KGW #3 Eure Geschichten

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  • sodale dann mach ich einmal den Anfang 8-)

    1. Dezember 2:34 pm AWST

    Unbeirrt von den laut knatternden Rotorblättenr über ihm starrte Snarri aus dem Fenster des Hubschraubers und ließ seinen Blick über den Felsen schweifen über dem sie gerade flogen.
    Dann hob er seine linke Hand ans Ohr und sprach mit gedämpfter Stimme.
    „Alles sicher, wir gehen jetzt runter.“
    Er bedeutete dem Piloten des Hubschraubers mit der Landung zu beginnen und sah über die Schulter zu seinem Teamkollegen Sigur, der sich an einen der Sitze gegurtet hatte und fest die Zähne zusammenpresste, damit Snarri nicht merkte, wie er zitterte.
    „Agent Sigur!“
    „Ja?“ fragte der Angesprochene schüchtern.
    „Alles in Ordnung?“
    „J-jawohl... S-sir!“ Zackig salutierte er.
    Ein kleines Lächeln erschien auf Snarris Gesicht. „Na dann... Du wirst schon sehen, dass hier wird ein Kinderspiel. Reinste Routine: wir gehen da runter, holen diesen alten Sack und sind schneller wieder weg als Blitz scheißen kann.“
    Lässig zog der Wichtel eine Sonnenbrille aus der Innentasche seines schwarzen Sakkos und setzte sie auf seine überlange Nase.
    Danach rückte er die knallrote Mütze auf seinem Kopf zurecht, sodass die Glocke an ihrer Spitze leise klirrte und griff nach dem Öffnungsmechanismus der Hubschraubertür.
    Sigur hatte unterdessen auch eine Sonnenbrille hervorgeholt und versuchte sie zitternd an ihren Platz zu bekommen. Beim dritten Versuch schaffte er es schließlich die Brille auf seine Nase zu setzen, gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie sein weitaus erfahrener Teamkollege die Tür aufriss und hinaus in das gleißende australische Sonnenlicht sprang.
    Hastig schnallte er sich ab und wollte Snarri hinterher, doch noch bevor er den Hubschrauber durchquert hatte drang dessen Stimme ans ein Ohr.
    „Sigur, nimm den Koffer mit!“
    Noch immer leicht zitternd sah der junge Wichtel sich um, erkannte keinen Koffer in der Nähe und nahm erst einmal die Sonnenbrille ab. Da entdeckte er was er gesucht hatte und griff nach dem kleinen silbernen Stahlkoffer der an der Hubschrauberwand befestigt war.
    „Was dauert das denn so lange?“ schnarrte Snarri von draußen. „Denkst du wir haben bis Ostern Zeit?“
    Ein zwei Handgriffe später hatte Sigur den Koffer von den Sicherheitsvorkehrungen befreit und sprang ins freie. Besser gesagt: er fiel dem Koffer hinterher.
    Nachdem er sich aufgerappelt und den Sand von seinem Sakko geklopft hatte, sah er sich einem streng drein blickenden Snarri gegenüber.
    „Wieso trägst du deine Sonnenbrille nicht Agent? Hab ich dir nicht hundertmal gesagt, dass unsere Augen die australische Sonne nicht vertragen?“
    Hastig folgte Sigur der Aufforderung und eilte dann dem anderen Wichtel hinterher der bereits die Felsnadel hinunter auf das Meer zu schritt.
    Snarri ging hoch erhobenen Hauptes auf einen Klappstuhl zu, der mitten auf dem wunderschönen Strand stand.
    Der Klappstuhl war rot und verdeckte die Person, die auf ihr lag. Einzig der Cocktail in ihrer rechten Hand war zu erkennen, ebenso wie das knallrote Surfbrett, welches wenige Meter weiter im Sand steckte auf dessen Spitze aus irgendeinem Grund einige Glöckchen befestigt waren.
    Snarri ignorierte den schnaufenden Sigur hinter sich und trat neben den Stuhl.
    „Chef? Der Urlaub ist vorbei! Die Arbeit ruft!“ sagte er mit seiner schnarrenden Stimme und schaute zu dem großen Mann empor der auf dem Liegestuhl thronte.
    Er hatte eine nicht zu verleugnende Körpermasse und trug langes weißes Haupthaar sowie einen Bart.
    „Waaaas?“ fragte der Weihnachtsmann träge. „Schon wieder so spät?“
    „Jap,“ bestätigte Snarri. „1. Dezember, auf auf! Es gibt Arbeit für Sie!“
    „Ich will aber nicht,“ quengelte der Mann in den roten Badeshorts und verschränkte die Arme. „Dieses Jahr feier ich Weihnachten auf Australien!“
    Snarri verdrehte die Augen, was man unter der Sonnenbrille natürlich nicht sah.
    „Ohne euch gibt es kein Weihnachten Chef!“ sagte er und klang dabei wie jemand der geduldig versuchte einem kleinen Kind etwas beizubringen.
    „Na und?“ erwiederte der Weihnachtsmann gekonnt und schlürfte an seinem Cocktail. „Ich will aber nicht!“
    „Nun gut,“ sagte Snarri geduldig und nahm die Sonnenbrille ab. Dann schnippte er dreimal.
    Plötzlich erschien eine Wolke direkt über der Liege des Weihnachtsmannes aus der dicke weiße Schneeflocken fielen.
    Den ersten paar Flocken hielt er noch tapfer stand, doch dann wurden es immer mehr und plötzlich ging eine Bewegung durch den weißhaarigen Mann, der bisher krampfhaft versucht hatte ruhig dazuliegen.
    Wie besessen versuchte er die Schneeflocken von sich wegzuwischen und verschüttete dabei den letzten Rest von dem Cocktail über sich.
    Schließlich gab er auf.
    „Okaaaay,“ meinte er gedehnt. „Du hast mich überredet, ich komme mit...“
    „Ausgezeichnet,“ meinte Snarri und mit einem Schnippen verschwand die Wolke wieder.
    „Das war ein leichtes,“ meinte er augenzwinkernd zu Sigur und setzte gekonnt die Sonnenbrille wieder auf seiner Nase.
    Dann zog er eine Liste hervor und strich den obersten Namen durch. Ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht als er den nächsten Namen auf der Liste erblickte.
    „Na das wird ein Spaß.“
  • Das Feuer prasselte im Kamin, verströmte einen wohligen Geruch in der Luft und brachte Licht in diese dunkle Jahreszeit. Draußen hatte sich mittlerweile die Nacht entfaltet und der Mond tauchte die Schneelandschaft in ein düsteres Licht. Auf dem Holztisch standen Schüsseln, Teller und Tassen und nur die Reste ließen den Betrachter erahnen, welche Speisen vor kurzem noch gegessen wurden. Kinder liegen auf Fellen vor den Kamin und langweilen sich, während ein Großmütterchen strickt. „Oma, uns ist langweilig.“, erklang es wie ein Chor aus den Mündern der Kinder. „Kannst du uns nicht etwas erzählen?“
    Die Großmutter nickte nur still und schwieg. Die Zeit verfloss nur träge, im Takt des Klickens, welcher ihr von der Großmutter mit Hilfe der Stricknadeln vorgegeben wurde.
    „Ich denke, ich habe da etwas. Habe ich euch jemals erzählt wie ich dem Weihnachtsmann geholfen habe?“ Wieder riefen die Kinder im Chor: „Los, erzähl es uns!“ „Nun gut, hört gut zu und unterbrecht mich nicht, fragen könnt ihr nachher stellen.“ antwortete die Großmutter. „Also, es war so:
    Eines Tages hatte ich Lust mal eine Reise zum Nordpol zu machen. Ich wollte die erste Frau sein, die alleine den Nordpol erreichte. Also Packte ich meine Sachen, fuhr soweit es ging mit einem Schiff an den Nordpol heran und wanderte dann von dort in Richtung Norden. Nun müsst ihr wissen, dass der Nordpol, wo der Kompass hinzeigt, nicht dem entspricht, welcher wirklich der Nördlichste Punkt der Erde ist. So ist es verständlich, dass ich mich recht schnell verirrte und mein Proviant nach einiger Zeit verbraucht war. Die Hunde die ich mithatte hatte ich freigelassen, damit wenigstens sie etwas zu essen oder sogar zurück finden konnten. So irrte ich nun umher, ohne Möglichkeit zur Orientierung und ohne jeglichen Proviant. Ich gab schon fast den Gedanken an Rettung auf, als plötzlich etwas weit entfernt am Horizont auftauchte. Es sah in etwa so aus wie eine Kutsche mit Pferden davor, doch als es näher kam sah ich, dass die „Pferde“ Geweihe hatten und als das Objekt noch näher kam, sah ich, dass es eigentlich ein Schlitten mit Rentieren davor war. Solch einen prachtvollen und ungewöhnlichen Schlitten hatte ich mein ganzes Leben noch nicht gesehen! Er war prunkvoll geschmückt, hatte Glocken überall und wurde von 11 Rentieren gezogen und das Rentier ganz vorne hatte eine Rot leuchtende Nase. Als ob das nicht komisch genug wäre, saß in dem Schlitten ein in Rot gekleideter, dicklicher Mann mit großem weißem Rauschebart. Das überhaupt außergewöhnlichste an der ganzen Sache, war aber das der Schlitten flog! Es war der Weihnachtsmann! Nun, dazu müsst ihr noch wissen das die ganze Sache kurz vor Weihnachten war und ich diese Reise hauptsächlich deswegen machte um nicht mit meiner Familie Weihnachten feiern zu müssen. Dieses hoffnungsweckende Objekt flog nun auf mich zu. Ich winkte hektisch und tatsächlich: der Schlitten landete neben mir.“ „Aber dann hat der Weihnachtsmann ja dir geholfen!“ sagten die Kinder wiedermal wie im Chor. „Ich sagte doch ihr sollt mich nicht unterbrechen!“ sagte die Großmutter bestimmt aber dennoch freundlich. „Dazu komme ich schon noch. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja … der Schlitten mit dem Weihnachtsmann landete also neben mir und der Weihnachtsmann- er sieht im Übrigen wirklich so aus wie er immer in den Bildern zu finden ist- stieg aus dem Schlitten aus und ging auf mich zu, wobei er mich interessiert musterte. „Wohin des Weges?“ fragte er mich und ging einmal um mich herum. „Verkriechen sich die meisten Menschen in dieser Jahreszeit nicht eher in ihren Häusern?“ Ich brachte ein röchelndes „Hilf mir bitte“ hervor und fiel dann ohnmächtig in seine Arme, so erschöpft war ich vom laufen. Als ich wieder aufwachte sah ich keinen Himmel über mir, sondern eine Zimmerdecke. „Na, wieder wach?“ ertönte eine mir unbekannte, kindhafte Stimme neben mir. Ich drehte mich in dem Bett in dem ich lag und blickte einem Wesen, etwa halb so groß wie ein Mensch und von kindlichem aussehen, ins Gesicht. „Äh was?“ fragte ich, aber er war schon weggerannt und rief laut: „Sie ist wach!“. Sobald er fertig war-" Da klingelte es an der Tür. „Ich geh nur kurz und sehe nach wer das ist“ sagte die Großmutter. „Aber beeil dich Oma!“ riefen die Kinder wiedermal im Chor. Die Großmutter legte ihr Strickzeug weiter, welches sie, während sie erzählte, weiter benutzt hatte und stand auf. „Bis gleich.“ Sie ging zur Tür und man hörte leise wie sich 2 Leute unterhielten. Nach kurzer Zeit hörte man 2 Schüsse und einen erstickten Schrei. Die Kinder saßen angstvoll in einer Ecke und wimmerten vor sich hin. „Ich hatte sie gewarnt. Hohoho!“ ertönte eine tiefe Stimme kurz danach über dem Haus und man hörte sich entfernende Glöckchen.


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