem Konzern, in Lighthavens Fall die Genesis Corporation.
      Lighthaven hat alleine in den Inneren Bezirken schätzungsweise 15 Millionen Einwohner, ist also dementsprechend gewaltig. Berühmt ist die Stadt für ihre 'Lichtbrücken', scheinbar nie enden wollende, in den verschiedensten Farben glitzernden Verkehrsstraßen, die sich in luftigen Höhen um gewaltige Wolkenkratzer schlängeln.
      Die Inneren Bezirke sind das Stadtzentrum, also praktisch die Großstadt, mit all ihren Hochhäusern, dunklen Gassen und grellen Neonreklamen. Dort ist die (offene) Kriminalität vergleichsweise gering, jedoch wird auch die Freiheit jedes Bürgers in vielen Belangen deutlich eingeschränkt. Dementsprechend sind auch die Mieten für Wohnungen exorbitant hoch.
      Die Äußeren Bezirke, die sich um das Stadtzentrum befinden, sind nicht mehr unter der direkten Kontrolle der Genesis Corporation. Dort ist die Kriminalitätsrate deutlich höher. Viele Gebäude sind einsturzgefährdet oder unbewohnbar. Wer Glück hat, wohnt in einer Gegend, wo eine größere Söldnerorganisation für Schutz in den umliegenden Gebieten sorgt. Natürlich gegen eine gewisse Gebühr.
      Der Staubring ist ein Abschnitt, der sich um die Äußeren Bezirke spannt. Er ist in vielen Bereichen ein Niemandsland, viele Banden haben in dieser kargen Landschaft ihren Unterschlupf und plündern regelmäßig die Bewohner der Äußeren Bezirke oder Reisende. An der äußeren Grenze des Staubrings wurden gewaltige, fast schon außerirdisch anmutende, Konstrukte aufgebaut. Gewaltige Stahlrohre sind dort ineinander verschlungen, deren Öffnungen in alle Himmelsrichtungen, jedoch sich in großer Häufigkeit von Lighthaven weg, zeigen. Sie stehen unter Strom und bringen die Luft in Schwingung, um eine bestimmte Melodie zu erzeugen, auf die die Perseiden reagiert, und ihr Wachstum empfindlich behindert.
      Außerhalb dieses Staubrings trifft man dann auch recht schnell auf die Alienpflanze.

      Lighthaven – Mini-Sightseeing / Einführung in die mächtigsten Einrichtungen

      Chertograd – „Der Puls des Teufels schlägt in jedem von uns.“
      Die 'Stadt des Teufels' ist eine Bar in einem dunklen Gebäudekomplex in den Inneren Bezirken. Sie erstreckt sich über mehrere Etagen und ist der Treffpunkt der Unterwelt und für all jene, die dubiose Geschäfte abwickeln wollen, düstere Musik schätzen oder einen Hang zum Okkulten haben. Chertograd ist vor allem bei den Leuten aus den mittleren Einkommensschichten beliebt, Verarmte kommen nämlich meist nicht an den berüchtigten Türstehern 'Mord' und 'Totschlag' lebendig vorbei. Die Identität des Barinhabers, unbekannt. Im Chertograd ist im Übrigen der Besitz von Waffen jeglicher Art verboten.

      Sindome (oft Sündenkuppel oder schlicht 'Kuppel' genannt) – „Drogen, Sklaven, Waffen. Du willst es, du kriegst es.“
      Ein offiziell inoffizieller Schwarzmarkt, dessen Emblem eine um einen Apfel geschlungene Schlange darstellt, in einer gewaltigen Kuppel aus Glas und Schatten. Wie furchtbar jemandes Wunsch auch sein soll, jemand in der Sündenkuppel kann ihn erfüllen. An diesem Ort herrscht das Recht des Stärkeren. Wer keine Waffe besitzt, dem wird geraten die Sündenkuppel zu meiden. Die Sündenkuppel befindet sich nördlich zwischen dem Äußeren und Inneren Bezirk. Im Sindome kann man des Öfteren das ein oder andere Schnäppchen machen. Oder gnadenlos über den Tisch gezogen werden.

      Genesis Corporation – „Mensch – Der Schöpfer der Zukunft.“
      Das größte ansässige Unternehmen Lighthavens und mit eigener Privatarmee. Sind ein großer Anbieter von automatisierten Mechs und Waffen im höheren Preissegment. Sie leiten die Stadt mit eiserner Hand. Sind auch so etwas wie die Polizei in Lighthaven, zumindest in den inneren Bezirken. Fuck with 'em and they fuck you up.

      Komplex Sieben (K7) – „Unser Glaube ist Fortschritt. Unsere Profession Evolution.“
      Ein hochtechnologischer Firmenkomplex, welcher sich unter anderem auf die Forschung verschiedenster, exotischer Waffensysteme spezialisiert hat. Ihre experimentellen Waffen sind schweineteuer.

      Armadillo Association – „Rollender Donner!“
      Der führende Hersteller von Panzerungen, Schutzanzügen und Kampfanzügen, alias bemannte Mechs. Die Armadillo Association bedient alle Preissegmente.

      Gangzta – „Dakka Dakka Dakka Dakka!“
      Sind bekannt für Schusswaffen mit nie enden wollenden Magazinen und gigantischer Geräuschentwicklung. Als würde man versuchen etwas zu kompensieren. Gangzta stellen nur sehr günstige Schusswaffen mit konventioneller Triebladung und Handgranaten bereit. Man munkelt, der Boss des Unternehmens sei nicht der korrekten Rechtschreibung fähig.

      Die Erläuterungen dafür dienen dem Zwecke, euch ein grobes Gespür für die Stadt zu geben. Es gibt natürlich noch viel mehr interessante Orte und Gruppierungen innerhalb Lighthavens.

      Wer seid ihr?

      Ihr seid Teil eines kleinen, relativ neu gegründeten Unternehmens, welches sich auf die Bewältigung verschiedenster Aufgaben spezialisiert hat, die in der Regel mit einer ordentlichen Stange Geld vergütet werden. Der gemeine Volksmund spricht dabei von 'Söldnern', 'Professionelle Faust-Ins-Gesicht-Einheit', oder schlicht 'Bang-Bang-Truppe'.
      Eure Klienten: Meistens die allergrößten Schweine. Problem: Sie haben viel zu viel Geld und ihr wollt was davon abkriegen.

      Das HQ ist so groß, dass ihr nicht zwangsweise eine eigene Wohnung braucht und dort leben könnt. Könnt natürlich trotzdem eine Schickimickiwohnung haben.

      FREEZE SCUMBAG! Wo sind die Unterschiede zu anderen RPGs? Warum soll ich hier überhaupt mitmachen?!

      Die Würze besteht darin, dass sich die Entscheidungen, die ihr trifft, stark auf den Verlauf auswirken. Helft ihr beispielsweise einem NPC nicht oder nehmt seinen Auftrag nicht an, kann es gut sein, dass er sich entsprechend revanchiert. Andererseits kann das Annehmen einer fragwürdigen Mission schreckliche Auswirkungen auf eure Reputation haben. Die Wahl der Qual liegt sozusagen bei euch.
      Das RPG hat nicht den Fokus allein auf Gefechte und Auseinandersetzungen, sondern vor allem auch auf die Interaktion untereinander, Verhandlungen mit den Klienten (es soll schließlich genug Zaster dabei herausspringen) und der Planung der Missionen. Es kann auch sein, dass manchmal mehr als ein Auftrag gleichzeitig ansteht und sich die Gruppe dementsprechend aufteilen muss. Das RPG ist extra so aufgebaut worden, dass ihr selbst den Pfad wählen könnt, den ihr beschreiten wollt. Anders ausgedrückt: Ihr habt hier viel mehr Macht über das, was ihr machen wollt und das, was daraus resultieren wird. Ich werde nur forciert in eine Richtung lenken, wenn es zu keinem Konsens kommt.
      Mehr Infos bzgl. Geld, Missionen usw. kriegt ihr von Marek beim ersten gemeinsamen Meeting. Freut euch darauf. Hurra.
      Extranotiz: Da ich es im RPG-Ticker bereits andeutete, sei es hier noch mal deutlich gemacht: Dieses RPG wird unfaire Entscheidungen abverlangen.
      Extraextranotiz: Eure Entscheidungen, die einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Spielverlauf haben, werden von mir unter SLs, die ein Kapitel oder Szene abschließen, nochmal zusammengetragen und dargestellt. Dadurch könnt ihr leichter einen Überblick behalten, hoffe ich, und vielleicht im Nachhinein noch herausfinden, wo man sich hätte anders entscheiden können. Ich persönlich finde das ja immer total interessant.


      Moneten – Gonna catch 'em all!

      Da das Unternehmen erst frisch gegründet wurde, ist es etwas knapp mit der Ausstattung dank fehlendem Vermögen. (Mal schauen wie viele Synonyme mir noch für Geld einfallen...)
      Zusätzlich kommen da noch die utopischen, monatlichen Fixkosten dazu, die ihr mindestens erwirtschaften müsst, alte Ausrüstung muss ausgewechselt werden. Ihr kennt ja das Leid. Die Welt ist grausam. Marek wird beim ersten Meeting eure Chars genauer informieren.

      Technologie für den Gewinn! Oder?


      Hätte die Menschheit sich die ganze Zeit über nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen, wäre sie vielleicht schon in der Lage das Weltall effektiv zu bereisen. Dank der Weisheit des einzelnen Manne und das unbewusste Wissen, dass der Weltraum groß, grausam und gefährlich (Alliteration!) ist, hat er sich halt doch entschlossen, sich eher mit sich selbst zu beschäftigen. Und nichts ist doch schöner als seinen Nächsten umzubringen. Könnte man zumindest meinen, wenn man die waffentechnischen Errungenschaften begutachtet.

      Bewaffnung für den gemeinen Manne
      Es gibt noch viele Waffen (95%) mit konventioneller Triebladung. Sind auch die Einzigen, die sich ein Normalsterblicher leisten kann. Damit kann man noch immer genau so gut Menschen umbringen wie vor hundert Jahren.

      Zusätzlich gibt es sogenannte 'Effektwaffen' (ja mir ist kein besserer Name eingefallen), also mit einer speziellen Triebladung. Die kann zum Beispiel das Ziel entzünden, einfrieren, schocken, mit Säure schmelzen, Explosionen/Implosionen verursachen, Pheromone spritzen. Die Liste ist lang und furchtbar...

      Laserwaffen gibt es ebenfalls, auch bereits in Massenproduktion, in allen Formen.

      Eine beliebte experimentelle Waffe ist das Gravitongewehr. Es kann das Gravitationsfeld manipulieren, ist also, vereinfacht ausgedrückt, ein künstlicher Schwerkraftgenerator. Wird gerne eingesetzt, wenn man jemanden lebendig fangen will. Ist natürlich unverschämt schweineteuer. Im Prototypstatus sind (effektive) Partikelstrahl- und Plasmakanonen. (Man munkelt, Komplex Sieben besitze funktionstüchtige Prototypen.)

      Granaten gibt es in praktisch allen Variationen.

      Der Traum vom Weltraum
      Der möglichen Raumfahrt für jedermann machten auch die Perseiden einen Strich durch die Rechnung. Auch wenn die Alienpflanze ein unvergleichlicher Energielieferant ist, ist ihre Existenz doch so bedrohend für die Menschheit, dass derzeit alle frei verfügbare Forschung in das Eindämmen der Ausbreitung der Perseiden investiert wird.

      Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
      Es gibt verschiedene Arten von Robotern. Gemein ist allen, dass sie keine freie, sich weiterentwickelnde K.I. besitzen. So besitzen Putzroboter nur eine Routine für ihre angedachten Aufgaben. Bei Mechs, die im Kampf eingesetzt werden, gibt es verschiedene Versionen:

      • Unbemannt, ferngesteuert: Die Mechs werden von Menschen mit Hilfe eines Controllers ferngesteuert.
      • Unbemannt, eigene Kampfroutinen: Die Mechs haben eine eigene Freund-Feind-Erkennung. Sie bestechen mit ihrer übermenschlichen Reaktionsgeschwindigkeit und Präzision. Ihr Nachteil ist jedoch ihre Berechenbarkeit. Ebenso sind sie anfällig für Hacking, die die FFE umschreiben könnte.
      • Bemannt: Diese Mechs sind meist größer als ihre unbemannten Versionen (drei bis fünfzehn Meter hoch) und bis an die Zähne bewaffnet und gepanzert. Der einzige Nachteil dieser Höllenmaschinen wäre wohl ihre Trägheit durch die Größe.

      Die Existenz von Hybriden – Mythos oder Realität?
      In 99,9% der Fälle endet der Kontakt mit der Perseiden tödlich, und äußerst schmerzvoll. Doch was passiert in den fehlenden 0,1% der Fälle? Nun, jeder Kontakt mit dieser sonderbaren Alienpflanze löst eine eigene, scheinbar zufällige Reaktion am Betroffenen aus. Wie Carla bereits erläuterte, starb ein Proband durch die Kristallisation seines Körpers, während ein anderer einfach zu schmelzen begann.

      Zurück zu den 0,1%: Die Hälfte jener bleibt ansteckend, da die Alienpflanze mit dem Opfer verschmolzen ist und noch immer aktiv in ihm wütet. Man kann sagen, das Opfer mutiert in Schneckengeschwindigkeit. Der dadurch resultierende Tod tritt verzögert ein und ist unausweichlich. Die Opfer können einige Wochen bis zu wenige Jahre leben, obwohl man das Existieren unter ständigen Höllenqualen kaum als „Leben“ wird bezeichnen können.
      Die andere Hälfte hat tatsächlich Glück im Unglück. Die Infektion kann zum Beispiel nur eine Gliedmaße einfordern, kann allerdings auch komplett absurde Züge annehmen. Man nennt jene 'Mutanten' Hybriden, da sie praktisch halb Mensch und halb Alien sind. Schon mal einen Menschen gesehen, der eher wie eine Kristallschildröte aussieht und einen dicken Panzer am Rücken hat? Oder jemand, der nicht mehr essen und schlafen muss und im Dunkeln violett glüht? Wenn nicht, findet man solche obskure Wesen in gut versteckten Hybridbehausungen in den entlegensten Winkeln des Staubrings, oder noch weiter draußen. Sie scheinen auch eine gewisse Abhärtung gegenüber der Alienpflanze aufzuweisen, macht ihnen das Beisein von Infizierten nichts aus. Sie ertragen allerdings nicht das Geräusch der gewaltigen Konstruktionen am äußeren Rand des Staubrings und werden davon krank.
      Hybriden werden oft mystifiziert und als Sagengestalten abgetan, da sie nicht die beste Reputation genießen, und deswegen auch meist unter ihresgleichen leben. Der Begriff 'Mutant' wird praktisch nie verwendet, höchstens um jemanden ernsthaft zu beleidigen.


      Zur Charaktererstellung:

      Wer dachte, er müsse unbedingt einen Söldner spielen, darf hier ungläubig seine Äuglein reiben! Muss man nicht. Ihr könnt auch Chars ohne jegliche relevante Erfahrung im Bereich des Söldnerdaseins spielen. Es werden schließlich nicht nur Leute mit Waffenkenntnisse benötigt.
      Ihr könnt so viele Chars spielen wie ihr wollt.
      WICHTIG: Es muss einen Grund geben, um zu 'Orion's Spark' zu kommen. Entweder Lynn findet einen Eintrag oder Gerüchte von/über euch im Cyberspace und kontaktiert euch mit einer kurzen Nachricht, ihr stolpert per Zufall über den Söldnerladen, oder was auch immer.

      Zu den Charakterbögen: Sie sind so aufgebaut, dass sie die Dreidimensionalität (Physiologisch, Soziologisch, Psychologisch) eines Charakter möglichst einfach darstellen. (siehe Erscheinung, Herkunft und Charakterzüge)
      Ich bitte darum, sich an dem Gerüst festzuhalten. Er ist ja auch ehrlich gesagt nicht so viel anders.

      Alle Charakterbögen sind zuerst zu mir per PN zu schicken, bevor sie hier im SSS reingeklatscht werden können. Zusätzlich wäre es cool, wenn ihr einen kleinen Anfangspost schreiben könntet, wie euer Char auf Orion's Spark (Der Name wird bei jedem Schreiben noch dümmer) aufmerksam geworden ist.

      Bei Fragen IRC oder PN.

      Name: Marek Aleksandov
      Alter: 48
      Geburtstag: 03. März 2049
      Erscheinung
      Er scheint mit seinem muskulösen Körper ständig den ganzen Raum einzunehmen. Wenn seine tiefe Stimme donnert, erbebt der Raum, die Zeit selbst scheint vor seiner verbalen Allmacht zu erzittern, während zwei aufmerksame, dunkelbraune Augen das Gegenüber fixieren. Kantiges Gesicht, zahlreiche Narben. Seine grau werdenden, ehemals braunen Haare sind kurz geschoren, Militarystyle.
      Herkunft
      Er stammt aus dem mittlerweile nicht mehr bewohnbaren Balkan. Mit 18 Jahren hat er sich für eine militärische Organisation verpflichtet. Absolvierte die Ausbildung zum Gebirgsjäger mit Auszeichnung. Mit 44 ausgetreten. Er hat mehr Kriege und Zerstörung erlebt als für einen normalen Menschen gut sein kann. Er ist ein Veteran durch und durch und sein gewaltiges Wissen wird wahrscheinlich nur noch von seinem Gerechtigkeitssinn übertrumpft. Er ist kinderlos und unverheiratet, sieht er sich selbst nicht in der Lage, mit der nötigen Sorgfalt und Liebe einen Partner an seiner Seite zu haben. Dafür jedoch passt er in seiner Funktion als Onkel öfters auf seine Nichte Marina auf, welche ihn reichlich auf Trab hält.
      Charakterzüge
      Rechtschaffen, mutig, entschlossen. Marek ist die lebende Inkarnation von Gerechtigkeit. Auch wenn ihm wohl das bevorstehende Söldnerdasein das ein oder andere mal seine ethischen und moralischen Wertevorstellungen umgrätschen wird, pocht er stark auf ein zivilisiertes Miteinander. Entsteht Streit, ist er wohl der Erste, der sich zwischen die Fronten stellt und innerhalb weniger Sekunden dank gekonnt gewählter Worte und Lautstärke (Anmerkung: sehr laut im Normalfall) alle Konfliktparteien entwaffnet.
      Profession
      Er ist sozusagen der Boss. Er brachte die Idee ins Rollen und ist deswegen für den ganzen Finanzkram zuständig und macht den ganzen anderen Pipapo, den sich kein Schwein freiwillig antun will. Dafür nimmt er nicht an den Missionen teil (gerade wohl wegen seiner Vergangenheit) und behält stattdessen von der internen Zentrale aus einen Überblick über den Fortschritt. Zudem ist er als Koch tätig, seine Spezialitäten sind so gefürchtet wie beliebt.
      Ausrüstung
      Ein Kugelschreiber und die Küchenkelle der Verdammnis (Verzauberung: +3 auf scharfe Gerichte)


      Name: Lynn 'Spectre' O'Mara
      Alter: 24
      Geburtstag: 31. Oktober 2072
      Erscheinung
      Lynn ist ein stets gut gelaunter Rotschopf und bindet ihre Haare meist zu einem einfachen Pferdeschwanz zusammen. Sie hat smaragdgrüne Augen und, für Rothaarige typisch, eine sehr helle Haut. Sie ist zwar schlank, jedoch bei weitem nicht athletisch gebaut. Entgegen stereotypischer Klischees irrer Wissenschaftler, Nerds, Mathegenies und Geeks trägt sie keine Brille und hat kein Verlangen – ihrer Meinung nach hässliche – karierte Hemden zu tragen.
      Herkunft
      Lynns Elternhaus war ein einziger Horror. Gewalt war die Tagesordnung, ihre Eltern und ihre beiden älteren Brüder operierten nach dem Recht des Stärkeren. Lynn durfte keine Freunde haben, keine Schule besuchen und musste ständig alle Hausarbeiten übernehmen. Sie wurde regelmäßig geschlagen und angeschrien.
      Im Alter von gerade einmal elf Jahren floh Lynn mit ihrer geliebten Schwester Alina, welche sechs Jahre jünger ist als sie, von Zuhause. Die Beiden flohen in die Stadt des Lichts, Lighthaven. Doch all Unglück musste sein Ende einmal haben, und tatsächlich hatten die Mädchen eine verheißungsvolle Begegnung. Eine Wissenschaftlerin nahm sie bei sich zu Hause auf. Die gütige Frau, die schon ein höheres Alter erreicht und zahlreiche Geheimnisse in der Physik aufgedeckt hatte, kümmerte sich in den folgenden Jahren gut um die Beiden. Lynn, aber auch Alina, lernten in einer unvergleichlichen Geschwindigkeit all die Dinge, die sie versäumt hatten, konnten zur Schule gehen und ein relativ normales Leben führen. Als Lynn das achtzehnte Lebensjahr erreichte, zogen die Beiden in ein eigenes Apartment um, um auf eigenen Beinen zu stehen. Sie stehen jedoch noch immer regelmäßig in Kontakt mit der alten Dame, die ihnen damals wahrscheinlich das Leben gerettet hatte.
      Lynn geht regelmäßig nach Hause zu ihrer kleinen Schwester, welche Lynn immer ihre neuesten (und oft explodierenden) Roboterkreationen vorstellt. Es ist eher ungewöhnlich, dass sie über Nacht bei Orion's Spark bleibt.
      Charakterzüge
      Lynn ist ein Sonnenschein auf Erden, hat allerdings eine stark sarkastische Ader. Ihre Gedankengänge sind häufig extrem chaotisch und unlogisch.
      Für Lynn ist Marina wie eine weitere kleine Schwester, weswegen sie ohne mit der Wimper zu zucken sich mit alles und jedem anlegt, wenn es um Marinas Wohl geht. Sie hat, wie Marek, ein starkes Gerechtigkeitsempfinden, bewertet allerdings einige Dinge anders als er.
      Profession
      Cyberhackingexpertin und Informationsbeschafferin
      Lynn spricht insgesamt sieben Sprachen fließend, darunter Deutsch, Englisch, Russisch, Japanisch und Hochchinesisch. 'Hochbegabt' ist bei ihr pure Untertreibung. Sie ist das Gehirn von Orion's Spark und erhofft sich durch den Job zusätzliche Einnahmen.
      Ausrüstung
      Lynn hat das halbe Untergeschoss für ihr Hightechequipment beschlagnahmt. Marek, der die gewaltige Rechnung für Lynns Gerätschaften übernehmen musste, bekommt seitdem alleine schon beim Nennen der Wörter 'Geld', 'Rechnung' oder 'zahlungsunfähig' eine Gänsehaut.

      Lynns 'Überzeugungskünste'
      „Bezahl meine Gerätschaften Marek!“
      „Wieso sollte ich für dein Equip-“
      „Oh guck mal. Ich hab hier ein paar hochbrisante Fotos von dir...“
      „L-Lynn?!“
      „Auf dem da hast du ja Schwimmflügel an. Sag bloß nicht, du kannst noch immer nicht schwimmen?“
      „Lynn! Also, das-“
      „Oh, und hier ist eins, wo du in die Umkleidekabine der Frauen spannst! Du bist ja ein echter Perversling!“
      „DAS HABE ICH NIE GETAN! BEI MEINER EHRE! DAS IST EIN FAKE!“
      „Das wissen doch die Leute nicht, die es sehen werden.“
      „Okay, okay. Ich zahl dir dein Equipment.“
      „Fein, hier ist die Liste.“



      -:-:-:-:-:-:-

      Charakterbogen:

      Name:
      Alter:
      Geburtstag:

      Erscheinung
      Herkunft
      Charakterzüge

      Profession
      Ausrüstung



      Just Monika.
    • Schwarze Schatten bewegten sich im Takt der brachialen Gitarrenriffs, die aus an Säulen befestigten Lautsprechern drangen. Lynn saß in Chertograds unterster Ebene an einem kleinen Tisch und beobachtete gut gelaunt die dunklen Gestalten, die sich um sie herum bewegten. Jeder Tisch war mit einer darüber angebrachten, violett leuchtenden Lampe versehen. Auch wenn man es dem Rotschopf vielleicht nicht ansah: Sie liebte das Chertograd und seine Musikwahl. Auf der anderen Seite der Ebene gab es eine große Bar, welche auch kleinere Gerichte kochte und servierte, sowie eine Tanzfläche, auf der diffuse Lichter die Tanzenden regelmäßig von der Finsternis verschlucken ließ.
      Lynn war allerdings heute nicht aus reinem Vergnügen hier. Mit etwas Glück würde sie heute einen neuen Mitarbeiter akquirieren können. Laut ihren Kontakten musste man sich dafür im Chertograd zu einer ganz bestimmten Uhrzeit an einen ganz bestimmten Tisch setzen; und dann auf die Bedienung warten. Nach kurzer Zeit kam sie dann, und auf den ersten Blick entsprach sie dem Profil: mittelgroß, anscheinend recht athletisch gebaut und mindestens zwanzig zerquetschte Nachtschnecken im Haar. Sie wartete gar nicht erst darauf, dass er sie nach ihrem Menüwunsch fragte. „Einen Dolch mit … strahlender Sonne im Heft, bitte.“ Wenn er nicht die besagte Person war, machte Lynn sich gerade ziemlich lächerlich.

      Er war zur rechten Zeit am rechten Tisch. Dort saß jemand, doch das war noch nicht ungewöhnlich. In wenigstens 19 von 20 Fällen saß dort einfach jemand, der keine Ahnung hatte. Doch dann - die strahlende Sonne. Ein neuer Kontrakt bahnte sich an.
      "Kommt sofort." antwortete er der rotschöpfigen Kundin in einem für das Chertograd nicht ungewöhnlichen, düsteren Tonfall. Dann machte sich die schwarz und eher eng gekleidete Gestalt wieder davon in den Lärm und die diesige Luft.
      Es dauerte ein paar Minuten, dann stellte seine Hand ein Tablett mit einem großen, mit blutrotem Fruchtsaft übergossenem Eis darauf vor Lynn auf den Tisch. Es war gut erkennbar, wie er dünne Handschuhe und einen anscheinend selbst zurecht gehämmerten kleinen Ring aus Stahl trug, auf dem eine kleine Sonne mit künstlerisch angedeuteten Strahlen zu sehen war. Keine Fingerabdrücke, keine Hautzellen, nur ein Erkennungszeichen. Im Eis steckte ein Löffel. Darin eingraviert eine Nachricht. Eine neue Uhrzeit, ein neuer Treffpunkt. Von da an hielt sich der athletische Mann stets irgendwie in der Nähe der neuen Klientin auf. Er musste schließlich wieder abräumen.

      Lynn grinste schelmisch. Er war es also wirklich. Ihre Informationsquellen waren halt doch etwas wert. Sie bemerkte auch die Gravur am Löffel, als sie jenen mit ihren schlanken Fingern umschloss. Um nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig zu erregen, löffelte sie genüsslich den Eisbecher – sie vermutete, dass es sich bei dem Dessert um Nummer 42 im Menü handelte – leer. Lynn fragte sich nur, wie sie den Typen überhaupt überzeugen sollte. Marek hatte ihr dazu keine Tipps gegeben, er war also wie gewöhnlich bei den wichtigen Dingen komplett nutzlos.
      Als Lynn fertig war, lehnte sie sich entspannt zurück und winkte der Bedienung mit einer Handbewegung kurz zu, damit sie zahlen konnte.

      Der Treffpunkt entpuppte sich als Tiefgarage, die auch schon bessere Zeiten gesehen hatte und wohl nur noch in Ausnahmefällen überhaupt frequentiert wurde. Sie befand sich schon am inneren Rande des Staubrings. Kyshcherima saß entspannt auf einem nicht gerade großen, dafür aber sicher verdammt schnellen Motorrad - wenn man denn das moderne Äquivalent dazu so nennen wollte. Im Chertograd hatte er noch eine Maske aus Kunststoff getragen, die noch wie ein menschliches Gesicht ausgesehen hatte. Jetzt trug er jene Maske, die seine Opfer immer als letztes zu sehen bekamen - wenn überhaupt. Er wollte Lynn aber keineswegs umbringen, schließlich würde sie seine neue Auftraggeberin sein. Es war dunkel und er war nur indirekt durch Reflexionen des Scheinwerferlichts zu erkennen.

      Eine Tiefgarage im Staubring. Ehrlich? Der Typ hatte wohl eine Vorliebe für dunkle, verlassene Orte. Gelassen stieg sie von ihrem Motorrad ab. Es war zwar neu, benutzte jedoch ältere Technologie, da das Fahrzeug sich noch mit zwei Windturbinen vom Boden wegdrückte. Die neueren Versionen benutzten ein elektromagnetisches Feld.
      Gut gelaunt näherte sich Lynn dem Assassinen, der wohl allen Anscheins auch ein Motorrad als bevorzugtes Fortbewegungsmittel benutzte. Die Maske verschreckte sie nicht wirklich, wieso auch? Vor Zorn entstellte Gesichter waren weitaus verstörender.
      „Ya-hoo! Ich habe eine einmalige Gelegenheit für dich.“

      Die antwortende Stimme war düster.
      "Ihr klingt mit eurer 'einmaligen Gelegenheit' wie ein billiger Werbespot, aber da ihr mich gefunden habt, gehe ich einmal davon aus, dass ihr sonst entschieden besser drauf seid. Worum geht es ?"

      Lynn überlegte kurz, ob sie ihm sarkastisch antworten sollte, riss sich allerdings dann doch zusammen. „Dich finden war ein Kinderspiel, bilde dir darauf nichts ein. Wir bieten dir an, Mitglied unserer Söldnerorganisation zu werden. Wenn du Interesse hast, kannst du dich am Treffpunkt einfinden, der auf diesem Flyer da dokumentiert ist.“ Lynn zog ein zusammengefaltetes Blatt Papier hervor und warf es ihm geschickt zu. „Datum steht auch drauf.“

      "Wenn ihr sagt, es wäre ein leichtes gewesen, mich zu finden, warum macht ihr euch dann diesen Aufwand, um mir einen lumpigen Flyer zukommen zu lassen ? Denkt ihr ich lese keine Massenmedien mit Inseraten ?"
      Vielleicht würde er sich den ein oder anderen Auftrag von denen ansehen, schließlich herrschte manchmal auch schlicht Flaute im Chartograd. Er könnte notfalls auch Söldner dieser Organisation an das bezahlte Messer liefern, wenn er schon Insider-Informationen erlangen würde. Der Wisch landete in einem der Abgründe seines schwarzen Mantels, dann startete er die Maschine.
      "Gehabt euch wohl."
      Er hatte wirklich mehr erwartet. In sehr großzügigem Tempo brauste er an Lynn vorbei, die Rampen hoch und nach draußen. Ob er erscheinen würde ? Man würde es wahrscheinlich gar nicht wissen können, denn er besaß so viele Masken, dass sein unmaskiertes Gesicht auch als eine solche gelten konnte.



      Kyshcherima


      Name: Sein realer Name ist allenfalls ein Gerücht, er führt Kontakte und Kontrakte mit "Kyshcherima".

      Alter: 34

      Geburtstag: 25.12.2063

      Erscheinung: Mittelgroß und ebenso stark. Dunkelbraunes, einige cm langes Haar mit viel Gel darin. Auffälliges Merkmal sind die violott phosphoreszierenden Augen - nach Lichteinfall leuchtet die Iris im Dunklen nach. Darum trägt er in der Öffentlichkeit häufig Sonnenbrille. Entscheidet er sich für eine direkte Konfrontation seiner Opfer, verwendet er eine selbst geschmiedete, fratzenhafte Maske aus Stahl. Er besitzt zweckdienliche Kleidung in verschiedenen Farben, vornehmlich tiefes Schwarz und allesamt mit großzügiger Kapuze.

      Herkunft: Er stammt aus Australien, wo er schon in jungen Jahren zum strahlenresistenten Hybriden geworden ist. Es ist daher zu vermuten, dass er irgendwo im Staubring haust, jedenfalls, bis er wirklich viel Geld gescheffelt hat.

      Charakterzüge: Intelligent, auf eine diabolische Art und Weise kreativ und gerne verschwiegen.

      Profession: Seit wenigen Jahren Assassine in Eigenregie. Sein Markenzeichen sind geringe Fallzahlen, dafür aber allesamt auf halb- bis sehr prominente Opfer mit geradezu minutiöser Planung und sehr hohen Folgekosten für Angehörige und die Gesellschaft im Allgemeinen, was seine Tatorte angeht. Sein bis dato berühmtetester Anschlag ist die Armadillo Assassination, in der er den Ruf der Armadillo Association ramponierte, indem er während der Produktpräsentation eines neuen hochentwickelten Bots mit einem gezielten Treffer in die hochintegrierte, aber nicht strahlengehärtete Elektronik ein paar Bits umkippen ließ, was die Vorführung in ein veritables Fiasko entartete. Viele der beteiligten Ingenieure erkrankten Wochen später, was das Projekt noch weiter verzögerte. Gerne wird Komplex Sieben in der Frage ins Spiel gebracht, wer denn der Auftraggeber war. Er soll angeblich aber auch verdammt gut mit einem großen, glühenden Messer hantieren und klettern können.

      Ausrüstung: Er hat einen selbstgebauten Fusor mit einer Vorrichtung zur Bündelung und Ausrichtung des erzielten Neutronenflusses in einem eigens geschmiedeten Gehäuse mit Zieloptik vereint. Der Treibstoff Deuterium ist als schweres Wasser in geringem Anteil in gewöhnlichem Wasser enthalten. Damit setzt er sich gerne in eine angemietete Wohnung in Nähe des Ziels oder bleibt auch einfach in einer dunklen Seitengasse auf seinem Zweirad sitzen und hält ein paar Minuten drauf, bis er sich sicher sein kann, dass das Ziel die Strahlenkrankheit sterben wird. Das ist zwar nicht gerade schnell, dafür aber absolut lautlos. Um die Wirkung zu verstärken, in Abwesenheit zu handeln oder mehrere Personen auf einmal ausschalten zu können, schiebt er den Leuten unauffällige Gegenstände unter, die er vorher anfertigt und die aus besonders gut aktivierbaren Metallen bestehen - beispielsweise Visitenkarten oder Aktenordner mit einem verborgenen Inlay aus zur Folie ausgewalztem Uran. Das dürfte wohl auch für sein großes custom-made Messer gelten.
    • Von Exobiologen und Söldnern...
      Er war alleine, alleine in diesem Tresorraum, diesem abgeschlossenen Tresorraum, nur ein grob humanoider Brandfleck an der Wand zeugte von seinem gewaltsamen Eindringen.
      Alles was hier lag, die Wertsachen, die Luxusgüter... die Nahrungsmittel, all das gehörte nur einem Bandenboss, der es anderen weggenommen hatte. Zumindest rechtfertigte sich Solomon so vor sich selbst, dieses mal zumindest.
      Der Mann holte tief Luft, versuchte es, aber seine Lungen nahmen nicht mehr so viel Luft auf wie sonst. Er näherte sich bereits der Grenze, das wusste er.
      Seine Hand näherte sich einem Geldbündel, es gab einen violetten Überschlagsblitz, der das Bündel in Asche verwandelte.
      Er hatte zu lange gebraucht durch die Wand. Er musste zurück, musste sich stabilisieren!
      Langsam und mühsam setzte er einen Fuß vor den anderen, kehrte zurück zu dem Brandfleck an der Tresorwand, presste sich dagegen und schließlich hinein und hindurch. Es war ein widerliches Gefühl wie das Mauerwerk ihn durchdrang und er das Mauerwerk durchdrang.
      Zurück in der schäbigen Gasse wurde diese von violetten Überschlagsblitzen erhellt, die überall um ihn herum einschlugen.
      Vorsichtig griff er nach einer kleinen Apperatur, die er zuvor hier aufgestellt hatte, konzentrierte sich aufs Äußerste. Er durfte das Gerät nicht zerstören, er musste die Zellen in seiner Hand beisammen halten, durfte sie nicht weiter auseinander driften lassen.
      Es gelang den Knopf zu drücken und ein dichter Nebel zischte ihm augenblicklich ins Gesicht.
      In diesem Zustand war zerstäubter Alkohol das einfachste Mittel um ihn wieder zu stabilisieren. Er konnte spüren wie die Energien, die ihn durchflossen abnahmen, wie seine Zellen sich wieder einander annäherten, wie er wieder mehr und mehr stofflich wurde.
      Solomon erlaubte sich ein leises Seufzen, als ihn ein leichter Schwindel überkam. Solch dicke Wände waren ein Problem, sie zu durchdringen beschleunigte den Prozess seiner Auflösung deutlich. Leider. Der Tresor hätte ihn eine ganze Weile ernähren können.
      Die nackte Seltsamkeit bückte sich, hob ihre Kleidung auf, zog sich an und verstaute wieder alles in den Taschen.
      Noch ein schneller Schluck aus dem Flachmann fürs allgemeine Wohlbefinden, dann nahm er sich das Biomonitorimplantat und presste es sich wieder einmal auf den linken Unterarm.
      Ein unterdrückter Schmerzenslaut erklang, als das Implantat sich selbstständig durch seine Haut in sein Fleisch bohrte. Mit dem Ärmel tupfte er sich das violett schimmernde Blut von den frischen Wundrändern und warf einen prüfenden Blick auf den nun wieder aktiven Biomonitor.
      Er hatte einen Alkoholpegel von 0,301 Promille. Er war wieder stabiel. Gerade so.
      Ein Schluck aus dem Flachmann für den Weg und er sah zu, dass er sich aus dem Staub machte. Es musste ja nicht sein, dass irgendwelche Bandenangehörigen ihn hier hinter ihrem Hauptquartier fanden...

      Name: Solomon Bleibruck aka "Brzzzt"
      Alter: 30 Jahre, so sieht er zumindest aus
      Geburtstag: 30. November

      Erscheinung: Er sah schon mal besser aus. 175 Zentimeter groß, in sich zusammen gesunken, ungesund bleich mit dunklen Augenringen. Die langen, ungepflegten Haare hängen ihm meist ins Gesicht, so dass schwarze Strähnen seine eingesunkenen violetten Augen verbergen.
      Er spricht gern mit leiser Stimme, so er denn überhaupt spricht, da er es vorzieht gar nicht erst wahrgenommen zu werden.
      Auch wenn er es ungern zugibt, so deutet doch alles an ihm immer mehr auf einen langjährigen Alkoholmissbrauch hin.
      Solomon hat im linken Unterarm einen implantierten Biomonitor,
      Herkunft: Weiß man nicht so genau, allerdings treibt er sich seit drei Jahren in den Außenbezirken von Lighthaven herum, mal hier mal dort.
      Charakterzüge: Die meiste Zeit ist er sehr ruhig, in etwa so wie ein Pulverfass, bis jemand die Lunte anzündet. Dann gibt es Tote, was er jedoch zu vermeiden sucht. Er möchte anderen nicht schaden und wenn es dazu kommt, bereut er es jedes mal.

      Profession: Biologe, der die Perseiden erforschte, aber das ist seit dem Unfall Vergangenheit, wie ein anderes Leben. Er ist abgestürzt und schlägt sich mehr schlecht als recht als Einbrecher durchs Leben.
      Ausrüstung: Er besitzt nur was er am Körper trägt, also Kleidung, Flachmann und noch etwas Kleinkram.

      Solomon hatte sich von seinen kärglichen Finanzen eine Flasche Billigschnaps erworben, mit dem er sich auf den Weg zu einer Bauruine machte, in der er schon ab und an geschlafen hatte. Wenn er die Flasche zur Hälfte trank dürfte er bei 1,7 vielleicht auch bei 1,8 Promillen sein, genug, dass er durchschlafen konnte, endlich wieder und der Kater am nächsten Morgen würde nicht all zu schlimm ausfallen.
      Betrübt und gedankenversunken schlenderte er mit gesenktem Blick die Straße entlang, bis er überrascht stehen blieb.
      Die Bauruine...
      Sie war verschwunden!
      Er war zwar ein paar Monate nicht mehr hier gewesen, aber dass hier so schnell gebaut wurde... oder waren das schon mehr als nur ein paar Monate gewesen? Verdammter Alkohol...
      Orion's Spark, so stand es dort an der Gebäudefront.
      Hatte es nicht mal einen Energydrink gegeben der so geheißen hatte? Solomon kratzte sich ausgiebig am Kopf und dachte nach, ehe er entschlossen die Flasche öffnete und einen tiefen Schluck nahm, bevor der Biomonitor zu piepen beginnen konnte, da sein Alkoholpegel dabei war unter 0,3 zu fallen, was wieder seine beginnende Auflösung und gleichzeitige Aufladung bedeutet hätte.
      Er schraubte die Flasche zu und betätigte die Klingel. Wenn er schon einmal hier war, konnte er auch gleich herausfinden was das für ein Schuppen war. Zwar war es schon Abend, aber vielleicht war ja noch jemand im Büro oder so...

      Lynn seufzte, als jemand an der Tür klingelte. Da hatte sie erst dieses doofe Gespräch mit dem Assassinen hinter sich gebracht, und dann konnte sie nicht mal in Ruhe den Rest des Abends gemeinsam mit Marina vor dem Holoscreen genießen. Das Leben war unbarmherzig und grausam. „Ich geh dann mal. Bleib du ruhig sitzen, Marina.“
      „Ne, ne! Ich komme mit! Es ist spät, jemand muss dich schließlich beschützen!“
      Lynn musste schmunzeln. Das Mädchen war ein echter Schatz, ganz anders als ihr knausriger Onkel. Mit Marina im Schlepptau begab sich Lynn zur Haustür, sah kurz durch den Spion und hielt inne. Das … war ein verdächtiges Individuum! Kurz wog Lynn die Risiken ab, die bestanden, wenn sie die Tür öffnete. Sie kam zu dem Entschluss, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass diese Person etwas Schlimmes anstellen konnte, bevor der Verteidigungsparameter sich aktivieren und ihn zu Schweizer Käse verarbeiten würde.
      Der Rotschopf öffnete die Haustür und besah kurz die heruntergekommene Gestalt. War das eine Alkoholflasche? Er war wohl wahrscheinlich obdachlos. „Hey. Weshalb bist du denn so spät hier noch unterwegs?“ Neugierig lugte dabei Marina hinter Lynns Rücken hervor, jederzeit bereit, ihre supertolle Freundin vor dem möglicherweise fiesen Bösewicht zu retten.

      Die Tür öffnete sich, zwei Frauen. Sie waren jung, die eine fast noch ein Kind und wie die beiden ihn ansahen... Beschämt starrte er auf den Boden, teils um seine Augen zu verbergen, teils um sie nicht in seinem Gesicht lesen zu lassen, was ihm unangenehm war, genauso wie ihre Blicke.
      "Oh, ähm... ist ja noch jemand da..." Nuschelte er in seine Bartstoppeln und hätte am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht und wäre weggerannt. Was wollte er denn auch hier?
      "Also ich... hier war mal ne Bauruine, da hab ich ab und zu gepennt und..." Er unterbrach sich und biss sich auf die Lippen. Das machte es auch nicht besser, er war sowieso schon Abschaum, was musste er dann noch andere belästigen, die nichts dafür konnten was ihm zugestoßen war?
      "Ich... also ich hab mich halt gefragt was das hier ist, dieses Orion's Spark. Kenn ich nicht. Dachte ich frag halt..." Er verstummte, wagte jedoch einen Blick aus seinen merkwürdig violetten Augen, in denen die Angst vor ihrer Reaktion lauerte, ebenso wie Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit. Es waren die Augen eines Mannes, der wusste, dass sein Leben schon vor vielen Jahren zuende gegangen war, der sich aber noch nicht mit dem Tod abgefunden hatte, ein Mann der schon seit viel zu vielen Jahren starb ohne es akzeptieren zu wollen. Da war so viel Trauer über Dinge die waren und Dinge die nie mehr sein würden.

      Ruhig hörte Lynn dem Fremden zu, was er zu sagen hatte. Er war also wirklich ein Obdachloser, und schien zugleich weit mehr verloren zu haben als sein Zuhause. „Fragen kostet nix. Das hier ist eine frisch gegründete Söldneragentur. Heuern gerade zur Zeit Leute an. Und bitte nicht zu laut sich über den Namen der Agentur auslassen, ich weiß der ist etwas seltsam. Wenn der Gorilla in seinem Ohrensessel, ein Stockwerk über uns, da was darüber hört, kriegt er wieder einen Heulkrampf.“
      „Und was für einen Heulkrampf. Mein Onkel ist da wirklich etwas merkwürdig“, ergänzte Marina fröhlich, wirkte der Fremde schließlich ungefährlich. Sie empfand ehrlich gesagt sogar etwas Mitleid.
      „Etwas … ha. Etwas ist gut. Der verarbeitet da anscheinend irgendein Kindheitstrauma oder so. Uch.“ Marina sah unschlüssig zwischen dem Fremden und Lynn hin und her.
      „Können wir dir irgendwie helfen?“, fragte Marina.

      Der Obdachlose fühlte sich zwar immer noch mehr als unwohl, aber mit einem mal glomm ein Funken Hoffnung in ihm auf. Sie heuerten an... und als Söldner musste man... ja was eigentlich? Wissen wie man eine Waffe hielt? Das würde er noch hinbekommen, er hatte schon Pistolen benutzt, auch wenn das schon länger zurück lag.
      Ein Söldnerleben war jetzt zwar nicht unbedingt das was er sich erträumt hatte, aber schlechter als bei anderen Leuten einzubrechen konnte es schwerlich sein und vielleicht hatte er dann wieder ein Dach über dem Kopf, das hatte er schon lange nicht mehr gehabt... Seit Jahren nicht mehr... Jahrzehnten... oder? Das waren doch Jahrzehnte bereits? Drecks Alkohol...
      Ein unsicheres Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.
      "Ja, ihr könntet mir helfen." Erwiderte er mit einer Bestimmtheit, die ihn selbst wohl am meisten erschreckte.
      "Heuert mich an, bitte! Ich kann bestimmt irgendwie nützlich sein, ich weiß ich mach nicht mehr viel her und früher war ich auch nur Biologe und hatte nicht viel mit Waffen zu tun, ich hatte nur mal ne Einweisung in Faustfeuerwaffen, aber Söldner brauchen doch bestimmt auch..." Er rang mit den Händen und ließ dabei fast seinen Schnaps fallen. "Keine Ahnung, Logistik, Zeugwart, irgendwas, ich lerne schnell!" Da war sie, die Verzweiflung. Er hatte es sich nicht ausgesucht auf der Straße als stinkender Alkoholiker zu enden und vielleicht, nur vielleicht konnte er zumindest seinen Wohnort und seinen Hygienezustand ändern. Den Alkoholismus würde er wohl nie wieder los werden, zumindest nicht ohne langjährige Forschungen in einem entsprechenden Labor und bis sich diese Gelegenheit eines Tages vielleicht sogar ergab... würde er sich jeden Tag ein bisschen mehr vergiften um nicht zu sterben.

      Ein Biologe als Söldner? Lynn ließ sich das Gesagte kurz durch den Kopf gehen. „Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man eine Waffeneinweisung hatte, oder ob man die Knarre auf jemanden richten und ohne zu zögern abdrücken muss. Das ist keine leichte Sache. Im Übrigen bin ich nicht in der Lage, dich anzuheuern. Das kann nur der Chef. Von daher ...“ Lynn gab Marina ein Zeichen und jene verschwand, um kurz darauf mit einem Stück Papier zurückzukehren, welches sie Lynn überreichte.
      „Hier drauf sind Datum und Treffpunkt, wenn du Interesse hast, bei uns mitzuwirken. Du musst allerdings dort den Chef von dir überzeugen können, ansonsten wird’s nix mit'm Traum vom Söldnerleben. Erscheine, oder weine!“ Geschickt warf Lynn dem Fremden den Flyer zu.

      Mit einer Reaktionsschnelligkeit, die man einem Alkoholiker gar nicht zugetraut hätte, schnappte sich Solomon den Flyer aus der Luft und betrachtete ihn und zum ersten mal seit sehr langer Zeit entrang sich der Kehle des Exobiologen ein kurzes aber dafür glückliches Lachen.
      Es war eine Chance und er hatte schon lange keine Chance mehr gehabt.
      "Ich werde da sein. Danke und einen schönen Abend noch." Mit einem überraschend freundlichen Lächeln hob er grüßend die Hand und verabschiedete sich von den beiden Frauen.
      Jetzt musste er nur noch heraus finden wo er diese Nacht am besten unterkam...


      Lalala, gnihihihi...
      "Und das ist also dieser... Jay." Brachte der Anzug angewidert hervor und musterte den Kerl vor ihm, ungewaschen, unrasiert, schmutziger Blaumann, nackte Füße, der just in diesem Moment den dunkelbraunen Schleim auf den kalten Metallboden ausspuckte, der sich beim Kauen von Tabak im Mund bildete.
      "Nope." Grunzte der Blaumann, ehe einer der firmeneigenen Anzüge aus den oberen Etagen antworten konnte.
      "Jay is inner Halle." Schmatzte er und wandte sich ab. "Brin euch hin..." Damit watschelte er auch schon los, ohne jede Hast.
      "Also, das ist doch..." Entsetzte sich der akkurate Anzug und spießte die anderen Anzüge, mit dem roten K7-Logo auf dem schwarzen Seidentuch in der Brusttasche, förmlich mit Blicken auf, doch blieb ihm wohl keine andere Wahl, als diesem Bauerntölpel zu folgen.
      Zwei Geschosse tiefer, also noch tiefer unter der Erde als ohnehin schon, waren die Gänge noch immer in grelles Kunstlicht getaucht und mit blankem Metall ausgekleidet.
      "Da simmer." Brummte der Bauer, legte seine vom Öl schmierige Hand auf eine Sensorfläche und drückte die glatte Metalltür mit der anderen auf.
      Die Gruppe trat in einen Beobachtungsraum, dessen Sichtfenster in eine weite Halle führte, deren Boden ein ganzes Stück weiter unten lag.
      "Do you ever want to catch me? Right now I'm feeling ignored! So can you try a little harder? I'm really getting bored!" Klang der Gesang einer Frauenstimme aus den Lautsprechern in dem Raum. Die Männer traten an das große Fenster und sahen hinab. In diesem Moment erloschen alle Lichter in der Halle und der Lichtkeil der durch die Tür fiel wurde schmaler und verschwand, als die Tür hinter ihnen wieder ins Schloss fiel.
      Dann zuckten die Anzüge zusammen, als unvermittelt die Geräuschkulisse einer schweren Gattlinggun übertragen wurde und am Boden der Halle grelles Mündungsfeuer aufblitzte in dem flackernde Schatten zum Leben erwachten.
      "Come on! Shoot faster! Just a little bit of energy yeah! I wanna try something fun right now, I guess some people call it anarchy!" Setzte der Gesang in dem Geschützfeuer wieder ein und der Anzug trat nahe an die Sichtscheibe heran um nach unten zu spähen, wo immer wieder im Schein des Mündungsfeuers die umherwirbelnde Gestalt mit der Gattlinggun aufflackerte, ebenso wie andere, die den Kreis um diese Person enger zogen, trotz beständiger Verluste.
      "Was geht da unten vor?!" Schrie der Anzug die Firmenanzüge an, die zusammenzuckten und ratlos den Blaumann ansahen.
      "Licht geht glei wieder an." Meinte dieser nur schulterzuckend und rotzte wieder seinen Tabakschleim auf den Fußboden.
      "Ich verlange augenblicklich eine Erklärung!" Brüllte der Anzug, noch während das Licht wieder aufflammte.
      "Guggste runter." Brummte der Blaumann und tat das was er den anderen vorgeschlagen hatte. Die Gruppe sah hinab in die wieder erhellte Halle, wo die Gestalt gerade die schwere Gattlinggun samt Schultergurt fallen ließ, zu einem Tisch herum fuhr, sich zwei fremdartige Faustfeuerwaffen griff und ihre "Angreifer" nach zwei Seiten hin unter Feuer nahm. Aus der einen Pistole knatterten kurze Salven mit Explosivgeschossen und aus der anderen grelle Energiebahnen, die ein unangenehmes Nachbild auf der Netzhaut hinterließen, wobei ein fast schon hysterisches Lachen aus den Lautsprechern durch den Lärm drang, den die billigen Blechkameraden verursachten, die nacheinander explodierten.
      Wieder ein herumwirbeln, wobei lange, geflochtene Zöpfe durch die Luft peitschten, einer knallrot, einer schneeweiß. Waffen wurden fallen gelassen, neue gegriffen. Mit dumpfem "Fump" verließen drei Granaten den Granatwerfer, den die um die eigene Achse wirbelnde Frau bereits wieder fallen ließ und zu einem weiteren Tisch hechtete, nicht darauf achtend, dass sie damit fünf weitere Roboter zerstört hatte.
      Ein irrsinniger Freudenschrei erklang, als sie zwei leichte Gewehre aufnahm, die Abzüge durchzog und die Waffen in ausladenden Bewegungen umher schwang.
      Die Beobachter mussten sich geblendet abwenden, als gleißende Energien sich in ihre Augen bohrten.
      Als sie es wieder wagten hinzusehen und die meisten farbigen Punkte weggeblinzelt hatten, war alles vorbei, keiner der Billigroboter existierte mehr, alles war verwüstet. Die letzten eingesetzten Waffen hatten aufgestellte Panzerplatten durchschnitten, Roboter eingeschmolzen und großflächige Brände auf dem Hallenboden und den Wänden ausgelöst, die nun von Sprinklern eingedämmt wurden und die Frau in dem leuchtend roten leichten Panzeranzug durchnässten, die gerade dabei war ein paar Waffen einzusammeln und mit diesen zu der Liftplattform zu gehen, die in den Beobachtungsraum führte, das Lied pfeifend, welches sie bei ihrer Vernichtungsorgie gesungen hatte.
      Es war erstaunlich still im Beobachtungsraum geworden. Der Blaumann grinste, die Firmenanzüge fühlten sich wie immer etwas unwohl und der Anzug war vor Entsetzen bleich geworden und rührte sich nicht mehr.
      Mit einem satten "Klonk" rastete die Liftplattform im Beobachtungsraum ein und die Frau mit den zweifarbigen, fast bodenlangen Zöpfen, der bleichen Haut und der kinnlangen Strähne, die ihr halbes Gesicht verdeckte, trat in den Raum.
      "He Will, ich mach mal ne Weile Urlaub und nehm diese Hübschen hier mit, nenne es einen Feldtest. Da gibts so ne Söldneragentur, klingt wie ein Fruchtgummi..." Sie sah von der fremdartigen Pistole auf, an der sie herumgekratzt hatte und der Anzug sah in große, rote Augen, lachende Augen... wahnsinnige Augen. Instinktiv prallte er vor der Frau zurück, die da im Raum stand, rußbeschmiert, durchnässt, gepanzert, mit Elektropistole, Schrotflinte und der schweren Gattlinggun, an der sie merklich zu schleppen hatte, was ihre Laune nicht im mindesten trübte.
      "Was ist denn das für ein Snob?" Wollte sie erstaunt wissen und strahlte wie ein spaltbares Element.
      "Keine Ahnung, Kunde glaub." Murmelte der Blaumann, besser bekannt als Will.
      "Achso, na dann..." Meinte sie achselzuckend und wandte sich zum gehen, als der Anzug wieder die Sprache fand und das nicht gerade leise.
      "Was um alles in der Welt sollte das denn werden, mir wurde gesagt ich könne mit dem leitenden Waffentechniker sprechen, stattdessen schleppt man mich zu irgendeiner Psychobraut, die..."
      "Nein! Nicht!" Schrie einer der Firmenanzüge dazwischen und sprang vor, während sich Will in weiser Voraussicht flach auf den Boden fallen ließ.
      Der Anzug hatte Glück, statt die Mündung auf ihm ruhen zu lassen ruckte der Lauf der gezogenen Schrotflinte im letzten Moment zur Seite und verteilte das Hirn des gestikulierenden Firmenanzugs lachend großflächig an der Sichtscheibe.
      "Ach ähm Will?" Die Waffen wegsteckend lächelte sie, wie die Liebenswürdigkeit selbst, zu dem Blaumann hinab, der noch immer schutzsuchend auf dem Boden lag. "Machst du hier noch bitte etwas sauber, bevor du Feierabend machst?"
      "Ja... klar, Chefin." Murmelte der Blaumann und erhob sich langsam.
      "Supi, bin wohl ein paar Wochen weg, bye!" Damit verließ sie den Raum und ließ einen Tabak ausspuckenden Will, bleiche Firmenanzüge und einen anderen Anzug zurück, auf dessen sündhaft teurer Hose sich gerade ein unschöner Fleck im Schritt auszubreiten begann.
      "Was... was war das?" Erklang seine zittrige Stimme.
      "Das?" Knurrte Will mit fiesem Grinsen. "S war Jay, leitende Waffentechnikerin, schätz die hat nu Urlaub, kommens n bisschen z spät. Vielleich s nächst mal vorher ankünigen, Termin machen un so." Er klopfte dem Anzug kräftig auf den Rücken.
      "Aba nu mal raus hier, muss putzn."

      Name: Jordana Jinx, aka Jay
      Alter: 28 Jahre
      Geburtstag: 1. April (man könnte sie einen Aprilscherz nennen, gäbe es denn etwas zu lachen wenn sie auftaucht...)

      Erscheinung: 180 Zentimeter groß, bleich, mit zu langen Gliedern für ihren Körper, was ihr einen unmenschlichen, vielleicht sogar monströsen, aber auf jeden Fall skurrilen Zug verleiht, der verstärkt wird durch den knallig roten Lippenstift, dem großzügigen blauschwarzen Lidschatten und den beiden geflochtenen Zöpfen, die ihr, einer weiß, einer rot, bis hinab zu den Knöcheln reichen. Nicht zu vergessen sind die großen, roten Augen, die vielleicht das schlimmste an ihr sind, denn in ihnen spiegelt sich ihr Innerstes wieder. Die überbordende Freude an der Vernichtung, ihr ganzer Wahnsinn.
      Herkunft: Die junge Frau stammt aus einer Kriesen und Kriegsregion, wo sie aus Schrott Mordinstrumente herstellte, wo sie erst einer Soldnergruppe und schließlich K7 ins Auge fiel.
      Charakterzüge: Wie sage ich das jetzt ohne gemein zu klingen...? Sie ist... ja, Wahnsinnig. Eine völlig Irre, psychisch total gestört. Sie würde sicher eine erstklassige Dakka-Dakka-Braut abgeben, wenn ihre Rechtschreibung nur etwas schlechter wäre und sie nicht so eine verdammt geniale Waffenkonstrukteurin wäre. Aber sie ist es nun einmal, der Hauptgrund, warum Komplex Sieben ihr so ziemlich alles durchgehen lässt, so lange sie dann und wann mal wieder etwas erfindet, das sie selbst zufrieden stellt.

      Profession: Sie ist wie Rembrandt mit der Handgranate, ein Bethoven am Gewehr, ein Mozart unter den Pistoleros und eine Mischung aus Einstein und Hawking wenn es darum geht aus einem Sandwich mit laberigen Toast und zwei Scheiben künstlichen Käse etwas zu bauen, das Menschen auf mittlerer Entfernung umbringt.
      Ausrüstung: Schwere Gattlinggun, süße Schrotflinte, hübsche Elektropistole mit Pewpew von Betäuben bis Rösten. Zivilkleidung und ein knallroter, leichter Körperpanzer ohne Helm, damit man auch was vom Gemetzel sehen kann.
      Fragen, Anregungen oder Kritik? -> Konversation oder #ogame.de-rpg

      Lass uns ein Spiel spielen...


      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • „Lynn. Was gibt es heute Abend eigentlich zu essen?“ Alinas Stimme hallte aus der Küche, dem leicht säuerlichen Klang nach zu urteilen musste sie gerade auch festgestellt haben, dass Lynn nichts vorbereitet hatte. Lynn, welche vor einem Holoscreen saß und gerade mit Emails schreiben beschäftigt war, seufzte.
      „Was sagt denn der Kühlschrank?“
      „Moment …“ Man hörte, wie die Kühlschranktür aufging. „Er sagt: 'Ich fühle mich so hohl und leer. Da ist keine Hoffnung, und keine Liebe. Bitte gib mir einen Grund, meine Arbeit fortzuführen. Oh, wieso ist diese stöhnende Leere da in meiner Brust? Dieser Weltenschmerz! Geboren ward ich in Bedrängnis, der Kühle elender Untertan. Mein Leben ist ein einziges Gefängn-'“
      „Er ist also leer?“
      „Jupp.“
      „Ein ergreifender Monolog by the way, Lina.“
      „Hehe. Danke. Meiner Karriere als Schauspielerin steht damit praktisch nichts mehr im Wege!“
      Lynn lachte. „Asiatisch?“
      „Okay, ich bestelle. Das Übliche?“
      „Ja. Bist ein Schatz.“
      Dann konnte sie ja sich wieder dieser Mail widmen. Ihr Opf- äh Ziel, nein das klang auch falsch. Ihre eventuell zukünftige Arbeitskollegin, die man Regan nannte, war die Empfängerin. Der Inhalt der Mail gab knapp an, wann und wo ein Treffen für den zukünftigen Söldnerjob stattfand und es sich bei Orion's Spark tatsächlich um eine Söldneragentur handelte und nicht um eine Bonbonfabrik. Ebenso eine kurze Anerkennung von Regans Fähigkeiten und die Zusicherung, dass Regan sich bei Fragen bei ihr jederzeit rühren konnte. Das alles verpackt in Lynns leicht unseriösen und freundlichen Schreibstil. Lynn betätigte den Button mit der Aufschrift 'Senden' und lehnte sich zurück.

      Ihr Kommunikator piepste, als Regan gerade dabei war an einem ihrer Projekte herum zu schrauben. Sie legte ihr Werkzeug beiseite und las die neue Email. Eine Anfrage von einer Söldner-Truppe, die anscheinend neu aufgemacht hatte. Wirklich seriös sah das nicht aus, und dann auch noch der Name.. Kurz überlegte sie, ob das vielleicht eine Falle sein könnte.. aber es war viel wahrscheinlicher, dass dieser Organisation einfach noch die professionelle PR-Abteilung fehlte. Sie überlegte kurz, dann rief sie ihre Frau an. Danielle nahm nach dem zweiten Klingeln ab.
      "Hey, was gibt’s?", fragte sie. "Bist du immer noch mit deinen Maschinen beschäftigt"
      "Mh", machte Regan. "Hör mal, ich hab grad ne Mail bekommen"
      Danielle schien sofort zu wissen worum es ging. "Eine Söldnergeschichte?"
      "Ist wohl eine neue Truppe", erklärte Regan. "Orion's Spark.. sag mal, hieß so nicht 'ne Eiskreme Firma?"
      "Hm, ich glaube nicht", erwiderte Danielle nach kurzem Überlegen. "Wollen sie dich rekrutieren?"
      "Erst mal gibt es wohl nur ein Treffen. Ich glaube ich werde hin gehen.." Sie betonte das letzte Wort als wäre es eine Frage.
      "Hast du angerufen, um um meine Erlaubnis zu bitten?"
      Regan seufzte. "Ich weiß, dir gefällt nicht, was ich mache.."
      "Das stimmt nicht, Ana. Wenn es mir nicht gefallen würde, hätte ich dich nicht geheiratet"
      Eine kurze Pause entstand, dann fuhr Danielle fort:
      "Aber du kennst unsere Abmachung. Du rufst mich vor und nach jedem Auftrag an, ja?"
      "Natürlich", versicherte Regan ihr.
      "Kommst du heute noch nach Hause?", fragte Danielle.
      "Ja. Ich mach mich gleich auf den Weg"
      "Gut, bis gleich"
      "Bye" Regan legte auf und schrieb eine kurze Mail zurück in der sie bestätigte sich zum genannten Zeitpunkt bei der Organisation einzufinden. Dann packte sie ihre Sachen zusammen und machte sich auf den Weg nach Hause.





      Name: Ana María Regan Nunes Pereira, genannt Regan

      Alter: 28

      Geburtstag: 30.05.2068



      Erscheinung: Regan hat Skoliose und hält sich daher etwas schief. Ihre Mobilität ist dadurch ebenfalls eingegrenzt. Wegen ihrer Haltung wirkt sie kleiner als ihre 1,77m. Sie hat bronzefarbene Haut, braune Augen und kurzes, dunkelbraunes Haar, welches meistens sehr fettig ist und welches sie oft nach hinten zurück kämmt. Regan bevorzugt bequeme Kleidung; meist trägt sie ein schlichtest, weißes T-Shirt und einen blauen Overall, den sie je nach Lage und Laune vollständig oder nur bis zur Hüfte übergezogen hat. An ihrem linken Ringfinger trägt sie einen Ehering.

      Herkunft: Ihre Familie stammt aus Brasilien. Regan kam mit ihnen nach Lighthaven, als sie noch ein Kleinkind war und hat kaum Erinnerungen an ihr Leben in ihrer alten Heimat. Ihre Frau hat eine Wohnung im Inneren Bezirk, in der sie meistens unterkommt. Für Aufträge schläft sie aber auch häufig dort, wo sie gebraucht wird.

      Charakterzüge: Regan hat eine gesunde Portion Selbstbewusstsein und spricht häufig aus was sie denkt. Wenn man sie schlecht kennt, würde man meinen, dass sie Menschen nicht mag und sich lieber mit Robotern abgibt. Das stimmt allerdings nicht. Regan mag bloß keinen Smalltak und setzt nach außen hin gerne eine unbeteiligte Maske auf – wenn man sie erstmal näher kennt, ist sie vielleicht nicht gerade herzlich, aber freundlich und wenn man ihre Freundschaft gewonnen hat, steht sie einem in jeder Lebenslage zur Seite. Ungerechtigkeiten sieht sie nicht gerne und ist auch nicht zögerlich dagegen anzugehen, allerdings weiß sie dabei auch wie sie sich aus direkten körperlichen Konflikten, in denen sie die meiste Zeit den Kürzeren ziehen würde, heraus hält.



      Profession: Regan ist Robotikerin und das aus vollem Herzen. Ihren ersten Roboter schraubte sie schon als Teenager zusammen. Des Weiteren spricht sie Englisch, Portugiesisch und Französisch. Seit einigen Jahren verdient sie sich ab und zu etwas als Söldnerin dazu.

      Ausrüstung: Ihr momentaner maschineller Begleiter ist ein Mech den sie "Baby-Girl" getauft hat. "Baby-Girl" ist mit zwei Maschinengewehren ausgestattet – eines mit normaler Munition und eines mit Effektmunition. Ußerdem verfügt sie über eine ausfahrbare Klinge und neben einer normalen Kamera auch eine Wärmebildkamera. Regan besitzt noch einige halbfertige Mechs, Ersatzteile und sonstige Gerätschaften die sie in einem Lager untergestellt hat. Sie trägt so gut wie immer eine Werkzeugtasche mit sich herum.
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3
    • Koop Cold und Jahira

      Laut die gebratenen Nudeln aus einem Pappkarton schlürfend begutachtete Lynn den Holoscreen. Hm. Konnte man das so stehen lassen? Unschlüssig wiegte Lynn ihren Kopf, bis sie einen Entschluss fasste und Alina herbeorderte. Die sah verwirrt Lynns Geschreibsel an, und gab ihrer älteren Schwester einen äußerst skeptischen Blick.
      „Lynn. Wenn du das abschickst, kannst du nur hoffen, dass besagte Ärztin sich vorher bereits ihr eigenes Gehirn raus operiert hat. Nur jemand ohne Verstand würde das genial finden und da vorstellig werden.“
      „Du musst nicht gleich so hart mit mir ins Gericht gehen, Alina.“
      Alina grinste nur und drückte ihre ältere Schwester. Sie war vielleicht ein Genie, aber bei manchen Dingen äußerst unbeholfen und chaotisch. Alina gab ihr ein paar Tipps, und kurz darauf war die Email mit allen nötigen Informationen, und dem typischen Lynn-Charme, der sich trotz Alinas Hilfe hartnäckig im Text gehalten hatte, an eine in der Unterwelt berühmt-berüchtigte Ärztin versandt. Jetzt konnten die Beiden nur noch hoffen, dass die Empfängerin der Email anbeißen würde.

      Eine Mail? Gunhild war gerade im einem Patienten beschäftigt.
      Die Information war falsch. Diesmal wird es wohl der Trog für dich. sie schenkte ihm ihr "Willst du das wirklich?" Lächeln, bevor sie sich zu ihrem Terminal umdrehte.
      Der Patient hatte keine Kraft wegzulaufen und s konnte sie sich in Ruhe um den Verwaltungskrams kümmern.
      Eine Einladung in eine Söldnertruppe? Da musste sie doch erstmal drüber nachdenken.
      Drei Stunden intensiver Schmerzensschreie und einem endlich bestätigten Geständnis später antwortete sie der Email.
      "Guten Tag.
      Gerne stehe ich für Aufträge zur Verfügung. Wäre Ihnen ein Treffen Recht?"
      Nun ja sie müsste die Wirksamkeitsanylyse beschleunigen, aber das wäre kein Problem.

      Lynn lag mit einer bereits schlafenden Alina, welche sich an sie gekuschelt hatte, auf der Couchgarnitur, als der Holoscreen das Eintreffen einer neuen Mail ankündigte. Sie ließ die Ansicht der Emails auf den Hauptbildschirm switchen, auf dem sie bis gerade eben einen Film geschaut hatte. Dann musste sie zumindest nicht aufstehen und Alina dabei wecken. Oho. Sie hatte tatsächlich geantwortet. Lynn besah die Nachricht und antwortete kurzum. Sie gab als Treffpunkt das Datum und den Ort an, der auch auf den Flyern genannt war. Da konnte die nette Ärztin dann schließlich gleich auch ihre eventuell zukünftigen Kollegen begutachten, was ja auch ein Entscheidungsgrund für oder gegen das Angebot sein konnte.

      Noch eine Mail riss sie aus ihrer Arbeit. Nun ja auch nicht schlimm. Ihr "Patient" war bewusstlos .
      Gunhild überflog den Fyler schnell. Oh fein! Sie hatte noch Zeit! Arbeit abschließen, ein Bad und danach Mary Poppins! Klang nach einem perfektem Abend.
      Nur eine kurze Nachricht, dass sie kommen würde und der Abend könnte jetzt ganz angenehm werden!

      Name: Gunhild Westmoor

      Alter: 31

      Geburtstag: 08.09.2066

      Erscheinung: Eine ziemlich normale Frau. Blondes, meist zum Pferdeschwanz gebundenes Haar und blaue Augen. Nicht klapperdürr und auch nicht dick, normal halt. Ihre Kleidung variiert nach Lust und Anlass, die hat eine riesigen Kleiderschrank und einen ebensogroßen Schuhschrank.

      Herkunft: Ihre Eltern betrieben ein kleines, unabhängiges Labor und lebten recht gut davon.
      Gunhild verbrachte nach der Schule immer viel Zeit und schaute sich bei ihren Eltern viel ab. Ihr Abitur legte sie recht gut hin und nahm ein Studium in Medizin auf. Als sie kurz vorm Abschluss stand, meinte eine Gaunerbande das Labor ihrer Eltern überfallen zu müssen und beschränkte sich leider nicht nur auf Diebstahl sonder beseitigte auch die Zeugen.
      Dank der Überwachungskameras konnte die junge Ärztin die Übeltäter aufspüren und an ihnen ihre ersten aufwändigen Tötungsmethoden entwickeln.
      Sie fand Geschmack an dieser Art Arbeit und verfeinert ihre Techniken bei jedem Auftrag.

      Charakterzüge: Neugier und Rachsucht sind die Worte, mit denen man sie gut beschreiben kann.Sie tötet ihre Opfer nicht einfach, sondern ist bei der Schmerzzuführung sehr kreativ. Soll die Zielperson unauffällig sterben, benutzt sie mehrstufige Gifte.

      Ansonsten mag sie Schnulzenfilme und klassische Musik.

      Profession: Ärztin und Fachkraft für Verhörtechniken und unauffälliges Frühableben.

      Ausrüstung: Das alte Labor, einiges an Giften und sie selbst ist sogar gegen Hodenkrebs geimpft.
      Zusätzlich benutzt sie eine großkalibrige Pistole und eine Sanitätsausrüstung.
      Man sagt ihr nach, dass sie selbst auf einer Waldlichtung eine Herztranplantation durchführen könnte.
    • Eine lange, staksige Gestalt durchmaß mit gleichmäßigen Schritten den Staubbring. Er hatte die metallischen
      Röhren hinter sich gelassen und erklomm nun einen Hügel am Rande des Staubrings. Hier waren die ersten
      Perseiden schon in Sichtweite. Er kam gerne hierher um seine neuesten Errungenschaften auszuprobieren.
      Die Banden die hier ihren Unterschlupf hatten gingen dem Sonderling inzwischen aus dem Weg.
      Spätestens nachdem er ihnen seine Explosionsgeschosse unter die Nase gehalten hatte!
      Cliff, sein Name war Cliff, kam gerne hierher. In Sichtweite gab es genügend Perseiden und er konnte
      seine Waffen an ihnen ausprobieren. Es bereitete ihm eine kindische Freude die unterschiedlichen Reaktionen
      zu studieren. Explosionsladungen schienen die Perseiden nur größer zu machen, so als ob sie die Energie
      absorbieren könnten. Am lustigsten fand er bisher den Einsatz von Pheromonen, mit dem Maiglöckchenduft
      hatte er die Pflanzen vollkommen Gaga gemacht. Heute wollte er einmal die Reaktionen auf seine Säurepatrone
      ausprobieren. Er hatte eine sündhaft teure Molekularsäure erstanden, die von irgendwelchen Xenomorphen
      abstammte. Cliff schraubte sorgfältig sein kleinkalibriges Scharfschützengewehr zusammen. Es konnte
      trotzdem mit multiplen Munitionssorten verwendet werden da diese urspünglich für den Einsatz auf Pistolen
      gedacht waren. Die Perseiden waren ungefähr 200m entfernt, sein Gewehr hatte locker eine Reichweite
      von über 1000 Metern. Die 20-fache Vergrößerung des Zielfernrohres könnte auf diese Entfernung einer
      Mücke das Leben schwer machen. Sorgfältig setzte er die Patrone ein und nahm die nächstbeste Alienpflanze
      ins Visier. Das Stativ sorgte für einen sicheren Stand und mit einem leisen Plopp verließ das Geschoss den
      Lauf des Gewehres. Eine unspektakuläre Landung war die Folge als die Patrone in der Pflanze detonierte.
      Es tat sich erst einmal gar nichts... doch plötzlich begann die Pflanze konvulsivisch zu zucken, Schaum
      trat an einigen Stellen zutage und sie verspritzte einen undefinierbaren Schleim in alle Himmelsrichtungen.
      Nach einer Weile sackte sie in sich zusammen und nahm dabei eine bräunliche Färbung an. Schließlich sah
      es so aus als ob sie im Zeitraffer welken würde. Ihre Blätter, oder wie immer man diese Gebilde auch
      bezeichnen wollte, fielen matt auf den Boden und zerflossen in einer Art braunen Konsistenz.
      Selbst der Stein in der Umgebung zischte und dampfte nach dem Kontakt mit der Säure. Nach einer Weile
      sah alles sehr tot aus. Zufrieden und erstaunt nahm Cliff die Wirkung zur Kenntnis. Auf eine nähere
      Untersuchung vor Ort verzichtete er aber lieber.


      Wer war Cliff eigentlich? Cliff war ein Steuerfachgehilfe der bei einem renommierten Steuerbüro arbeitete.
      Gehilfe war vllt. nicht das richtige Wort, eher wohl Fachmann, ein Experte für Steuerklärungen. Er konnte
      mittels Computer jedes noch so kleine Steuerschlupfloch herausfinden oder manipulieren. Sein Gehalt
      und seine Stellung innerhalb der Firma war entsprechend gut dotiert. Genug um sich hie und da etwas
      besonderes leisten zu können. Er wohnte in den äußeren Bezirken der Stadt und konnte sich sogar die
      Dienste eines Sicherheitsdienstes leisten. Sein Faible galt allem Außerirdischen, Aliens faszinieren ihn.
      Hierbei ist er über das Niveau eines tauschenden Sammelkartenkindes nicht hinausgekommen.
      Neben diesem infantilen Verhalten verfügt er jedoch über einen analytischen Verstand. Äußerlich könnte
      man meinen eine Gestalt in einem Trainingsanzug kommt auf einem zu.In Wahrheit ist dies jedoch
      ein Maßanzug der den Gestalten seiner Lieblings-SciFi-Serie (Raumschiffpatrouille Orion) ziemlich nahe kam.
      Über diesen blauen Training trug er meist eine farblich passende Weste dazu.


      Kürzlich hatte Cliff, der aufgrund seiner Gestalt (Bohnenstange) nur Faba genannt wurde,
      einen Flyer von Orion's Spark in die Finger bekommen. Sein erster Gedanke galt natürlich den unbekannten
      Sternen, schließlich deutete der Name ja auf so etwas hin. Sie suchten Kameraden für gewisse Unternehmungen.
      Welcher Art diese waren wusste Cliff nicht aber es klang sehr nach Abenteuer.
      Er machte sich also auf den Weg zu Orion's Spark.



      Charakterbogen:

      Name: Sein Name ist Cliff, Spitzname 'Faba'

      Alter: Mitte dreißig

      Geburtstag: 17.09.1982 (Jungfrau)

      Erscheinung: Dünne lange Bohnenstange (daher der Spitzname) ca. 1,85m groß. Schlaksiger Typ mit spitzen
      Ohren. Seine schwarzen Haare sind mit Hilfe von Gel pomadig streng nach hinten gekämmt. Auf den ersten
      Blick könnte man seine Kleidung als Trainingsanzug definieren. Es handelt sich hierbei jedoch um eine
      Maßanfertigung die er nach seinem Vorbildern, der Raumpatrouille Orion, anfertigen ließ. Über seinem
      Anzug trägt er meist eine gleichfarbige Weste.

      Herkunft: Er ist ganz normaler Mensch, ein bißchen spleenig und verdreht vllt. aber ein Mensch.

      Charakterzüge: Cliff ist ein durch und durch gediegener Mensch der niemanden etwas zuleide tun will.
      Seine biedere Erscheinung täuscht auf den ersten Blick dadurch wird er oftmals unterschätzt.
      Er hat einen sehr analytischen Verstand.

      Profession: Als Computerfachmann für eine Steuerberatungsfirma verdient er sein Brot, aber dies
      ist nur ein Mittel zum Zweck. Sein leidenschaftliches Hobby ist der Traum der Menschheit den Weltraum zu
      erobern – alles was mit SciFi zu tun hat wird aufgesaugt. Kampferfahrung hat er keine. Das zweite Faible
      von ihm sind Waffen. Wann immer er es sich leisten kann versucht er die neuesten Errungenschaften zu
      erstehen. Daraus abzuleiten er wäre ein Waffenexperte ist ein fataler Irrtum – umgekehrt zu denken er
      wäre nur ein tolpatschiger Idiot ebenso.

      Ausrüstung : Prinzipiell keine. Er verfügt über ein ansehnliches Arsenal an Handfeuerwaffen auch solche
      mit spezieller Triebladung. Er kann damit schießen... das wäre aber dann auch schon alles.
    • Name:
      Aiden Lachlan „Firesnake“

      Alter:
      29

      Geburtstag:
      05.03.2066

      Erscheinung
      Aiden ist knapp 160 cm und schlank, drahtig. Er hat sehr helle Haare, die fast weiß wirken, schulterlang. Seine Augen sind so hell, dass sie quasi keine Farbe zu haben scheinen, was ihn immer etwas emotionslos erscheinen lässt. Dazu passen die leichten Sommersporssen auf seinen Wangen und dem Nasenrücken scheinbar nicht. Gern trägt der junge Mann eine kurze braune Lederjacke, darunter je nach Wetterlage ein T Shirt oder einen Pullover, recht enge Hosen und dazu passende Stiefel. Sein Körper weist an einigen Stellen Narben auf, und er trägt ein schwarz - rotes Schlangentattoo, mit Flammen umgeben, das sich seinen Hals heraufschlängelt und an der Seite seines Kopfes endet. An der linken Hand fehlt ihm ein Teil des kleinen Fingers.

      Herkunft
      Ursprünglich das einstige Irland, allerdings starben seine Eltern früh und als Kind nahm ihn ein Verwandter mit nach Lighthaven, wo der neugierige Kleine allerdings zu neugierig war. Er machte sich als Siebenjähriger alleine auf den Weg um etwas zu sehen, das ihn interessiert hatte - typisch Kinder. Dummerweise verlief er sich und stand plötzlich mitten in einem Überfall. Eine der vielen Gangs hatte sich jemanden vorgeknöpft, und Aiden stolperte der Anführerin geradezu zu Füßen. Anstatt ihn umzubringen wurde der Kleine jedoch mitgenommen, eine Weile als eine Art Maskottchen, doch irgendwann legte sich Schock, Schreck und der Schmerz ein wenig – und er fing an, kleinere Aufgaben zu übernehmen, mal Drogen dahin bringen, mal eine Waffe entsorgen, und wurde tief in die Welt der Kriminalität gezogen. Der Hauptsitz der Gang wechselte immer mal, und so wirklich ein echtes Heim kannte er dann auch nicht mehr. Im Laufe der Jahre lernte er vieles, das man nicht lernen sollte. Mit 14 wurde er ein vollständiges Gangmitglied. Wegen seiner Vorliebe zu zündeln und der Tatsache, dass er gewandt wie eine Schlange war bekam er das passende Tattoo zur Weihe sowie den Spitznamen. Da er nicht dumm war, stieg er innerhalb der Gang immer weiter auf, nahm an Raubzügen teil, entdeckte aber auch sein Talent zum Einbrechen und seine Affinität zu Feuer, Sprengen und ähnlichen netten Dingen.

      Charakterzüge
      Aiden ist völlig kompromisslos und schneidet im Zweifel eher eine Kehle zu viel als zu wenig auf. Er ist jedoch nicht blutrünstig und kalkuliert lieber damit, lautlos zu verschwinden. Da er nicht allzu auffällig erscheint (vom Tattoo abgesehen, das man bedecken kann), nutzt er eine andere Gabe, um zu verschwinden, sein Schauspieltalent. Er kann von einem Moment zum nächsten ein scheinbar völlig anderer werden, und wird damit fast nicht greifbar, denn wenn es sein muss verkleidet er sich dann auch. Allerdings trinkt er manchmal etwas zu viel und kann dann auch ungemütlich werden. Wenn es nicht gerade ums Geschäft geht, dann ist Aiden sogar sehr entspannt, nett, und treibt sich nicht nur in Spelunken herum. Er ist pansexuell, hat derzeit aber keine/n feste/n Partner/in bzw mehr als einen. Dabei muss man bedenken, dass er durchaus immer den Profit sucht. Eine ganze Weile schon leitete er die Drogengeschäfte seiner Gang, hat sich jedoch etwas von ihnen emanzipiert und einige Einbruchstouren auf eigene Faust unternommen. Ein unabhängiger Geist, der sich der Gang allerdings immer verpflichtet fühlen wird. Was er jedoch gar nicht leiden kann -wohl weil er das selbst erlebt hatte- ist es, Kinder und Tiere zu töten. Aiden ist Vegetarier und würde wohl eine Katze höchstpersönlich aus dem Baum holen.

      Profession
      Drogenhändler mit Akquise, Einbrecher, Abenteurer – Schauspieler.

      Ausrüstung
      Aiden trägt eine nicht gerade billige Laserpistole an einem Holster an seinem Bein (Han Solo style, Baby) und wenn er unterwegs ist, dann auch Energiedolche an den Unterarmen, die er bei Bedarf quasi ausfahren kann. Wenn er meint, es könnte sehr ungemütlich werden, hat er seine Feuerpistole dabei, die verheerend sein kann. Zusätzlich kann man davon ausgehen, dass Aiden immer Einbruchswerkzeug dabei hat, kleines natürlich, und Sprengkapseln.



      Der Char wird dann ins RPG integriert, daher kein Startpost von mir, ist mit Cold abgesprochen


      Thx Tom Bombadil