NC17 - Pure Fantasy (Arbeitstitel)

    • Fantasy

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    • danke der Nachfrage Bloodi, mir gehts gut ^^
      das Eve etwas "merkwürdig" ist, das hat seinen guten Grund... und nen es ist nicht das Frauentypischer :P

      ---

      Behutsam blicken sie über die Kante des Abgrundes. Die Fackeln konnten kaum die Dunkelheit erhellen, die sich vor ihnen auftat.
      "Und nun?", fragte Lazarus. "Sieht so aus als ob wir hier im Tunnel dann fest sitzen, ich meine wir können ja schließlich schlecht ein meterbreites bodenloses Loch im Boden überspringen."
      Isaak stand auf und klopfte seinen Hintern ab und sah noch einmal in den Abgrund. "Tja, wir könnten versuchen ein Seil zu spannen, aber ich habe keine Idee, wie wir es befestigen sollen, geschweige denn es erst einmal darüber zu schaffen."
      Eve zupfte Lazarus kurz am Ärmel und beutete mit ihm kurz unter vier Augen zu sprechen, worauf sie gleich flüsternd eine interessante Bemerkung machte.
      "Weist du, eigentlich könntest du uns doch mit Magie helfen, oder?"
      Der Magier dachte kurz darüber nach und blickte zu Isaak und den Männern, die von der Crew mitgekommen waren. Ein paar schauten in den Abgrund und tauschten Ideen aus, wie man wohl am besten da rüber käme. Doch alle Ideen waren zum scheitern verurteilt, so dass Lazarus sich räusperte um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
      "Isaak? Ich könnte vielleicht das Problem lösen..."
      Der Luftschiffkapitän schaute den Magier belustigt an. "Wie denn? Können sie etwa zaubern und uns eine magische Brücke erschaffen, sodass wie da rüber können?"
      Eine verlegenes Lächeln legte sich auf seine Gesichtzüge als Lazarus antwortete. "Genau das."
      Verwirrt blickte Isaak den Magier an. "Wie bitte? Sie ... sie meinen das ernst? Also .. .sie ... ich meine Sie können zaubern?"
      Es schien als hätte der Ärmste mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass einer seiner Reisebegleiter ein Magier ist.
      "Na gut", meinte Issak, der das alles noch nicht so recht glauben wollte. "Dann tun sie was immer sie tun müssen."
      Eve trat zu Lazarus und hielt ihn kurz zurück. "Was hast du nun vor? Wie willst du es anstellen?"
      Aus seiner kleinen Reisetasche holte der Magier seine besonderen Handschuhe hervor und zog sie an, dabei immer den Abgrund betrachtend.
      "Gute Frage. Ich denke ich werde etwas Sand aus den Wänden des Loches nehmen und daraus eine schmale Stabile Brücke bilden. Das dürfte auch nicht den Tunnel an sich gefährden... tretet zurück."
      Die anderen traten zurück und Lazarus machte sich daran seine Magie zu wirken. Er kniete sich hin und nahm etwas Sand vom Boden auf. Dann blies er den Sand in Richtung der Grube und murmelte einige Zauberformeln. Die Sandkörner schwebten auf die Grube zu, fielen aber nicht hinein sondern sammelten sich auf Höhe des Bodens. Weiterer Sand strömte von den Wänden der Grube herauf und nach und nach bildete sich eine schmale bogenförmige Brücke über dem Abgrund.
      Staunend standen Isaak und seine Kameraden da, während Eve wissend lächelte.
      "Also dann, wir können weiter gehen.", sagte Lazarus und deutete auf die Brücke. Mutig schritt er voran und überquerte den Abgrund während die anderen zögerlich nach und nach folgten. Die Reise ging weiter.

      Unwegsames Gelände, steile Abhänge und scharfe Steinkanten machten das Vorankommen nicht gerade einfacher, aber mit vereinten Kräften, hier und da einer helfenden Hand und einem erfahrenen Isaak als Wegweiser konnte sie erstmal nichts aufhalten. Erstmal? Ja, in der Tat gab es auch für das Expeditionsteam einen Punkt, an dem sie nicht weiter wussten. Der Weg führte immer tiefer in die Höhle hinein und mündete schließlich in einem kleineren Abschnitt aus dem kein sichtbarer Weg weiter führte. Der Boden war mit eiskaltem, kristallklarem Wasser bedeckt und formte mitten in der Wüste – wenn auch einige Meter unter der Oberfläche – einen kleinen See. „Perfekt um darin ein oder zwei Runden zu schwimmen, aber wo geht’s weiter?“, wollte Lazarus wissen. Isaak sah sich um, tat einige Schritte nach dort und einige Schritte wieder zurück. Er sah sich um als würde er den Höhlenabschnitt mit dem See genauestens studieren und mustern. Wenn sich jemand am Kopf kratzte konnte das mehrere Beweggründe haben, aber Isaak sollte es vermutlich das Nachdenken symbolisieren. „Bist du dir sicher, dass es überhaupt weiter gehen soll? Nicht das wir bereits an dem was sie beide suchen vorbei marschiert sind?!“, gab Isaak zu bedenken.
      „Nein, nein. Ich bin mir relativ sicher, dass es noch weiter gehen muss.“, erwiderte er selbstsicher.
      „Sieht ganz so aus als ob wir tauchen müssten!“, meinte einer der anderen Expeditionsmitglieder und deutete in das Wasser. „Wenn ihr genau hinseht, könnt ihr einen kleinen Tunnel erkennen. Ich bin mir sicher, dass es ein Tunnel ist!“, fügte er hinzu.
      „Ihr wollt tauchen?“, hakte Eve skeptisch nach. „Man kann nicht mal feststellen wie lang der Tunnel ist und ob dort evtl. Hohlräume sind zum atmen.“
      „Wir haben doch einen Magier dabei, er soll uns einfach verzaubern sodass wir nicht zu atmen brauchen.“, schlug einer der Männer vor. Lazarus hob beschwichtigend die Hände. „Ich bin zwar Magier, aber ich kann auch nicht alles. Wir müssen uns zwangsläufig etwas anderes überlegen.“, antwortete er.
      s.147

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Darth Lazarus ()

    • Fortsetzung *megafreu*
      Und ich hab das auch noch selbst mitbekommen *stolzbin*

      Aber zurück zum wesentlichen...
      Freut mich dass ihr nach all er Zeit wieder weiterschreibt. Ihr habts da ja ein paar nette Enthüllungen gemacht. Das mit dem Räume verdunkeln, einmal wirklich gezeigt was es heist sein Blut einer Vampirin gegeben zu haben und was Laza so alles zaubern kann. Mir hats gefallen ;)
      Bin ja schon gespannt wie es weitergeht mit Laza von dem als Magier jetzt natürlich eine Problemlösung erwartet wird.

      lg
      Sek
    • "Ich werde gehen", sagte einer der Männer von Isaak. Alle zusammen hatten einen Plan ausgeheckt, der vor sah, dass einer in den See hinabtauchte und schaute, ob der Unterwassertunnel wirklich weiter geht und wenn ja wohin dieser führte. Der Mann band sich das Seil um die Hüften und atmete noch mehrfach tief durch, bis er dann schließlich langsam ins Wasser ging.
      "Es ist etwas kühl, aber auszuhalten ...", sprach er noch bevor er dann unter der Wasseroberfläche verschwand. Sollte etwas passieren, konnten die anderen, die nun das Seil in den Händen hielten, den Taucher wieder ans Land ziehen.
      Stille herrschte in der Kammer des unterirdischen Sees und die Sekunden verstrichen quälend langsam, während der undeutliche Schemen des Tauchers sich dem Tunneleingang nährte.
      "Was ist das?", fragte Eve erschrocken und deutete auf eine andere Stelle im Wasser, die nicht all zu fern von dem Taucher war. Lazarus schaute alarmiert zu der Stelle und sah noch, wie ein Schatten flink Unterwasser entlang huschte und dann auch im Tunnel verschwand, wo gerade wenige Sekunden vorher der Taucher ebenfalls hinein schwamm.
      Alle starten angespannt auf das Wasser aber nichts geschah. Das Seil hing schlaf in ihren Händen und wurde weiter langsam vom Schwimmer ins Wasser gezogen.
      "Wahrscheinlich war das nur Einbildung", sagte Isaak unsicher, doch sowohl Eve als auch Lazarus schüttelten den Kopf. Doch bevor einer wieder was sagen konnte, spannte sich das Seil plötzlich und wurde fast aus ihren Händen gerissen!
      "Zieht ihn raus!", schrie jemand und alle packten mit an und zogen nach Leibeskräften an dem Seil, doch es entglitt immer wieder ihren Händen da es durch das Wasser rutschig geworden ist. "Schneller!", feuerte Isaak alle an und jeder verdoppelte seine Anstrengung. Dann kam auch schon wieder der Taucher zum Vorschein, jedoch wand er sich Unterwasser und Blasen stiegen auf.
      Und dann sahen sie es ... irgendetwas hatte den armen Taucher gepackt und zog ihn unerbittlich unter Wasser. Das Wasser schäumte förmlich auf, als sie die kämpfenden immer weiter Richtung Land zogen. Mehrfach durchbrachen sie die Wasseroberfläche, doch alles ging so schnell und Gischt spritze auf, das nicht zu erkennen war, wer oder was den Mann gepackt hatte und zu ertränken versuchte.
      Ein Kurzer markerschüttender Hilfeschrei übertönte den Lärm doch ein reisendes Geräusch besiegelte das Schicksal von Isaaks Mann ... das Seil riss und das Ungeheuer zog ihn unter Wasser, hinein in den Tunnel.
      Vereinzelte Luftblasen stiegen noch auf und eine totenstille legte sich über den See, tief unter der Wüste.
      "Was zur Hölle war das?!", fuhr Isaak den Magier an und packte ihn am Kragen, Lazarus versuchte sich seinem Griff zu entwinden, doch wurde grob von dem Luftschiffkapitän zu Boden gestoßen.
      Eve hielt den aufgebrachten Mann zurück und redete beruhigend auf ihn ein, während sich Lazarus wieder aufrappelte und weiter auf das Wasser starrte.
      "Ich weiß es nicht.", gestand er. "Vielleicht eine einheimische Kreatur, doch das bezweifle ich. Habt ihr vielleicht bemerkt, dass dieses ... Monster nur aus Knochen bestand? Ich habe seine Pranken gesehen und was ich sah waren nur Knochen eines Skelettes..."
      Einer der Männer von Isaak stimmte dem zu.
      "Soll das heißen, das dort unten im Wasser ein untotes Ungeheuer darauf wartet, das ahnungslose Entdecker wie wir unseren Fuß ins Wasser halten?", fragte Isaak und wurde bleich im Gesicht.
      Lazarus nickte.

      „Ich glaube nicht, dass man das so bezeichnen kann. Wie oft wird es schon vorkommen, dass hier unten eine Expeditionsgruppe ist und diesen See durchqueren möchte?“, mischte sich Eve mit ein. „Ich denke es ist keine bösartige Kreatur die nur darauf wartet uns zu töten.“, vermutete sie und wurde prompt von einem der Männer am Kragen gepackt. „Glaubst du, hm? Hast du nicht gesehen was dieses Monster mit meinem Freund angestellt hat?“, schrie er ihr ins Gesicht.
      „Lass mich los!“, befahl sie mit ruhiger aber eindringlicher Stimme, während sie demonstrativ auf seine kräftigen Fäuste starrte. Er zögerte, aber schließlich ließ öffnete er den Griff. „Was ich sehe ist eine Gruppe von Störenfrieden, die einfach so das Wasser betreten hat und die darin lebende Kreatur aufgeschreckt oder gestört haben. Wir sollten uns etwas einfallen lassen.“
      „Etwas einfallen lassen? Er ist tot verdammt nochmal, tot!“, brüllte der Mann. „Beruhigen sie den Kerl, ich kann so nicht denken.“, meinte Eve zu Isaak und schnappte sich Lazarus am Arm. Sie zog ihn ein paar Schritte von den anderen fort.
      „Du bist Magier, gibt es irgendeine Art von Zauber um die Kreatur zu besänftigen, sie zu verjagen oder zu töten?“
      „Natürlich gibt es die…“, antwortete Lazarus mit gedämpfter Stimme. Er betonte jedes Wort einzeln, so als ob er gleichzeitig nach Möglichkeiten überlegte. „… aber dazu müsste ich das Ungeheuer sehen. Solange es im Wasser ist kann ich gar nichts tun.“
      „Gut, das ist schon mal ein Anfang. Kannst du das Wasser verschwinden lassen?“, fragte sie plump.
      „Ich kann es nicht einfach verschwi…“, begann er, stoppte sich jedoch selbst. „Vielleicht gibt es eine Möglichkeit durch das Wasser zu gelangen.“
      „An was denkst du?“, hakte Eve nach während sie sein Gesicht studierte.
      „Man könnte das Wasser verdampfen lassen. Ich alleine schaffe das allerdings nicht, dafür ist es zu viel. Aber vielleicht kann ich das Wasser teilen und so einen Durchgang schaffen. Die Kreatur müsste dann rein theoretisch in einer der beiden Wasserhälften eingesperrt sein. Wie in einem Käfig aus Wasser mit unsichtbaren Wänden.“, schlug er vor. Die Vampirlady schien nicht sonderlich begeistert davon zu sein, allerdings hatte sie keine besseren Ideen – was blieb ihnen also übrig.
      „Was heißt denn theoretisch?“
      „Theoretisch ist ein Synonym für – ich hab keine Ahnung, aber ich glaube das es so ist. Ich habe das auch noch nie in dieser Form gemacht, also weiß ich nicht was passieren wird.“
      Eve nickte langsam. „Gut, dann lass es uns versuchen.“
      Die Vampirlady ging zu den aufgebrachten und wild diskutierenden Männern, während sich Lazarus vor den unterirdischen See stellte und anfing seine Magie zu wirken.

      s.149
    • Hey ihr zwei, super Fortsetzung! Ich kann nicht erklären, woran es liegt, aber diese Stelle ist unglaublich spannend gestaltet.
      Das Expeditionsteam will unbedingt durch den See, aber dort ist etwas Unbekanntes. Und jetzt haben sie noch einen Mann verloren
      und das Team ist zwiegespalten. Fehlt ja nur noch, dass ein Paar von Isaaks Männern umkehren oder so.
      Lasst euch nicht zu viel Zeit mit der nächsten Fortsetzung, ich brauch meine tägliche Dosis ^^

    • "Nur die Ruhe Jungs, mein Freund arbeitet an einer Lösung des Problems.", versuchte Eve die Männer zu beruhigen, die sie nur fragend anstarrten und dann zum Magier blickten. Lazarus stand vor dem See mit ausgestreckten Armen und die Handflächen aneinander gelegt. Seine Augen waren geschlossen und sein Mund formte lautlose Zauberformeln, während er sich in Gedanken auf die Magie konzentrierte. Leichtes blaues Schimmern umgab seine Hände und es schien, als würde das Wasser langsam in Bewegung geraten.
      Der Schatten huschte wieder durch das Wasser und schwamm unruhig hin und her. Es spürte, dass etwas Unnatürliches vor sich ging. Doch das Monster konnte nichts gegen das was jetzt geschah unternehmen.
      Zuerst war es kaum zu sehen doch dann bildete sich eine gerade Furche im Wasser Richtung des Tunnels. Die Furche wurde immer Tiefer und leises Rauschen erfüllte die Höhle mit dem See.
      Isaak starrte ungläubig auf das Wasser. "Was macht er da?", fragte er fassungslos, doch Eve lächelte nur mit ihrem ach so typischen geheimnisvollen Lächeln, das Alles und zugleich Nichts sagte.
      Der Magier öffnete seine Arme und es schien, als würde er mit dieser Bewegung etwas zerteilen und tatsächlich teilte sich das Wasser endgültig und schaffte einen schmalen Durchgang zu dem Tunnel...
      "Schnell...", keuchte Lazarus. "Ich weiß nicht wie lange ich das Wasser so halten kann!" Eve nickte und stürmte schon voran, über den entstandenen Weg, hinab zum Tunnel. Mehrfach stolperten einige über den rutschigen Untergrund, doch nach wenigen Momenten waren alle im Tunnel angelangt, außer Lazarus. Der Magier schritt langsam den Weg hinab zu den anderen, da die Arme seitliche ausgestreckt, so als ob er wirklich das Wasser so aufhalten würde. Mit angespanntem Gesicht näherte er sich langsam dem Tunnel.
      Der Schatten des Monsters huschte entlang der rechten Wasserwand. Wie ein Löwe im Käfig tigerte das Monster hin und her, konnte aber nichts unternehmen, da Lazarus zusätzlich eine Barriere geschaffen hatte um für Sicherheit zu garantieren.
      Schließlich war er auch im Tunnel und drehte sich noch einmal um. Prüfend ging sein Blick über den Eingang des Tunnels, der aus massivem Stein bestand. Dann legte er ein kleines Objekt mittig auf den Boden. Es war ein winziges Amulett und Lazarus konzentrierte sich auf einen zweiten Zauber. Rauschend brachen die Wasserwände zusammen und Schreie der Verzweiflung hallten durch den Tunnel.
      Doch das Wasser strömte nicht herein. Von dem Amulett am Boden ging ein bläuliches leuchten aus und das Wasser bildete eine senkrechte Wand am Tunneleingang.
      Isaak kam wutschnaubend auf den Magier zu und schrie ihn an. "Was sollte das? Hättest du uns verdammt noch mal nicht warnen können, dass das Wasser uns nicht ertränken würde?"
      Der Magier stützte sich erschöpfte an der Wand ab und schüttelte den Kopf. "Nein konnte ich nicht. Ich musste das komplette Wasser da draußen halten, das Monster überwachen und dann noch einen Barrierezauber wirken, der erstmal für uns das Wasser aus den Tunnel fern hält. Es dann noch zu erklären wäre zu anstrengend gewesen und zudem hatte ich nicht die Zeit dazu."
      Mit grimmigem Blick ließ Isaak von Lazarus ab und drehte sich um. "Na gut weiter..."
      Der Magier drehte sich noch einmal zum Wasser um. Der Zauber würde nicht lange halten, das war sicher. Aber es sollte genügend Zeit sein, um das Ende des Tunnels zu erreichen.
      Kurz huschte das untote Wesen vorbei und es schien, als würde es den Magier böse mit seinen leeren Augenhöhlen anstarren. Eiskalt lief es Lazarus den Rücken runter und er drehte sich um, um den anderen tiefer hinein in den Tunnel zu folgen.

      Die Wände waren feucht und kühl. Glitschige Algen hatten sich diesen Ort als ihr Zuhause ausgesucht und erschwerten das Vorankommen, indem sie den ein oder anderen gerne mal ausrutschen ließen. „Mein Gott, wir hätten diesen Tunnel niemals tauchend durchqueren können.“
      „Wir hätten diesen Tunnel niemals durchqueren können?“, raunte es aus einer der vorderen Reihen. Der stämmig gebaute Kerl von vorhin war stehen geblieben und stierte Eve böse an. „Ein guter Freund von mir musste sein Leben lassen weil du auf die dumme Idee mit dem Tauchen gekommen bist!“, warf er ihr vor. „Tauchen war nicht meine Idee, wenn ich dich daran erinnern darf.“, blaffte sie zurück und ging zielstrebig auf den zornigen Mann zu. Isaak wollte sich schon umdrehen und dazwischen gehen aber Lazarus hielt ihn mit einem Kopfschütteln zurück. „Sie kommt allein damit klar. Wissen sie wie schwer es ist sich als Frau unter Männern zu beweisen? Wenn sie ständig jemanden hat der sie vor Konflikten beschützt wird sie nie den ihr zustehenden Respekt erhalten.“, gab der Magier zu bedenken, während er an der Seite von Isaak weiter den Tunnel entlang schritt.
      „Jetzt sind also auch noch wir daran schuld, dass Imeth tot ist, ja?“, fauchte der Kerl förmlich und versprühte dabei seinen Speichel wie eine Speikobra. „Das habe ich nicht gesagt und Schuldzuweisungen bringen uns auch nicht weiter.“ Eve antwortete nicht ruhig, allerdings schrie sie auch nicht. Stattdessen achtete sie eher auf die Körpersprache ihres Konfliktpartners und die sagte – ich hau dich gleich zu Brei. Gut, dass Eve ein Mädchen war das sich verteidigen konnte.
      „Jetzt pass mal gut auf du Bleichgesicht…“ Es war viel von dem Kerl zu erwarten, aber Bleichgesicht? Sollte das eine beleidigende, rassistische Äußerung darstellen oder war es mehr als Feststellung zu sehen? „… ich werde dir zeigen was es heißt mit dem Leben unserer Leute zu spielen.“, fauchte er und holte mit der Faust aus.
      Isaak und Lazarus bildeten die Front des Expeditionsteams und trotzdem bekamen die beiden den Streit ganzen hinten in der Reihe mit. Als der stämmige Bär nun tatsächlich zum Schlag ausholte mischten sich sowohl Isaak als auch Lazarus ein. Sie waren zu weit entfernt um noch etwas ausrichten zu können, aber Isaak schrie vor lauter Sorge um Eve nach hinten. Er wollte nicht, dass sie von dem Muskelprotz verprügelt wurde. Lazarus hingegen mischte sich aus Sorge um eben diesen Muskelberg ein. Er wusste schließlich mit wem er es zu tun hatte, der Schläger wusste das nicht.
      Sekunden später war es jedoch bereits zu spät. Die Faust des Mannes schoss ins Leere. Eve war zur Seite gewichen und setzte gekonnt einen Hebelgriff am ausgestreckten Ellenbogen an. Mit wenig Druck auf das empfindliche Gelenk zwang sie den Zornigen mit dem Gesicht an die feuchte Wand. Sie hätte ihm jetzt noch in die pechschwarzen Haare greifen und die Nase gegen die harte Felswand schlagen können, aber diese übertriebene Gewalt führte ja zu Nichts.
      „Beruhigen sie sich, ok?! Ich habe nicht mit dem Leben ihres Freundes gespielt und es lag auch nicht in meiner Absicht, dass er stirbt. Ich habe den Tauchgang nicht vorgeschlagen, allerdings möchte ich die Schuld auch nicht von mir weisen, ich hätte schließlich – wie jeder andere auch - etwas einwenden können. Der Verlust ihres Freundes ist tragisch, aber nicht mehr rückgängig zu machen. Wir befinden uns einige Meter unter der Erde, über uns ist nichts außer Sand und ein paar Kakteen. Die Lage in der wir uns befinden ist durchaus als gefährlich einzustufen und wir brauchen jeden Mann mit vollster Konzentration bei der Sache. Jetzt reißen sie sich zusammen und fokusieren sie sich. Trauern können sie wenn wir es lebend hier raus geschafft haben!“
      Eve’s Worte waren ernst und eindringlich. Hätte sich der Kerl auch nur für den Bruchteil einer Sekunde gewehrt hätte sie ihm vermutlich den Arm gebrochen und da er das wusste, tat er alles Mögliche um sich tatsächlich ein wenig zu beruhigen.
      Der Tunnel war schließlich ohne weitere Vorkommnisse passiert und auch der weitere Weg zeigte sich bis auf die üblichen Hindernisse als außerordentlich ruhig.


      s.151

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von StrayCat ()

    • Und Moses Lazarus teilte das Meer den See.
      Hat mir wieder sehr gut gefallen.
      Ich bekomm aber das Gefühl nicht los, dass die Ausdrucksweise nicht ganz auf dem gewohnt hohem Niveau ist.
      Weiß nicht, wie die anderen Mitleser das sehen. : >
    • diese szene konnt ich mir einfach nich verkneifen :D
      Qualitätsverlust in der Ausdrucksweise? hmmmm ... schwer zu sagen, da die Geschichte über langem Zeitraum fortgeführt wird kann es schon sein das die Qualität schwankt o.ô

      weiter gehts:

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      Schweigsam waren sie weiter gegangen und merkten, dass es im Tunnel leicht bergauf ging. Schließlich erreichten sie das Tunnelende, eine uralte gemauerte Kammer mit einem riesigen steinernen Tor, welches jedoch geschlossen war. Isaak und seine Männer wurden unruhig, als sie das Tor sahen, und was darauf eingemeißelt war.
      Ein fünfzackiger Stern, mit der Spitze nach unten, während in einem Kreis darum alte Runen waren. Dazu kam zu beiden Seiten des Tores ein großer Text mit Bildern von höllischen Gestalten.
      Eve sah Lazarus an und wirkte ebenso verunsichert. "Also ich weiß ja nicht was du denkst, aber für mich sieht das aus wie die Höllenpforte..."
      Alle in der Kammer schauten Eve mit angsterfüllten Augen an, alle außer dem Magier, der auf das Tor zuschritt und die Runen studierte.
      "Nein Eve.", murmelte er und drehte sich dann um, damit sie seine Lippen lesen konnte. "Nein Eve, so was wie die Höllenpforte existiert im eigentlichen Sinne nicht. Das hier ist was anderes. Schau genauer hin! Erkennst du nicht die Schriftzeichen?"
      Die Vampirlady trat näher heran und besah sich ebenfalls die Runen und Schriftzeichen genauer. "Du hast Recht ... es ist die selbe Sprache."
      Ein Räuspern ging durch den Raum und Lazarus schaute verdutzt zu Isaak, der auf sich aufmerksam machen wollte.
      "Kann mir mal bitte einer von euch beiden erklären was hier gespielt wird? Was ist das für eine Pforte? Wo führt sie hin und warum kennt ihr diese Schrift?" Der Mann deutete mehrfach auf das Tor um seine Worte zu streichen.
      Das erste Mal seid langem lächelte der Magier wieder, denn er war wieder einen Schritt an seinem Ziel näher.
      "Isaak, wir sind genau da wo wir hin wollten. Ich hab doch gesagt, dass ich Ruinen einer bestimmten alten Kultur suche, erinnern sie sich?"
      Wieder das "Sie" zu verwenden nachdem man schon einmal ins "Du" gerutscht war, war doch schon merkwürdig, erkannte Lazarus nebenbei, als er Isaak erklärte was los war.
      "Wir haben gefunden was wir gesucht haben! Das ist der Eingang zu den Schatzkammern dieser alten Kultur!"
      Bei der Erwähnung des Wortes Schatzkammer horchten alle auf und war da nicht plötzlich so ein Funkeln in den Augen von Isaak?"
      "Aber", dämpfte Lazarus die aufkommende Euphorie, "ab hier wird es gefährlich. Die Schriftzeichen sagen, das der weitere Weg beschützt werde von Kräften die kein sterbliches Wesen verstehen kann. Ich spüre, dass starke Magie am Werk ist und obwohl sie so alt sein muss, ist sie mächtig!"
      Das Funkeln erstarb wieder in Isaaks Augen. Stattdessen zeigte sein Gesicht mehr die Zeichen von Wut und Zorn. "Gefährlich?", fragte er scharf.
      "Ich befürchte ja. Der Ort ist mit Schutzzaubern belegt. Uralte Magie die ich nicht ganz verstehe. Ich denke es ist besser, wenn ich allein weiter gehe."
      Eve stimmte ihren Freund zu, jedoch wollte sie mitkommen.
      "Bist du dir sicher?", fragte der Magier noch einmal nach und Eve nickte nur bestimmt.
      "Und wie kommen wir da nun hinein?" Das war die entscheidende Frage und Eve traf den Nagel damit auf den Kopf. "Ich meine ein Sesam öffne dich wird nicht reichen.", fügte sie noch spöttisch hinzu.
      Lazarus lächelte wieder. "Ich weiß schon wie wir da hinein kommen." Er schritt auf das Tor zu und legte seine Hand auf die Spitze der unteren Sternzacke. Die Linien des Pentagramms leuchteten kurz dunkelrot auf und verströmten ein unheilvolles Licht, doch dann entstand eine senkrechte Linie inmitten des Tores und die beiden steinernen Torflügel schwangen langsam nach innen auf.
      "So einfach?", fragte die Vampirlady erstaunt. "Nein Eve." kam die Antwort von Lazarus. "ich hab schon einen Zauber gewirkt aber das ist jetzt unwichtig ... sie dir lieber das an!"

      Eve trat an seine Seite und staunte über das was sie gefunden hatten.
      Zusammen mit den sich öffnenden Toren musste sich ein Mechanismus in Bewegung gesetzt haben, der nach und nach die goldenen Fackeln an der Wand entzündete. Langsam erhellten die Flammen den Raum und ließen als die prunkvollen Schätze wie von Geisterhand aufleuchten. Münzen, Juwelen, Kronen, Zepter, Ketten und Ringe prankten in Gold und Silber vor Ihnen. Der Raum war so gigantisch, dass Raum schon nicht mehr die zutreffende Bezeichnung dafür war. Die Halle bot alles was das Banditenherz begehrte. Rubine, Saphire, Smaragde – such dir etwas aus. Reichlich verzierte Säulen stemmten die Decke und schützten vor dem sicheren Einbruch der Sandmassen über der Expeditionsgruppe.
      Statuen von merkwürdigen, angsteinflößenden Kreaturen aus schwarzem Stein, möglicherweise Obsidian, standen wachend in großen Nischen in den Wänden.
      Bis eben wären sie zumindest als Statuen durchgegangen, aber mit jedem Schritt den die Expeditionsgruppe in die Kammer machte, wurden sie von den schwarzen Figuren mit deren Blick verfolgt. Synchron bewegten sich die Köpfe der Statuen und ließen scheinbar keine Bewegung außer Acht.
      „Die Figuren beobachten uns!“, sagte einer der Männer mit starkem Akzent, wobei Lazarus herum wirbelte. „Verdammt, ich hatte gesagt ihr müsst draußen bleiben!“
      „Zu spät.“, meinte Isaak beiläufig, als er eine der Schatztruhen öffnete und sich selbst mit Goldmünzen überhäufte.
      „Es ist vermutlich keine gute Idee das Zeug anzufassen.“, zischte Eve, doch jeder der dunkelhäutigen Kerle ignorierte sie und suhlte sich geradezu in dem Reichtum.
      „Lazarus?!“, bat sie ihn um Hilfe, wobei dieser nur abwinkte und sich einem riesigen Thron näherte. „Lass die Trottel wenn sie nicht hören wollen! Ich denke ich habe gefunden wonach wir gesucht haben.“, meinte er ehrfürchtig und zeigte auf den Thron hinter sich.
      Das Skelett eines Menschen saß auf dem Königsstuhl und umschloss mit seinen knochigen Fingern die unscheinbare Schriftrolle. Jedoch war das Skelett mehr als 3 Meter groß.
      „Ich hab kein gutes Gefühl.“, flüsterte Eve und sah sich aufmerksam um.
      S.153
    • Darth Lazarus schrieb:

      "Nein Eve.", murmelte er und drehte sich dann um, damit sie seine Lippen lesen konnte. "Nein Eve, so was wie die Höllenpforte existiert im eigentlichen Sinne nicht. Das hier ist was anderes. Schau genauer hin! Erkennst du nicht die Schriftzeichen?"
      Ich find's toll, wie akkurat ihr seid. Mir wär das gar nicht aufgefallen, dass Eve ja nur lippenlesen kann und ihn nicht verstanden hätte, aber ihr achtet genau drauf. Sehr gut.
      Auch schön, wie sich die Charaktere des Expeditionsteams mit jedem Abschnitt weiterentwickeln.
      Zunächst erschienen sie einfach nur entdeckungsfreudig und einfach freundlich. Dann werden sie irrational und gierig.

      Kleine Anmerkung noch:

      Darth Lazarus schrieb:

      , aber mit jedem Schritt den die Expeditionsgruppe in die Kammer machte,
      Vllt hättet ihr diesen Teil umschreiben können, so dass erst mit dem Satz des einen Mannes klar wird, dass die ganze Expeditionsgruppe gefolgt ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bloodth1rsty_Killer ()

    • Cassandra Vandales schrieb:

      Lelex schrieb:

      Gibt es noch irgendwo ne Fortsetzung? würde mich riesig freuen
      Ich fürchte nicht, ein Acc gelöscht, der andere inaktiv.

      Darth Cinis aka StrayCat aka Debonaire... das war mein früherer Account. Ich bin also wieder zurück. Allerdings habe ich keinen Kontakt mehr zu Darth Lazarus und auch schon seit Jahren nicht mehr an der Story mit ihm weitergeschrieben. Trotzdem schön zu sehen, dass unsere Geschichte hier noch steht und selbst gute 10 Jahre später noch gelesen wird.

      Ich habe die Geschichte allerdings noch auf meinem Rechner. Zuletzt hatten wir bis Seite 153 gepostet und ich kann noch bis Seite 158 anbieten. Danach endet die Geschichte aber leider auch in meiner abgespeicherten Version unvollendet.

      Wenn ich die Erlaubnis bekomme, poste ich nach und nach noch die restlichen 5 Seiten :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nummer_Zwei ()

    • Vielen Dank Cassandra :)

      Dann starte ich mal mit dem Anfang der letzten paar Seiten ^^ Viel Spaß beim lesen
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      Langsam stieg er die Stufen zu dem goldenen Thron empor und stand dann schließlich vor dem Skelett. Eve blieb am Sockel stehen und schaute sich nervös um. Ihr schien die ganze Umgebung nicht zu behagen und Lazarus konnte das gut nachvollziehen.
      Es war unheimlich, eine Totenstille umgab sie und selbst das Klirren des Goldes, wenn Isaak und seine Männer die Schätze durchwühlten, wirkte gedämpft. Dazu kam, dass die riesigen Statuen sie immer noch beobachteten.
      Zögernd streckte der Magier seine Hand nach der Schriftrolle aus, seinen Blick fest auf das Skelett gerichtet ... und das rettete ihm das Leben. Gerade als er das Pergament greifen wollte, schnappte die andere Skeletthand nach ihm und der Magier konnte gerade so dem Griff ausweichen.
      Das Skelett blieb jedoch sitzen und starrte ihn mit den leeren Augenhöhlen an und dann bewegte sich der Kiefer und eine leise, rasselnde und uralte Stimme ertönte, so als ob das Skelett sprechen würde.
      "Wer wagt es meine Ruhe zu stören? Welcher Narr will sich an den Schätzen des alten Reiches vergreifen?"
      Alle standen wie versteinert da und starrten das Skelett auf den Thron an, alle außer Eve. Sie blickte sich fragend und nervös um. "Lazarus was ist?"
      Der Magier schaute kurz zu ihr. "Das... Skelett... es spricht. Es ist genauso ein Untoter wie das Monster im See."
      "Ich bin kein Untoter!", donnerte die Stimme und die Menschen zuckten zusammen. Eve jedoch stand immer noch da und schaute fassungslos das Skelett an. Jedoch konnte sie nicht verstehen was es sagte, da es keine Lippen hatte, nur einen kahlen Schädel, wo schon einige Zähne im Kiefer fehlten.
      "Erklärt euch oder tragt die Konsequenzen Eindringlinge!" Als das Skelett diese Worte sprach, kamen zwei der schwarzen Statuen näher.
      Isaak und seine Männer ließen alles stehen und liegen, leerten ihre Taschen und ergriffen panisch die Flucht.
      Eve sah ihren Freund an. "Soviel dazu..."
      "Also", begann der Magier zu erklären. "Wir wollten nicht eure Ruhe stören und es war auch nicht meine Absicht euch zu beleidigen. Ich entschuldige mich für das plündernde Verhalten meiner Begleiter. Die dürften wohl erstmal nicht mehr kommen. Aber ich bin hier wegen der Pergamentrolle, die ihr in der Hand haltet."
      Das Skelett schaute kurz auf seine Hand, in der die Schriftrolle ruhte und sah dann wieder zum Magier.
      "So, ihr seid also hier wegen dem Schriftstück und nur deswegen?"
      Zögernd nickte der Magier. "Ja, das Gold ist mir ehrlich gesagt egal. Ich habe andere Dinge im Sinn als Reichtum."
      "Ich weiß", meinte das Skelett und lachte.
      Eve blickte verstört zwischen Lazarus und dem Skelett hin und her, da sie ja nur eine Hälfte von der Unterhaltung mitbekam.
      "Ihr... wisst es?", fragte Lazarus verwirrt nach. "Aber woher...? Ich meine wie kann das sein, dass ihr wisst warum ich hier bin?"
      Wieder erklang das raue Lachen und das Skelett legte den Schädel in den Nacken, sodass der Kiefer noch lauter klapperte.
      "Man kann keine 700 Jahre überdauern ohne an Langeweile zu Grunde zu gehen. Ich habe die Welt da draußen beobachtet. Mein alter Meister, möge er in Frieden Ruhen, hat mich hier als Wächter zurückgelassen, gab mir aber Fähigkeiten, sodass ich die Welt da draußen beobachten konnte. Schließlich kann ich hier nicht weg."
      Das Skelett deutete auf seine Füße und erst jetzt bemerkte Lazarus, dass dieser Wächter mit eisernen Fesseln an den Thron gekettet war.
      "700 Jahre? Das bedeutet ja... aber wie?", stammelte der Magier fassungslos.
      "Ja ich bin unsterblich in gewisser Weise. Mein Fleisch ist längst verrottet aber meine Seele lebt in diesen Knochen weiter, sodass ich auf ewig über diesen Ort wachen kann. Du Magier kennst auch schon eine Form der Unsterblichkeit."
      Die knochige Hand des Skelettes zeigte auf Eve und woraufhin die Vampirlady nervös auf der Stelle trat. Arme Eve, dachte sich der Magier.
      "Keine Sorge Eve, alles ist in Ordnung. Ich unterhalte mich gerade in Ruhe mit diesem Wächter."
      Ein unglückliches Lächeln legte sich als Antwort auf ihr Gesicht.
      "Ich kenn dich Magier, dich und deine Geschichte und ich gebe zu das ich deine Reise mit Neugier verfolgt habe. Insbesondere dann, als mir klar wurde, dass du letztendlich auch hier eintreffen würdest. Dein Ziel ist nobel. Aber..."
      Eine kurze Pause entstand und Lazarus fühlte die Blicke aller Wächterstatuen auf sich ruhen.
      "... die Sache ist die, dass mit diesen Schriftrollen große Verantwortung einhergeht. Zuviel Macht wohnt in diesem Pergament inne. Viel zu viel für einen einzigen Menschen. Ein Königreich ist schon deswegen brennend untergegangen und aus der Geschichte getilgt worden. Willst du riskieren, vielleicht die Menschheit an den Abgrund zu bringen?"
      Lazarus stand da und lauschte den Worten des Wächters. Er hatte sich schon Gedanken darüber gemacht, wie es wohl sein würde alle Schriftrollen der Verdammnis zu besitzen. Aber er wollte nur seinen Fehler wieder gut machen und diesen Dämon vernichten. Doch die Versuchung war groß und der Wächter wusste das.
      "Mein niemals müde werdender Blick wird auf dir ruhen, Magier. Ich werde deinen gesamten weiteren Weg beobachten und dich überwachen. Sollte ich merken, dass du von deinem Pfad abweichst, werde ich mir das Pergament zurückholen... aus deinen toten Händen."
      Bei diesen Worten musste Lazarus hart schlucken. Also würde der Wächter ihn weiter beobachten und bei geringsten Anzeichen, dass er die Macht missbrauchen würde, ihn umbringen. Er wollte lieber nicht darüber nachdenken, wie der Wächter dies anstellen wollte.
      "Und jetzt nimm die Schriftrolle und nichts anderes. Du hast noch einen schweren Weg vor dir. Aber ich muss dir noch etwas sagen. Das letzte Pergament wurde von seinem Ruheort gestohlen. Es befindet sich im Besitz von Jemandem, den du gut kennst. Aber dunkle Mächte sind am Werk, sodass ich nicht eingreifen kann. Ich kann auch nicht mehr sehen wo sich die letzte Pergamentrolle befindet.
      Geh also zurück zur Hauptstadt des Westens und suche den Grund allen Übels!"
      Die Schriftrolle nun in der Hand haltend sah Lazarus das Skelett an. "Jemanden den ich schon gut kenne? Aber wer denn? So sagt mir bitte wen ich suchen muss!"
      Doch das Skelett schwieg und rührte sich nicht mehr.
      Unter dem wachsamen Blick der Statuen gingen Eve und Lazarus wieder nach draußen, wo Isaak und seine Männer kreidebleich warteten.
      "Lasst uns endlich verschwinden." sagte Isaak. "Ich hoffe Magier, sie sind zu frieden. Ich habe einen Mann verloren und der Rest ist zu Tode verängstigt!"
      Schweigsam machten sie sich auf den Rückweg. Aber Lazarus war in Gedanken immer noch bei dem Gespräch mit diesem Wächter. Jemand den er kannte hatte die letzte Schriftrolle und er sollte zurück zur Hauptstadt des Westens. Langsam ahnte der Magier, dass eine frühere Vermutung nun zur bitteren Wahrheit wurde.


      S. 155
    • Der Rückweg war beschwerlicher als der Weg bis zur Schriftrolle. Lazarus teilte am Ende des Tunnels das Wasser erneut, wobei die Kreatur darin keine Anstalten mehr machte sich an ihnen zu laben. Schließlich gelangten sie über die sandige Brücke, die über den Abgrund führte, wobei der Magier die erschaffene Brücke hinter der Gruppe wieder verschwinden ließ.
      Die Höhle war nach einigen mühsamen Überwindungen von Klippen, Steinen und Kanten ebenfalls relativ verlassen, aber nun fand sich die Gruppe im schwarzen Nichts wieder.
      Die Sonne war längst untergegangen und vom Schein des Mondes war nichts zu sehen. Gut, dass sie noch die ein oder andere Fackel dabei hatten, sonst wäre der restliche zweistündige Weg zum Wanderparkour der Blinden geworden.
      „Welch Glück, dass das Luftschiff noch da steht wo wir es gelassen haben.“, freute sich Isaak. Man merkte direkt wie ihm ein Stein vom Herzen fiel und die Erleichterung von ihm Besitz ergriff. „Haben sie denn keinen Mann auf dem Schiff zurückgelassen um darauf aufzupassen?“, wollte Eve wissen, wobei sie nur einen bösen Blick erntete. Offensichtlich hatten die beiden Abenteurer bei Isaak und seinen Männern keinen Stein mehr im Brett.
      Mehrere Tage benötigten sie für die Rückreise, wobei Lazarus und Eve sich in den unteren Kojen einschlossen und sich vom Rest der Gruppe isolierten. Eve hauptsächlich aus Schutz vor der Sonne und Lazarus begann sofort mit der Übersetzung der zweiten Schriftrolle. Er hoffte natürlich wichtige Hinweise darin zu finden, aber diese Rolle zeigte sich noch ein wenig schwieriger zu lesen als die Erste.

      „Wir verlangen nichts von ihnen, außer dass sie sich soweit wie möglich von uns und diesem Institut entfernen.“, äffte Eve Isaak nach und drehte sich nochmal zu dem Gebäude mit der riesigen Kuppel auf dem Dach um. „Das Skelett scheint diesen armen Männern tatsächlich den Rest gegeben zu haben. Sie verfluchen und fürchten uns nun genauso wie die Kreatur im Wasser“, meinte sie etwas bedrückt.
      „Die Burschen werden sich schon wieder von ihrem Schock erholen. Ich bin mir sicher, dass sie den Ort von ihren Karten streichen oder zumindest vermerken, dass man auf keinen Fall dort runter gehen sollte. Außerdem haben wir unser Geld zurück bekommen, das hat doch was!“, grinste Lazarus und hielt die Geldscheine demonstrativ in die Luft.
      „Na da haltet ihr ja genau das Richtige in den Händen!“, zischte plötzlich eine andere Stimme durch die Dunkelheit. Dunkelheit? Ja richtig. Die beiden Höhlenforscher waren nicht nur bei Nacht aus der Wüste geflüchtet, sondern nach mehreren Tagen auch wieder bei Nacht in Kel-Morin gelandet.
      Lazarus hielt inne und packte Eve am Arm. Sie hatte den Mann hinter ihnen in der Düsternis nicht gehört und wäre sonst vermutlich weiter marschiert. „Was ist denn?“, wollte sie wissen und ließ sich von dem Magier herumdrehen. Jetzt konnte sie den Kerl sehen. Er hatte die Statur eines Profiwrestlers und ein kantiges Gesicht. Der schwarze Vollbart ließ den Mann noch wuchtiger wirken als er vermutlich eh schon war.
      „Wenn ihr Opfer sucht, solltet ihr wo anders suchen!“, fauchte Lazarus abwehrend, aber den Fremden schien es nicht sonderlich zu beeindrucken. Ein dröhnendes Lachen drang aus seiner Kehle, das so gruselig war, dass es selbst dem Magier die Nackenhärchen aufstelle.
      „Warum sollte ich mir andere Opfer suchen? Weil ihr ein Magier in Begleitung eines dreckigen Vampirs seid? Wir wissen wie man mit Leuten wie euch umzugehen hat“, grinste er und zückte einen silbernen Dolch, während noch ein gutes Dutzend an Männern aus den Gassen zwischen den Häusern hervordrängten.


      S. 156
    • „Wir sollten uns was einfallen lassen!“, meinte Lazarus leicht besorgt zu Eve als er auch schon dem ersten Angriff ausweichen musste. Das Wurfmesser zischte an seiner Schulter vorbei und landete klimpernd auf dem unbarmherzigen Steinboden.
      Der Magier wirbelte automatisch herum um den entsprechenden Angreifer zu fixieren, als auch schon aus der anderen Richtung eine Klinge angeflogen kam. Eve konnte das Messer abwehren, wurde dabei allerdings von der silbernen Schneide gestreift. Ein feiner roter Streifen zog sich über ihr Handgelenk und zeugte von ihrer Verwundbarkeit.
      „Wir müssen kämpfen!“, zischte Eve über die Schulter zu ihrem Weggefährten. Die beiden standen inzwischen Rücken an Rücken und versuchten die auf sie einschlagenden Bastarde so gut es ging abzuwehren, wobei sie nicht nur heftig austeilten, sondern auch einstecken mussten.
      In der Regel war eine Verteidigung gegenüber Angreifern für einen Vampir oder einen Magier keine große Sache. Hatten diese allerdings Silberwaffen und ließen noch dazu kaum Platz zum Ausweichen sah das ganze schon ein wenig komplizierter aus. Liefen sie dann noch zu Mehreren auf, standen die Chancen nicht mehr ganz so gut.
      So oder so ähnlich sahen zumindest Eves Gedanken aus, während sie einen Schnitt nach dem anderen einstecken musste. Ihr Arm glich nun eher einem Stück Hackfleisch, aber neben dem Narbengewebe durch Weihwasser würden die verheilten Schnittwunden kaum mehr ins Gewicht fallen.
      Ein ekelhaft lautes Knacken zeugte von dem Genickbruch ihres Gegners, als die Vampirlady zornig in die Menge schlug. Ihre Hiebe waren so hart wie Stein und in etwa so kraftvoll wie ein Kleintransporter, aber selbst ein Vampir hatte nicht unendlich Power.
      Rettung in der Not spendete erneut Lazarus mit seiner Magie.
      Er wehrte sich zusammen mit Eve verbissen gegen die Übermacht an Feinden. Jedoch war es mehr als ein ungleicher Kampf und würde nicht schnell etwas passieren, würden sie unterliegen.
      Lazarus kämpfte schon mit seinem magischen Schwert und hielt sich damit die Feinde vom Leib. In einen kurzen Moment des Luftholens hatte er es beschworen und sogleich einen der Angreifer damit niedergestreckt. Mit jedem weiteren Schwertstreich verteilte sich Blut über den Boden und hier und da lagen abgetrennte Gliedmaßen.
      Aber es war mehr ein herumhacken mit der Schneide als ein Schwerkampf, da die Angreifer ihm kaum Platz ließen und würde es so weitergehen, würden die einfach ihn und Eve mit schierer Überzahl niederringen.
      Fieberhaft überlegte er nach einem Ausweg. Aber in der Hektik wollte ihm kein Zauber einfallen oder seine Konzentration wurde immer unterbrochen. Es waren zu viele Angreifer, auf die er sich konzentrieren musste um nicht getötet zu werden.
      Donnergrollen zog über den Himmel, als ein Gewitter aufzog. Die dunklen Wolken zeugte von einen Sturm, der schnell vom Meer heranzog und fast wie aus dem nichts erschien. Dann zuckte ein Blitz über den Himmel, weiterer Donner krachte Ohrenbetäubend und dann kam dem Magier die rettende Idee. Er musste gar keinen komplexen Verteidigungszauber wirken, sondern einfach nur rohe arkane Energie entfesseln.
      Zwischen zwei weiteren Schwerthieben, die einem Angreifer seine Hand kostete und einem anderen Schnitte auf den Armen zufügte, formte sich die Idee zu einem Plan. Ein gefährlicher Plan.
      Wieder zuckte ein Blitz nah über den Himmel und kurzzeitig waren alle geblendet. Genau das war der Moment, wo der Magier seine Chance nutzte. Sein Schwert fiel achtlos zu Boden und löste sich auf, als er es los lies und zu Eve herumwirbelte und sie von hinten packte und an sich drückte. Eng drückten seine Hände sie an sich, während seine Lippen lautlose Worte sprachen.
      Ein rauschender Knall durchbrach den kurzen Moment der Stille, als ein Lichtblitz so grell wie die Sonne die Straße erhellte und ein ringförmiger Blitz sich vom Magier ausbreitete und jeden Gegner fällte. Mit unbarmherziger Gewalt breitete sich die Nova aus und verbrannte die am nächsten Stehenden zu Asche, fuhr durch die Leiber der Männer daneben und schleuderte alles und jeden zurück. Krachend prallte die ungezügelte Energie gegen die Fassaden der Häuser und hinterließ Spuren der totalen Zerstörung.
      Statisches Knistern erfüllte die Luft, als die Energien langsam abebbten und totenstille legte sich über die Straße, nur ab und an gestört vom Donnergrollen des Sturms. Lazarus hielt immer noch Eve fest und atmete schwer.
      Es hatte funktioniert. Er fühlte sich erschöpft und gestand sich ein, den Zauber unterschätzt zu haben. Es war schon etwas anderes, pur arkane Energie zu entfesseln. Die unkontrollierten Gewalten haben ihm mehr Kraft entzogen als erwartet. Jedoch war der Kampf überstanden und die Angreifer besiegt.
      Schweigend hielt er Eve noch einen Moment lang fest und ließ sie dann wieder los. Verlegen räusperte er sich, doch dann viel ihm ein, dass sie das ja nicht hörte. Er fasste an ihre Schulter und drehte sie um.
      "Lass uns einen Unterschlupf suchen. Ich muss mich ausruhen und dann verschwinden wir von hier. Und Eve..."
      Ein leises qualvolles Stöhnen durchdrang die Straße und kam von einer schrecklich verbrannten Gestalt, die zusammengekrümmt an einer Hauswand lag. Eve schaute ihren Gefährten fragend an, da er mitten im Satz zur Seite schaute und in die Dunkelheit starrte.
      "Moment Eve, da lebt noch Einer..."
      Mit zügigen Schritten nährte er sich der Gestalt, beugte sich hinab und sah ihm in die Augen.
      Unendlicher Schmerz blickte dem Magier entgegen und es war sofort klar, dass der Verletzte nur noch wenige Momente zu leben hatte.
      "Wer hat euch geschickte?", fragte Lazarus mit fester Stimme.
      Ein Stöhnen kam als Antwort, gefolgt von einem Flüstern. Lazarus beugte sich tiefer hinab um es besser zu verstehen.
      Mit verschlossener Miene kam er zurück zu Eve. Sie schaute ihn verwundert an und fragte was er erfahren habe.
      "Nichts weiter ... nur sinnloses Gebrabbel eines Sterbenden. Lass uns gehen."
      Lazarus hatte gelogen. Er konnte einfach nicht die Wahrheit sagen, jedenfalls jetzt noch nicht.


      S. 158