Velkommen i det Snøflak Slott

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    • Velkommen i det Snøflak Slott

      Viel Spaß mit Velkommen i det Snøflak Slott.
      Da der Startpost so lang ist muss ich daraus zwei Posts machen, ich bitte dies zu entschuldigen^^


      Geheimnisse eines Sommers - Aurel und Morgana

      Oh, wie der junge Mann das Meer liebte. Aurel atmete tief ein. Die Sonne gefiel ihm weniger, doch er sah darüber hinweg. Abgesehen davon, dass er um einiges blasser war als viele andere der Leute hier am Strand von Constanta, fiel er höchstens den Damen auf. Einige warfen ihm interessierte Blicke, aber der Vampir ignorierte sie. Er hatte andere Ziele als eine Freundin zu erobern, so etwas stand ihm im Zweifel nur ihm Weg. Außerdem wollte er zumindest die letzten zwei Wochen genießen, bevor es zurück ging in die Schule. Nur noch drei Klassen. Dann stand ihm die Welt offen, in jeder Hinsicht. Er rückte seine Sonnenbrille zurecht und widmete sich seinem Buch, eines, das er sicher ohnehin lesen musste im nächsten Jahr. Ökonomiezeug. Es war um Längen langweiliger als alles andere, trotzdem musste er da durch. Mit einmal vibrierte sein Handy.
      "Ja, was ist.... Oh, okay. Klar, bringt sie hierher, ich hab grad keine Lust rauf zu gehen." Aurel grinste und klappte das Telefon zu. Er war schon gespannt, wie Momo darauf reagierte, von einer schwarzen Limousine mit Chauffeur abgeholt zu werden und dann direkt zum Strand gebracht.

      Morgana staunte nicht schlecht, als sie aus dem Flughafengebäude trat und sie einen Anzugträger vor einer großen Limousine sah, der ein Schild mit ihrem Namen in die Höhe hielt. Die junge Frau schulterte ihr Gepäck, in dem sich auch ihr Zauberstab befand, was die Tasche um einiges länger werden lies als es nötig gewesen wäre für ihre sonstigen Sachen.
      Gewohnt wölfisch lächelnd, rückte sie die obligatorische, große, blau getönte Sonnenbrille zurecht und ging auf den Chauffeur zu. Aurel konnte selbst bei den einfachsten Sachen übertreiben.
      Nachdem ihre Tasche im Kofferraum des schwarzen Luxuswagens verstaut war, ließ sich die Schülerin im kurzen schwarzen Top und dem langen, weißen Rock angenehm überrascht die Tür aufhalten beim Einsteigen.
      Es war eine kurze Fahrt, viel zu kurz mit der klimatisierten Limousine, bis sie am Strand anhielten. Der Fahrer hatte ihr bereits am Flughafen mitgeteilt, dass ihr Klassenkamerad bereits am Strand auf sie wartete.
      Während Morgana mit suchendem Blick den Strand betrat, wurde sie auffällig interessiert von der anwesenden Männerwelt betrachtet. Doch stand ihr Sinn nicht danach sich mit diesen zu unterhalten. Sie suchte im Moment nur einen jungen Mann der ihr ähnlich sah, zumindest was den Bräunungsgrad der Haut betraf.

      Aurel sah auf, als er ein paar Jungs beobachtete, die jemanden offensichtlich anstarrten, drehte sich ebenfalls um und grinste. Momo war nun einmal ein wirklich hübsches Ding, selbst wenn er sie einfach nur als Freundin betrachtete und kein Interesse an mehr hatte. Rasch sprang er auf und lief achtlos an den anderen vorbei.
      "Hey, da bist du ja. Guten Flug gehabt?" Er nickte dem Chauffeur freundlich zu, der in das Auto stieg und in die Richtung des nahen, riesigen Ferienhauses fuhr. Dann drückte er seine Klassenkameradin kurz und gab ihr zwei Küsschen auf die Wange. Immerhin war er groß genug, dass er das bei ihr konnte.
      "Super, dass das geklappt hat. Worauf hast du Lust?"

      "Hey, danke nochmal für deine Einladung, Aurel." Begrüßte sie ihn freudig und erwiderte seine Umarmung. "Naja, das Flugzeug flog die ganze Zeit so unangenehm hoch. Ich meine... ich wusste das ja, aber zwischendurch wurde mir schon etwas mulmig."
      Elegant hakte sie sich bei ihrem guten Freund unter, zog jedoch kurz ein niedergeschlagenes Gesicht.
      "Eigentlich würde ich mich gerne um meinen Kleinen kümmern, aber die Beruhigungsmittel die er vor dem Flug bekommen hat... Er ist völlig neben der Spur und döst." Berichtete sie besorgt von ihrem Wolf, den man ebenfalls in die Limousine verladen hatte. Gerne hätte sie das Tier, das ihr schon zum Schatten geworden war, jetzt bei sich gehabt, aber man konnte nicht alles haben, außerdem würde er sicher wieder schnell auf den Beinen sein. Nun lächelte Momo etwas verschmitzt. "Nun, ich war schon lange nicht mehr an so einem Strand und..." Sie wirkte kurz verlegen. "...ich habe noch nie ein Eis gegessen. Vielleicht könnten wir den gemeinsamen Urlaub damit beginnen dieses Defizit auszugleichen?"

      Aurel war sich der teilweise enttäuschten Blicke von den Damen und Herren mehr als bewusst. Er lächelte, sein seltsames, niemals Zähne zeigendes Lächeln. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit.
      "Keine Sorge, man wird sich um ihn kümmern. Wenn wir zum Haus gehen, ist er sicherlich wieder ganz munter." Er dachte kurz nach und lachte dann.
      "Oh, es gibt ein Eiscafé nicht weit von hier. Warte, ich zieh mir kurz was über." Der junge Vampir ging zu seinen Sachen und rasch hatte er sichtlich teure Shorts und ein Tshirt angezogen. In Norwegen wäre er wahrscheinlich in den Klamotten nicht einmal in der Lage, sich zu rühren. Er hakte sich wieder bei ihr ein und führte sie dann einen kleinen Weg hinauf, wo ein hübscher kleiner Salon war.
      "Noch nie Eis gegessen - na, dann musst du dich einmal durchtesten. Ich sitz gern hier, wenn das Wetter nicht so schön ist dann mit einem Kaffee und Kuchen." Momo wusste ja, dass er durchaus auch normal aß, recht oft sogar, und das machte er auch hier. Selbst wenn Aurel auch ganz anderes Essen genoss.
      "Ich wüsste gar nicht was ich empfehlen soll, schmeckt alles super." Sie setzten sich.

      Morgana genoss die ungewohnte Wärme die in diesem Land herrschte. Mit Neun war sie das letzte Mal in einem derart warmen Landstrich gewesen, gerne wäre sie in den vielen zurückliegenden, langen Sommerferien dem Schneeflockenschloss und seiner kalten Umgebung entflohen, doch fehlte es am nötigen Kleingeld. Glücklicherweise kannte Aurel dieses Problem nicht und zahlte ihr diesen Urlaub sogar.
      Sie grinste breit, als er meinte sie solle sich einfach durchtesten, so das ihre großen Eckzähne voll zur Geltung kamen. Im Sitzen streifte sie die schmalen Sandalen ab und fühlte den kalten Fliesenboden des Eiscafes, während sie sich die Karte angelte.
      "Nun, wenn alles so gut schmeckt fange ich einfach beim ersten an. Was ist ein Vanille-Bananen-Krokant-Split?" Wollte sie verblüfft wissen. Mit der Hälfte der Namen konnte sie nichts anfangen und der anderen Hälfte misstraute sie.
      "Und was soll ein Cosmopolitan sein?" In ihrer Verwunderung bemerkte sie nicht einmal, dass auf diesem Teil der Karte den sie gerade durchstöberte kein Eis mehr angeboten wurde.

      Aurel musste etwas grinsen, so dass sogar kurz seine Eckzähne zu sehen waren, als sie so verwirrt dreinsah. Er selbst kannte natürlich alles was dort auf der Karte stand, nur Momo war eher selten in so einem Laden.
      "Ach, frag dich nicht zu viel. Es ist alles lecker. Aber ein Cosmopolitan?" Er schüttelte den Kopf.
      "Das ist ein Cocktail, Alkohol und so ein Zeug. Ich mag's nicht besonders." Hier und da ein Sekt beim Empfang, jedoch bevorzugte er da andere Getränke. Blut zum Beispiel. Nur das wurde selten gereicht auf menschlichen Feiern.
      "Ich ess gern ein Spaghetti - oder Erdbeereis. Und einen guten Kaffee dazu. Wie waren deine Ferien bisher?" Aurel lehnte sich behaglich zurück.

      "Oh..." Sie sah noch einmal in die Karte und bemerkte die Überschrift 'Cocktails' auf der Seite mit dem Cosmopolitan.
      "Ich glaub ich nehme ein Erdbeereis. Ein Eis mit Spaghetti klingt irgendwie eklig!" Sie lächelte, war sie sich doch zumindest halbwegs sicher, dass in diesem Eis keine Nudeln verarbeitet wurden.
      "Meine bisherigen Ferien waren... naja, normal. Ich war viel bei Armon und den Wölfen und mit Jente war ich ein paar mal wandern. Sie will dass ich ihr im SM-Seminar dieses Jahr etwas assistiere, eine realistische Kampfvorführung oder so. Ich glaube deine Ferien waren aufregender, oder?"

      Aurel bestellte für sie beide, dann überlegte er. Nun Momo, ich hab das erste Mal alleine einen Menschen getötet und ausgesaugt wie in der guten alten Zeit, weil ich jetzt 18 bin. Doch das konnte er ihr schlecht sagen.
      "Ach, es ging. Tatsächlich habe ich viel gelernt, war mit meinen Eltern unterwegs." Wir waren in einigen Gegenden, wo es nicht auffällt, wenn mal ein Mensch verschwindet.
      "Wir sind für ein paar Tage sogar mal nach Brüssel geflogen, ein Verwandter von mir arbeitet im Parlament und hat mir ein bisschen was gezeigt." Und danach sind wir in Osteuropa gewesen, Familienbesuch, und haben eine Blutfeier gehabt.
      "Na gut, bisschen cooler vielleicht als in der Schule. Dafür hab ich Französisch jetzt ganz gut drauf."

      "Bleib mir mit Französisch vom Hals." Erwiderte Momo in mehr als nur etwas holprigem Französisch, nur um sofort wieder zurück in fließendes Rumänisch zu wechseln."Das Parlament war sicher interessant für dich. Für mich ist das eher weniger etwas. Du weißt wie ich drauf bin." Sie kicherte und sah sich etwas im Cafe um. Das hier war eine fremde Welt für sie, die sie ihre Kindheit rund um den Globus in alten Tempeln und im Niemandsland und ihre Jugend im Internat verbracht hatte..

      Aurel lachte.
      "Du kämpfst direkter, ich laber die Leute zu Tode." Ihr Eis und der Kaffee wurden gebracht, und er begann zu löffeln.
      "Hey, übrigens, es sieht so aus als ob ich die Genehmigung bekomme, zuschauen zu dürfen." Er sagte nicht direkt, was er meinte, musste er auch nicht. Es ging darum, dass er darum angesucht hatte, bei den ihm nicht zugänglichen Seminaren zur schwarzen Magie zusehen zu dürfen. Oh, er hatte andere Gründe als er gesagt hatte. Das Gutachten war aber positiv ausgefallen soweit er wusste - er konnte sehr gut anderen etwas vormachen - und den Rest besorgte der Familieneinfluss. Wie sehr er an dem Thema interessiert war, wusste niemand wirklich.
      "Ansonsten - ich glaube, die anderen Seminare würden dich nur langweilen. Hast du dir schon überlegt, was du hier alles machen willst?"

      Morgana beglückwünschte ihn zu seiner voraussichtlichen Zuschauergenehmigung.
      "Ich weiß nicht. Ich hab mir zwar immer ausgemalt, was ich alles machen möchte wenn ich einmal in Urlaub gehe, aber jetzt ist es genau umgekehrt. Ich bin im Urlaub und weiß nicht was ich am liebsten machen würde. Abgesehen davon die Welt zu erobern!" Sie grinste spitzbübisch und als der Kellner ihr Bestellungen brachte, bereitete es ihr eine diebische, fast schon kindische, Freude im Erdbeereis herumzustochern und immer wieder einen kleinen Löffel voll zu nehmen und sich die kalte Süßigkeit auf der Zunge zergehen zu lassen.
      "Ist da Milch drin?" Wollte sie zwischendurch unvermittelt wissen und versuchte heraus zu schmecken was noch alles in einem Erdbeereis sein könnte.

      "Welt erobern steht morgen auf dem Programm. Ich zeig dir gleich unser Ferienhaus, können dann noch schwimmen gehen, Filme schauen, was auch immer." Aurel genoss sein Eis und schmunzelte dann ein wenig. Momo war eine liebenswerte Person, doch sie hatte noch nie das normale Leben genossen.
      "Ja, Milch, Zucker, Früchte, je nach Eissorte. Im Sommer gibt es nichts Besseres." Er seufzte etwas, als er an das kalte Norwegen dachte, wo er sich selten so wohl fühlte wie hier. Dafür lernte er dort Vieles, was man hier nie mitbekommen würde. Dass er allerdings während der Schulzeit komplett auf Menschenblut verzichten musste, ärgerte ihn immer noch ein wenig, zumindest seitdem er daheim regelmäßig welches bekam. Das durfte seine Klassenkameradin aber nicht wissen, wie so Einiges, was er hier machte.
      "Ah, und ich hab meinen Führerschein gemacht. Wir können selbst rumfahren, ich hab keine Lust, immer den Chauffeur fahren zu lassen. Wir haben auch unauffälligere Autos."

      "Wow!" Machte Morgana anerkennend. "So ein Führerschein ist sicher ungemein nützlich, genauso wie ein eigenes Auto."
      Es lag kein Neid, nur Anerkennung in ihrer Stimme. Wozu auch, zwar hatte sie keine Möglichkeit einen Führerschein zu machen, allerdings hatte sie auch keine entsprechenden Ambitionen. Es reichte ihr einen Teppich fliegen zu können, auch wenn es nur ein Löchriger Schulteppich war, und auf kurzen Strecken nicht vom Besen zu fallen.
      "Es muss toll sein hier aufgewachsen zu sein!" Nun war doch etwas Neid in ihrer Stimme, als sie aus dem Fenster sah. Es war warm, es war schön. Geradezu malerisch war die Stadt und ihre Umgebung.

      Aurel grinste, was ihn umso anziehender machte. Auch das junge Mädchen, welches hier als Kellnerin arbeitete, ließ plötzlich etwas falle und wurde rot, als der junge Mann sie ansah. Er zwinkerte ihr zu, was die Röte umso mehr vertiefte, dann wandte er sich wieder an seinen Gast.
      "Ich zeig dir, wie das Fahren geht. Wir haben genug Grundstücke wo man rumtesten kann." Er war vieles, und was ihn auszeichnete war seine Generosität. Er liebte es, zu teilen und andere glücklich zu machen, das Geld hatte er ja. Außerdem hatte so etwas den netten Effekt, dass man ihn mochte und ihm vertraute.
      "Oh, hier bin ich meistens nur im Sommer gewesen, auch als Kind. Wir haben ja eine richtig coole alte Burg als Familiensitz in der Nähe von Bukarest. Da sollten wir sowieso mal hin, ist total geil." Er war jetzt mit seinem Eis fertig und nippte am Kaffee.
      "Ich bin gespannt, was Ernesto zu deinem Wolf sagt - immerhin ist das sein Revier. Ich hoff mal, die vertragen sich."

      "Ach, das musst du mir nicht zeigen. Warum auch, meine Eltern können auch nicht Auto fahren." Winkte sie ab und biss sich prompt auf die Zunge und stopfte sich einen großen Löffel Eis in den Mund um nicht noch versehentlich etwas über ihre Eltern zu sagen. Sie sprach höchst ungern mit ihren Mitschülern über ihre Eltern, selbst Aurel wusste so gut wie nichts über ihre Eltern.
      Morganas Hände fuhren an ihre Schläfen, als das viele Eis, das sie hastig gegessen hatte nach ihrem Ausrutscher, mit seiner Kälte unerbittlich in ihr Gehirn biss.
      "Eure Burg würde ich aber gerne mal sehen." Meinte Sie etwas verlegen, als die Kopfschmerzen abgeklungen waren, und nahm einen kleinen Schluck Kaffee.
      "Und was Ernesto angeht, in der Schule verstehen die beiden sich ja auch und das ist das Revier von meinem Kleinen." Witzelte sie.

      Aurel sagte erst einmal nichts. Ihre Eltern... Seine Klassenkameradin erzählte eigentlich nie etwas von ihnen, und auch wenn er fast pathologisch neugierig war, so wusste er auch, dass Nachfragen wenig brachte. Es war schließlich ihre Sache, und sie wäre nicht die einzige Person in der Schule, welche Geheimnisse hatte. Er gab sich nur so offen, niemand würde denken, dass auch er so viel verbarg.
      "Klar, die ist ziemlich cool. Da sind sogar noch Kerker und so weiter vorhanden." Der junge Vampir grinste wieder und fuhr fort:
      "Meine Vorfahren liebten das Foltern und dort gab es wohl einige Leute, die ihr Leben verloren haben. Gut, dass unserereins heute zivilisierter ist." Das war glatt gelogen, jedoch in den Augen seiner Freunde die Wahrheit. Sicher, in diesen Kerkern passierte nichts, aber es gab verstecktere Keller in anderen Gebäuden, die offiziell nicht zu ihrer Familie gehörten.
      "Oh, der Kleine weiß sich zu verteidigen, wobei er hier mehr draußen ist als in Norwegen. Da ist es auch ihm viel zu kalt."

      "Gibs zu, ihr lasst euch nur nicht dabei erwischen wenn ihr unzivilisiert seid." Feixte Morgana, ohne zu wissen wie recht sie damit hatte, und verdrängte die Gedanken an ihre Eltern gewaltsam.
      "Bist du in der Schule eigentlich mal durch die Absperrung im zweiten Kellergeschoss gegangen und tiefer nach unten?" Wollte sie wissen, als das Gespräch auf Kerker und Verliese kam.

      Aurel verschluckte sich beinahe an seinem Kaffee, aber eines hatte er schon lang gelernt - sich nicht zu verraten. Trotzdem war die Reaktion da, weswegen er es mit einem Lachen zu überbrücken versuchte.
      "Jaaaa, genau. Wir führen die Kontrolleure an der Nase herum." Genau das machte seine Familie und auch er selbst schon seit einiger Zeit, aber er tat nun so, als würde es nicht so sein.
      "Gefährliche Spezies, so ein Unfug." Dabei war das nicht so sehr aus der Luft gegriffen.
      "Nein, bisher nicht. Was gibt es denn da?"

      Morgana lachte rau auf, was entfernt an das Kläffen eines Hundes erinnerte, was allerdings ganz gut zu ihrem nun deutlich sichtbaren Gebiss passte, auf gewöhnungsbedürftige Art und Weise.
      "Jaaaaa, klar. Und Irgendwann erwischen sie euch und ihr landet allesamt im Hochsicherheitstrakt von irgend einem Gefängnis, wie Tante Augusta." Sie war so sehr von ihrem Gelächter und der Vorstellung, dass Aurel gar nicht so unschuldig war wie er sich immer gab, abgelenkt, dass sie ihren erneuten Ausrutscher was ihre Familie betraf nicht einmal bemerkte.
      Als sie sich wieder gefangen hatte, gab sie ihm auch eine Antwort auf seine Frage. "Keine Ahnung. Ich war einmal unten, aber nach ein paar Metern ist da irgend eine Verzauberung, wegen der man die Hand nicht mehr vor Augen sieht und da ich nichts dagegen tun konnte, bin ich wieder umgedreht."

      Tante Augusta? Sie hatte eine Tante, die im Gefängnis saß? Aurel wurde neugierig, doch er speicherte das erst einmal irgendwo als Information ab.
      "Dann würden wir bestimmt einen ganzen Trakt füllen, meine Familie ist groß. Du hast ja keine Ahnung." Denn wenn er von Ahnen sprach hieß es ohnehin nicht, dass diese schon tot wären. Vampire lebten nun einmal ein ganzes Stück länger als normale Menschen. Dann legte er die Stirn in Falten.
      "Echt? Ich kann gut im Dunkeln sehen, ist es da so eine Pechschwärze oder wie soll man sich das vorstellen?" Der junge Mann trank seinen Kaffee aus und überlegte.
      "Komisch. Was verstecken die da?" Es klang schon heraus, dass er dem auf den Grund gehen wollte.

      "Ich habe sogar meine Brille abgenommen und habe trotzdem nicht mehr gesehen." Sie tippte gutgelaunt gegen die blau getönte Sonnenbrille.
      Als guter Freund wusste Aurel, dass ihre Lichtempfindlichen Augen im Dunkeln besser sahen als die von Menschen, wenn auch noch lange nicht so gut wie die Augen von Vampiren.
      "Jente meinte der Zauber wäre nur da um Schüler daran zu hindern tiefer in den Berg zu gehen und sich zu verirren. Vielleicht ist da unten wirklich nichts oder aber dort sind irgend welche streng geheimen Dinge verborgen von denen niemand etwas wissen soll!" Sie machte ein übertrieben ernstes Gesicht um zu zeigen, dass zumindest der letzte Teil als Witz gemeint war.

      "Ha, wahrscheinlich die sprichwörtlichen Leichen im Keller." Aurel war sich sicher, dass da mehr hinter steckte. Solche Zauber waren doch nun wirklich kein Pappenstiel, also irgenwas war da faul. Wenn nicht einmal sie dann etwas sehen konnte, musste das ein richtig starker sein.
      "Wir können ja mal nachsehen. Ich würd das ja mal zu gern selbst sehen." Wer wusste schon, was er vielleicht riechen würde? Klar, in der Form nicht so viel mehr als Menschen, aber ein bisschen mehr trotzdem. Und er mochte die Dunkelheit.
      "So - möchtest du noch etwas, oder sollen wir dann gleich los?"

      "Am besten wir gehen jetzt gleich los. Etwas an der Strandpromenade entlang flanieren." Sie lächelte verträumt und trank den Rest ihres Kaffees.
      "Ich bin richtig neidisch dass du jeden Sommer hier her kommen kannst, in der Sonne liegen, Eis essen." Das Lächeln wurde breiter und ihre Eckzähne kamen wieder zum Vorschein.

      "Komm mich öfter besuchen. Meine Eltern haben da nichts gegen." Das stimmte nicht so ganz, denn sie befürchteten, dass ein Gast von außerhalb Unerwünschtes mitbekommen könnte. Aber Aurel hatte sie beruhigen können, denn wie sollte Momo herausfinden, dass diese Vampirfamilie noch immer mehr nach den alten Gesetzen lebte? Er winkte der Kellnerin.
      "Du bist eingeladen natürlich." Geld hatte er im Überfluss, er ließ es aber nicht unbedingt heraushängen und teilte gern. Rasch zahlte er, dann stand er auf, reichte er ihr mit einer kleinen Verbeugung galant den Arm und meinte:
      "Lass uns flanieren, werte Lady."

      "Wirklich? Du würdest mich echt noch mal einladen? Das ist voll lieb von dir, Aurel." Die Idee öfter hier Urlaub machen zu können gefiel ihr sehr gut.
      Sie schlüpfte in ihre Sandalen, erhob sich und hakte sich wieder bei ihm unter. "Ihr seid zu gütig zu einer einfachen Maid, Mylord."

      Aurel drückte ihren Arm kurz.
      "Sicher - die ganze Zeit in Norwegen rumhängen wird ja öde." Sie verließen das Eiscafé und er führte sie zur Promenade, wo es neben dem Meer und Strand auf der einen Seite eine Menge Geschäfte auf der anderen gab. Es war herrliches Wetter und er genoss es hier, auch wenn der junge Vampir wusste, dass er bald genug von der Sonne haben würde.
      "Werte Lady, für Euch ist doch nichts zu schade." Viele Blicke folgten dem attraktiven Paar, was er mit einem Grinsen kommentierte.
      "Die Kerle schauen dir ganz schön nach."

      "Ist an der Schule doch auch nicht anders. Und das ganz ohne Rassenvorteil." Stichelte sie gut gelaunt. "Die holde Weiblichkeit scheint mich dagegen nicht besonders zu mögen. Aber das liegt sicherlich an dir."
      Immerhin sah es so aus als wäre der gutaussehende junge Mann an sie vergeben. Sie war gespannt wie das Haus seiner Familie aussah.

      Aurel sah sich kurz um. Tatsächlich waren ein paar junge Frauen dabei, Momo mit Blicken zu durchbohren und ihn gleichzeitig anzuhimmeln. Er kicherte.
      "Ich find's toll, ein Vampir zu sein. Wobei ich eigentlich gar keine Lust auf eine feste Freundin oder sowas hab. Erklär mal einem normalen Menschen, was du so zum Mittag haben willst...." Er grinste bei dem Gedanken, denn auch in der Schule gab es manchmal grüne Gesichter, wenn er ganz offen an seinem Tierblut nippte. Er versteckte sich nicht dort.
      "Magst du was kaufen, oder sollen wir direkt zu mir?"

      "Oh ja, das kommt mir bekannt vor... und das ganz ohne Vampirblut in den Adern." Kein Wunder wenn eine ihrer Leibspeisen rohe Leber war. Sie schlug eben ganz nach ihren Eltern, auch wenn sie weder über ihre Kräfte, noch über ihr Gehabe verfügte.
      "Hm... Nein, heute will ich keinen Bummel durch die Stadt machen. Meinen ersten Tag hier will ich so richtig faul sein!" Sie lächelte und pikste ihm in die Seite.
      "Du bist." Flüsterte sie Aurel ins Ohr, ließ ihn los und rannte lachend vor ihm davon.
      Sie fühlte sich frei, unbeschwert. Wie ein kleines Mädchen. Der erste Urlaub ihres Lebens und sie verbrachte ihn mit einem guten Freund.

      Aurel musste lachen, dann ließ er sich auch einfach fallen in eine gewisse Unbeschwertheit, was er selten nur noch tat. Als angehender Politiker machte man das seltener, aber bei seiner guten Freundin konnte er mal albern sein.
      "Hey, na warte!" Er lief ihr hinterher und obwohl sie ein bisschen größer war, fing er die junge Frau irgendwann ein. Beide lachten und sogar der Vampir verdrängte jeden Gedanken an die dunkleren Seiten von sich selbst und seiner Familie. Er startete eine Kitzelattacke.
      "Soooo leicht kommst du mir nicht davon!" Sie benahmen sich wie kleine Kinder.

      Morgana lachte, bis ihr die Lungen schmerzten und sie keine Luft mehr bekam.
      "Auf-auf-aufhören. Krieg keine Luft!" Brachte sie irgendwie hervor, während sie versuchte Luft zu bekommen, was wegen des Gelächters aufgrund Aurels Kitzelei irgendwie etwas fehlschlug. Als sie ihre Lungen wieder etwas füllen konnte, lehnte sie sich an ihren Klassenkameraden an und wuschelte ihm spielerisch durchs Haar. "Nächstes Mal bekommst du mich nicht so einfach. Versprochen."
      Inzwischen waren es nur noch ein paar Schritte zum Haus, das sie erreichen wollten.

      Aurel grinste und ließ dann von ihr ab.
      "Heee, meine Frisur!" beschwerte er sich mehr oder weniger ernst, dann nahm er sie bei der Hand, atmete einmal durch und sagte dann:
      "Schau, das ist unser kleines Ferienhäuschen." Das war die Untertreibung des Jahres. Das schneeweiße Haus, gelegen hinter Hecken, hatte zwei Etagen und war großzügig angelegt. Auch wenn man niemanden sah, wusste der Vampir, dass es Wachen gab. Doch das waren welche seiner Rasse, und die konnten sich gut verstecken. Sie gingen durch das hohe schmiedeeiserne Tor über einen gepflegten Weg zu dem Haupteingang.
      "Hinter dem Haus geht ein Weg zu unserem Privatstrand. Wir haben auch eine Anlegestelle und ein kleines Boot." Außer ihnen war im Moment niemand hier, gut, ein paar Bedienstete, doch die blieben im Hintergrund.
      "Kleine Tour gefällig?" fragte er seine Klassenkameradin, als sie hinein gingen und in einem hellen, langen Flur standen, wo hübsche Gemälde an der Wand hingen.

      Morgana war schwerst beeindruckt. Sie wusste ja, dass Aurels Familie reich war. Aber das hier war... eine Villa! Eine gottverdammte VILLA! Mit einem Privatstrand...
      "Ihr habt sogar ein Boot? Was denn für eins?" Wollte sie wissen, damit sie zumindest irgend etwas über die Lippen brachte, während ihre Augen hinter der Sonnenbrille groß geworden waren und alles zu erfassen suchten. Sie wollte sich keine Einzelheit entgehen lassen und bemerkte in ihrer Aufregung nicht einmal, dass sie sich fast schon eingeschüchtert an Aurels Hand klammerte, die noch immer in der ihren lag. "Eine Tour ist eine gute Idee!"

      Aurel drückte ihre Hand.
      "Unser Ferienhäuschen halt. Mein Papa meinte, wir sollten mal moderner werden. Wunder dich aber nicht, dass es teilweise keine Fenster gibt." Er zog sie mehr oder minder hinter sich her.
      "So einen Kahn halt, kleiner Segler. Wenn man schon am Meer hier ist, lohnt sich das. Nachts fahr ich manchmal alleine raus, was mir jedes Mal aufs Neue Ärger beschert." Sie kamen in einen großzügig angelegten Raum mit einem angrenzenden Wintergarten in Blickrichtung des Meeres. Eine Tür führte in einen kleineren Raum, wo man schon jetzt Regale mit Büchern sehen konnte. In dem großen Raum standen zwei große Couchen und ein riesiger Fernseher hing an der Wand. Die Wände wurden gesäumt von Regalen mit DVDs. Auf dem Glastisch lagen einige offene Tüten Chips herum und ein nicht ganz geleertes Glas mit Blut, welches jetzt schon geronnen war. Dann hörte man plötzlich ein leises "Miau" und Aurels Kater Ernesto kam von irgendwo her spaziert, strich um die Beine seines Herrn und sah kurz zu Momo, die er ja auch schon kannte. Der Vampir nahm den Kater auf den Arm.
      "Das hier ist unser Wohnzimmer. Ich schau gern mal ein bisschen Fernsehen, oder hör Musik. Da draußen kann man bei jedem Wetter sitzen."

      "Also das moderner werden ist gelungen." Meinte sie anerkennend und ging in den Wintergarten um aufs Meer hinaus zu sehen.
      Morgana drehte sich wieder um, als sie spürte, dass der Kater nicht alleine gekommen war. Auf wackligen Beinen kam der Wolf ins Wohnzimmer getappt, brummte und ließ sich neben einem der Sofas auf den Boden plumpsen, immer noch benebelt von den Beruhigungsmitteln. Momo ging zu ihm und strich ihm glücklich über das Fell. Es war eine Plackerei gewesen für ihn hier her zu kommen, aber sie war froh, dass er da war. Das Glas mit Blut störte sie nicht, warum auch? Es machte ihr nichts aus, dass ihr bester Freund ein Vampir war.
      "Warum bekommst du eigentlich Ärger wenn du nachts raus fährst? Ist hier in der Nähe des Strandes etwa ein Nachtfahrverbot für Schiffe?"

      Ernesto sah zu dem Wolf hin und maunzte leise, dann sprang er von Aurels Armen und ging hinüber. Kurz sah er eindeutig skeptisch zu dem anderen Tier, dann rollte er sich mit einem kleinen schnurrenden Laut neben ihm zusammen. Der Vampir lachte leise.
      "Er ist in den besten Pfoten." Dann trat er neben sie und seufzte.
      "Ach, meine Eltern meinen, dass es zu gefährlich wäre alleine rauszusegeln. Nur Nachts macht es am meisten Spaß, tagsüber nervt mich die Sonne irgendwann." Bei ihm war das leider genetisch. Zwar genoss er es eine zeitlang, am Strand zu liegen während ihn die Sonnenstrahlen kitzelten, aber irgendwann fühlte er sich zu unwohl dabei. Das war in Norwegen nicht anders, jedoch blieb es dort nicht immer so lang hell.
      "Du kannst hier natürlich nehmen, was du willst wenn dir danach ist. Da vorn ist unsere kleine Bibliothek hier, und da ist die Küche." Er nahm sie wieder bei der Hand, ging mit ihr durch ein Esszimmer in die große moderne Küche mit roten Fronten und zeigte ihr alles Wichtige.
      "Kaffeemaschine, da ist der Kühlschrank, Tee und sowas sind da.... Oh, ich hab dir übrigens etwas Gutes besorgt, ganz frisch." Aurel öffnete den Kühlschrank, in dem nicht so viele Lebensmittelwaren sondern eher einige Blutkonserven und ein paar normale Getränke, aber auch ein wenig rohe Leber für seine Klassenkameradin.
      "Das ist dir sicher lieber als ein Dreigängemenü."

      "Wir können ja mal zusammen rausfahren. Dann ist es bestimmt nicht mehr so gefährlich." Sie grinste spitzbübisch und ließ sich weiterführen.
      "Das ist so lieb von dir!" Sagte sie als sie die Leber sah und drückte Aurel kurz freundschaftlich.
      "Sollen wir gleich essen?" Fragte sie, während ihr bereits das Wasser im Mund zusammenlief, wie jedes mal bei so etwas, zumindest in ihren Augen, Leckeren.

      Aurel drückte zurück und lachte.
      "Klar, wenn du Hunger hast. Ich könnt auch mal was Nahrhaftes vertragen." Aus einem Schrank nahm er einen Teller, legte ihre Leber darauf und für sich nahm er eine Tasse und ein Päckchen Blut. Hier war es reines Tierblut, denn alles andere war zu gefährlich. Schließlich wusste man nie, ob nicht doch jemand kontrollieren kam. Er erwärmte das Blut kurz in der Mikrowelle auf angenehme 37 Grad circa -Übung macht den Meister-, dann grinste er.
      "Wir müssen aber nicht hier essen. Komm, lass uns in mein Zimmer gehen." Der junge Vampir führte seine beste Freundin weiter zu einer geschwungenen Treppe und ging mit ihr nach oben, wo es vor allem viele geschlossene Türen gab. Eine öffnete er dann und gab den Blick frei auf sein Zimmer. Ein großes schwarzes Bett stand an der einen Wand, ein begehbarer Kleiderschrank war direkt daneben. Ein Schreibtisch dominierte die Seite mit dem Fenster, welches allerdings die Jalousien heruntergelassen hatte aus guten Gründen. Einige Regale mit Büchern, CDs und anderem hingen an den Wänden, Bücher, Zettel und Klamotten lagen verstreut herum.
      "Ich hasse es, aufzuräumen." grinste Aurel und schob mit dem Fuß eine Boxershort zur Seite. Dann räumte er zwei Stühle ab und schaffte etwas Platz auf dem Schreibtisch.
      "Bock auf Musik?" Er deutete auf seine sicherlich teure Anlage, die in einer Ecke stand.

      "Ich würde aufräumen auch gerne hassen..." Aber dafür hatte sie einfach zu wenig Sachen, als dass sie alles herumliegen lassen könnte. Im Zimmer war es schattig, durch die herunter gelassenen Jalousien, doch legte sie ihre Sonnenbrille nicht ab. Dafür war es ihr immer noch zu hell.
      Morgana stellte den Teller mit der Leber und dem Messer auf dem Schreibtisch ab und setzte sich.
      "Gerne. Was hast du für Musik da?" Wollte sie wissen.

      "Alles Mögliche. Such dir raus was dir gefällt. Solange du hier mein Gast bist, darfst du alles mitbenutzen." Er setzte sich hin, nahm eine Fernbedienung und schaltete die Anlage ein, dann trank er ein wenig von dem Blut. Rindsblut in diesem Fall. Nun, er sollte noch ein wenig A Positiv organisieren bevor er zurück in die Schule flog....
      "Und wenn dir etwas richtig gut gefällt, schenk ich's dir auch. Ich hab eh genug Zeug." Das war nicht zu übersehen, er besaß auch zwei Laptops, wovon einer gerade aufgeklappt war und der Bildschirmschoner zu sehen war - eine Animation laufenden Blutes. Sein sardonischer Sinn für Humor.
      "Hast du schon überlegt, was wohl so alles nächstes Schuljahr kommen soll? Ich glaub, wir kriegen jemand Neues bei den Lehrern."

      "Danke, aber ich habe nicht einmal einen CD-Spieler." Sie stöberte durch die CDs und fand auch schnell etwas, dass sie ansprach.
      "Das hat Augusta früher immer gehört." Murmelte sie und legte eine Ozzy Osborne CD in die Anlage ein und summte die ersten paar Töne mit.
      Morgana tanzte fröhlich zum Schreibtisch, setzte sich auf einen der Stühle, wippte mit dem Fuss und schnitt sich etwas von der Leber ab um genüsslich darauf herum zu kauen.
      "Jente hat ein bisschen was darüber erzählt was drankommen wird, aber über den Lehrer der die alte Prodwik ablöst weiß sie genau so wenig wie wir. Sie sagte die Direktorin müsse noch irgend etwas bei der Magischen Zentralverwaltung durchboxen, damit sie den Lehrer einstellen kann, den sie im Auge hat. Aber wer das sein soll...?" Sie zuckte mit den Schultern. "Daraus macht Filenane ein großes Geheimnis."

      Aurel summte kurz mit.
      "Hmm - ach ich hab einen alten tragbaren CD Spieler. Den benutz ich nicht mehr, hab ja einen iPod." Er ließ kein Tropfen des Blutes daneben rinnen, mittlerweile war das für ihn überhaupt kein Problem mehr.
      "Was durchboxen? Das kann dann ja heiter werden. Sicher so ein Irrer, der nur gut im Fach ist." Er seufzte. Das große Problem bei magisch Begabten - der ein oder andere tickte eben aus. Nun, dass er selbst aufpassen musste lag weniger an dem Magischen was er beherrschte, sondern an seiner Rasse. Hochsicherheitstrankt klang unangenehm, deswegen würde er sich eben nicht erwischen lassen.
      "Schon komisch, dass wir nun zu den Älteren schon zählen, 7. schon. Hast du schon die leiseste Idee, was du später machen willst?"

      "Ne du, lass gut sein. Hab ja bislang auch ohne eigenen Spieler durchgehalten." Lehnte sie bescheiden ab, fühlte sich durch das großzügige Angebot aber dennoch geschmeichelt.
      "Über den neuen Lehrer weiß abgesehen von unserer Direktorin wohl niemand etwas Genaueres, nur das die Zentralverwaltung dagegen ist." Sie zuckte mit den Schultern. "Erzähl das aber bitte nicht rum. Jente hat mir das als Freundin anvertraut. Sie vermutet das Filenane das alles unter den Teppich kehren will, damit die Schüler es nicht mitbekommen."
      Als Aurel das nächste Thema anschnitt musste Morgana wieder lächeln, zögerte jedoch mit der Antwort, da sie zuerst noch etwas von der Leber aß.
      "Vielleicht werde ich Kriegerin wie Jente. Sie sagte sie würde bei den Bewerbungsprüfern ein gutes Wort für mich einlegen, sollte ich mich dazu entscheiden. Oder..." Sie verstummte und rang etwas mit sich, ob sie ihm das wirklich sagen sollte. Fuhr dann jedoch leise fort. " Oder ich verschwinde eine Weile und suche nach meinen Eltern. Ich weiß dass sie damals in eines der Drachenreservate am Südpol wollten. Dort würde ich anfangen..."
      Ihr Blick schweifte ab. Noch nie hatte sie soetwas zu einem ihrer Mitschüler gesagt. Sie gab sich immer so selbstsicher und fröhlich, doch nun lag in ihrem Blick eine vage Trauer. entgegen all ihrer Behauptungen und Beteuerungen, sie vermisste ihre Eltern, die sie anstelle eines Einschulungsgeschenkes vor dem Schulgebäude geradezu ausgesetzt hatten.
      "Wir haben ja noch zwei, drei Jahre, bis wir uns endgültig festlegen müssen..." Sie versuchte zu lächeln, was jedoch misslang, also steckte sie sich ein weiteres Stück Leber in den Mund, um nicht ganz so wehleidig auszusehen.

      Aurel zwinkerte ihr zu und machte eine Geste, als wolle er sich die Lippen abschließen.
      "Versprochen. Kein einziges Wort. Ich frag mich trotzdem, wieso es eine Geheimniskrämerei gibt. Ach, wir werden ja sehen." Insgeheim hatte er längst beschlossen, dem neuen Lehrer mal Besuche abzustatten, das Verhalten der Direktorin war ein wenig ungewöhnlich. Dann wurde er aber ernst, als Momo plötzlich so traurig wurde. Er rückte an sie heran und legte ihr tröstend einen Arm um die Schultern.
      "Sorry, das wollte ich nicht. Du hast nie viel darüber erzählt, ich dachte... Ach egal." Der Vampir trank sein Mittagessen aus und stupste sie dann.
      "Du wirst mal eine tolle Kriegerin, und alles andere... Wenn du bei irgendwas Hilfe brauchst, frag mich. Wofür hat man Freunde?"

      "Ja, du dachtest. Weil ich nie darüber gesprochen habe." Es tat gut im Arm gehalten zu werden von jemandem dem sie trauen konnte. "Ich wollte nie, dass man mich deswegen bemitleidet. Ich wollte stark sein!"
      Sie lächelte traurig. Sie wollte ihre Eltern immer mit Stolz erfüllen, wenn diese kamen um sie wieder abzuholen. Aber sie waren nicht wieder gekommen und Morgana wurde darüber von Jahr zu Jahr trauriger.
      "Ich vermisse sie..." Seufzte sie leise.
      "Danke, das ist echt lieb von dir, Aurel." Sprang sie auf seinen Aufmunterungsversuch an und stieß ihn sacht mit der Schulter an, nun wieder besser gelaunt.

      "Da hatte ich halt Glück. Ich werd mal das ganze Zeug hier erben, so in 1000 Jahren oder so. Meine Eltern legen viel Wert darauf, präsent zu sein. Manchmal ein bisschen zu sehr." Aurel strubbelte ihr durchs Haar.
      "Na, lass uns mal schauen was wir hier so treiben können. Und wenn du jemanden zum Zuhören brauchst, das mach ich doch gern." Er lächelte sie an und stand dann auf.
      "Mensch, ich hab dir noch gar nicht dein Zimmer gezeigt. Also, deins und von deinem Wolf. Komm." Der junge Mann nahm sie bei der Hand und führte sie aus dem Flur hinaus in einen Raum zwei Türen weiter. Er öffnete die Tür und gab den Blick frei auf ein großes, freundlich eingerichtetes Zimmer, welches ebenfalls die Jalousien geschlossen hatte. Im Gegensatz zu seinem Raum waren die Möbel hell, ein normaler hübscher Tisch stand mitten im Raum, es hingen Bilder an der Wand und der Kleiderschrank war offen und leer. Kein Chaos, alles war aufgeräumt und ordentlich. Auch hier stand eine wenn auch kleinere Anlage und ein paar CDs standen daneben.
      "Voilá, dein Reich. Das Bad ist übrigens im Raum zwischen uns."

      "Das ist ja auch so groß!" Entfuhr es Morgana, als sie ihr Zimmer sah, dass sie in diesem Urlaub bewohnen würde. Sie kannte nur die Schlafsäle der Schule und die ein oder andere Bruchbude, die sie mit ihren Eltern auf ihren vielen Reisen bewohnt hatte, wenn sie überhaupt ein Dach über dem Kopf hatten.
      Stunden später war die Nacht herein gebrochen und die beiden saßen nebeneinander auf einem der Sofas und der Film den sie sich angesehen hatten, ein alter Horrorfilm mit Vampiren und vielen ängstlichen Frauen, war zu Ende. Der Film hatte beide sehr amüsiert, was sich jedoch sehr schnell änderte, zumindest für Momo.
      Aurel hatte umgeschalten und der Astrale Rundfunk, der erste magische Fernsehsender, flimmerte über den Bildschirm. Die Nachrichtensendung die lief, beinhaltete unter anderem Dinge wie den Artenbestand der Nachtalben, der explosionsartig angewachsen ist und die nun bedeutend mehr nichtmagische und magische in deren Träumen terrorisierten als früher, und einen kurzen Bericht darüber, dass es zwischen den afrikanischen Schulen mal wieder kriselte. Dann jedoch wurde der Nachrichtensprecher unterbrochen und jemand steckte ihm ein Blatt Papier zu. Der Sprecher wurde nach einem einzigen Blick darauf sichtbar aufgeregt.
      "Meine Damen und Herren, soeben erhielt ich die Nachricht, dass zum ersten mal seit fast sieben Jahren das Wolfspack gesichtet wurde! Unseren Informationen zufolge haben sie vor fast zwei Stunden die Sandwächter der Totenstadt Agrabah in der Sahara passiert!..." Der Mann im Fernsehen sprach aufgeregt weiter, erklärte, dass die magischen Wächter Agrabahs seit dem zweiten Weltkrieg niemanden mehr haben eintreten lassen und stellte die wildesten Spekulationen darüber an, was die beiden in dieser antiken, ausgestorbenen Stadt wohl zu suchen hatten und ob es irgend etwas für den Rest der magischen Welt bedeuten würde.
      Morganas bleiche Haut wurde indes totenblass, als jegliche Farbe aus ihrem Gesicht wich. Sie wollte etwas sagen, schüttelte aber nur schwach den Kopf und blieb stumm, während sie weiter den Worten des Nachrichtensprechers folgte.
      Warum war das Wolfspack in Agrabah? Das wollte sie von allen wohl am meisten wissen...

      Aurel hatte den Tag mehr als genossen. Gelernt hatte er nun wirklich genug in der letzten Zeit, umso mehr konnte er sich entspannen. Diese Vampirfilme brachten ihn immer zum lachen, so einen Unsinn sah er selten einmal. Dann aber schalteten sie um und überrascht lauschte er den Nachrichten, wollte gerade etwas sagen - da sah er Momos Gesicht. Sie waren beide immer blass, ihren Genen geschuldet, aber jetzt wirkte sie fast transparent. Das Wolfspack? Nun, er wusste, wer das war. Immerhin war er schon in der 7. Klasse. Forschend sah er seine Klassenkameradin an und nahm ihre Hand.
      "Alles ok? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen...." Auch ihn beschäftigte die Meldung, aber ihr schien das noch mehr Kopfschmerzen zu bereiten.
      "Ich mein, klar, das ist was Besonderes, aber...."

      Morgana machte ein weiteres mal den Mund auf und blieb erneut stumm. Erst nach ein paar Augenblicken konnte sie den Blick vom Fernseher losreißen und sah Aurel an. Ihre Augen waren unter der Sonnenbrille, die sie immer noch trug, groß geworden, geradezu aufgerissen. Es lag einfach nur Unglaube in ihrem Blick. Als sie nun den Mund öffnete kam etwas über ihre Lippen, wenn auch kaum mehr als nur gehaucht.
      "Was wollen sie ausgerechnet in Agrabah?" Hatten sie ihr doch versprochen nie wieder in dieses unterirdische Massengrab, in dem so viele magische Artefakte lagen, zurück zu kehren...
      Inzwischen wurden im Fernsehen alte Bilder des Paares gezeigt, das in der magischen Welt eine uralte Legende war. Es waren Bilder aus den Vierziger Jahren, bis hin zu Bildern die mit 22 Jahren geradezu neu waren, doch sahen sie auf allen Bildern gleich aus. Keinen Tag älter als dreißig. Sie hatten beide kurze, dunkle Haare. Die Frau hatte ein sehr schönes, aber kantiges Gesicht, während der Mann einfach nur wild wirkte, was durch den starken, dunklen Vollbart nur verstärkt wurde. Das Wolfspack war schön anzusehen wie die Vampire und zugleich animalisch und bedrohlich wie die Werwölfe.
      Morgana indes versuchte ihr Erschrecken irgendwie zu erklären, Aurel keine Gelegenheit geben sich das richtige zusammen zu reimen, irgend etwas sagen, um niemandem zu verraten, wer ihre Eltern waren und...
      "Tante Augusta ist ihnen mal begegnet!" Platzte es aus ihr heraus und machte damit vermutlich nur alles schlimmer in ihren Augen und sie setzte sogar einen drauf, der ihr jegliche Glaubwürdigkeit vollends abnahm. "Ist ja nichts Außergewöhnliches! Ich bin etwas spazieren!"
      Geradezu panisch sprang sie auf und stürmte auf den Strand hinaus, dicht gefolgt von ihrem Wolf. Als sie den kühlen Sand unter ihren nackten Füßen spürte begann sie zu rennen und ihre durcheinander geworfenen Gedanken begannen sich wieder zu klären.
      Nach ein paar Minuten blieb sie wieder stehen und sah auf das dunkle Meer hinaus. Sie schämte sich dafür sich so aufgeführt zu haben, immerhin hatte sie sich immer gewünscht etwas von ihren Eltern zu hören. Aurel würde sie jetzt sicher für vollkommen übergeschnappt halten.
      Unsanft ließ sie sich auf ihre vier Buchstaben fallen und umschlang ihre angezogenen Beine mit den Armen, während ihr Wolf neben ihr stand und ein besorgtes Fiepen von sich gab.
      Warum hatte sie sich nur so dumm verhalten müssen? Innerlich verfluchte sie sich!

      Aurel öffnete den Mund um etwas zu sagen, dann sprang seine Klassenkameradin auf und rannte hinaus. Verdutzt blieb er sitzen und sah dann nochmal auf den Bildschirm. Wieso löste das Wolfspack bei ihr denn so eine Reaktion aus? Und was sollte das mit ihrer Tante? Sie hatte ihn angelogen, das wusste er und das tat echt weh. Aber warum? Das machte einfach keinen Sinn. Oder? Der Vampir schaltete den Fernseher aus und dachte kurz nach. Dann ging er in sein Zimmer, zog einen Pulli an -es konnte kühl werden hier, zu kühl für ihn- und er folgte seiner Freundin langsamer. Seine Augen waren im Dunkeln besser als im Hellen, ihm machte es keine Mühe, sich zu orientieren. Ein paar Minuten später hatte er sie gefunden und ging auf sie zu. Der Wind ließ ihn ein wenig frösteln. Verdammte Vampirgene. Ohne ein Wort setzte sich Aurel neben sie und sah hinaus aufs Meer. Für ihn machte es nie einen großen Unterschied, ob er bei Tag oder Nacht hinaus sah, außer, dass alles viel schärfer wirkte nun. Nach einiger Zeit seufzte er.
      "Ich halt meine Neugier im Zaum, auch wenn ich mich wunder. Ich will doch, dass du hier 'ne schöne Zeit hast." Er drehte den Kopf, legte ihn auf seine auf den Beinen liegenden Arme und lächelte.
      "Du kannst mir alles erzählen, ich halt den Mund, versprochen. Und wenn du es nicht willst, ist auch ok. Nur anlügen - das brauchst nicht. Komm, es ist kalt hier, oder willst bisschen spazieren gehen?"

      "Tschuldigung." und "Danke." brachte Morgana schließlich kleinlaut hervor.
      Dann schwieg sie wieder lange, ohne Aurel anzusehen und dachte nach, ordnete ihre Gedanken, fasste Mut. Minuten vergingen.
      "Ich habe sie nur so lange nicht mehr gesehen..." Flüsterte sie schließlich deutlich verschnupft. "...und das Erste was ich von ihnen mitbekomme ist, dass sie in diese verfluchte Totenstadt gegangen sind!"
      Es tat ihr selbst Leid, dass sie Aurel die Stimmung vermieste, aber sie wäre am liebsten einfach in Tränen ausgebrochen.

      Aurel hörte zu und konnte gar nicht verhindern, dass ihm die Gesichtszüge entgleisten. Sie redeten doch gerade vom Wolfspack. Dem legendären Wolfspack, das.... Neeee, oder? Der Vampir starrte Momo an, als hätte er sie noch nie gesehen.
      "Du kennst sie?" In dem Moment fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, als er anfing nachzudenken. Ihre Reaktion, die war mehr als seltsam gewesen. Ihre Geheimniskrämerei um ihre Herkunft, dann ihr Geständnis, dass sie ihre Eltern vermisste und sie suchen wollte. Die kleinen Puzzleteilchen fielen langsam ineinander. Nicht zuletzt, als er sich das Bild der beiden berühmten Helden vor Augen hielt, dann wieder zu seiner Freundin sah. Die Ähnlichkeit was unübersehbar, mit einmal. Vorsichtig nahm er ihre Hand und drückte sie.
      "Okeee... Also.... Heilige Scheiße, das glaub ich nicht." So wirklich sagen konnte Aurel es nicht, aber das brauchte er vielleicht gar nicht. Die Anzeichen ergaben mit einmal alle einen Sinn.

      Morgana erwiderte dankbar den Druck seiner Hand.
      "Glaub mir, ich habe mir schon öfter eine normalere Familie gewünscht..." Meinte sie leise und seufzte schwer. Nach so langer Zeit hörte sie endlich wieder etwas von ihren Eltern, aber es waren nicht die schönen Neuigkeiten, die sie sich erhofft hatte.
      "Sie hatten mir doch versprochen nie wieder nach Agrabah zu gehen..." Sie versuchte die heißen Tränen weg zu blinzeln, die aus ihren Augen dringen wollten, was nicht so gut gelang, wie sie es sich erhofft hatte. Aber zumindest hatte sie eines ihrer Geheimnisse mit ihrem besten Freund geteilt und das ließ sie sich etwas besser fühlen.

      "Das mit der Familie kenn ich irgendwie." brummte Aurel. Das bezog sich nicht auf den Reichtum, sondern darauf, dass sie Vampire waren. Manchmal war das ganz schön lästig, vor allem, wenn man kontrolliert wurde. Er nahm Momo richtig in den Arm und wischte ihre Tränen weg.
      "Na, sie werden ihren Grund haben. Aber man - das muss ja echt hart sein." Kein Wunder, dass sie nie etwas über ihre Eltern oder ihre Familie erzählte, sondern sich ganz gekonnt ausschwieg. Das war ja eine gewaltige Hypothek in der magischen Welt. Er drückte sie und stupste dann ihre Nase.
      "Aber du bist cool geblieben, und bleibst meine beste Freundin."

      Nun konnte sie endlich wieder lächeln.
      "Danke." Sie kuschelte sich etwas an ihn, als er sie in den Arm genommen hatte. Sie fühlte sich geborgen und für ihren vampirischen Freund bedeutete derartige Nähe zusätzliche Körperwärme, die er bei diesem nächtlichen Wind vom Meer her wohl gut gebrauchen konnte.
      "Können wir... wenn es dir nichts ausmacht... einfach noch eine Weile hier sitzen bleiben?" Wollte sie leise wissen und sah Aurel bittend durch die Sonnenbrille hindurch an.

      Aurel zitterte ein wenig, denn ihm war durchaus kalt. Doch sie wärmte ihn ein wenig und außerdem verstand er, dass sie nun ein bisschen Zeit brauchte. Er rutschte näher an sie heran. Jede andere Frau hätte sich sonstwas gedacht, aber ihnen war beiden klar, dass sie nicht scharf aufeinander waren. Er schätzte Momo viel zu sehr als Freundin.
      "Kein Problem. - Schau, ein Rabenschwarm." Der Vampir deutete nach oben, wo Vögel langsam über den Himmel zogen. Ein Mensch hätte keine Chance, das überhaupt zu bemerken. Aurel legte ihren Kopf auf seine Schulter und strich ihr etwas über die Haare. Jetzt ergab so Vieles aus der gemeinsamen Vergangenheit Sinn. Allerdings konnte auch ihre Wärme nicht verhindern, dass er langsam immer stärker anfing zu zittern und sein Körper immer kälter wurde, trotz des Pullis, der zu dünn war eigentlich. Aber er sagte nichts, so schnell würde nichts passieren.

      Morgana folgte seiner ausgestreckten Hand und schob die Sonnenbrille, die sie fast nur zum Schlafen abnahm, auf der Nase etwas nach unten um die schwarzen Vögel vor dem dunklen Himmel besser sehen zu können. Sie genoss es einen so guten Freund zu haben, es machte sie glücklich.
      Allerdings bemerkte sie bald das körperliche Zittern des Vampirs. Sie drehte ihren Kopf etwas auf seiner Schulter um ihn anzusehen.
      "Lass uns wieder ins Haus gehen. Bevor du hier noch zum Eiszapfen wirst." Für sie war es eine angenehme Temperatur, zwar mit einer kühlen Meeresbrise, aber angenehm. Für den Vampir jedoch war es hier viel zu kalt.
      Sie rückte ihre Brille wieder zurecht und erhob sich langsam. Ihr ging es wieder ganz gut und dafür war sie Aurel sehr dankbar. Sie hielt ihm die Hand hin um ihm beim Aufstehen zu helfen, während sie sich mit der anderen Hand den Sand aus dem Rock klopfte. Ihre gute Laune war wieder weitestgehend hergestellt.

      Aurel beschwerte sich nicht, denn ihm war wirklich fürchterlich kalt. Er hatte gar nicht daran gedacht, heute einen der Schutztränke herzustellen. Er ließ sich von Momo hochziehen und verbarg sein Zittern nicht, seine Zähne klapperten sogar fast schon. Er war froh zu sehen, dass es ihr wieder besser ging und rasch waren sie im Haus, wo sie noch gemeinsam ein bisschen redeten, was aßen und schließlich ins Bett fielen. Die nächsten Tage verliefen vor allem friedlich, lustig und schweißte sie eng zusammen. In der Schule waren sie immer gut befreundet gewesen, aber das vertiefte sich immer weiter. Der Vampir ärgerte sich fast, dass er Morgana nie vorher eingeladen hatte. Das lag allerdings an seinen Eltern, was er verschwieg. Diese tauchten auch gar nicht auf, sondern ließen die Teenager alleine in dem Ferienhaus. Der Strand lockte immer wieder, er zeigte ihr segeln und führte sie zum Essen aus. Und er überredete sie, mit ihm richtig shoppen zu gehen, Klamotten kaufen und vor allem herumalbern. Aurel wollte einfach den Ernst des Lebens fernhalten, auch wenn ihm klar war, dass Momo bestimmt viel an ihre Eltern dachte. Nach einigen Tagen allerdings waren es die seinen, die sich meldeten.
      "Momo, eine Sekunde, das Telefon." rief er in die Küche. Der junge Vampir rannte ins Wohnzimmer und nahm den Hörer auf.
      "Ja?" Er musste lächeln, als er die Stimme seine Vaters hörte. Kurz plauderten sie, dann fragte er natürlich, wie es dem Gast ging. Und lud sie zum Essen in die Burg ein, was Aurel zwar überraschte, aber er hatte es ihr ja ohnehin zeigen wollen. Er hatte nur nicht gewusst, dass seine Eltern wieder da waren. Nach einigen Minuten legte er auf und kam grinsend in die Küche.
      "Meine Eltern haben uns in die Burg eingeladen, zum Essen und 2, 3 Tage bleiben."

      Momo freute sich geradezu ein Loch in den Bauch, so sehr gefiel ihr dieser Urlaub, auch wenn sie immer wieder Momente hatte in denen sie an ihre Eltern denken musste. Das shoppen schob jedoch wieder alle Schwermut beiseite. Zwar bekam sie immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil Aurel alles für sie bezahlte, auch wenn sie bei manchen Preisen fast in Ohnmacht fiel, allerdings verstand er es wie kein anderer ihr das schlechte Gewissen auch wieder auszureden. Es machte Spaß mit Aurel herumzublödeln und nicht daran zu denken was morgen sein könnte. Sie konnte sich einfach fallen lassen und die junge Frau sein, die sie davor nie richtig hatte sein können.
      Als Aurel dann auch noch verlauten ließ, dass seine Eltern sie beide auf ihre Burg eingeladen hatten, jubilierte Morgana vor lauter Vorfreude.
      "Ist eure Burg groß? Habt ihr eine Heizung oder wie haltet ihr euch in den Gemäuern warm?" Bestürmte sie Aurel mit Fragen.
      "Und wo habt ihr eure Leichen? Klassisch im Keller, oder modern im neuen Fundament der Terrasse?" Konnte sie sich feixend eine Spitze gegen seine Rasse nicht verkneifen.

      Aurel warf ihr einen schrägen Blick zu und erwiderte:
      "Im Gartenhäuschen natürlich unter einer Geheimplatte." Das war nicht einmal gelogen, aber dieses Gartenhäuschen stand weit ab vom Grundstück seiner Familie und war nicht so leicht mit ihnen in Verbindung zu bringen. Doch dann grinste er wieder.
      "Bodenheizung mittlerweile, und ein bisschen Magie helfen ganz gut. Im Winter ist es dort richtig kuschelig." Er freute sich richtig, Morgana sein richtiges Zuhause zeigen zu können, das, was er eines Tages in ferner Zukunft übernehmen würde. Außerdem war das Gebäude richtig cool.
      "Das Ding ist riesig. Wurde von meinem Urgroßvater angelegt, mein Opa ist ja leider getötet worden. Du weißt schon, Hexenverfolgungen und so." Er hatte ihn daher nie kennengelernt, was er schade fand. Man sagte ihm nach, dass er ihm sehr ähnlich sei.
      "Ich hab 'ne riesige Familie. Wusstest du, dass wir mit Vlad Tepesh verwandt sind?"

      Morgana lachte fröhlich auf. Sie hatte ja keine Ahnung wie ernst Aurel das mit den Leichen meinte.
      "Ich freue mich richtig auf eure Burg!" Eine Burg mit Bodenheizung war wirklich einmal etwas neues. Nicht einmal im Schneeflockenschloss gab es eine Bodenheizung, dort wurde alles mit Magie warm gehalten.
      "Nun, erwähnt hattest du es zwar nie, aber die Namensähnlichkeit ist ohne Zweifel vorhanden." Sie lachte erneut, gut gelaunt. "Aber ich habe nie angenommen, dass du wirklich mit ihm verwandt bist."
      "Aber bei der Hexenverfolgung muss es ja zugegangen sein, schlimmer als bei den Vandalen unterm Sofa. Augusta..." Sie stockte kurz, das zwanghafte Schweigen was ihre Familie und ihr näheres Umfeld anging, war ihr einfach zu sehr in Fleisch und Blut übergegangen. "Sie hat mir als ich kleiner war ab und an davon erzählt. Sie meinte immer sie habe selten etwas dümmeres gesehen, weil die Menschen selbst ihre Freunde und Verwandte verbrannt haben, nur weil es ihnen gerade in den Kram passte."

      "Von uns hat es einige erwischt, ich bin so froh, dass meine Eltern da heile durchgekommen sind. Es muss eine grausame Zeit gewesen sein. Wie viel Potential da verloren gegangen ist...." Aurel seufzte ein wenig, zuckte dann aber mit den Achseln. Das hatte ihn nie betroffen, er war ja noch zu jung dafür. Er überlegte kurz.
      "Vlad ist irgendwie ein Großgroßonkel von mir. Der war schon hier und da auf größeren Familienfeiern." Er lachte etwas.
      "Aber okay - ich fahr uns selbst rüber. Magst du schnell fahren oder gemütlicher? Lass uns ein paar Klamotten zusammenpacken und Ernesto sowie deinem Wolf Bescheid sagen. Mein Kater liebt vor allem die Mäuse dort."

      "Sag bloß der alte Graf lebt immer noch?" Fragte Morgana erstaunt. "Ich dachte der wäre seit ein paar hundert Jahren tot... Da muss ich Augusta mal fragen warum sie mir das nie gesagt hat..."
      "Lass uns auf der Hinfahrt gemütlich fahren, ich will mir etwas die Landschaft ansehen. Auf der Rückfahrt darfst du dann rasen wenn du willst." Sie lächelte fröhlich und machte sich dann schleunigst daran ein paar ihrer Sachen, auch von den schönen neuen Sachen, zusammenzupacken und nach ihrem Wolf zu rufen.

      "Der ist noch unter den Lebenden, hat sich aber sehr zurückgezogen und jammert vor allem über die neuen Filmadaptionen." Aurel packte schnell selbst was zusammen, und wie von Geisterhand tauchte Ernesto auf, der schon zu wissen schien was nun passierte. Er schnurrte, als der junge Vampir zu einem Schlüsselbrett ging.
      "Gut, dann lass ich den Porsche mal. Nehmen wir den BMW, da ist auch mehr Platz für deinen Wolf." Er führte Morgana zur Garage, betätigte einen Knopf und das Tor öffnete sich surrend. Dahinter standen einige schicke Autos. Er grinste.
      "Meine Eltern eben. Müssen immer übertreiben." Schnell setzte er sich auf den Fahrersitz und manövrierte das Auto raus, dann bedeutete er Morgana, einzusteigen.
      "Es sind ungefähr 220 Kilometer, etwas mehr als 2 Stunden. Ich schaff es auch schneller, aber dann nehm ich ein anderes Auto." Seine blitzenden Augen verrieten, wie er dann fuhr.

      Morgana lud ihren Koffer ein und ließ den Wolf auf der Rückbank Platz nehmen. Der BMW war zwar nicht so groß wie die Limousine, aber sie verstand genug von Autos um sich geradezu edel vorzukommen wenn sie in diesem Auto saß... und fast sofort mit dem elektrischen Fensterheber zu spielen begann, während die malerische Landschaft an ihnen vorbei zog...
      "Ich habe übrigens mit Ferengie, dem ollen Kiffer, gesprochen, bevor er in den Urlaub gefahren ist. Wenn ich dieses Jahr zumindest mal einen Trank nicht völlig versaue stehen meine Chancen gar nicht so schlecht Zaubertränke in der Siebten zumindest mit hängen und würgen zu bestehen." Als ob sie in diesem Fach je etwas anderes gemacht hätte. Es war ihr jedes Jahr aufs neue ein Rätsel, wie sie dieses Fach überstehen konnte. In der Fünften hatte sich sogar mal ein Trank von ihr durch den steinernen Boden ins Stockwerk darunter gefressen. Es war selbst dem Lehrer ein Rätsel wie sie das geschafft hatte... bei einem Haarwuchsmittel.

      Aurel lachte laut auf. Morganas Kunststücke bei den Tränken waren geradezu legendär.
      "Ich krieg das irgendwie immer einigermaßen hin. Den zum Schutz gegen Kälte kann ich perfekt." Die rumänische, wilde Landschaft flog an ihnen vorbei. Der BMW war recht auffällig, denn nicht viele Familien konnten sich ein derartiges Auto leisten. Der junge Mann würde auch nie außerhalb einer Stadt damit anhalten. Auch als Magier war das eine blöde Idee. Auf der Rückbank schliefen der Wolf und Ernesto friedlich.
      "Wenn ich dir da helfen kann - zur Not mach ich dir einen, dann kann er nicht mehr meckern." Er musste daran denken, wie schwer ihm das selbst früher gefallen war.
      "Dafür bist du in anderen Sachen großartig. Das wird schon klappen." Im Rückspiegel sah Aurel mit einmal mehrere Autos auftauchen, die ihm nicht geheuer waren. Sofort stieg er aufs Gas.
      "Sorry, aber in Rumänien verliert man hier draußen schnell mal sein Auto." erklärte er trocken.

      Morgana war Aurel dankbar für sein Angebot, würde es aber wahrscheinlich nicht annehmen, da sie es selbst irgendwie hinbekommen wollte.
      Als er das mit den Autodieben erwähnte, sah sie sich fragend um und sah ebenfalls die Autos hinter ihnen.
      "Ist es hier wirklich so schlimm mit den Banden und Kriminellen, wie man in Westeuropa immer hört?" Wollte sie besorgt wissen.

      Der junge Mann nickte.
      "Außerhalb der Städte muss man echt aufpassen. Auch sonst, hier verschwinden immer wieder Leute. Aber das Meldesystem ist auch noch nicht besonders." Er sah, dass er die anderen Autos schon recht weit zurückgelassen hatte, blieb aber noch etwas vorsichtiger.
      "Es gibt viel, was sich hier noch tun muss, glaub mir." Doch noch wollte auch seine Familie das nicht ändern, denn ihnen kam es sehr entgegen. Wer vermutete schon Vampire hinter dem Verschwinden von Menschen? Junge Frauen wurden gerne in andere Länder verschleppt oder weggelockt, junge Männer verschwanden eben auch, um bessere Arbeit zu finden...
      "Aber wir kommen gut klar und haben Sicherheitspersonal, alles Vampire. Und sobald man in einer Stadt ist, passt das schon. In Bukarest meidet man eben ein paar Gegenden. Mit mir bist du sicher, niemand würde es wagen, einen Tepishcu anzugreifen. Uns kennt man."

      "Da bin ich aber froh, dass ich so einen großen und starken Beschützer habe." Feixte Morgana fröhlich. Sie hatte nicht vor sich von irgend welchen Ganoven den Urlaub verderben zu lassen. Mit einem Blick über die Schulter überzeugte sie sich davon, dass die Fremden nicht mehr zu sehen waren und lehnte sich entspannt zurück.
      "Ich bin in meiner Kindheit ein paar mal durch Rumänien und ein paar andere Länder durchgekommen, aber davon habe ich nie etwas mitbekommen..."

      Aurel fuhr wieder etwas langsamer und sah kurz zu ihr hin. Sie hatten das Thema ihrer Kindheit und ihrer Eltern vermieden, auch wenn er natürlich darüber nachgedacht hatte. Das war wirklich etwas ganz Außergewöhnliches, und er war froh, dass sie ihm genug vertraute. Vorsichtig meinte er:
      "Naja, ich denke, sie werden gut aufgepasst haben..." Sie kamen durch ein paar kleinere Dörfer, denen man ansah, dass hier Geld fehlte. Doch so nett er auch war, den Blick dafür hatte er irgendwann weitestgehend verloren. Irgendwann würde er von politischer Seite etwas unternehmen, vielleicht.
      "Man merkt es auch erst richtig, wenn man hier lebt. Ich hatte wahnsinniges Glück, trotzdem, da ich darauf bestand auf eine normale Schule zu gehen bis ich nach Norwegen kam, hab ich doch einiges mitbekommen." Nicht nur von der normalen Kriminalität allerdings, sondern auch immer mehr das, was seine Eltern und Verwandten noch immer im Verborgenen taten und die Kontrolleure täuschten.
      "Trotzdem, du kannst es hier schon genießen. Wir werden nicht so lange brauchen, meine Eltern sind schon gespannt auf dich."

      "Wie man es nimmt." Sie lächelte schmal. "Wir hatten vermutlich schlicht und ergreifend nichts dabei, dass sich lohnen würde zu stehlen. Außerdem begegnet man nicht gerade vielen Menschen wenn man querfeldein geht."
      Die restliche Fahrt verlief ruhig und Morgana genoss es den Fahrtwind zu fühlen, durch das heruntergelassene Fenster. Bald darauf kam eine Burg in Sicht.
      "Ist das eure Burg?"

      Aurel lächelte, als er den Familiensitz sah.
      "Ja, ist sie nicht cool?" Die sichtlich alte, aber komplett in Schuss gehaltene Burg saß recht weit oben auf einem kleinen Berg, und der junge Vampir fuhr die Serpentinen hinauf. Durch die Bäume sah man immer wieder das Gebäude durchblitzen, bis sie schließlich zu einem großen Tor kamen, an dem eine Kamera war. Er ließ das Fenster auf seiner Seite herunter und winkte, dann öffnete sich das Tor und er fuhr weiter, bis er zu einem Parkplatz kam, welcher schon innerhalb der ersten Mauer war, und stellte den Wagen ab. Das Burgtor öffnete sich und heraus kamen zwei unwahrscheinlich gut aussehende Vampire - seine Eltern. Die Mutter war ein blonder Engel, der Vater schien wie eine ältere Ausgabe des jungen Mannes zu sein. In jedem Fall sah man, dass sich die drei freuten, sich zu sehen. Aurel drückte seine Eltern, dann stellte er ihnen seine Klassenkameradin vor.
      "Das ist Morgana, oder Momo. Ich kenn sie seit der ersten Klasse und wir haben viel gemeinsam durchlitten." Neugierig, aber nicht unfreundlich wurde die junge Frau gemustert, dann sagte seine Mutter herzlich:
      "Willkommen auf Burg Tepishcu. Die Freunde unseres Sohnes sind auch die unseren, fühl dich wie daheim." Aurel grinste seine Freundin an, dann nahm er sie an den Arm.
      "Bereit für das dunkle Vampirschloss in den düsteren Bergen über Bukarest?" Ernesto hatte dafür keinen Sinn, er buckelte sich und sprang aus dem Auto, strich den älteren Vampiren um die Beine und verschwand mit hochgestrecktem Schwanz im Gebäude.

      "Es freut mich sie kennen zu lernen, Herr und Frau Tepishcu!" Sie machte einen höflichen Knicks und lächelte freundlich. "Ihr Sohn hatte in all den Jahren nur gute Worte für sie gehabt."
      Morgana hakte sich wieder bei ihm ein und hinter ihnen stieg gemächlich ihr Wolf aus dem Auto, der sich schnuppernd umsah und dann zu Momos Schatten wurde, so wie immer.
      "Ich war selten so bereit wie heute, mein Verehrtester." Sie grinste von einem Ohr zum anderen, wobei ihre großen Eckzähne aufblitzten. "Außerdem mag ich es düster und dunkel!"

      Die Eheleute schmunzelten und ließen die Jüngeren vor. Durch das Burgtor kommend betraten sie erst einmal einen kleinen Burghof mit einem alten Brunnen, dann führte er sie in den Haupttrakt, wo sie erst einmal in einem riesigen, hohen Flur standen. Der Modernität geschuldet gab es normales elektrisches Licht, wenn auch in alten Kronleuchtern, doch noch immer steckten Fackeln in den Wänden, die nun allerdings nicht brannten. Das geschah nur zu besonderen Anlässen. An den Wänden hingen Wandteppiche und einige Gemälde von Verwandten, die nur teilweise tot waren, auch wenn sie alt waren. Der Boden war tatsächlich angenehm warm.
      "Die Burg wurde schon im 8. Jahrhundert angelegt, und immer weiter ausgebaut. Wir hatten Glück, dass wir sie so lange halten konnten. Jetzt sind die ganzen Kriege hoffentlich vorbei." Sie kamen in einen riesigen Raum, wo ein meterlanger Esstisch stand. Auch hier waren die Wände bedeckt von Teppichen.
      "Hier feiern wir Parties mittlerweile, uns ist es hier zu groß, um regelmäßig zu essen. Das machen wir normalerweise im Wohnzimmer." Das war auch der nächste Raum, der um Längen gemütlicher wirkte mit seinem großen Kamin, den gemütlichen Couchen und den Fellen am Boden. Hier standen auch Schränke, sichtlich alt, aber gepflegt. Bücher lagen auf einem großen Kirschholztisch, ein Fernseher und eine Musikanlage standen in einer Ecke.
      "Das Gebäude ist riiiiiiiesig, wir schlafen übrigens im Westturm. Da hab ich mein Reich, der ganze Turm ist meiner." Dann grinste Aurel.
      "Und, scharf auf die alten Kerker?"

      Momo bekam ein fasziniertes Funkeln in den Augen. Hier war es so gänzlich anders als im Internat.
      "Das ist richtig schön hier!" Sagte sie und fühlte sich wie ein Kind im Süßigkeitenladen.
      Sie wäre am liebsten vom einen Ende der Burg zur anderen gerannt um alles zu erkunden, so aufgeregt war sie.
      "Gespannt wie ein Flitzebogen!" Bestätigte sie seine Vermutung. "Um nichts auf der Welt will ich mir eure Kerker entgehen lassen!"

      Ihr Freund lachte auf.
      "Na gut, dann bring ich dich nach unten." Seine Eltern warfen sich merkwürdige Blicke zu, sagten aber nichts, sondern entschuldigten sich und gingen in Richtung Küche. Aurel ging mit Morgana in eine andere Richtung, durch fast verwirrende Gänge und dann standen sie an einer breiten, nach unten führenden Treppe.
      "Ich kenn sie nur stillgelegt, aber meine Eltern könnten dir mehr erzählen wenn sie wollten." Er wusste durchaus, was sie erzählt hatten und so ganz abgeneigt war er dem Ganzen ja ohnehin nicht. Wie es sich gehörte, nahm er dieses Mal eine Fackel und stieg hinab mit ihr. Das Flackern der Flammen warf unheimliche Schatten, doch er wusste, Geister gab es sowieso nicht. Als sie unten ankamen, sah man eine Reihe von kleineren Zellen, nackten Steinboden darin und die Wände schienen zerkratzt. Dunkle Flecken waren teilweise zu sehen - altes Blut, sehr alt. Die Türen waren jetzt nicht abgeschlossen. An einem Ende hingen und standen noch immer alte Foltergeräte.
      "Das wohl dunkle Kapitel meiner Familie. Es gab Zeiten, da sagte man, kein lebender Mensch, der in diese Burg geht, verlässt sie lebendig." Sein blasses Gesicht wirkte hier unten unheimlicher als sonst, seine Stimme war ein wenig leiser, tragender geworden.
      "Hier gehen die Kontrolleure fast immer als Erstes hin."

      "Na das will ich doch hoffen, dass die Kerker von euch bösen, bösen Blutsaugern zuerst kontrolliert werden. Sonst wird man ja seines Lebens nicht mehr froh!" Erwiderte sie gespielt empört und fügte feixend hinzu. "Schon mal auf die Idee gekommen die Kontrollheinis hier einzusperren?"
      Sie zog Aurel geradezu zu den Foltergeräten und strich mit der freien Hand andächtig über das alte Holz.
      "Wann wurden die Geräte wohl das letzte mal benutzt? Ich kenne so etwas nur aus Filmen und Büchern..." Es war wie in einer Traumwelt. Eine echte Burg, ein echter Kerker und echte Folterinstrumente...
      Das war sooo cool!
      Morgana setzte sich gut gelaunt auf eine Streckbank, ließ die Beine baumeln und sah sich mit großen Augen, hinter ihrer Sonnenbrille, genauer im Kerker um.
      "Ich beneide euch richtig darum. Ihr habt euren eigenen Folterkeller!"

      "Ja, man stelle sich mal vor, ich würd dich jetzt einsperren und anknabbern, die arme, hilflose holde Maid." Aurel ließ seine Fangzähne ausfahren und knurrte wie in einem schlechten Horrorfilm, bevor er anfing zu lachen. Er war auch gern hier unten, wenn auch aus anderen Gründen.
      "Oh - das genaue Datum weiß ich nicht. Und zu gern würd ich das tun, ich fürchte nur, dann lande ich im Gefängnis. Darauf hab ich echt keine Lust." Er wirkte amüsiert, nur würde er das wirklich machen wenn er nur könnte. Diese dämlichen Kontrollen nervten ihn und seine Familie. Manchmal tauchten die auch plötzlich in der Schule auf.
      "Die ganzen Geräte wurden ausgiebig benutzt, mein Opa mütterlicherseits redet da recht freimütig drüber. Der ist allerdings schon länger in Amerika und selten nur noch hier." Der Vampir lächelte.
      "Du darfst die Dinger gern testen, aber sei vorsichtig, dass du dir nicht weh tust. Ich hab mir hier schon üble blaue Flecken geholt als Kind."

      Morgana lachte auf und knurrte gutmütig zurück. Sie konnte zwar keine Zähne ausfahren, aber ihre Eckzähne waren eindeutig zu groß für einen durchschnittlichen Menschen, was seine Wirkung auch nicht unbedingt verfehlte, wenn sie es darauf anlegte.
      Sie ließ sich rittlings auf die Streckbank sinken und mimte die 'arme, hilflose holde Maid', die sich aufreizend auf dem Folterinstrument räkelte.
      "Zu Hilfe, zu Hilfe. Ein großer, böser Vampir will mir den warmen, sprudelnden Lebenssaft entreißen!" Flötete sie und lachte im Anschluss dreckig.
      "Wobei, lass das lieber." Sie stützte sich auf den Ellenbogen auf. "Ich bin zwar zuversichtlich, dass ich gut schmecke. Aber ich würde es nur ungern darauf ankommen lassen. Ich hoffe euer Lordschaft fühlt sich von meiner anmaßenden Selbstsucht nun nicht gekränkt." Für sie war das hier ein einziger, großer Spaß. Sie ging nicht im Entferntesten davon aus, dass ihn dieses Pseudoangebot locken könnte.

      "Und niemand hört dich rufen." grinste Aurel, dann allerdings kam ihm wirklich der Gedanke. Für ein paar Sekunden fragte er sich, wie wohl das Blut der Tochter des Wolfpacks schmecken würde. Süß, scharf... Etwas flackerte durch seine Augen, ein kurzer Anflug von Hunger, eines Gelüsts, was er eigentlich nicht haben dürfte. Der Moment war so schnell vorbei, dass man nicht wusste, ob man sich das nun eingebildet hatte oder es tatsächlich da gewesen war. Der junge Vampir hatte genug Selbstkontrolle gelernt, um sich nun zurückhalten zu können, trotzdem war er beinahe von sich selbst entsetzt. Immerhin war das seine beste Freundin, und er dachte allen Ernstes daran.... Aurel wandte sich ein wenig ab, als wollte er die Zellen noch einmal begutachten.
      "Die holde Maid ist bei mir doch immer sicher. Ach, du schmeckst sicher großartig, ich halt meine Zähne aber von dir fern." Jetzt grinste er wieder wie vorher, doch eine gewisse Begierde war geweckt worden. Nur sie würde er sicherlich nie angreifen wollen, dafür mochte er sie viel zu sehr. Aber wen anders, später.
      "Nun - möchte die Lady ihr Turmzimmer besichtigen?"

      Gutgelaunt glitt Morgana von der Streckbank und hakte sich bei Aurel unter.
      "Mylady würde sogar sehr gern ihr Turmzimmer sehen, Mylord." In all ihrem Frohsinn ging jedoch eines unter, dass sie sonst immer beachtete. Das warnende Ziepen in ihrem Geist, welches von ihrem Wolf ausging, der Aurel aufmerksam beobachtete.
      "Wisst ihr überhaupt wie viele Zimmer die Burg hat, oder verzählt ihr euch ständig?" Frotzelte sie fröhlich, nicht bemerkend, welcher Gefahr sie nur knapp entgangen war.

      Aurel war froh, dass sie nichts von seinen Gedanken ahnte und schob das Ganze weit weg. Aber es verschwand nie ganz. Dennoch wirkte er genau wie vorher, als er sie wieder aus dem Kerker brachte und schmunzeln musste.
      "Ich finde immer wieder neue Zimmer. Es gibt hier sogar ein paar Geheimgänge. Ein Onkel von mir hat sich im 14. Jahrhundert gerne junge Frauen aus den Dörfern eingeladen und sie dann des Nachts besucht, manche Zimmer haben Geheimtüren, da nutzt das Abschließen nichts." Ein äußerst verführerischer Gedanke, aber die Burg war tabu. Hier wurde nichts mehr getan, was nicht peinlich genau den Regeln entsprach. Der junge Vampir nahm stillschweigend vor, in der Nacht kurz woanders hin zu fahren. Er war noch zu jung, um das einfach ignorieren zu können, und seitdem er Menschenblut zu schätzen gelernt hatte, war es umso schwerer, dem nicht nachzugeben. Jetzt führte er sie in den Westturm, ohne Hintergedanken, denn sie war tabu in der Hinsicht. Sie stiegen eine Wendeltreppe hinaus und dann öffnete er eine Tür.
      "Das hier ist deins. Wie es sich für eine Lady gehört." Es Zimmer zu nennen war zu wenig, denn der Bereich ging einmal um den ganzen Turm. Aurel zeigte ihr die drei Räume.
      "Das hier ist ein kleiner Flur, da ist dann der Schlafbereich, und dann hast du auch ein Bad." Es war sehr gemütlich eingerichtet, Teppich lag auf dem Boden, und das Bett dominierte den Schlafraum. Ein echtes, altes französisches Bett, allerdings länger als gewöhnlich. Lampen und Kerzen gaben ein warmes Licht ab. Das Bad war erstaunlich modern und sah ziemlich neu aus.
      "Ich bin eine Etage weiter oben, wollte noch eben duschen gehen. Dann wird es bald Essen geben."

      Morgana verschlug es die Sprache. Die Rede war doch von EINEM Zimmer gewesen?! Und jetzt bekam sie sogar gleich drei und eines davon war ein eigenes Badezimmer!
      "In dem Bett kann man sich ja fast schon verlaufen!" Sagte sie und bekam vor Staunen den Mund kaum noch zu.
      "In Ordnung, ich mach mich auch noch frisch und dann kannst du mir ja noch etwas über die Burg erzählen, bis es Essen gibt." Sie war noch kaum hier angekommen, aber fühlte sich jetzt schon richtig wohl.

      Aurel grinste.
      "Ich mag große Betten. Sollte ich je eine Frau haben, hab ich wenigstens genug Platz." Er zeigte ihr noch kurz wo Handtücher waren, dann lächelte er. Ihre Tasche war wie von Zauberhand schon im Schrank.
      "Komm einfach rauf wenn du fertig bist, ich lass die Tür offen." Damit ließ er sie alleine, sprintete nach oben und setzte sich erst einmal auf sein Bett, das Gesicht in den Händen vergraben. Tief durchatmen. Dieser Anfall von Blutdurst war überraschend gekommen, er kannte Morgana so lang und hatte sie sehr gern, und bisher war ihm das nie passiert. Allerdings hatte er seine Familienweihe auch jetzt erst erhalten, das konnte damit zusammenhängen. Verdammt. Er würde heute Nacht Menschenblut trinken müssen, er wusste es. Schnell sprang er auf, suchte sich frische Klamotten zusammen und ging unter die Dusche. Es vertrieb ein wenig die Gedanken, aber nicht ganz. Dabei stellte er Musik an, und kurze Zeit später schlüpfte der Vampir in neue Sachen. Ernesto war ebenfalls aufgetaucht und okkupierte den größten Teil des Bettes - Katzen schafften das einfach, egal wie groß das Bett war. Er grinste und legte sich neben das Tier, fing an zu kraulen, was mit einem wohligen Schnurren quittiert wurde.
      "Halt mich bloß am Boden." murmelte Aurel.

      "In Ordnung." Stimmte Morgana zu und ging ins Bad, nachdem Aurel das Zimmer verlassen hatte.
      Sie duschte sich, trocknete sich ab, föhnte sich schnell die Haare und war fertig. Sie hatte nie lange im Bad gebraucht und Schminken hatte sie nicht nötig. Ihre Augen und Lippen waren so ausdrucksstark, dass es einfach zu viel wurde, wenn sie sich auch noch schminkte.
      Zurück im Schlafzimmer suchte sie sich eines der Kleider aus, dass sie sich bei dem Einkaufsbummel mit Aurel gekauft hatte. Das knielange, dünne Sommerkleid schmiegte sich eng um ihren Körper und lies ungewohnt viel von ihren Schulter frei.
      Erfrischt und frisch gekleidet schlüpfte sie nur noch in ihre flachen Sandalen und ging in Aurels Stockwerk, klopfte und streckte den Kopf ins Zimmer.
      "Na, auch schon fertig?" Lächelte sie ihn an, während der Wolf ebenfalls seinen Kopf ins Zimmer steckte.

      Aurel sah zur Tür und lächelte.
      "Du siehst zum Anbeißen aus." Und wie. Erst dann wurde ihm klar, was er gesagt hatte und wie ernst er das im tiefsten Innern meinte. So viel zum Thema zivilisiert und Selbstkontrolle. Reiß dich zusammen, du Idiot. Er stand vom Bett auf -ein wunderschönes, altes Bett aus Eichenholz und einem Haufen Decken. Trotz Heizung und allem fror er eben leicht. Auch hier hatte er eine Anlage, allerdings kaum CDs, denn diese hatte einen USB Anschluss und ein 64 GB Datenstick hing daran. Ernesto sah schläfrig zu ihnen hin.
      "Ich bin immer schnell. Hm - was soll ich dir denn noch erzählen?" Sie gingen wieder hinunter aus dem Türm und gemeinsam spazierten sie dann in die Bibliothek.
      "Also, wir haben vor einigen Jahren komplett modernisiert und renoviert. Als ich ein Kind war, war das hier wirklich kaum auszuhalten." Die Regale hier waren deutlich alt und einige Bücher ebenso.
      "Dieser Raum wurde schon recht früh angelegt, das älteste Buch ist aus dem 11. Jahrhundert. Man findet hier alles Mögliche, auch einiges an Zauberbüchern. Aber davon halte ich mich noch fern, die sind auch in einem Sonderraum. Teils wurden die auch konfisziert, weil es schwarze Magie beinhaltete." Nun, nicht alles, aber seine Eltern ließen ihn trotzdem nicht dran.
      "Früher hatten wir auch Pferde, jetzt ist mein Vater allerdings Vorstand in einigen Unternehmen und damit voll ausgelastet. Meine Mutter arbeitet im Moment in Bukarest als Lokalpoitikerin." Er setzte sich auf einen Stuhl.
      "Die Burg hat schon einiges ausgehalten, Kriege, wütende Anstürme von Menschen und ja, auch Werwölfen. Der Südteil ist mal komplett zerstört worden, ich glaub im 18. Jahrhundert. Soweit ich weiß, haben wir 325 Zimmer, wobei viele schlicht ungenutzt sind. Frag mal die Kontrolleure, die wissen das besser, denn die schauen überall sehr genau rein." Das Letzte sagte er mit einem gewissen Unterton, der deutlich machte, wie sehr er diese ablehnte.
      "Also, frag ruhig was du willst, auch meine Eltern. Wir sollten mal zum Essen gehen." Aurel stand wieder auf und ging mit ihr in Richtung der Küche.

      "Danke." Sie wirkte glücklich und das 'Anbeißen' nahm sie als nettes Kompliment auf.
      Sie gingen in die Bibliothek und Morgana hörte Aurel aufmerksam zu.
      "Bücher hatten wir fast nie. Sie hätten uns wohl eher aufgehalten, denn genützt. Also konnte man sie uns auch nicht abnehmen. Sie brachten mir selten mithilfe von Büchern etwas bei..." Sie zuckte mit den Schultern, noch hatte sie nicht vor ihm zu erzählen, was sie ihr beigebracht hatten.
      "Pferde mochte ich noch nie besonders. Die sind irgendwie... blöd." Schloss sie ihr Argument grinsend.
      "So eine Burg muss ja eine richtig teure Angelegenheit sein, wenn ihr ganze Teile neu aufbauen müsst nach jedem Krieg. Aber hoffen wir einfach, dass das mit den Kontrolleuren eines Tages auch einmal besser wird."
      Gemeinsam gingen sie in die Küche, wo es bereits wunderbar duftete.

      "Hmm, ja, aber wir haben genug Geld durch verschiedene Sachen. Vor allem Land, Pacht und wir sind bekannt für unsere Weine. Daher glauben Menschen auch so, dass wir einfach deswegen reich sind." Magie spielte auch eine Rolle, ihre Langlebigkeit sowieso, doch das musste man vor der Öffentlichkeit gut verbergen. Sie betraten nun die Küche, oder besser, den Vorraum dazu. Dort stand ein Tisch, der bereits gedeckt war, und seine Eltern waren auch schon da. Seine Mutter fragte:
      "Und, gefällt es dir? Das ist schon etwas Besonderes." Wie ein echter Gentleman rückte Aurel ihr den Stuhl zurecht, und sie setzten sich alle. Ein Bediensteter tauchte auf und servierte eine Suppe. Der junge Mann genoss es, mal wieder das Essen der Familie zu bekommen. Er lächelte ein wenig und meinte dann unvermittelt:
      "Ist Vilam eigentlich da? Ich wollte ihn etwas fragen." Sein Vater sah ihn einen Moment an, denn er verstand, was sein Sohn ihm damit mitteilen wollte. Dieser Mann war nämlich zuständig dafür, dass niemals eine Leiche gefunden werden würde. Doch sicherlich würde Aurel nicht dieses Mädchen....?
      "Nun, sicher. Aber wir wollen doch unseren Gast jetzt nicht ausschließen." fast warnend blickte der ältere Mann Aurel an, der unmerklich zu verstehen gab, dass es nicht um Morgana ging. Erleichtert fuhr der Mann fort:
      "Worin bist du denn spezialisiert in der Schule, Morgana?"

      "Durchaus, es ist wunderschön hier." Erwiderte sie Aurels Mutter freundlich und wurde hellhörig, als Aurel und sein Vater über einen ihr Unbekannten sprachen. Ihr Wolf hatte den seltsamen Unterton bemerkt und starrte Aurel an ohne zu zwinkern. Durch das Band mit Morgana spürte sie die Unruhe des Tieres und sah zuerst den Wolf und dann ihren Freund fragend an und widmete sich wieder ihrer Suppe. Das war bestimmt ein Thema, das sie nichts anging, nichts desto trotz war ihre Neugierde geweckt.
      "Ähm... ich habe mich... auf das magische Kriegshandwerk spezialisiert. Duellieren und Weiße Magie. Diese Klasse kommen noch die Seminare Kampfzauber und Schwarze Magie dazu. Ich bin zuversichtlich, einen entsprechenden Abschluss zu erlangen, um nach der Schule mich bei der Zentralverwaltung als Anwärter auf eine Kriegerausbildung bewerben zu können." Beantwortete sie höflich die Frage von Aurels Vater.

      Aurel wich dem Blick seiner Freundin aus und bemerkte den Blick des Wolfes. Dieser musste etwas spüren, doch der junge Vampir konnte nicht ahnen, wie gut das Tier war.
      "Morgana wird mit Sicherheit eines Tages eine große Kriegerin. Sie kann mich dann raushauen, wenn Reden nicht mehr hilft." versuchte er abzulenken und grinste wieder ein wenig. Er wusste, wie gut sie war in dem was sie tat. Ihn hatte aber eine seltsame Unruhe erfasst und der Vampir in ihm sehnte die Dunkelheit herbei - und das, was folgte. Doch er war geduldig. Der nächste Gang wurde serviert, als die Suppe gegessen war - für die Vampire gab es einen Braten in einer leckeren Blutsoße, Morgana bekam fein hergerichtete Leber mit verschiedensten Beilagen. Der Wein dazu war aus eigenem Anbau.
      "Morgen zeig ich dir mal den Rest, und vor allem die Geheimgänge. Das ist irre." Heute würde er zu zappelig sein um noch viel zu unternehmen.

      "Ein Denker und ein Macher. Wir bilden ein super Team." Sie grinste und nippte am Wein. Sie wusste nicht viel über Wein, allerdings schmeckte ihr dieser ganz gut und das Essen war fantastisch. So ließ es sich durchaus aushalten, nicht das es ihr sonst langweilig gewesen wäre, aber das Essen war eine Sensation für sich.
      "Super, ich freue mich schon darauf. Bald werde ich all deine Geheimnisse kennen!" Verkündete sie in Bezug auf die Geheimgänge und quitschte geradezu vor Vergnügen bei der Vorstellung die Burg auf so gänzlich andere Weise erkunden zu dürfen.

      "Ach, ich glaub ein paar behalte ich für mich." meinte Aurel vielleicht einen Tacken zu schnell und aß in Rekordzeit seine Portion auf. Er hatte Hunger. Einen tiefsitzenden, bohrenden Hunger, den er jetzt nicht stillen konnte. Oh man. Wie sollte er das in der Schule aushalten? Er konnte schließlich nicht einen Schüler verschwinden lassen, das wäre äußerst auffällig, und er wollte das auch gar nicht. Vielleicht musste er dann öfter nach Hause fliegen. Trotz seiner Unruhe war das Essen ein voller Erfolg, seine Eltern mochten die junge Frau und man unterhielt sich angeregt, auch wenn immer wieder eine kleine Spitze mit in die Unterhaltung einfloss. Der Nachtisch war ein herrlicher Früchtekuchen.
      "Man, das ist um Läääängen besser als in der Schule. Richtig gut wieder." Nur wirklich satt war Aurel nicht, aber das würde er noch ändern.
      "Hmm - ich bin recht müde, also groß was machen mag ich später nicht. Film schauen? Oder worauf hast du Lust?"

      Das Essen war hervorragend und Aurels Eltern waren sehr nett. Nach dem Kuchen hatte Morgana allerdings das Gefühl demnächst einfach zu platzen, so satt war sie.
      "Um Welten besser." Bestätigte sie glücklich und zufrieden. "Und man muss sich kein Gemecker anhören, weil man auf dem Schulgelände etwas gerissen hat." Spielte sie auf ihre gelegentlichen Jagden an, wenn Aurel wieder Durst auf frisches Tierblut hatte und sie Hunger auf eine schöne frische Leber.
      "Film schauen ist eine durchaus verlockende Option. Für alles andere war das Essen viel zu gut." Meinte sie vom Wein, dem sie enthusiastisch zugesprochen hatte, leicht angesäuselt. "Schon eine Idee was wir uns ansehen könnten?"

      "Och, die sollen sich nicht so anstellen. Natur eben." Die Seine war gefährlicher als ihre, glaubte er, aber das war jetzt für eine kurze Zeit kein Thema. Er überlegte kurz.
      "Gute Frage - ich bin für was Lustiges. Dad, wollt ihr mitgucken?" Dieser schüttelte jedoch den Kopf, denn er musste früh aufstehen am nächsten Morgen. Die Vier standen auf, und der junge Vampir geleitete Morgana in das Wohnzimmer, wo ein Feuer im Kamin prasselte. Ernesto lag schon dort, und ihm war wohlig warm.
      "Hmm, also - such du dir was aus, ich kenne alle Filme schon, schau sie trotzdem immer wieder mal an wenn ich Zeit hab." Er zog sie zu einem Regal mit DVDs.

      Morgana bedankte sich artig für das Essen und verabschiedete sich von Aurels Eltern. Im Wohnzimmer machte sie sich dann daran einen Film auszusuchen und fand schnell einen Film, den beide gut fanden. Die DVD zu Shaun of the Dead wanderte in den DVD-Spieler und sie nahmen beide auf dem großen, weichen Sofa Platz. Morgana streifte ihre flachen Sandalen von den Füßen, schwang die Beine auf das Sofa und lehnte sich an Aurel an, während der Film begann.
      Der Wein und das warm prasselnde Kaminfeuer riefen eine angenehme Mattigkeit in ihr hervor und sie schlief bereits in der ersten Hälfte des Films, an Aurels Schulter, ein.
      Doch ihr Wolf ließ sich von der Wärme nicht einlullen. Er lag neben seiner Herrin auf dem Sofa, den Kopf auf ihrem Schoß und seine dunklen Augen fixierten Aurel wachsam.

      Aurel genoss den Abend, auch wenn Morgana ihm für heute zu nahe war für seinen Geschmack. Als die dann auch noch einschlief, merkte er, dass seine Selbstkontrolle immer mehr bröckelte. Und er bemerkte, wie ihr Wolf ihn ansah. Er wusste es. Der junge Vampir verzog ein wenig das Gesicht und murmelte:
      "Keine Angst. Deine Herrin ist wirklich sicher vor mir." Die junge Frau war ihm einfach zu lieb als dass er sie angreifen wollte, egal, was seine Gene von ihm verlangten. Allerdings waren seine Pupillen erweitert, und seine Eckzähne wollten schon von selbst herausfahren. Er konnte kaum noch warten, und stand schließlich auf. Die Augen ihres Wolfes verfolgten ihn, während Aurel aus einem Kasten eine Decke holte und sie bedeckte. Sie schlief tief und fest, oder so glaubte er. Er rannte noch in sein Zimmer und holte sich eine dickere Jacke, dann ging er hinaus, überquerte den Innenhof und stieg in ein älteres Auto, eines, welches offiziell nicht den Tepishcus gehörte. Valim hatte er eine SMS geschickt, und nun war der Vampir auf dem Weg in einen der dunkleren Vororte von Bukarest. Er setzte sich die Kapuze auf, parkte den Wagen irgendwo und suchte. Sein Inneres pulsierte regelrecht, als er nach kurzer Zeit eine junge, hübsche Prostituierte entdeckte. Niemand würde sich wundern, wenn eine solche Frau verschwand. Aurel ging zu ihr, und sofort hakte sie sich bei ihm unter. Er verschwand mit ihr um eine Ecke - und sie riss nur die Augen auf, als plötzlich seine Zähne in ihren Hals schlugen. Gleichzeitig hielt er mit einer Hand ihren Mund zu, damit sie nicht schreien konnte. Ihr Herz raste, was er spüren konnte, dann wurde es immer langsamer, die Mattigkeit setzte ein und ihr Körper sackte gegen ihn. Er schloss kurz die Augen, als er sie sacht auf den Boden bettete. Nein, er mochte es nicht sehr, zu töten. Doch das süße Menschenblut, das so anders war als alle andere Sorten... Gottverdammt, er wollte es. Rasch rief Aurel Valim an, der schon in der Nähe war und überließ ihm den Rest. Das Ganze hatte kaum eine Stunde gedauert, und nun wesentlich ruhiger und langsamer fuhr der Vampir zurück. Er redete sich ein, dass es ohnehin besser gewesen wäre für diese junge Frau, die kleine Stimme des Gewissens aber war da. Er übertünchte es mit dem herrlichen Geschmack des Blutes, der ihm noch auf der Zunge lag, als er durch das Tor fuhr, tief einatmete und wieder in die Burg ging. Zumindest war Morgana jetzt absolut sicher.
      Fragen, Anregungen oder Kritik? -> Konversation oder #ogame.de-rpg

      Lass uns ein Spiel spielen...


      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • Der Wolf folgte Aurel zur Tür, geleitete ihn geradezu hinaus und blieb schnuppernd an der Tür stehen, bis er Aurel nicht mehr wahrnahm. Es verging eine Zeit, bis er zurück zu Morgana ging und sie mit seiner Schnauze anstupste. So lange, bis sie aufwachte und das große Tier im liegen umarmte und sich in das weiche Fell kuschelte.
      Erst nach einer Weile war sie wach genug, um zu bemerken, dass sie im Wohnzimmer zugedeckt auf dem Sofa lag und Aurel nicht hier war. Sie nahm die Sonnenbrille ab und rieb sich müde die Augen. Als sie ein paar mal blinzelte, stach ihr die restliche Glut des Kaminfeuers unangenehm in den Augen, weshalb sie die Sonnenbrille wieder aufsetzte, verschlafen die Decke um sich schlang und sich erhob um ins Bett zu gehen.
      Als sie auf den Innenhof hinaus treten wollte, sah sie das Licht eines ankommenden Autos und hörte das Schlagen einer Autotür. Plötzlich rannte der Wolf los, bedrohlich knurrend und baute sich vor dem Ankömmling auf, der noch außerhalb ihrer Sicht stand. Der Wolf hatte die Zähne gefletscht und machte sich bereit zum Sprung.
      "Zu mir!" Rief Morgana das Tier beunruhigt zurück. Was war nur mit ihm los? Sie spürte, dass er sie vor einer Gefahr schützen wollte, aber was für eine Gefahr konnte das hier bei der Familie ihres Freundes sein?
      Der Wolf reagierte und zog sich langsam in Morganas Richtung zurück, immer noch bedrohlich knurrend. Dann kam auch Morgana um die Ecke und blieb wie angewurzelt stehen, als sie sah, WEN der Wolf anknurrte.
      "Aurel?" Irgend etwas stimmte hier doch überhaupt nicht!
      "Wo... warst du?" Fragte sie vorsichtig und hob ihre feine Nase etwas an um vielleicht einen Geruch zu erhaschen, der ihr mehr verriet.

      Aurel erschrak, als Morganas Wolf ihn plötzlich angreifen wollte. Gott sei Dank hörte er gut auf seine Herrin. Ernesto flitzte an seine Seite und fauchte zurück, mutiger kleiner Kerl. Doch viel blöder war, dass seine Freundin ihn beim Reinschleichen erwischt hatte, und automatisch ging er ein bisschen zurück. Er wusste nicht wie gut sie wirklich riechen konnte, und er musste geradezu nach Menschenblut stinken. Verdammter Wolf...
      "Öhm... Ich war nur etwas frische Luft schnappen... Und so..." Aurel wusste nicht recht, was er sagen sollte. Ihr Tiergehilfe hatte noch nie so auf ihn reagiert, und er wusste, wieso jetzt. Der Vampir knabberte an seiner Unterlippe.
      "Ich wollte nun eigentlich ins Bett...." Sein Blick verließ allerdings nicht den ihn anknurrenden Wolf, dessen Reaktion mehr verriet als ihm lieb war.

      Aurels Worte widersprachen so sehr dem Verhalten ihres Wolfes. Sie wollte ihrem Freund so gerne glauben, aber sie ahnte, dass er sie anlog und der Wolf bestärkte sie darin. Leider.
      Ein Geruch wehte allmählich heran... Der Geruch von Blut... Was für Blut es war konnte sie nicht bestimmen, dazu war ihre Nase nicht fein genug. Doch das was sie durch den Wolf wahrnahm war eindeutig. Ein Zweifel war ausgeschlossen.
      Sie gab dem Wolf ein Zeichen und er hörte widerwillig auf zu knurren und setzte sich auf sein Hinterteil, den Vampir weiterhin beobachtend.
      Morgana trat auf Aurel zu. Eine Trauer lag in ihren Zügen, die dem jungen Vampir galt. Wortlos schloss sie ihn in ihre Arme und erst nach einer Weile flüsterte sie fast unhörbar in einer Mischung aus Trauer und Enttäuschung.
      "Ich sollte dich nicht anlügen... Warum tust du es dann mit mir?" Sie schluckte schwer und drückte den Vampir fester an sich. Er war ihr bester Freund, sie wollte ihn nicht verlieren und schon gar nicht wegen so etwas. "Bitte lass dich nie dabei erwischen Aurel! Ich will nicht das du auch noch im Gefängnis landest..." ...so wie Tante Augusta.

      Aurel schloss die Augen und drückte sie ebenfalls. Jetzt, wo sein Blutdurst gestillt war, war es so wie immer zwischen ihnen. Er setzte zum Sprechen an, schluckte, dann sagte er leise:
      "Tut mir leid, es ist halt... Das ist..." Nicht nur einfach verboten, sondern würde zu einer sicher sehr langen Strafe führen.
      "Ach verdammt. Ich konnte dir das doch nicht so einfach sagen... Du weißt, was mit praktizierenden Vampiren passiert." Er löste sich von ihr und sah sie mehr als zerknirscht an. Der Wolf ließ ihn nicht aus den Augen. Noch leiser meinte er:
      "Ich würde dir nie was antun, versprochen, aber dein Wolf hat gespürt, was mit mir los ist, den ganzen Abend schon. Es ist so schwer zu erklären...." Ziemlich bedrückt stand Aurel vor ihr.

      "Du musst es mir nicht erklären. Ich will nur nicht das du eingesperrt wirst wie Tante Augusta..." Sie zögerte. Ihr bester Freund trank Menschenblut, die Konsequenzen die dies bedeuten konnte, stießen Morgana äußerst sauer auf. "Augusta Astharoshe Vradica"
      Ein weiterer sehr bekannter Name. Eine uralte Vampirin, die für die Magische Zentralverwaltung gearbeitet hat. Sie war in viele Skandale verstrickt gewesen. Egal welchen Auftrag sie ausgeführt hat, es endete jedes mal in einem Gemetzel und einem anschließenden Blutbad.
      Zum letzten Mal vor Acht Jahren. Die Amerikaner forderten mal wieder ihre Unabhängigkeit von der Zentralverwaltung und drohten Notfalls mit Gewalt. Die Vampirin wurde wider besseren Wissens mit der Sicherheit der Angehörigen der Zentralverwaltung betraut. Und als die Verhandlungen von Seiten der Amerikaner zu hitzig, ungestüm und drohend geführt wurden, beendete Augusta Vradica die Verhandlungen und labte sich am Blut der amerikanischen Unterhändler.
      Die Uperczy wurde von der Zentralverwaltung zu einer Haftstrafe auf unbestimmte Zeit verurteilt. Es war eine schwere Entscheidung gewesen, eine so mächtige Verbündete einfach einzusperren, aber eine nötige, da die politischen Beziehungen zu Amerika von immer größeren Spannungen überlagert wurden. Seit dem hatten sich die Wellen von Augustas Verhalten wieder weitestgehend gelegt. Glücklicherweise. Doch würde Augusta Astharoshe Vradica noch lange hinter Gittern sitzen um sie daran zu hindern ihren abnormen Blutdurst auszuleben, der immer wieder zu Skandalen geführt hat und wohl ein Hauptgrund für die strenge Überwachung der Vampiren war.
      Die magische Welt, ganz besonders die Vampire kannten den Namen dieser Frau, wussten was sie in ihrem langen Leben getan hatte, zu was ihre Taten geführt hatten, doch kannte niemand ihr Gesicht. Das hatte die Zentralverwaltung bislang geheim halten können, damit die Uperczy unerkannt für sie arbeiten konnte. Zu wichtig war der Regierung bislang die Unterstützung des alten magischen Wesens gewesen.
      "Wir sind doch beste Freunde, nicht wahr Aurel?" Sie musterte den etwas kleineren Vampir besorgt. "Warum können wir uns dann nicht einfach gegenseitig alles anvertrauen?"

      Aurel starrte sie ein paar Sekunden an.
      "Wir haben ganz schön viel zu verbergen, was..." murmelte er. Natürlich wusste er, von wem sie sprach. Wer nicht. Er hatte Hochachtung vor dieser Frau, immer gehabt, doch dass Morgana sie Tante nannte... Nun, ihre Eltern waren das Wolfspack, wer wusste schon. Er seufzte ein wenig.
      "Ach, ich hab dich nie damit belasten wollen. Und ja, ich hatte immer Angst. Ich mein..." Der Vampir nahm sie vorsichtig beim Arm und ging mit ihr wieder hinein. Seine Stimme war ein Flüstern geworden, und er war sich des aufmerksamen Wolfes zu gut bewusst.
      "Ich trinke Menschenblut, und - es ist eben anders als Tierblut. Besser. Viel besser. Ich kann mich ganz gut kontrollieren, aber noch lange nicht so gut wie...wie andere Vampire." Sie gingen direkt in den Turm, in sein Zimmer, und er setzte sich aufs Bett.
      "Ganz ehrlich, ich hatte immer auch Angst, dass du mich dann hasst. Und heute - ich weiß nicht, was los war mit mir, du hast mich unbewusst unglaublich provoziert. Aber ich würde dich niemals beißen."

      "Scheint fast so..." Stimmte sie zu. Sie hatten wirklich eine Menge voreinander verschwiegen.
      Arm in Arm gingen sie auf sein Zimmer. "Tante Augusta sagte immer, dass Menschenblut süchtig macht. Es sei wie ein süßer Nektar, von dem man nie genug haben kann. Geht es dir genauso?"
      In seinem Zimmer setzte sie sich neben Aurel auf das Bett und ergriff seine Hand.
      "Das weiß ich doch, Aurel. Es tut mir Leid, dass ich dich so provoziert habe... und hassen... Hassen könnte ich dich nie. Wir sind doch die besten Freunde!" Sie lächelte in warm an und drückte seine Hand. Der Wolf hatte inzwischen scheinbar das Interesse an Aurel Großteils verloren. Er lag auf dem Bettvorleger und sah den Vampir nur noch gelegentlich an.

      Aurel fühlte sich in gewisser Weise erleichtert. Erleichtert, weil er seiner besten Freundin nichts mehr vormachen musste und ehrlich sein konnte. Zwar hatte er bewusst gelernt, seine wahren Gedanken gut verbergen zu können, aber bei Morgana wollte er das eben nicht. Er drückte ihre Hand und lächelte etwas verlegen.
      "Ja, es macht irgendwie süchtig. Ich bin sehr vorsichtig - Valim ist...unser Gärtner. Und räumt eben auf. Ich..naja." Er sah sie an, einen seltsamen Ausdruck in den Augen, irgendetwas zwischen Bedauern und um Verzeihung bittend.
      "Ich...ich mach das nicht gern. Und entschuldige dich bloß nicht, du kannst ja nichts dafür. Du hattest ja keine Ahnung, dass..." Er zuckte mit Achseln und seufzte tief.
      "Ich bin so froh, dass du mich trotzdem noch magst. Das ist schon ein ziemlicher Hammer. Aber wenn du Augusta so gut kennst..." Eine Frage stand in seinem Gesicht.

      Sie umarmte Aurel und drückte ihn kurz an sich.
      "Ich war vier, als ich sah wie Augusta einen Mann in zwei Hälften zerriss und sich in seinen Eingeweiden suhlte. Du musst dir also schon ein bisschen mehr einfallen zu lassen, als Menschenblut zu trinken, um mich zu schocken!" Sie lächelte und knuffte ihm freundschaftlich in die Seite. "Du hättest sie mal sehen sollen, nachdem meine Eltern sie angefahren haben, weil ich deswegen geweint habe." Sie hob die rechte Hand und bedeutete mit Zeigefinger und Daumen lächelnd eine kleine Distanz. " So klein war sie danach. Mit Hut."

      Aurel schluckte ein wenig.
      "Also - um ehrlich zu sein..." Er sah sie an, nachdenklich.
      "Ich hab von ihr gehört, wer nicht. Aber ich mag das Töten nicht so recht. Ich..mach's...schnell. Grad deswegen bin ich so vorsichtig - und in der Schule erst recht. Deswegen flieg ich auch manchmal heim." Er verzog das Gesicht ein wenig. Das wäre ein ziemlicher Skandal an der Schule, und das wollte er tunlichst vermeiden.
      "Deine Eltern müssen schon cool sein, wenn sie diese Dame im Griff haben. Mensch, du hast sicher eine interessante Kindheit gehabt. Aber ich verstehe, dass du nie drüber reden wolltest." Er lehnte sich an sie an und musste plötzlich lachen.
      "Wer von euch hätte mich eigentlich als Erstes in der Luft zerrissen, wenn ich was versucht hätte - du oder dein Wolf?"

      "Interessant? So kann man es natürlich auch nennen... und naja... meine Eltern lassen sich von niemandem imponieren. Deswegen achtet Augusta sie so sehr." Sie kuschelte sich etwas an ihn, als er sich bei ihr anlehnte.
      "Keiner von uns will dir etwas antun, Aurel. Er hat nur instinktiv deinen Hunger gespürt und als du dann nach Menschenblut gerochen hast dachte er, du hättest gerade erst angefangen und wollte verhindern, dass ich die nächste werde. Er kennt keine Zurückhaltung wenn er mich schützen muss. Wäre auch nicht das erste mal." Sie schnalzte mit der Zunge und der Wolf erhob sich gemächlich um sie anzusehen. Sie streichelte seinen Kopf und fuhr ihm dann über die Schnauze, bis zur Nase, in der eine deutliche Kerbe zu sehen war.
      "Das war das Messer eines Taschendiebes in China. Er hat mich beschützt und dem Dieb vermutlich fast den Arm ausgerissen. Laut genug hat der Kerl zumindest geschrien."

      Aurel fühlte sich richtig wohl mit ihr, und er war richtig froh, dass sie ihn auch mit diesem dunklen Geheimnis so sehr mochte. Immer noch. Die Meisten, die er kannte, hätten wohl anders reagiert.
      "Hm, du bist was Besonderes, Momo. Ich bin echt happy, dass ich dich als beste Freundin hab." Er lächelte ein wenig.
      "Ich hab mir schon gedacht, dass er einen extremen Beschützerinstinkt hat. Ich hab mich wirklich den halben Tag zurückhalten müssen. Und weißt du warum das ging?" Der Vampir legte sich auf den Rücken und schloss die Augen.
      "Du bist sowas wie eine Schwester für mich, jemand, dem ich niemals schaden will, im Gegenteil." Er drückte ihre Hand und lächelte schief.
      "Ich hab dich viel früher mal einladen wollen, aber meine Eltern hatten Angst, dass du unsere...andere Seite bemerkst und uns anzeigst."

      "Und ich bin froh, dass du mein bester Freund bist." Sie löste die Decke von ihren Schultern, legte sich neben Aurel und breitete die Decke über ihnen beiden aus.
      "Und du bist mir ein Bruder." Sie erwiderte warm lächelnd den Druck seiner Hand. "Schon in Ordnung Aurel, ich kann das verstehen."

      Aurel kuschelte sich an sie heran, vollkommen ohne jeden Hintergedanken, und langsam wurde er schläfrig. Ihre Körperwärme war angenehm, er fror immer viel zu schnell. Er war satt, es war ein langer Tag gewesen, und er war müde. Er lächelte ein wenig und murmelte noch einmal:
      "Es tut mir leid." Langsam döste er weg, Morgana an seiner Seite, in absoluter Undschuld. Ernesto sprang ebenfalls aufs Bett und rollte sich am Fußende zusammen. Der junge Vampir merkte das nicht einmal, denn er glitt schon in Träume ab. Er vertraute ihr so sehr, dass er problemlos direkt neben ihr schlafen konnte. Die Nacht verging langsam, auch wenn man im Zimmer das nicht sehen konnte. Er hatte das so gewollt. Als er langsam wach wurde, wunderte er sich allerdings. Ihm war warm, richtig warm. Das hatte er ja noch nie gehabt. Er gähnte ausgiebig, streckte sich - und haute prompt auf die Nase von Morgana. Überrascht riss er die Augen auf und drehte dann Kopf zu ihr.
      "Ups."

      "Ist schon gut." Murmelte sie und schlief ebenfalls ein. Sie träumte vom Strand und vom Meer und wurde recht ruppig geweckt.
      "Werden Gäste auf eurer Burg etwa immer so geweckt?" Wollte sie verschlafen wissen und rieb sich die schmerzende Nase.
      Doch fühlte sie sich einfach zu wohl um ihm dieses Missgeschick übel zu nehmen. Sie richtete sich auf und stupste ihm grinsend mit einem Finger gegen die Nasenspitze. "Guten Morgen übrigens."

      Aurel richtete sich auf und lachte.
      "Nein, ich bin es nur nicht gewohnt, jemanden im Bett zu haben." Damit gab er zu, dass er nie eine Freundin gehabt hatte, trotz seines Aussehens. Wenn, dann würde er nur eine Vampirin heiraten, aber nicht nur aus Standesdünkel. Er wusste schlicht nicht, ob er sich würde beherrschen können. Der Vampir kletterte aus dem Bett.
      "Mir ist nach Frühstück." lächelte er, dann seufzte er.
      "Und nicht unbedingt A Positiv. Ein Kaffee und ein Brötchen?"

      "Ist ja nichts zu Bruch gegangen." Sie lächelte, schloss die Augen, nahm die Sonnenbrille ab, die sie in der Nacht vergessen hatte abzunehmen, und rieb sich den Schlaf aus den Augen, bevor sie ihre blaue Sonnenbrille wieder aufsetzte.
      Es war ihr egal, dass er noch nie eine Freundin gehabt hatte. Sie selbst hatte auch noch nie eine ernsthafte Beziehung gehabt, es hatte sich einfach noch nie etwas ergeben, zumal sowieso nur andere Schüler für sie zur Auswahl standen, da sie eigentlich nie aus dem Internat heraus kam.
      "Frühstück klingt gut. Kaffee und Brötchen auch." Morgana stand auf und strich ihr völlig zerknautschtes Kleid glatt, in dem sie geschlafen hatte. Sie lächelte Aurel spitzbübisch an.
      "Ich würde jetzt ja gerne sagen: Wer als erster da ist. Aber ich kenne den Weg nicht..."

      "Das wär ja auch unfair, du hast längere Beine. Und du weißt, dass ich für Sport zu faul bin." Er gähnte noch einmal, dann gingen sie zusammen nach unten und er führte sie in die Küche, dieses Mal direkt hinein. Eine recht jung aussehende Frau stand am Herd und lächelte, als die beiden jungen Leute herein kamen. Aurel grinste sie an.
      "Radica, darf ich dir Morgana vorstellen. Eine liebe Freundin. Und diese Dame ist unsere Kochfee. Hast du was Gutes für mich?" Sie nickte schmunzelnd, kannte sie ihn doch schon sein ganzes Leben.
      "Aber natürlich." Sie nahm ein Blech mit frischen, herrlich duftenden Brötchen heraus. Er rief:
      "Yes!" gab der Köchin einen übermütigen Kuss auf die Wange und stibitzte direkt eines der frischen Brötchen.
      "Das sind die Besten in ganz Rumänien." Der Vampir hatte richtig gute Laune, ein kleiner Nebeneffekt seines Blutkonsums den Tag zuvor. Dann stellte er zwei Tassen unter den Kaffeevollautomaten und machte ihnen beiden richtig guten, frischen Kaffee.
      "Hmm - schau mal in den Kühlschrank, Momo. Du findest sicher was Gutes."

      "Guten Morgen, Radica." Begrüßte Momo freundlich die Köchin und sah, Aurels Vorschlag folgend, in den großen Kühlschrank, in dem augenscheinlich nichts zu fehlen schien. Nach kurzer Suche hatte sie die Butter gefunden und nahm sie heraus.
      "Was soll ich dir raus nehmen?" Fragte sie Aurel und sah sich währenddessen nach einem Salzstreuer um.
      Es war so etwas wie ein Tick von ihr. Morgens aß sie immer eine Scheibe Brot, oder ein Brötchen, mit einem gesalzten Butteraufstrich und erst dann sah sie sich um ob es noch etwas anderes gab, dass ihr schmeckte wenn sie im Anschluss noch Hunger hatte.

      "Hmm, ein bisschen Blutwurst?" Aurel grinste, aber er meinte das ernst. Er aß so etwas eben gern. Schnell machte er den Kaffee fertig, dann setzte er sich an den kleinen Tisch direkt in der Küche und knabberte an einem Brötchen.
      "Ich war früher als Kind mehr hier als woanders. Hier ist es am Wärmsten im ganzen Haus." Das war natürlich klar, mit dem Backofen und allem. Es war ein gemütliches Frühstück, ohne jeden Zwang, und fröhlich plaudernd. Radica hörte nur gutmütig lächelnd ein bisschen zu, bevor sie irgendwann verschwand.
      "Nun - du wolltest ja noch mehr vom Schloss sehen. Die Geheimgänge und so. Drück mal auf den - Moment - 7. Stein von oben hinter dir." Aurel deutete auf besagte Stelle. Er wusste, dass sich dann eine geheime Tür an der Wand öffnen würde.

      Morgana lächelte, suchte kurz noch einmal im Kühlschrank und kam mit der Butter und der Blutwurst zum Tisch. Nachdem sie auch noch einen Salzstreuer bekam, stand einem schönen Frühstück nichts mehr im Wege.
      Nach dem Essen ging es sofort an die weitere Erforschung der Burg. Sie drehte sich um, zählte die Steine ab und drückte kräftig auf den genannten. Schabend glitt der Stein in die Mauer und der Boden zitterte leicht, als sich die schwere, steinerne Geheimtür in die Wand hinein schob und einen schmalen Gang freigab.
      "Uiuiui, wo geht es denn da hin?" Fragte sie Neugierig und sah in den unbeleuchteten Gang hinein.

      Aurel grinste und stand auf. Mit einer kleinen Verbeugung reichte er ihr die Hand, ließ seine Fangzähne ausfahren und sagte mit düsterer Stimme:
      "Folgt mir in die Tiefen der Burg, aus denen noch nie jemand entronn aus den Fängen der Vampire." Er zwinkerte ihr zu, denn nach letzter Nacht hatte das natürlich einen ganz anderen Beiklang als früher. Er konnte gut sehen im Dunkeln, aber er nahm eine Taschenlampe.
      "Von hier aus kommen wir überall hin. Eine Schande, dass ich nie Geschwister hatte, das wär witzig geworden." Ohne zu zögern betrat er den Gang und ging voraus in die Finsternis.
      "Sei vorsichtig und hau dir nicht den Kopf an. Es gibt hier auch einen kleinen Raum, ich hab keine Ahnung, zu was der gut war. Da saß ich als Kind gern, wenn meine Eltern sich über mich geärgert haben. Gefunden haben sie mich aber." Es war still hier unten, die dicken Mauern ahmen jedes Geräusch weg von außen. Nur Spinnweben hingen hier, ab und zu konnte man einen der Achtbeiner krabbeln sehen.

      "Na, na, na!" Sie klopfte ihm spielerisch auf seine Finger, die in ihrer Hand lagen. "Werd nich gleich wieder so gierig!"
      Nachdem sie ein paar Schritte gegangen waren, steckte sie sich ihre Sonnenbrille in die Haare, da es in dem Gang stockfinster war und selbst sie kaum noch etwas sah. Als Aurel die Taschenlampe anmachte war es ihr fast zu hell und sie musste ein paar mal blinzeln, allerdings ging es halbwegs, so lange er nicht in ihre Richtung leuchtete.
      Ziellos irrten sie in den dunklen Gängen umher, sahen Kammern die leer waren und welche die voll beladen waren mit allem Möglichen Ramsch, Möbeln, alte Waffen, ein paar uralte Bücher lagen in einem noch älteren Regal. Überall waren Spinnen und ihre Hinterlassenschaften, was Momo überhaupt nicht mochte. Sie hasste diese Viecher, sie hatten einfach zu viele Beine, zu viele Augen und sahen einfach hässlich aus! Ein paar einzelnen Ratten begegneten sie ebenfalls.
      So streiften sie ziellos durch das Schloss, wobei... Momo irrte Ziellos umher, Aurel war hier aufgewachsen und der Wolf konnte einfach ihre Spur zurück verfolgen. Sie hatte dagegen schon vor Minuten den letzten Rest ihres Orientierungssinnes verabschiedet, weswegen Aurel sich den Spaß erlaubte sie immer mal wieder im Kreis zu führen.
      Nach einer ganzen Weile blieb Morgana allerdings stehen und massierte sich die Schläfen.
      "Lass uns vorerst wieder nach draußen gehen. Bei der schlechten Luft hier bekomme ich Kopfschmerzen. Wann wurden die Gänge eigentlich das letzte mal gelüftet? Bei der Erbauung?"

      Aurel wusste, dass Momo schon längst keinen Plan mehr hatte, wo sie waren. Er hingegen wusste es genau und lachte schließlich.
      "Wir machen immer wieder die Türen offen und lassen Luft durch, aber du kannst keine Lüftung bauen hier .Komm, in der Nähe geht es raus." Er ging mit ihr zu einer Stelle, drückte etwas und schon öffnete sich eine weitere Tür. Die Beiden kamen in der Bibliothek heraus, verstaubt und voller Spinnweben. Er grinste.
      "Wenn man sich auskennt, ist das cool. Ich glaub - erm - duschen?" Er schüttelte sein Haar, der Staub flog nur so.
      "Weißt du was? Lass uns heut Nacht mal spazierengehen in den Wäldern. Ich tu dir ohnehin nichts, aber das ist so eine ganz eigene Gruselatmosphäre. Und wir sind eben die Monster."

      Als sie aus den Tunneln kamen, setzte Sie schnell wieder ihre Sonnenbrille auf um vom Sonnenlicht nicht geblendet zu werden.
      Morgana musste lachen, während sie versuchte Staub und Spinnweben aus ihrem neuen Kleid und den langen Haaren zu bekommen.
      "Natürlich sind wir Monster. Aber wir sollten uns echt duschen, sonst hält man uns am Ende noch für Geister und wir wollen doch keinen falschen Eindruck hinterlassen!"
      Es machte ihr immer wieder Spaß mit Aurel so zu tun, als wären sie gefährliche Wesen, die eine Überwachung verdient hatten. Nun, bei Aurel konnte man sich da sicher sein, aber bei Momo...

      Lachend liefen sie in ihre Zimmer. Aurel duschte und sah amüsiert den Dreck von sich herunterlaufen. Da putzte man eben nie. Ihm machte es wenig aus, und mit Momo konnte er... nun... einfach so sein wie er war. Musste sich nicht verstellen, nicht mehr. Ihr war es egal, dass es Menschen tötete und deren Blut trank, sie mochte ihn immer noch. Die beste Freundin, die man haben konnte. Er brauchte nicht lange, dann ging er zu ihr. Sie verbrachten den Nachmittag äußerst entspannt, er zeigte ihr viel von der Burg, fuhren auch nach Bukarest auf ein weiteres Eis, und am Abend gingen sie in den dichten Wäldern spazieren. Es war seltsam. Der Vampir fühlte sich ihr verbunden, aber es war nichts Romantisches. soviel war ihm klar. In der Bibliothek zeigte er ihr alte Bücher, erzählte jetzt viel freier von seiner Kindheit - und nach einigem Zögern auch von dem Ritual, wo er das erste Mal getötet hatte. Es war nicht, dass sich Aurel wirklich schämte, doch es war seltsam, das einem Außenstehenden zu erzählen. Dieses Mal verbrachten sie die Nacht getrennt, aßen am nächsten Tag noch einmal mit seinen Eltern zu Mittag und beschlossen dann, nach Constanta zurückzufahren.

      Morgana genoss den Aufenthalt auf der Burg und lauschte neugierig Aurels Kindheitsgeschichten. Die Zeit verging wie im Fluge bei einem weiteren Eisdielenbesuch, einem Waldspaziergang und einer Bibliothekstour. Sie lauschte ihm aufmerksam, als er von dem Ritual und seinem ersten Mord erzählte, aber sie verurteilte ihn nicht dafür, konnte ihn nicht dafür verurteilen, selbst wenn sie gewollt hätte. Genaugenommen passte er sogar erst dadurch so richtig in ihren engsten Bekanntenkreis... kein Wunder, bei ihrer Familie.
      Nach einem letzten Mittagessen mit Aurels Eltern ging es dann auch schon wieder zurück nach Constanta.
      Morgana trug inzwischen einen weit fallenden, roten Rock aus hauchdünnem Stoff und ein gewagt knappes Top, aus festem, schwerem, weißen Stoff, welches nur das Nötigste verdeckte. Sie war Touristin, sie durfte das. Zu den neuen Sachen trug sie auch die neuen, flachen Sandalen mit den feinen Riemchen, die schon so unverschämt teuer aussahen. Ursprünglich wollte sie die Sandalen gar nicht, sie waren ihr einfach viel zu teuer gewesen, aber letztendlich hatte Aurel sie ihr doch aufgedrängt, worüber sie im Nachhinein doch sehr froh war. Sie war allgemein sehr glücklich darüber, dass Aurel ihr so viele neue Sachen spendiert hatte.
      Nun saß sie wieder auf dem Beifahrersitz des BMW, die Tiere auf der Rückbank, das Fenster offen und spielte mit einer Hand im warmen Fahrtwind.

      Aurel lächelte und gab dieses Mal mit dem schnellen Wagen richtig Gas, so dass einem Angst und Bange werden konnte. Sie hatte auch endlich aufgehört, sich gegen seine Geschenke zu sträuben. Er hatte ihr etwas davon gefaselt, dass es ja nur der schwachen Wirtschaft zugute käme. In Wirklichkeit wollte er einfach nur, dass sie einmal ein bisschen mehr besaß als sonst. Er wusste, dass sie bitterarm war, und er hatte nun einmal das Geld. Er war sich mehr als sicher, dass sie niemals irgendwelche Geldgeschenke annehmen würde. Doch er zeigte ihr ein wenig das Leben im Reichtum, das er kennengelernt hatte.
      "Also - die große Frage. Magst du irgendwann wiederkommen, auch länger zur Burg? Irgendwie gehörst schon halb zur Familie." Alle im Haus hatten sich nur lobend und nett über Morgana geäußert, auch wenn gerade seine Eltern kaum glauben konnten, dass es rein platonisch war. Doch Wunder gibt es immer wieder.
      "Wir haben noch 5 Tage - lass uns richtig die Sau rauslassen und so tun, als gäbe es keine Sorgen." Dann zögerte er kurz und setzte leiser hinzu:
      "Ich fahr aber noch einmal nach Bukarest. Allein." Sie wusste, was er damit meinte.

      Sie lächelte. Selten zuvor war sie so glücklich gewesen, geradezu selig.
      "Danke Aurel. Ich würde gerne wieder einmal zu Besuch kommen." Dann grinste sie auch schon wieder wie ein Schelm.
      "Die beste Idee die du seit langem hattest!" Feixte sie. "Aber wer fängt das dumme Schwein am Ende wieder ein?"
      Sie lachte, doch dann wurde sie ruhig und sah aus dem Fenster hinaus, bis sie schließlich leicht besorgt antwortete.
      "Lass dich bitte nicht erwischen Aurel."

      "Immer gern, und..." Aurel fuhr ein wenig langsamer und sah kurz zu ihr.
      "Ich pass schon auf. Ich nehme immer ein Auto, das offiziell nicht zu uns gehört, verberge mein Gesicht und Leichen verschwinden im Keller." Er lachte, aber nicht besonders fröhlich.
      "Der blöde Witz mit den Leichen im Keller. Wenn du wüsstest." Dann konzentrierte sich der junge Vampir wieder aufs Fahren. Es wurde schon langsam dunkel. Irgendwann fuhr er fort:
      "Ich hab nur gehört, wie das in dem Gefängnis ist. Ich hab da ne verdammte Scheißangst vor. Aber..." Aurel zögerte, dann gestand er:
      "Ich kann eben nicht mehr einfach aufhören. Ziemlich übel. Ich schaff es schon, die Kontrollen zu überstehen, und mal sehen, vielleicht gibt es mal einen legalen Weg."

      "Wenn du der Zentralverwaltung wichtig genug bist stellen sie dir immer wieder Menschen zur Verfügung um etwas trinken zu können. Bei Augusta haben sie es aber ganz schnell wieder gelassen. Sie hat die Nicht-töten-Klausel bei dieser Abmachung nie ernst genommen..." Sie schwieg wieder etwas bedrückt und sah zum Fenster hinaus, bis sie wieder das Wort ergriff.
      "Hast du es schon einmal mit Konserven versucht?"

      Aurel kaute auf der Unterlippe herum.
      "Ich will der Zentralverwaltung lieber nicht unter die Nase reiben, was ich mache. Augusta war immer eine gewisse Ausnahme. Und Konserven.." Er zuckte mit den Achseln.
      "Wahrscheinlich würde das auch gehen, aber das wird in Rumänien ganz gut bewacht. Gibt so wenige Spender." Außerdem war es anders, wenn man direkt von einem lebenden Menschen trank. Der Vampir gab wieder ein bisschen Gas.
      "Naja - ich komm schon klar ohne erwischt zu werden. Ich halt mich im Untergrund damit, also, mach dir keine Sorgen." Er lächelte aufmunternd und schwieg dann eine ganze Zeit, bis sie schließlich wieder an dem Ferienhaus ankamen.
      "Lass uns die trübe Gedanken mal vergessen. Schule fängt ohnehin schon wieder bald an, wer weiß was es dann noch zu lachen gibt."

      "Stimmt auch wieder." Wer wusste schon was das neue Schuljahr bringen würde...
      Morgana rückte ihre Sonnenbrille zurecht und stieg aus, als das Auto vor der Garage hielt. Sie öffnete dem Wolf die Türe, dass dieser aussteigen konnte und lud ihre Tasche aus.
      Die letzten Tage waren fast durchgehend ein rauschendes Fest für die beiden, doch endete dieser Urlaub, wenn man Morgana fragen würde, viel zu früh.
      Es war ein langes Abschied nehmen am Flughafen, eigentlich zu lange, wenn man bedachte, dass sie sich keine drei Tage später bereits wieder sehen würden.
      Das Flugzeug brachte sie ohne Zwischenfälle vom sonnigen Rumänien zurück ins kalte Norwegen. Dort musste sie zum Glück nicht mit dem Zug weiter und nach unzähligen Umstiegen in die Nähe der Schule kommen. Sie musste einfach nur in der großen Halle des Gebäudes Vier Stunden sitzen bleiben, bis ein Flugzeug aus Südamerika ankam und einen bestimmten Passagier entließ.
      "Hallo Momo. Wie war dein Urlaub?" Begrüßte die Erwartete Person sie. Eine junge, muskulöse Frau mit kurzen Haaren, Jeans und Kapuzenpullover, beladen mit einem schweren Rucksack und Zeltausrüstung, stand vor ihr.
      "Du bist spät dran, Jente." Begrüßte sie ihre Lehrerin fröhlich, mit der sie sich außerhalb des Unterrichtes in den letzten Jahren gut angefreundet hatte.
      "Der Navigationscomputer hat vor dem Start gemeint etwas spinnen zu müssen. Ich sage dir, die sind deswegen alle völlig Gaga geworden. Ich dachte schon ich komme gar nicht mehr von dort weg!"
      Die beiden Frauen tauschten sich etwas aus und gingen auf den großen Parkplatz, wo das klapprige Auto der Lehrerin stand, mit dem sie einen Großteil der Strecke bewältigen würden. Das letzte Stück ins Internat würden sie wohl fliegen müssen, aber da der Zeppelin erst in ein paar Tagen fliegen würde, wenn die ganzen anderen Schüler aus den Ferien zurück kamen, musste eben der alte Schulteppich herhalten, den sie sich geliehen hatten und der in Jentes Kofferraum lag.



      Dienstag – 1. Oktober 2013
      Lehrerzimmer:
      Die alljährliche Lehrerkonferenz besaß einen vorgegebenen Ablauf. Zuerst wurden die neuen Stundenpläne ausgegeben und besprochen. Die Akten der neuen Schüler wurden durchgegangen, ebenso die Sicherheitsvorkehrungen für die an der Schule eingeschriebenen Vampire und Werwölfe. Dann folgte das Neuste aus der magischen und der nichtmagischen Welt.
      Doch dieses Jahr waren ein paar Dinge anders. Es galt eine neue Lehrerin zu begrüßen, die zur Konferenz allerdings in Begleitung zweier Krieger vom Amt für potentiell gefährliche magische Wesen kam...
      „... und aus diesem Grund wird sie für die Dauer ihres Aufenthaltes an dieser Schule ‚Fräulein Vera’ heißen. Es reicht wenn die Lehrerschaft darüber informiert ist, wer sie ist. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass sie keinen schlechten Einfluss auf vampirische Schüler nimmt!“ Für die beiden Krieger war alles gesagt und sie entfernten der jungen Frau, welche die in Rente gegangene Prodwik ablösen sollte, die magischen Handfesseln. Mit missbilligenden Blicken rieb Vera sich die schmerzenden Handgelenke.
      „Direktorin Filenane, sie sind nun für... Fräulein Vera verantwortlich. Hätte diese Dame nicht die Vergangenheit die sie nun einmal hat, hätten nicht einmal sie sie aus dem Gefängnis holen können!“ Ohne weitere Worte verließen die beiden Krieger den Raum. Schweigen legte sich über das Lehrerzimmer.
      „Es freut mich euch wieder zu sehen, Fräulein Vera. Ein hübscher Name, habt ihr euch diesen Namen selbst ausgesucht?“ Brach die Fee schließlich das Schweigen.
      „Danke, Direktorin.“ Brachte die rothaarige neue Lehrerin nuschelnd hervor. „Wenn ich schon einen neuen Namen brauche suche ich mir diesen schon selbst aus.“
      Die Anwesenden nickten der neuen Lehrerin zur Begrüßung freundlich distanziert zu. Die meisten hatten Bedenken was ‚Fräulein Vera’ betraf. Die Direktorin hingegen hatte darauf bestanden dieser Frau den frei gewordenen Lehrerposten anzubieten, obwohl es Bewerbungen von vielen anderen Zauberern auf diese Stelle gab, die nicht die letzten Jahre im Gefängnis verbracht hatten.
      „Nun gut.“ Hob die Direktorin wieder zu sprechen an. „Es gibt noch zwei Themen von denen wohl bereits alle gehört haben, da es seit Tagen in allen Nachrichten ist. Die Akademie in Japan meldete 12 neu immatrikulierte Hexer und die Geister der alten Welt wurden in der Sahara gesehen. Leider wissen wir nicht warum das Wolfspack wieder aufgetaucht ist…“
      „Ich denke das lässt sich herausfinden.“ Unterbrach Vera leise nuschelnd die Fee, was für einige Fragende Blicke sorgte. „Lasst das nur meine Sorge sein. In spätestens ein paar Wochen wissen wir, was los ist!...“



      Freitag – 4. Oktober 2013
      Fast 200 Schüler kamen mit dem Zug, gezogen von einer normalen Diesellokomotive auf dem kleinen, verborgenen Bahnhof an. Die Fahrt war holprig und unbequem gewesen, allerdings war es fast die einzige Möglichkeit so weit in den Norden Norwegens zu kommen, wo es keine Straßen gab, nur verschneite Wildnis und Berge.
      Vier Stunden waren vergangen, seit der Zug das verschlafene, magische Dörfchen verlassen hatte in dem die Schüler zugestiegen waren.
      Am völlig zugeschneiten Bahnhof wurden die Schüler wie jedes Jahr von einem Arbeitstrupp der Magischen Zentralverwaltung in Empfang genommen und zum Startbereiten Zeppelin geführt.
      Nachdem alle Schüler sich im Zeppelin einen Platz gesucht hatten und im Zug noch einmal kontrolliert wurde, dass nichts vergessen wurde, löste der Arbeitstrupp die Verankerungen des großen Luftschiffes damit dieses starten konnte und warteten anschließend auf dessen Rückkehr, damit sie Feierabend machen konnten.
      Der Zeppelinflug war die reinste Erholung nach der Zugfahrt und dauerte nur etwas über eine Stunde und brachte die jungen Passagiere auf etwa Eintausendachthundert Höhenmeter, zum Schneeflockenschloss.
      Es war später Nachmittag, als die Schüler den Zeppelin verließen und über das Hochplateau zur Schule gingen. Die letzten der Schüler hatten während des Fluges ihre weiße Schuluniform angezogen und den schweren Pelzmantel umgelegt. Ihr Gepäck wurde von einem weiteren Arbeitstrupp der Zentralverwaltung wenig später in die Schlafsäle der Schulhäuser und in die allgemeinen Schlafsäle im Dachgeschoss des Schlosses gebracht.
      Reichlich ungeordnet durchschritten die Schüler das Eingangsportal der Burg, durchquerten die Eingangshalle, an welche die Treppenhäuser anschlossen und in der zwei dutzend Festnetztelefone an der Nordwand aufgehängt waren, und betraten den großen Saal. Der Saal war groß und hoch genug um als Festhalle dienen zu können. Lange Tische durchzogen den Saal der Länge nach und am Kopfende des Raumes stand ein gesonderter, erhobener Tisch für die Lehrer.
      Es dauerte seine Zeit, bis alle Schüler Platz genommen hatten und die Lehrer ihre Gespräche einstellten, damit die Direktorin die Schüler zum neuen Jahr begrüßen konnte.
      Die Fee stellte sich auf den Tisch, damit man sie zumindest etwas besser sehen konnte. Ihre magisch verstärkte Stimme flutete in angenehmer Lautstärke den Raum.
      „Schüler, es freut mich euch ein weiteres Jahr hier auf dem Schneeflockenschloss begrüßen zu dürfen! Für die neuen Schüler unter euch: Ich bin Direktorin Fina Filenane und heiße euch hier und heute zum ersten Mal auf diesem Internat herzlich willkommen!“ Die blau leuchtende Fee lächelte und fuhr fort. „Darüber hinaus ist es mir eine Freude euch mitzuteilen, dass die Computer in der Bibliothek inzwischen über einen Internetanschluss verfügen. Des weiteren ist Frau Prodwik leider in Rente gegangen, doch wird eine neue Lehrkraft die Fächer Verwandlung und Verzaubern unterrichten. Bitte begrüßt Fräulein Vera in unserer Mitte und treibt sie nach Möglichkeit nicht gleich in den ersten Tagen in den Wahnsinn.“ Scherzte Filenane, während sich Fräulein Vera, eine junge rothaarige Frau, erhob, kurz mit einem schmalen Lächeln verbeugte und wieder setzte, wobei sie von dem dicken, silbergrauen Schulpelzmantel beinahe verschluckt wurde, so zierlich war sie.
      Die Schüler klatschten verhalten. Doch selbst wenn sie alle enthusiastisch Gejubelt hätten, hätten die knapp Zweihundert Schüler den Saal wohl kaum ausgefüllt, der für so viel mehr Schüler erbaut wurde und nun so leer wirkte. Als die Direktorin an dieser Schule angefangen hatte, waren es jedes Jahr noch über 600 Schüler gewesen. Traurig.
      „Aber genug der Worte. Genießt dieses letzte Wochenende bevor der Unterricht wieder beginnt. Esst und trinkt, heute sollen euch alle Sorgen fern sein und alle Probleme in weite Ferne rücken.“ Bei diesen Worten füllten sich die besetzten Tische der Schüler und Lehrer mit Geschirr und Besteck, mit Speis und Trank. „Den Laktoseintoleranten muss ich allerdings vom Pudding abraten und empfehle ihnen die heiße Schokolade zum Nachtisch. Die ist laktosefrei!“

      Schnell war der Saal angefüllt von guter Laune, Gelächter und Gesprächen. Zumindest für den Augenblick vergaßen alle was in der Welt vor sich ging...
      Selbst Morgana sah nur noch einmal kurz zu den Lehrern hinüber, besonders zu der neuen unter ihnen, bevor sie sich ein Stück braten auf den Teller lud und ihren Nebensitzer um die Schüssel mit grünem Salat bat...
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    • Aurel hatte nichts gegen seine Schule, nur gegen die vermaledeite Kälte in Norwegen. Der Urlaub in Rumänien schien weit, weit weg zu sein, und der Vampir mummelte sich tief ein in seinen Mantel ein. Innen war es aber etwas wärmer, fast angenehm sogar für seine Spezies. Es gab nicht mehr viele Vampire, die es hierher verschlug. Er hatte es sich aus all den Schulen ausgesucht und war auch froh drum, nur die Lokalität sagte ihm wenig zu. Trotzdem, er fühlte sich wohl hier. Allerdings war er schon ein wenig angespannter als sonst, was daran lag, dass seine Lust auf Menschenblut zugenommen hatte und er das mit Sicherheit nicht publik machen wollte. Momo hatte er nirgendwo gesehen, aber das würd er sicher später noch. Mit guter Laune lief Aurel dann zwischen all den anderen in den Saal und setzte sich. Nun sah der junge Mann seine beste Freundin, dann allerdings fing die Direktorin an zu reden. Er sah zu der neuen Lehrerin hin und dachte an das, was er erfahren hatte. Diese Neue umgab ein Geheimnis und er war fast krankhaft neugierig, welches. Doch seine eigenen Probleme konnte Aurel nicht vergessen. Schließlich gab es endlich das Essen, was zwar bei Weitem nicht so gut war wie daheim, aber jetzt im Moment genug war. Ihn würde es nicht völlig satt machen, weswegen er natürlich um etwas Anderes dazu bat - eine Tasse mit Tierblut. Er grinste eine neue Schülerin an.
      "Einen hübschen Hals hast du da." Sein Lächeln wurde breiter und er ließ seine Eckzähne ausfahren, was für ein erschrockenes Quitschen sorgte und einige Lacher. Der junge Vampir war bekannt dafür, dass er sich jedes Schuljahr ein Opfer suchte und dieses auf diese Weise ärgerte. Und jeder wusste, dass er niemals angriff. Er hoffte selbst, dass es so blieb. Rasch trank er das Blut aus und stand auf. Er hatte genug gegessen und wollte endlich mit Momo reden. Aurel legte ihr eine Hand auf die Schulter und lachte:
      "Heeeey, gut wieder heim gekommen?"

      Langsam betrat Deirdre den Saal. Im Gegensatz zu den meisten Schülern war sie nicht mit dem Zeppelin gekommen, da sie in den Ferien nicht nach Hause geflogen war. Da gab es wenig, was sie lockte, im Gegenteil. Ihren Eltern war sie egal, und dort kamen immer nur diese grausamen Bilder wieder hoch, sobald sie die Straßen von Belfast betrat. Bilder, die sie nie ganz verließen, immer in ihrem Bewusstsein waren, aber meistens erträglich. Hier, wenn kaum jemand noch da war, alles still und ruhig, hatte sie zumindest Zeit zum Schreiben und niemand störte sie beim Gitarre spielen, was ihr sowieso nie erlaubt worden war, weswegen das junge Mädchen immer mehr oder minder in den Raum einbrach. Das konnte sie. Nun setzte sich Deirdre schweigend an das Ende des Tisches, wohl wissend um die leeren Plätze zwischen sich und den anderen Schülern. Die Worte der Direktorin waren fast dieselben wie jedes Jahr. Die neue Lehrerin interessierte sie nicht wirklich. Still und ruhig, fast wie ein Geist, aß Deirdre ihr Essen.

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    • Die Anreise zur Schule hatte Svana schon immer gefallen. Sie hatte kein problem damit allein zu sein und vertrieb sich die Zeit während des Fluges, der Zugfahrt und dem anschließenden Zeppelin zum größten Teil mit Musik hören und lesen. Nur manchmal, wenn sie ihre Mitschüler dabei beobachtete, wie sie sich freudig begrüßten und sich über ihre Ferien austauschten, durchfuhr sie ein kleiner Stich. Svana hatte nicht viele Freunde. Sie war furchtbar schüchtern und sprach so gut wie nie jemanden von sich aus an. Die wenigen Leute, die sich die Mühe gemacht hatten, sie besser kennen zu lernen, würde sie allerdings auch eher als Bekanntschaften bezeichnen. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass es niemanden gab, der sie wirklich verstehen konnte. Vielleicht weil sie so viel lieber ihre Nase in ein gutes Buch steckte, oder ein neues Stück auf einem ihrer Instrumente einübte, anstatt etwas mit ihren Mitschülern zu unternehmen.
      Das Orchester, oh ja, das hatte sie vermisst. Sie freute sich schon auf die Proben, auch auf die Leute. Bei ihnen wusste sie zumindest, dass es eine Sache gab, die sie alle verband: Die Liebe zur Musik.
      Svana setzte sich zu einigen ihrer Orchesterbekanntschaften und redete sogar ein wenig mit ihnen, auch wenn die Unterhaltung eher oberflächlich blieb und sich größtenteils um die Ferien drehte. Dann begann die Direktorin auch schon zu reden und Svana hörte aufmerksam zu.
      Sie würden also eine neue Lehrerin bekommen. Interessiert musterte Svana Fräulein Vera. Sie sah sehr nett aus, auch wenn sie sich wohl erst noch an die Temperaturen hier im Norden würde gewöhnen müssen.
      Die Rede war zuende und das Essen erschien. Svana hatte ziemlichen Hunger, da sie auf Reisen nur äußerst ungern aß und begann sich den Teller zu füllen. Von irgendwo her drang eine Stimme an ihr Ohr.
      “Einen hübschen Hals hast du da“
      Sie verkrampfte sich, denn natürlich kannte sie die Stimme. So unauffällig wie möglich sah sie sich um und erbklickte schließlich Aurel.
      Ihr Herz machte einen kleinen Sprung, auch wenn er mit seinen ausgefahrenen Eckzähnen einen bedrohlichen Anblick bot. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie er diesen kleinen Scherz auch bei ihr durchgezogen hatte, damals als sie zum ersten mal in diesem Saal gesessen hatte. Er hatte ihr damit fürchterliche Angst eingejagt und am liebsten wäre sie an diesem Tag gleich wieder abgereist, doch mittlerweile war diese Angst verschwunden. Alle wussten, dass Aurel niemandem etwas tun würde. Svana war fest davon überzeugt, dass er keiner von den Vampiren war, die Menschen angriffen. Sie hatte noch nie wirklich mit ihm geredet, aber sie wusste, dass er Mitglied im Haus des Rabens war, dass er sich für Politik interessierte. Er würde irgendwann bestimmt einmal ein großer Politiker werden und bedeuntendes für die magische Welt leisten.
      Sie blinzelte und erschrack, als ihr klar wurde, dass sie ihn die ganze Zeit angestarrt hatte. Rasch blickte sie weg, bevor er sich zu ihr umdrehen konnte.
      Oh nein, wie peinlich! Bestimmt hatte er es bemerkt, bestimmt fragte er sich, wieso sie ihn angestarrt hatte. Gleich würde er sich gewiss über sie lustig machen.
      Er stand auf. Ohje, gleich würde er zu ihr rüber kommen. Svana machte sich ganz klein. Er schritt den Tisch entlang, genau auf sie zu. Svana überlegte sich, was sie sagen konnte, öffnete den Mund schon halb für eine Verteidigung... da ging er einfach an ihr vorbei. Einen Moment blieb sie vollkommen baff sitzen, den Mund immer noch leicht geöffnet. Dann drehte sie sich verstohlen um und sah ihm hinterher. Er war bei einem Mädchen stehen geblieben. Es war diese.. Momo. Auch mit ihr hatte Svana noch nicht wirklich geredet, aber Aurel und sie wurden oft zusammen gesehen.
      In Svana zog sich alles zusammen. Es war doch wohl offensichtlich. Die beiden mussten einfach ein Paar sein, sie passten perfekt zusammen.
      Das junge Mädchen sank n sich zusammen wie das sprichwörtliche Häufchen Elend. Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, wieso sie ihre albernen kleinen Träumereien nicht einfach aufgab. Gegen Momo hatte sie doch ohnehin keine Chance und so jemand wie Aurel sah sie ja nicht einmal wirklich an. Wahrscheinlich hatte er seit seinem Streich vor 6 Jahren kein einziges Mal mehr einen Gedanken an sie verschwendet oder sie auch nur ein einziges Mal bemerkt.
      Resigniert stocherte sie in ihrem Essen herum. Ihr Hunger war verflogen...

      Die Ferien waren toll gewesen, die Reise verlief reibungslos und es tat gut all seine Freunde wieder zu sehen. Tim war einfach nur happy, als er das Schloss betrat und auf den großen Saal zusteuerte. Er mochte das Schneeflockenschloss wirklich, es war einfach nur cool hier zu sein. Wenn er daran dachte, was seine 'normalen' Freunde gerade so trieben. Eine völlig normale Schulausbildung wäre ihm viel zu langweilig.
      Er hatte ein wenig getrödelt, weswegen er als einer der letzten in den Saal kam und sich einfach irgendwo hin setzte.
      Bevor er allerdings die Chance bekam, sich mit irgendjemandem zu unterhalten, begann die Rektorin zu reden. Tim hörte nicht wirklich zu, es war doch jedes Jahr das gleiche Gelaber. Als sie die neue Lehrerin erwähnte, wurde er jedoch hellhörig. Sein Blick fiel auf Fräulein Vera. Schon wieder so eine junge. Er fand das gut, die jungen waren doch bestimmt gechillter als die alten!
      Dann wurden seine Gedanken allerdings von etwas anderem abegelenkt: Essen!
      Mit ziemlich großem Appetit stürzte Tim sich auf die Köstlichkeiten, als hätte er seit Tagen nichts mehr gehabt.
      Als der gröbste Hunger gesättigt war, blickte er sich auf der Suche nach seinen Freunden um. Er erkannte Momo nicht weit entfernt.Tim kannte Momo seit der Einschulung und sah sie auch des öfteren bei Armon dem Wildhüter, wo er auch gerne rumhing.
      Aurel, ebenfalls einer seiner Schulkameraden, hatte sich zu ihr gesellt. Er mochte den Vampir, denn er war gerne mal für die eine oder andere Albernheit zu begeistern und überhaupt war er einfach cool drauf.
      Grinsend ging er zu den beiden hinüber.
      “Hey Leute, wie geht’s? Wie waren die Ferien?“
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3

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    • Ihre Ferien waren so verlaufen wie immer. Nichts Besonderes hatte sich ereignet und sie war noch immer dieselbe die sie auch davor gewesen war. Natürlich hatte sie den Sommer dazu genützt in der Praxis ihrer Eltern ein wenig auszuhelfen – unbezahlbare praktische Erfahrungen – aber auch die Freizeit war nicht zu kurz gekommen. Sie arbeitete schließlich auch in der Schule hart und viel und war so gar nicht, wie viele, die sie nicht kannten, sie einschätzten. Sie war nicht die dümmliche Blondine, die viele hinter ihrem schönen Äußeren vermuteten. Allerdings kam bei all der Mühe und Arbeit auch der Spaß nicht zu kurz – sie war zufrieden mit ihrem Leben, und übertrieb es nicht wie ihr unsäglicher kleiner Bruder. Zwar liebte sie ihn, wie man ein Familienmitglied eben liebt, aber nun ja, jüngere Geschwister waren nicht immer leicht verträglich. Besonders wenn es sich um Lin handelte und insbesondere dann wenn er mit seinem Freund unterwegs war. Briten… man sollte meinen, dass sie besser erzogen wären. Womöglich eines dieser nationalen Klischees…
      Wie auch immer, sie hatte ihre Freunde und Bekannten in der Schule und liebte das Schloss, den Unterricht, das Gelände und die kalte Schönheit des Landes und was konnte besser sein, als ein Talent zu haben, das einem auch noch Freude brachte? Nur noch drei Jahre und die Schulzeit war vorüber.
      Interessiert verfolgte Lia nun die Rede der Schulleiterin und versuchte neugierig einen besseren Blick auf die neue Lehrerin zu erhaschen, was ihr aber nicht so ganz gelingen mochte. Das folgende Essen war wie immer ausgezeichnet und bald war auch sie satt und erhob sich von ihrem Platz, um von einem der Telefone aus ihre Eltern darüber zu informieren, dass sie gut angekommen waren. Nun ja, es handelte sich dabei eigentlich mehr um einen Alibianruf, da sie auch für ihren Bruder sprach. Doch eigentlich hatte sie die meiste Zeit, so wie jetzt gerade, schlicht keine Ahnung wo dieser sich herumtrieb. Und das war vermutlich auch besser so. Beim Gedanken an ihren Bruder musste sie dann doch kurz grinsen. Trotz all seiner Fehler und nerv tötenden Eigenschaften und Streiche - eine liebenswerte kleine Nervensäge…
      Mit einem bezaubernden Lächeln im Gesicht schritt die junge Schwedin auf ihrem Weg die Reihen im Saal ab, sah hier und da bekannte Gesichter aus ihrem Jahrgang, denen sie freundlich, geradezu strahlend zuwinkte oder Hallo sagte. So auch dem Deutschen Tim, der zu ihrem Haus gehörte und schon den einen oder anderen Kurs mit ihr besucht hatte, sowie dem gutaussehenden Vampir Aurel und Momo, die zusammen herumstanden. Vielleicht würde sie sich später zu ihnen gesellen, sie hatte sich vorgenommen in diesem Jahr neben der Schule auch ihre Bekanntschaften ein wenig zu vertiefen, etwas was sie bisher vernachlässigt hatte, obwohl sie wohl alles hatte, was man brauchte um viele Freunde zu haben. Sie kam eigentlich mit allen hier gut aus, fing niemals Streit an und war auch sonst immer um eine gute Atmosphäre bemüht. Die meisten konnten Lia einfach nicht lange böse sein, ihr Aussehen tat dabei oft ein Übriges – nicht wenige Jungen drehten mehr oder weniger auffällig ihren Kopf als sie vorbeiging.
      Remember, there's no 'I' in team. But there's a 'U' in cunt

      The post was edited 1 time, last by Equilibrium ().

    • Das war ja alles so aufregend! Erst diese atemberaubende Zugfahrt! Dann dieses Fliegen mit dem Zeppelin! Smjörn konnte zwar fliegen, sogar eigenständig, aber Zeppelin fliegen war so toll! Mal flatterte er wild umher. Mal sah er aus dem Fenster. Und nach der Landung ritt er auf seinem tollen neuen Luchsgefährten in Richtung Speisesaal. Alles war so toll! In seiner Aufregung merkte der pink leuchtende zwölfjährige Feenjunge gar nicht, dass er weniger auf seinem Luchs ritt, als dass sein Luchs ihn vielmehr irgendwohin trug. Bis den Luchs schließlich der Ruf der Natur ereilte und vor dem Speisesaal Urin abließ. Zu Smjörns Entsetzen nur wenige Zentimeter vor dem Fuß einer grimmig dreinblickenden, behaarten Frau, bei deren Anblick er von seinem Luchs fiel und sich flatternd abfing. „Ein Bär!“, schrie er entsetzt mit seiner vergleichsweise hohen Stimme. Womit man in einer Zauberschule nicht alles rechnen musste!

      KATZENPISSE! KATZENPISSE! WARUM UM GOTTES WILLEN MUSSTE ES AUSGERECHNET KATZENPISSE SEIN! Marilena konnte ein wütendes Knurren nicht unterbinden. Ihr Polarwolf Ghandi stimmte mit ein. Kraulend beruhigte sie ihn.
      „Ich bin kein Bär, du Depp. Ich bin ein Mensch.“ Zumindest würde sie das jedem erzählen. „Hast du dein Katzenvieh denn nicht im Griff? Schau dir diese widerliche Sauerei an!“ Doch es war mehr als das. Diese Nacht würde es einen Vollmond geben. Noch immer hatte sie den widerwärtigen Geschmack von Katzenpisse im Mund, welches die Hauptgeschmackskomponente des Tranks einnahm, der dafür sorgen würde, dass sie als friedlicher Hund die heutige Nacht verbringen konnte. Und jetzt stank es auch hier nach Katzenpisse. Nur mühsam konnte sie sich im Zaum halten. Immerhin hatte ihr Sari nichts abbekommen. Sie liebte dieses Kleidungsstück, dass es in sovielen Variationen an ihrer eigentlichen Schule gegeben hatte. Auch wenn sie in Indien nicht mehr ganz so willkommen war wegen einiger „Zwischenfälle“ und man ihr deshalb diesen Schüleraustausch nahegelegt hatte.

      Smjörn flatterte ein wenig höher, so dass er Marilena direkt ins Gesicht sehen konnte. Ein Mensch? War das wahr? Er flatterte ein wenig um sie herum und begutachtete sie. Sie sah aus wie eine Frau. Ja. Aber sie hatte viel zu viele Haare. Und warum hatte sie Haare auf der Oberlippe? Und warum so viele Haare auf den Unterarmen? Fast schon rechnete er damit, dass sie auch Haare auf den Zähnen hatte. Er flatterte ein wenig zurück und nach unten und versuchte seinen neuen Luchsfreund ein Stück von ihr wegzuziehen. „Achso. Entschuldigung.“ Es klang ein wenig kleinlaut aber wenig einsichtig.

      Marilena warf ihm einen letzten bösen Blick zu, dann ging sie mit ihrem Ghandi weiter. Die vergangenen Ferien in Rumänien waren so schön gewesen. Immerhin blieb sie doch ein Rudeltier. Ghandi war ein Teil des Rudels, doch ihre Familie war der noch größere Teil. Als sie vor der Tür des Saals stand, überlegte sie, ob Gefährten zugelassen waren. In ihrer indischen Schule war dies nie erlaubt gewesen. Also wuschelte sie ihm durch das wunderschöne weiße Fell und ließ ihn vor dem Saal ruhend zurück. Sie betrat den Raum und setzte sich an einen der großen Tische. Ihr war nicht wirklich danach zu Mute, andere Leute kennen zu lernen. Der anstehende Vollmond hatte sie zu sehr aufgekratzt. Sie lauschte der Ansprache, die soeben begann und nahm mit einiger Gleichgültigkeit wahr, dass wohl eine neue Lehrerin eingetroffen war. Als Marilena jedoch zu ihr hinsah, stellten sich ihr die Nackenhaare auf. Lag es am anstehenden Vollmond, an dem Geruch von Katzenpisse, der ihr noch immer in der Nase brannte oder an dieser Frau?

      Smjörn versuchte unterdessen seinen etwas widerwilligen Luchs in Richtung des Saals laufen zu lassen, so dass er auf ihm hereinreiten konnte, aber er wurde in die entgegengesetzte Richtung getragen. Er stieß einen Fluch aus den zwölfjährige, pink leuchtende Feenjungen eigentlich nicht kennen sollten!

      The post was edited 1 time, last by Shini ().

    • "Huuuuuuuuuuuiiiiiiii..." Elegant drehte sich Aino liegend um ihre eigene Achse, während sie über die anderen Erstklässler in die Eingangshalle flog. War das hier aufregend! Schon während der Anreise hatte sie praktisch pausenlos mit dem Gesicht am Fenster geklebt - und da waren nur Bäume und Schnee zu sehen. DEN Anblick kannte sie bereits. Aber das hier.. war einfach unbeschreiblich! Selbst die Decke, auf die sie gerade einen kurzen Blick werfen konnte, war faszinierender als ihr gesamtes Zuhause zusammen. Und um ein vielfaches größer!
      Euphorisiert drehte die Fee ein paar wilde Loopings, gefolgte von einer langen Abwärtsspirale, die in einen Gleitflug Richtung Speisesaal überging. Oder zumindest sollte sie das. Mitten im Manöver fiel Aino auf einmal das wunderschöne Gemälde an der Wand neben ihr auf, und sie drehte unverzüglich ihren Kopf in diese Richtung, um es im Vorbeiflug genauer zu inspizieren. Für einen kurzen Moment klappte ihr kleiner Mund auf...


      ... dann flog sie den Feenjungen rasant über den Haufen, der plötzlich wie aus dem Nichts vor ihr aufgetaucht war. "Aaaaaaiiiiiii...." Der Aufprall mit voller Geschwindigkeit brachte Aino natürlich völlig aus dem Gleichgewicht, während ihr ungefährer Kurs dank Trägheit gleich blieb. Sich mehrmals überschlagend wirbelte sie davon, der Junge wurde in einem flachen Winkel von seinem Reittier geschleudert. Während einer der unkontrollierten Drehungen konnte Aino noch einen Blick auf das komische Wesen erhaschen, dann klatschte sie gegen den einen offen stehenden Türflügel des Portals zum Speisesaal und von dort aus auf den Teppich darunter.
      Eine Weile blieb es still, dann reckte sich ein winziger Arm aus dem Teppichflor hervor.
      "Aaaahhh .. mein Kopf.. " Mühsam drehte sich das Feenmädchen um und rappelte sich langsam auf. "Äh.. ah.. tschuldigung" murmelte sie benommen, während sie noch halb betäubt auf den pinken Jungen zutorkelte.
    • Morgana drehte sich um und strahlte über das ganze Gesicht, als sie den Vampir erkannte.
      "Hey!" Sie umarmte den Vampir kurz zur Begrüßung und stützte sich danach gemütlich auf ihren Zauberstab. "Ja, ich bin super nach Hause gekommen. Ich musste nur am Flughafen in Bergen Vier Stunden warten, weil Jentes Flug Verspätung hatte. Ich hab dir doch erzählt, dass sie mich mit ihrem Auto gefahren hat, weil wir an den selben Tagen abflogen und wieder ankamen?"
      Dann kam auch schon der nächste Klassenkamerad auf sie zu.
      "Hallo Tim, schön dich wieder zu sehen!" Sie lächelte herzerwärmend. "Ja, die Ferien waren super. Aurel hat mich nach Rumänien eingeladen, zwei Wochen Sonne, Strand und Meer."
      Es war bekannt, dass sie sich so einen Urlaub nie hätte selbst leisten können, entsprechen glühte ihr Gesicht vor Freude geradezu, als sie davon erzählte.
      Als Lia, eine weitere Mitschülerin aus ihrer Klasse, ihnen zuwinkte, hob Momo kurz die Hand zum Gruße und lächelte fröhlich.
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    • Aurel drückte sie zurück. Es war etwas Besonderes, vor allem weil sie nun wirklich alles wusste über ihn. Sie hätte wirklich alles Mögliche machen können, ihn anzeigen, ihn nie wieder sehen wollen - stattdessen waren sie enger verbunden denn je.
      "Ja, hattest du, aber Verspätung ist ätzend. Kommt es mir nur so vor, oder wird es hier mit jeeeedem Jahr kälter?" Er grinste, als auch Tim zu ihnen trat und haute ihm auf den Rücken.
      "Ferien waren wirklich klasse. Momo weiß jetzt, wie wir Vampire leben. Ich hab ihr eine Sonderführung durch unsere Burg gegeben. Ansonsten nur relaxen." Der junge Deutsche war ihm sympathisch, wenigstens kamen von dort keine Vorhaltungen oder Ängste. Man kannte sich auch nicht so gut, als dass der Vampir ihm anvertraut hätte, was mit ihm los war, aber zum Quatschen und gemeinsamen Lernen war es großartig.
      "Aber hab auch einiges gelesen, Vorbereitung auf das Schuljahr. Was machst du dieses Semester? Ich hab 'ne Sondergenehmigung, schau Momo zu bei der schwarzen Magie."

      Deirdre beobachtete die zumeist fröhlichen Schüler, die sich wohl gut amüsierten und sich über die Ferien austauschten. Sie sah zwei Feen, die zusammenprallten, neue Leute hier, auch bekannte Gesichter. Doch niemanden, den sie an sich herangelassen hätte. Schweigend und unbeachtet stand sie schließlich auf, gefolgt von Lireal, und ging hinaus aus dem Saal. Hinter ihr blieb die Fröhlichkeit zurück. Sie war einen Moment unschlüssig, was sie machen sollte, dann lief sie in ihren Schlafsaal und holte ihre dicke Jacke sowie einen Pulli. Ihr Husky musste ohnehin raus, und zu tun gab es nicht viel für sie. Die Kälte schnitt in ihr Gesicht sobald sie aus der Burg trat, das störte Deirdre aber nicht. Im Gegenteil, sie begrüßte den Schmerz, er ließ sie sich ein wenig lebendiger fühlen. Lireal rannte irgendwo vor ihr durch den Schnee, sie stapfte langsamer nach. Der dicke Pulli und die Jacke hielten sie schon ein wenig warm, doch sie trug keine Handschuhe und hatte die Kapuze absichtlich unten gelassen. Es schneite nicht, der Himmel war kristallblau und klar, die Sonne wärmte aber kein bisschen. Ihre Gedanken wanderten zu der Trostlosigkeit ihrer ehemaligen Heimat, sie sie schon lange nicht mehr als solche empfand. Das junge Mädchen hatte kein Auge für die wilde Schönheit dieser Landschaft, zu tief war die Dunkelheit in ihrer Seele verankert. Gedankenverloren und mit gesenktem Kopf ging sie vorwärts, jeder Schritt brachte sie weiter fort von der Schule und den Wesen dort. Die Einsamkeit hatte sich Deirdre selbst ausgesucht, es fiel ihr so schwer, mit anderen beisammen zu sein. Sie glaubte nicht, dass sie noch fähig war, Kontakte zu pflegen und sie versuchte es gar nicht mehr. Irgendwann blieb sie stehen und atmete die Luft in kleinen, weißen Wölkchen aus. SIe fröstelte und sah dann ihrem Huskey nach, der durch den Schnee tobte. Nicht zum ersten Mal schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf, der gleichzeitig willkommen wie unwillkommen war. Warum sollte ich überhaupt zurückgehen? Sie starrte vor sich hin, betrachtete ihre langsam immer kälter werdenden Hände, als gehörten sie gar nicht zu ihr. Wer würde mich schon vermissen? Deirdre war sich sicher, dass die Antwort "Niemand" war. Damit hatte sie sich schon abgefunden, trotzdem, es tat weh, darüber nachzudenken. Gut, das Möädchen wusste, es war ihre eigene Schuld. Ihr Benehmen lud nicht dazu ein, sie kennenlernen zu wolen. Sie schloss die Augen, ein Schauer lief durch ihren Körper. Es war unangenehm kalt, aber der Teenager wusste genug über das Erfrieren um zu wissen, dass irgendwann alles einfach taub werden würde. Dass sie müde werden würde, einfach alles vergessen könnte. alles, auch diese Erinnerungen... Erinnerungen, die sie verfolgten, ob sie wach war oder schlief. Die immer an ihrem Bewusstsein kratzte, selbst mit größter Mühe. Ohne es richtig zu merken, sank Deirdre in den Schnee, eine Träne stahl sich aus ihrem Auge, die sofort gefror. Wie sehr sehnte sie sich nach Ruhe, Frieden. Es wäre so einfach jetzt, einfach nachgeben, einfach nicht mehr aufstehen und einschlafen. Nie wieder aufwachen müssen. Die Sehnsucht war da, wuchs an - und dann... stupste eine freuchte Nase sie an. Fast schon verwirrt öffnete das junge Mädchen die Augen und sah ihren Lireal vor sich, der sie leise winselnd und forschend ansah. Ein seltsamer Laut zwichen Schluchzen und ersticktem Lachen entwich ihr, dann schlang sie die kalten Arme um den Hals des warmen Wesens vor ihr, vergrub das Gesicht in sein Fell und weinte. Geduldig blieb er sitzen, wie so oft, spendete ihr Wärme und Trost. nein, sie konnte nicht. Nicht solange ihr Lireal noch bei ihr war. Außerdem... Sean. Ihr Bruder. Sie hatte noch dieses eine Ziel, ihn eines Tages finden, oder wenigstens wissen, was passiert war. Langsam stand sie auf, zitterte vor Kälte, und sah sich noch einmal um. Die klirrende Stille verriet nicht von ihrem inneren Sturm, dem, was hier gerade beinahe geschehen wäre. Deirdre würde es auch niemandem verraten, niemals diese Schwäche zugeben. Bis man sie irgendwann finden würde. Rasch waren sie wieder im Inneren, Deirdre zitterte immer noch ein wenig, ging kurz auf ihr Zimmer und brachte die Jacke weg, dann ging sie zu einem anderen stillen Ort, die Bibliothek. Sie glaubte nicht, dass irgendwer hier wäre, dafür sah sie aber etwas, das ihr gefiel. Deirdres Augen huschten hin und her. Das war ein Spiel für sie, etwas, das ihr zeigte, dass sie doch nicht ganz unfähig war. Etwas, von dem sie wusste, dass es falsch war, allerdings war ihr das egal. Auf der Straße hatte sie andere Dinge gelernt. Deirdre dachte gar nicht groß darüber nach, als sie den Kristall in die Hand nahm, welcher der Bibliothekarin gehörte. Einige Momente betrachtete der Teenager es, dann wandte sie sich um und ging aus dem Raum, den Kristall im Arm versteckend.
    • Sterk saß auf dem Dach der Eulerei, auf welches er wiedermal geklettert war. Er beobachtete seinen Greif beim fliegen, ein paar Eulen saßen auch hier, aber sie ließen sich nicht davon stören, die meisten Eulen hier waren das gewohnt. Er schaute immer mal wieder herum, denn heute sollten die meisten der Schüler wieder kommen. Bald sah er auch schon den Zeppelin anfliegen und er stieg vom Dach, pfiff einen bestimmten Ton und Graak landete neben ihm. Er ging auf die Knie und streichelte den kleinen Greif durch das, was bei Löwen die Mähne ist. Bei Graak war es ein Haufen Federn. Dann richtete er sich wieder auf und schlenderte zum Festsaal. Er trug bereits die Schuluniform, denn er hatte nicht viel anderes an zu ziehen. Er kam ein wenig später als alle anderen an, aber was die Direktorin sagen würde wusste er schon. Die neue Lehrerin hatte er auch schon kennen gelernt, er hatte ja nichts Besseres in den Ferien zu tun als hier im Internat rum zu hängen. Den Internetanschluss hatte er auch schon mit bekommen und auch schon ausgiebig genutzt, viel mehr Ablenkung gab es hier ja nicht. Er öffnete die Tür und sein Greif huschte an ihm vorbei, nahm etwas Anlauf und Flog dann einmal durch die Halle. Ein paar neue Schüler guckten zu ihm hoch, aber die meisten kannten Graak schon. Für die Erstklässler war es meist eine ziemliche Sensation, aber weitestgehend konnte Sterk sie davon abhalten Graak zu sehr zu nerven. Er schaute sich kurz um und sah auch schnell ein paar seiner Klassenkameraden zusammen stehen. Schnell ging er dort hin, begrüßte alle und setzte sich dann auf einen der freien Plätze in der Nähe. Er lud sich essen auf den Teller und aß etwas, dann Pfiff er. Graak kam angeflogen und Sterk nahm einen frischen Teller, packte ein paar Stücke Fleisch (natürlich unmariniertes, ungewürztes Fleisch ohne Soße, alles andere würde Graak nicht anrühren) auf diesen und stellte den Teller Graak hin. Die ersten paar verschlang er regelrecht, aber das letzte Stück nahm er in sein Maul und flog damit weg um damit zu spielen. Früher ließ der dabei manchmal aus Versehen das Stück Fleisch im Fluge fallen, aber das passierte jetzt nur noch äußerst selten. Der Greif flog Loopings, Schrauben und manchmal einfach nur im Kreis. Sterk beobachtete seinen ständigen Begleiter für ein paar Minuten mit einem Lächeln im Gesicht. Plötzlich ließ er jedoch das Fleischstück fallen und stürzte im Sturzflug hinterher. Der Greif fing das Fleisch im Flug und fing sich einen halben Meter über einem der Tische ab. Er warf sein Essen in die Luft und vertilgte es beim auffangen und ließ dann ein freudiges „Graak“ verlauten. Sterk lächelte und wandte sich dann seinen Klassenkameraden zu.
      “Und? Wie waren eure Ferien?
    • Müde zog Vatra seinen Koffer durch die Eingangshalle der Schule. Die Reise nach Snøflak Slott.
      Der ganze Tumult um ihn herum machte ihn noch ganz verrückt. Nach einem bestädigenten Blick auf seine Uhr, suchte er sich eine ruhige Ecke, um die paar Minuten bis zur Rede mit einem Nickerchen zu überbrücken. "Hey Kleiner, auch noch müde?", fragte er den schillernden Vogel auf seiner Schulter. Fearless steckte demonstrativ seinen Kopf unter den Flügel und ließ ein - vom Federkleid gedämftes - "Thi hit!" erklingen. "Dachte ich mir schon." Er zog seinen Koffer unter eine der Treppen und setzte sich daneben. Die Beine und Arme verkreuzt und das Kinn auf die Brust abgelegt.
      Es dauerte keine 30 Sekunden, bis eine synchrone Symphonie aus dem Schnarchen des jungen Magiers und dem leisen Zirpen des Eisvogels die Niesche erfüllte.


      Das Schreien des Adlers hallte von den steinernen Wänden der großen Halle wieder. Aurea kreiste knapp überhalb der Köpfe der Anwesenden und hielt Ausschau nach potenziellen Beute-"Tieren". Dieses pinke Etwas sah interresant aus.
      Amy hatte sich nach ihrer Ankunft direkt zum Tisch des Elfen-Hauses gesellt. Es wurde viel über die Ferien geredet. Neue Kunstprojekte, neue Kreationen...
      Nur als die Fee begann, über einen neuen Burbon zu erzählen, den sie diesen Sommer in einer Kneipe im westirischen Galway versucht hat, wurde es still. Und jeder Blick tadelte sie. War sie doch noch viel zu jung um Alkohol zu trinken. Amy, die eh schon dunkelrot schimmerte, wurde jetzt noch röter. "Seit doch nicht so spießig", sagte sie kleinlaut, mit einer Stimme, die gar nicht so phibsig war, wie man hätte erwarten können.
      Zum Glück Unterbrach die Direktorin das peinliche Schweigen, als sie die alljährliche Rede vortrug.


      Ein leichtes Zwicken am Ohr weckte Vatra auf. Noch total verschlafen gähnte er und streckte sich, wobei er Fearless von seiner Schulter stupste. Geschah dem blöden Vogel recht! Wie kann er ihn nur direkt nachdem er eingeschlafen war, wieder aufwecken.
      Erst als er sich ein paar mal die Augen gerieben hatte, realisierte er, dass er alleine in der Halle war. Die Uhr an seinem Handgelenk verriet ihm, dass er die komplette Rede verpennt hatte. Er quitierte das mit einem sallopen Schulterzucken und machte sich - in der Hoffnung noch etwas zum Essen zu finden - wieder auf den Weg in die Halle.
      Unterwegs lief Vatra ein etwas traurig dreinschaundes Mädchen über den Weg. Er sagte nichts. Er war sich nicht mal sicher, ob sie ihn überhaupt bemerkt hatte, denn sie verschwand schnurstracks nach draußen. Aber Vatra machte sich eine geistige Notiz, denn sie gefiel dem jungen Magier.
      Er war kaum mit dem Gedankengang fertig, da kam Protest von seiner Schulter. "Ich weiß, dass sie sehr jung aussah", antwortete er. "tit tihit titi" "ZU jung? ach so ein Quatsch! Das verwächst sich!" "thihhhh..." "Was meinst du mit "unverbesserlich"?" Fearless zog es vor, seinen Kopf wieder unter dem Flügel verschwinden zu lassen, anstatt zu antworten.
      Während diesen Dialogs schaffte es Vatra, sich seinen Weg zum Tisch der Wölfe zu bahnen, sich einen Teller voll Essen aufzuladen, und die Hälfte schon wieder zu verschlingen.
    • "Wenn die Neulinge nun bitte aufhören würden mir in den Schoß zu starren wäre ich dem sehr verbunden, danke."
      Jedes Jahr war es dasselbe. Belustigt sah er die Gesichter der Erstklässler, wie sie förmlich an seinen kleinen Freund "klebten" wie sie mit starrenden Blicken jedes Detail zu erhaschen versuchten.
      Ilias saß an dem großen Tisch und hatte jemand anderen gerade die Salatschüssel gereicht, als es ihm doch langsam unangenehm wurde. Zwar war sein kleiner Freund etwas besonderes, doch schließlich auch nur ein normaler Tiergefährte. Wobei normal dann doch nicht ganz zu traf. Lucius blickte mit seinen schwarzen Knopfaugen über die Tischkante, während er weiter gemütlich auf dem Schoß von Ilias hockte. Es schien als würde er sich in der Aufmerksamkeit sonnen, die ihm zu teil wurde, während Ilias immer mehr mit Fragen bestürmt wurde. Seine Hasenohren waren hoch aufgerichtet, so als wolle er ja kein Wort missen.

      Was ist das denn? Wie heißt er? Wo kommt er her? Was kann er? und und und ...
      Belustigt dachte der Schüler daran, wie sehr ungewöhnlich doch sein kleiner Freund in der magischen Welt war. Schließlich hatte nicht jeder eine (lebende) Legende als Tiergefährte.
      Der Wolptertinger stützte seinen Kopf auf der Tischkante ab und ließ sich von seinem Herren genüßlich den Nacken kraulen. Doch nach und nach wurden endlich die Fragen weniger und Ilias konnte endlich beginnen in Ruhe zu essen.
      Zum Teil lag das auch wohl daran, das nun ein Greif die Aufmerksamkeit auf sich zog...
    • “Echt? Wie cool“, sagte Tim, als Momo von ihren Ferien bei Aurel erzählte.
      “Ich war bei Freunden in Deutschland und Frankreich, war echt cool alle mal wieder zu sehen“
      Etwas wuselte sein Bein hinauf und sprang flink auf seine Schulter. Tim lachte und kraulte seinen Mader kurz hinter den Ohren.
      “Lars ist wie immer froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben“
      Dann wandte er sich an Aurel. “Das ist natürlich cool, ich hab bloß Kräuterkunde belegt. Wirkt ja schon richtig langweilig dagegen“, sagte er und grinste. Er stand nicht sonderlich aufs Kämpfen und hielt sich von der schwarzen Magie lieber fern, aber das war jedem selbst überlassen.
      Als Lia an ihnen vorbei ging, zwinkerte er ihr zu und hob die Hand zum Gruß. Sie war wirklich ein hübsches Mädchen, doch er hatte schon früh festgestellt, dass sie auch einiges im Kopf hatte. Ob sie dieses Jahr wohl wieder ein Seminar zusammen haben würden?
      Auch Sterk begrüßte er freundlich grinsend.
      “Echt cool, und deine?“
      Er wusste nie so recht, was er von ihm halten sollte. Zum einen war Sterk wirklich nett und hilfsbereit, andererseits erschien er ihm auch immer ein wenig wie ein Streber. Sein Greif allerdings war wirklich cool, auch wenn Lars irgendwie Angst vor ihm hatte..
      How do you write like you're running out of time? Write day and night like you're running out of time.
      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



      Chrissi: Boah Franzi, wenn man dich so reden hört ohne dich zu kennen, könnte man auch glauben du wärst so'n Soziopath!<3
    • Momo sah Aurel zweifelnd an.
      "Neee, nich bei der allgemein angepriesenen Klimaerwärmung. Es wird eher wärmer. Du wirst nur immer mehr zum Weichei weil du viel zu oft Zuhause bist!" Sie grinste breit und wehmütig. "Am liebsten würde ich sofort wieder nach Constanta fliegen!"
      Ihr Wolf machte ein paar Schritte auf Aurel zu, blieb an seiner Seite stehen, schnupperte, schleckte ihm die Hand ab und stellte sich wieder an Momos Seite.
      "Siehst du, ihm hat es auch gefallen." Sagte sie lachend.
      Dann kam Sterk auf sie zu, was ihr Gelächter etwas dämpfte. Es war nicht so, dass sie ihn nicht mochte, er war einfach irgendwie... komisch... und er war zu oft in der Nähe ihrer Wölfe! Ansonsten war er gar nicht mal so schlecht.
      "Hervorragend waren die Ferien." Meinte sie lediglich, sah sich kurz um und entdeckte prompt und unerwartet Vatra, einen weiteren Klassenkameraden mit dem sie schon des öfteren etwas zusammen getrunken hatte, und winkte ihm kurz zu.
      Bei Tims Ausführungen wirkte sie zuerst etwas verwirrt, bis sie sich wieder an etwas erinnerte.
      "Achso, ihr Trolle habt dazu ja auch noch ein eigenes Seminar. Ganz vergessen. Ist das dann in Gewächshaus Vier?" Wollte sie lächelnd wissen.
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      <Seaten>Kata ist wie Cass, nur fauler und männlich
    • "Naja, wir schleichen uns dann mal ein Wochenende weg. Auf nach Constanta und shoppen!" Aurel lachte. als der Wolf seine Hand schleckte. Er wusste, dass das Tier ihm eine Weile weniger wohlgesonnen gewesen war - diese Blutgier. Zu Tim meinte der Vampir:
      "Naja, ansonsten wird es sowieso für euch total langweilig. Nur Politikzeug für mich. Aber was soll's." Er witzelte natürlich, denn er hatte es sich ausgesucht. Und es gefiel ihm. Dann hatte er ein seltsames Gefühl, eine Ahnung mehr. Er hob den Kopf und sah eine neue Schülerin, die jedoch schpon etwas älter war. In einem Sari, langen schwarzen Haaren - und irgendwie seltsam. Er murmelte zu seinen Freunden:
      "Kennt ihr die?"

      Deirdre lief schnell von der Bibliothek weg, ab und an sah sie den Kristall an. Sie hatte schon oft gestohlen, selten aber erwischt worden. Jetzt führte sie ihr Weg jedoch woanders hin, auch zu etwas, was sie eigentlich gar nicht durfte. Doch Verbote reizten sie umso mehr, oder besser, sie hatte nie drum gefragt. Das ging keinen etwas an. Rasch fand sie den gut bekannten Weg zu einer verschlossenen Tür, aber mit Schlössern knacken kannte sie sich aus. Der Diertrich war schnell gezückt, und das zierliche Mädchen schlüpfte in das Halbdunkel des Raumes. Die Musikinstrumente standen aufgereiht an der Wand, und fast schon ohne hinzusehen nahm Deirdre eine Gitarre, setzte sich im Schneidersitz hin und begann, leise eine traurige, kleine irische Melodie zu zupfen. Sie schloss die Augen und ließ ihre eigene Traurigkeit, ihre eigenen Gefühle hineinfließen und bewegte den Mund zu einem Text, ohne zu singen.
    • Morgana war begeistert von Aurels Idee und verpasste ihm dankbar einen Schmatzer auf die Wange. Dann sah sie sich jedoch aufmerksam in der gewiesenen Richtung um grübelte kurz etwas nach.
      "Nein, aber ich glaube das ist die Austauschschülerin aus Indien." Es war ein offenes Geheimnis, dass Momo mit am besten wusste was es von Seiten der Lehrerschaft Neues gab, da sie mit Jente det Sjarmerende, der Lehrerin für Weiße Magie und ein paar Seminare, befreundet war. Manch ein Beauftragter der Zentralverwaltung würde gerne auch nur halb so viel über die internen Angelegenheiten der Schule wissen wie Morgana.
      "Ich glaube ich spreche sie in den nächsten Tagen mal an, gucken wie die so drauf ist."
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    • Genüsslich aß er sein Essen und trank dabei Tee. Obwohl viele meinten, dass das Schulessen nicht so gut wäre, empfand Ilias es als köstlich ... im Vergleich zu dem was er die letzten Wochen vorgesetzt bekommen hatte. Schließlich war es schwierig mitten in der Sahara ein 5gänge Menü zu organisieren.
      Am Rande bekam er die Diskussion neben sich mit, von den Schülern der siebten Klasse, wie sie sich angeregt über Ferien und sonstiges unterhielten. Der eine war doch der Vampir, erinnerte sich Ilias.
      Bevor er sich jedoch in das Gespräch zum Thema Klimaerwärmung und Folgen für die Schule einklinken konnte, passierte etwas gänzlich unerwartetes.
      "Hey was zum .. .?!", entfuhr es Ilias, als sein Tiergefährte aufbockte und von seinem Schoß unter den Tisch rutschte. Dabei klirrte es, als eien teetasse zu Boden fiel und zerbrach und vorher ihren Inhalt nebenbei über den Ärmel eines anderen Schüler verteilte.Lucius wuselte flink zwischen den Beinen der Schüler hin und her, schnupperte hier, schleckte einmal da über einen Knöchel und setzte sich dann gemütlich auf ein paar Füße, die zu einem Mädel gehörten, welche auch eine aus dem Haus der Elfen war...

      "Verdammt.", murmelte Ilias und starrte auf seinen nun leeren Schoß. "So etwas macht er doch sonst nicht..."
    • Ja.. wir sind gut angekommen? Lin? Jaaa .. äh… dem geht’s auch gut. Ich meld mich wieder. Seufzend legte die Schwedin die Hörer auf. Manchmal fragte sie sich warum sie ihn überhaupt deckte. Aber er war ihr Bruder und sie wusste ohnehin, dass ihre Eltern kein Wort glaubten, dass sie über ihn sagte. Zu oft kamen Nachrichten aus der Schule in ihr Elternhaus geflattert. Aber das war schließlich nicht ihr Problem… Naja, nicht wirklich zumindest.
      Kurz blieb sie noch stehen und überlegte, ob sie schon auf ihr Zimmer gehen sollte, entschied sich dann jedoch dagegen um sich zu den anderen zu gesellen. Sie hatte schließlich einen Vorsatz für dieses Jahr. Im Speisesaal standen die anderen Schüler aus ihrem Jahrgang immer noch an derselben Stelle herum und Lia hielt schnurstracks auf die kleine Gruppe zu. Hey, gut euch zu sehen. Schöne Ferien gehabt? fragte sie mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen.
      Remember, there's no 'I' in team. But there's a 'U' in cunt
    • Nachdem das Wichtigste ausgetuascht wurde machte sich Amy daran einen guten Freund zu suchen. "Aurea! Komm her!", rief sie ihre Begleiterein. Der mächtige Steinadler, der sich eben für den Finalen Stuzflug in die Höhe schrauben wollte, machte sofot kehrt und segelte in einer eleganten Kurve nach unten und landete direkt vor der Fee auf einer Stuhllehne.
      Etwas missmutig - dem "Happen für zwischendurch"-jagen entrissen - legte das Adlerweibchen den Kopf schief und krächzte leise. "Ich hab dir schon tausend mal gesagt, dass andere Feen nichts fürs Mittagessen sind!", tadelte Amy, "sag mal, hast du auf deinem Rundflug hier Vatra schon entdeckt?" Der Adler musste nicht antworten. Das wissende Funkeln in seinen Augen war Amy Antwort genug. "Zeig ihn mir!"
      Aurea breitete ihre Flügel aus, stieß sich mit ihren mächtigen Pranken von der Stuhllehne ab und erhob sich mit wenigen Schlägen ihrer Schwingen in die Luft. Es dauerte keine 10 Sekunden bis sie die Halle durchquert hatte und einige Meter über dem Kopf eines anderen Schülers kreiste. Den Fund bejubelte der Vogel mit einem lauten Schrei.
      Sofort flog Amy los. "Vaaaatraaaa!"


      Nach dem dritten Teller war Vatra dann angenehm gesättigt. Fearless verschlang noch eben den letzten Fisch und lies sich dann mit einem sehr entspannten tihiiiit auf den Rücken fallen und streckte die Beine in den Himmel. Hätte sich der kleine Bauch des Eisvogels nicht immer wieder ghoben und wieder gesenkt, hätte man annehmen müssen, er hätte sich überfressen und währe gestorben.
      Vatra bemerkte nur am Rande, dass Momo ihm die Hand zum Gruße erhob (ooc: zuwunk gnihihi). Er winkte zurück. Nettes Mädchen. Leider ließ sie sich viel zu sehr von diesem Aurel umgarnen. Der Magier mochte diesen Vampier nicht. Es war nicht so, als ob er schon viel mt ihm zu tun gehabt hätte, aber es reichte. Der kreisende Schatten störte ihn... Schatten? Er kannte diesen Schatten und er kannte den darauffolgenden Schrei des Steinadlers. Und Vatra wusste genau, was jetzt kommen würde. "Vaaaatraaaa!", schrie eine kleine rote Fee.


      "Hallo Amy", begrüßte Vatra seine Freundin. Der Greifvogel landete direkt neben Fearless und Amy setzte sich auf Vatras Schulter.
      "Und, wie waren deine Ferien?", fragte der Magier, in der Hoffnung sie würde sich kurz fassen. Die Fee freute sich über diese Frage. "Ich hab einen gaaaanz tollen Burbon versuchen können! Wir müssen unbedinkt zusammen in dieses Lokal gehen! Es ist in Galway. Das liegt an der Westküsste von Ir..."
      Vatra Überflog indes den Tisch, ob er nicht doch noch etwas essen sollte. Doch sein Magen protestierte. "...Jedenfalls musst du mich da hin mal einladen! Das ist ja so ein schönes Lokal!"
      "Muss ich das, ja?", fragte er etwas missmutig. Er mochte Amy, doch konnte sie hin und wieder ganz schön nerven. Besonders wenn sie wieder...
      "Ja. Das tust du doch für die Liebe deines Lebens. Oder?", fragte die Fee, flog auf Augenhöhe und zwinkerte während sie einen Schmollmund machte. Vatra brummte genervt.
      "Ich mag dich Amy. Aber mehr auch nicht", antwortete er, "Außderdem. Wie sollte das denn funtkonieren? Du bist ja gerade mal so groß wie..." "Lass stecken!", konterte die Fee. Diesen Vergleich brauchte sie nun wirklich nicht! "Wart nur! Vielleicht lehrt uns die neue Lehrerin ja wie wir Feen uns in Menschen verwandeln!" sagte Amy, "Dann reden wir noch mal drüber!"
    • “Tjaaa, wir lernen eben extra viel“, erwiderte Tim grinsend. “Aber ja, es ist auch im Gewächshaus 4. Bin mal gespannt ob wir irgendwelche seltenen oder gefährlichen Pflanzen zu sehen bekommen“
      Er wandte sich an Aurel. “Oh man, ich würd bei den Fächern vermutlich sofort einschlafen, also Respekt dass du das durchhälst“
      Auf die Frage des Vampirs wandte der Teenager seinen Kopf und blickte ebenfalls zu dem Mädchen mit den schwarzen Haaren.. mit ziemlich vielen Haaren, an ziemlich vielen Stellen.
      “Indien, hm..“ Das erklärte zumindest ihre Kleidung.
      “Sie sieht iiiirgendwie.. schlecht gelaunt aus“, stellte er fest.
      Dann wurde er allerdings auch schon von Lia abgelenkt, die sich ihrer Gruppe angeschlossen hatte.
      “Hey! Wie immer ein bisschen zu kurz, aber wirklich toll. Und bei dir?“

      Svana wusste gar nicht, wieso sie überhaupt noch hier saß. Andauernd wanderten ihre Augen zu Aurel und Momo hinüber. Mittlerweile hatten sich schon einige Leute aus der 7. Klasse um sie versammelt. Sie sahen so gut zusammen aus. Ein hübsches Paar, beliebt, glücklich. Das junge Mädchen spürte ein leichtes brennen hinter den Augen, doch sie würde jetzt nicht weinen. Nicht jetzt, nicht hier, wo jeder sie sehen konnte!
      Sie zuckte zusammen, als sie etwas schweres und warmes auf ihren Füßen spürte. Verwirrt blickte sie unter den Tisch und sah..
      “Lucius?“Natürlich wusste sie, wem das sonderbare und seltene Tier gehörte, auch wenn sie selten mit Ilias sprach. Sie bückte sich und hob das Hasenähnliche Wesen auf ihren Schoß. Vermutlich war er Ilias entwischt. Svana blickte sich im Saal nach ihrem Klassenkameraden um.
      Dabei viel ihr Blick wieder einmal auf Aurel und Momo... und in ihr krampfte sich alles zusammen. Sie küsste ihn! Momo küsste Aurel!
      Dass es nur ein Küsschena uf die Wange war, interessierte Svana nicht. Für sie war es der endgültige Beweis dafür, dass die beiden zusammen waren, dass ihre Hoffnungen lächerlich waren!
      Wieder brannte es in ihren Augen und ihre Sicht verschwamm kurz. Sie setzte den Wolpertinger vorsichtig auf dem Tisch ab, dann stand sie auf und ging raschen Schrittes in Richtung Ausgang. Auf den letzten Metern verfiel sie in ein halb gehendes, halb rennendes Tempo. Es war ihr egal, ob man hier hinterher starrte.
      Sie stürzte aus dem Saal und eine Treppe nach oben, bloß weg von all den Leuten, irgendwohin, wo sie allein sein konnte. Schließlich blieb sie stehen, lehnte sich gegen eine Wand und begann leise zu weinen.
      Das war doch dumm! Das war doch albern! Wieso weinte sie?! Sie hatte nie ein Wort mit Aurel gewechselt, er wusste doch vermutlich nichtmal, dass sie existierte. Sie hatte sich Hoffnungen gemacht, sich albernen Träumereien hingegeben und natürlich war alles vollkommen unrealistisch gewesen. Das hatte sie doch immer gewusst, eine kleine Stimme in ihrem Kopf hatte es ihr immer zugeflüstert, auch wenn sie es nicht hatte hören wollen! Wieso weinte sie jetzt also?!
      Wieder spürte sie etwas warmes schweres zu ihren Füßen. Shila. Der Polarfuchs musste draußen gewesen sein, oder hatte sich vielleicht ein wenig im Schloss umher getrieben. Auch Shila war gerne mal allein, so Svana.
      Das junge Mädchen kniete sich vor das Tier und streichelte das weiße wunderschöne Fell. Ihr Fuchs schien zu merken, dass sie unglücklich war. Er leckte ihr über die Hand und winselte leise.
      “Ich bin so dumm, Shila“, murmelte Svana leise. “Hoffentlich hat es niemand bemerkt“
      Sie stand auf. Zurück in den Saal wollte sie auf keinen Fall, aber genauso wenig wollte sie jetzt in ihr Zimmer und dort vor sich hin trauern. Allerdings gab es noch eine andere Möglichkeit für sie. Um ihren Hals hing ein Schlüssel. Ihr Orchesterleiter hatte ihn ihr gegeben, weil sie eh fast immer die erste bei den Proben war, damit sie schon einmal in den Raum konnte. Ihre Instrumente lagen schon in ihrem Zimmer, also machte sie sich zuerst auf zum Turm der Elfen. Shila folgte ihr auf Schritt und Tritt, anscheinend wollte der Fuchs seine Herrin heute nicht mehr allein lassen. In ihrem Zimmer angekommen, überlegte Svana ob sie die Querflöte oder die Mandoline mitnehmen sollte, entschied sich aber für Letztere. Sie fühlte sich vom weinen immer noch etwas atemlos.
      Mit dem vertrauten Gewicht des Instrumentenkoffers in einer Hand und ihrem Fuchs an ihrer Seite, machte sie sich auf zum Orchesterraum.
      Sie bog gerade um eine Ecke, da tönte ihr Musik entgegen. Svana runzelte die Stirn. War denn noch jemand auf die Idee gekommen, sich hierhin zurück zu ziehen. Eigentlich hatte sie gedacht, dass alle noch unten im Saal wären. Und wieso stand die Tür offen?!
      Da stimmte doch etwas nicht..
      Das junge Mädchen kam näher und lauschte der Melodie, die aus dem Raum erklang. Es klang.. traurig, unsagbar traurig. Svana musste bei dieser Musik an ihren eigenen Herzschmerz denken, doch diese Musik erzählte von mehr als einer unglücklichen Liebelei.
      Mit langsamen und vorsichtigen Schritten ging Svana auf die leicht geöffnete Tür zu und stieß sie auf. Ihr Blick fiel auf ein rothaariges Mädchen, welches ein wenig jünger als sie selber sein musste.
      “Was machst du denn hier?“, fragte sie verblüfft. Sie kannte das Mächen nicht, sie spielte auch nicht im Orchester. Wie war sie also hier herein gekommen?
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      Everyday you fight like you're running out of time, like you're running out of time,
      Are you running out of time?!



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